Hoffnung auf dem Betze: Aller guten Dinge sind drei?

Seine Spielphilosophie stellt Marco Antwerpen erstmal zurück. Was zählt ist der Erfolg. Bild: Michael Schmitt | MS Sportfoto

Marco Antwerpen ist neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Fußballlehrer hat gemeinsam mit den Roten Teufeln eine Herkules-Aufgabe vor der Brust - es geht um nichts weniger als die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Frank Döpper - beide kennen sich aus gemeinsamen Spielerzeiten bei Fortuna Köln - bilden beide nun also das dritte Trainergespann, das den 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison zu seinen, mittlerweile stark relativierten, Zielen führen soll. Sah Boris Schommers die Mannschaft noch auf dem Weg ein Spitzenteam zu werden, musste sich Jeff Saibene schon mit der „Stabilisierung des Teams“ zufriedengeben. Beide Vorhaben sind krachend gescheitert. Die Realität besteht aus dem größten sportlichen Existenzkampf in der über 120-jährigen Geschichte des FCK.


Heute Vormittag leitete das neue Trainergespann die erste Trainingseinheit. Mit dabei waren die beiden Neuzugänge Felix Götze und Marvin Senger. Jean Zimmer pausierte nach seinem grippalen Infekt, soll jedoch morgen ins Mannschaftstraining einsteigen. Zum Auftakt seiner Aufgabe als neuer Cheftrainer und im Vorfeld des bevorstehenden Derbys gegen Waldhof Mannheim äußerte sich Antwerpen heute erstmalig im Rahmen einer Pressekonferenz.

Antwerpen: "Hatte ein gutes Bauchgefühl"

Zwischen der Beurlaubung Jeff Saibenes und der Einstellung Marco Antwerpens vergingen keine 48 Stunden. Dem neuen Cheftrainer blieb also gar nicht viel Zeit, um eine Entscheidung für oder gegen den FCK zu treffen. Marco Antwerpen sieht den Reiz seiner neuen Aufgabe in der großen Tradition und Leidenschaft, die rund um den FCK herrscht. Seine Entscheidung, das Angebot aus Kaiserslautern anzunehmen, fiel schnell und beruhte auf einem guten Bauchgefühl. "Ich hatte eigentlich ein gutes Bauchgefühl und musste nicht lang überlegen, diese Entscheidung zu treffen. Ich finde es herausfordernd, unseren Fans gute Leistungen anzubieten", äußert sich der neue Cheftrainer zu seinen Beweggründen.


Für welche Spielphilosophie und taktische Ausrichtung steht Marco Antwerpen eigentlich? Nach eigener Aussage übernimmt Antwerpen nun zum vierten Mal in Folge eine Mannschaft, bei der er auf die Kaderzusammenstellung keinen Einfluss hatte. Zunächst liege das Hauptaugenmerk auf dem Gewinnen von Spielen und dem damit verbundenen Sammeln dringend benötigter Punkte, so Antwerpen weiter. Seine eigene, gern offensiv ausgerichtete Spielphilosophie möchte er dabei nicht in den Vordergrund stellen, die ohnehin nur dann umsetzbar sei, wenn man als Trainer einen Kader mitgestalten und planen könne. "Da muss man eben sehen, was primär wichtig ist. Ist deine Spielphilosophie wichtig, oder ist es wichtiger erfolgreichen Fußball zu spielen. Dann entscheide mich mich erstmal für den erfolgreichen Fußball. Ich mag offensiven Fußball. Ich mag aber auch, wenn meine Mannschaft wenig Gegentore bekommt".

Antwerpen, der bereits in die jüngsten Transfers von Marvin Senger und Felix Götze involviert war, vollzog schon an seinem ersten Tag „Sofortmaßnahmen“. Um Carlo Sickinger von seiner Last als Mannschaftskapitän zu befreien, habe man ihm diesen Rucksack abnehmen wollen und die Binde zunächst an Jean Zimmer übertragen. Weiterhin nimmt der neue Coach erfahrene Spieler wie Kevin Kraus, Alexander Winkler, Tim Rieder oder Marvin Pourié mit in die Verantwortung und erhofft sich von diesem Quartett ebenfalls, dass sie als Führungsspieler fungieren.

Merk: "Waren gut vorbereitet"

Neben Antwerpen äußerte sich Aufsichtsratsmitglied Markus Merk transparent zum Entscheidungsprozess der vergangenen Tage und Wochen. "Wir hatten Möglichkeiten, Varianten und Trainernamen im Kopf. Das sind insgesamt 10 Namen, die sich im späteren Verlauf auf 5 kürzen lassen. Wir waren im ständigen Austausch, wir informieren uns in alle Richtungen. Es war klar, wenn irgendwann der Moment kommt, dann müssen wir vorbereitet sein. Für uns war wichtig, dass wir nach einer Freistellung auch wieder handlungsfähig werden. Nach der Niederlage am Samstag haben wir entschieden, die Freilassung bekannt zu geben. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch drei Kandidaten und haben die Gespräche dann intensiviert. Marco Antwerpen hat uns dahingehend am stärksten überzeugt".


Allein die Bereitschaft Antwerpens „über Nacht zu Fuß nach Kaiserslautern zu kommen“ und im kommenden Derby mit Waldhof Mannheim seinen Wunschgegner zum Einstand zu treffen, unterstreichen laut Dr. Merk, dass man sich zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Mann entschieden habe. Diese Einschätzung teilt offenbar auch Fritz Fuchs, der Marco Antwerpen einst als Spieler bei RW Essen coachte. Er schätze am neuen Trainer dessen positive Mentalität, sein Durchsetzungsvermögen, seinen Willen und seine fußballerischen Fachkenntnisse, was ihm bei seinen bisherigen Stationen durchaus Erfolg gebracht habe.

Aufruf zum Zusammenhalt

Antwerpen, der sich der Schwere seiner neuen Aufgabe bewusst ist und dabei unterstreicht, dass man sich in dem Moment, in dem man zum 1. FC Kaiserslautern wechselt, darüber im Klaren sein muss, dass mentale Stärke gefordert ist, rief seine Mannschaft und das Umfeld dazu auf, sich geschlossen den kommenden Herausforderungen zu stellen und so in eine sportlich erfolgreichere Zukunft zu starten.


Quelle: Treffpunkt Betze


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