Wochen-Rückblick: "Wenn du dich mit dem Teufel einlässt ..."

Ruhiges Fahrwasser ist beim 1. FC Kaiserslautern genauso unbekannt wie Kontinuietät auf dem Trainerstuhl. Vergangene Woche war es Leihstürmer Marvin Pourié, dem der Ritt in die Schlagzeilen gelang. Aber nicht etwa aufgrund eines sensationellen Doppelpacks, sondern aufgrund seines fehlenden Fitnessstandes. So zumindest die offizielle Version. Kurz vor Redaktionsschluss hämmerte aber noch eine weitere Nachricht aus Luxemburg rein und stürmte an die Chartspitze. Alles über den Hashtag der Woche #hartaberrolex und was in der letzten Woche sonst noch wichtig war. Unser Wochen-Rückblick.


1. Mit H(e)ngen und Würgen: Mit Thomas Hengen, der Anfang der Woche als neuer Sport-Geschäftsführer offiziell vorgestellt wurde, will der FCK das Horrorszenario Abstieg in die Regionalliga abwenden. Hengen war bereits zweimal als Spieler für den FCK aktiv und kehrt nun nach 17 Jahren zurück. Klares Ziel sei der Klassenerhalt, es gehe um die „Zukunft und um die Existenz“. Sowohl Hengen als auch Cheftrainer Marco Antwerpen stellen sich auf einen „Kampf bis zum Ende“ ein. Bestreiten wollen beide diesen Kampf in Zukunft an der Seitenlinie, denn Hengen wird das Team ebenfalls von der Trainerbank aus unterstützen. Offen bleibt, ob mit Thomas Hengen Ruhe auf der Trainerbank einkehren wird, oder ob das Karten-Sammeln dort so munter weitergehen wird.


Vom FCK-Spieler zum Geschäftsführer (SWR)


2. Derby-Feier mit Konsequenzen: Da hatte der FCK seit langem mal wieder einen Grund zum Feiern, schon gibt es einen 'Spielverderber'. Wegen Verstößen gegen das Hygienekonzept nach dem Derby gegen Waldhof Mannheim wurde der FCK zu Beginn der Woche zu einer Strafzahlung von 5.000 Euro verurteilt. Hintergrund: Die Roten Teufel wurden nach dem Spiel auf dem Betzenberg von einigen Anhängern empfangen, dort kam es zu Verstößen gegen die Corona-Hygieneverordnung. Über die aktuelle Pandemiesituation sei man sich aber beim FCK dennoch bewusst und alle Mitarbeiter würden dieses Thema seit Beginn der Pandemie „sehr ernst“ nehmen. Ob das auch bei Jean Zimmer angekommen ist, der sich den nahen Kontakt zu den Fans am Mannschaftsbus nach dem Derby nicht nehmen ließ? Wieder einmal kann der FCK also seine geplanten Konzepte nicht umsetzen. Weder auf noch neben dem Platz. Für letzteres kam die Strafe bereits ...


DFB verhängt Geldstrafe gegen den FCK (1. FC Kaiserslautern)


3. Pourié aussortiert: In den aktuellen Planungen für den Spieltagskader spielt FCK-Stürmer Marvin Pourie - ähnlich wie in den vergangenen Wochen auf dem Platz - gegenwärtig keine Rolle. Wie schon gegen Meppen war Pourié beim Auswärtsspiel in Rostock nicht im 18er-Kader vertreten. Der Grund für diese Entscheidung seien laut Antwerpen Fitnessprobleme, an welchen er momentan im Nachwuchsleistungszentrum arbeitet. Ob der wahre Grund für die Aussortierung wirklich die Fitnessprobleme sind, darf angezweifelt werden. Laut SWR-Informationen soll der 30-Jährige intern ein wenig angeeckt sein. Es habe im Training verbale Auseinandersetzungen mit Mitspielern und Trainern gegeben. Ein wahres Dilemma. Ohne Pourié geht den Pfälzern die Torgefahr ab, mit Pourié möglicherweise die Stimmung in der Mannschaft.


Marvin Pourié beim 1. FC Kaiserslautern vorerst außen vor (SWR)


4. FCK verurteilt Diffamierung von Mitarbeitern: Ein richtiges und wichtiges Zeichen setzte die FCK-Führung in dieser Woche, indem sie die Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber FCK-Mitarbeitern in den sozialen Netzwerken stark verurteilte. Man schließe auch rechtliche Schritte bei solchen Vorkommnissen nicht aus, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. In Zeiten von 'Hate Speech': Richtig so!


Mit aller Entschlossenheit entgegen treten! (1. FC Kaiserslautern)


5. Rückblick. FCK schlägt Union Berlin mit 4:3: Und weil der Frust in Anbetracht der Niederlage in Rostock mal wieder ziemlich groß ist, folgt hier ein kurzer Rückblick zu einer legendären Partie, in dem der FCK nach einem umkämpften Spiel die Punkte doch noch auf dem Betze behalten konnte. Vor ziemlich genau drei Jahren, am 05. März 2018 war Union Berlin im Fritz-Walter-Stadion zu Gast. Bei heftigem Schneefall ging die Roten Teufel insgesamt vier mal in Führung, mussten jedoch auch drei Gegentreffer hinnehmen. Am Ende holten sich die Lautrer dennoch den verdienten Heimsieg, weil Phillipp Mwene keine Nerven zeigte und in der 86. Minute zum 4:3 Siegtreffer vollstreckte. Am Ende reichten aber auch diese drei Punkte nicht für den Klassenerhalt, der FCK stieg ab und verabschiedete sich aus der 2. Liga. Also, am besten nicht zu viel in Erinnerungen schwelgen!


Spielzusammenfassung: Mwene holt den Schneegestöber-Sieg


6. Hoffen auf Unterstützung: Auch an den Drittligisten geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei. Vor allem die fehlenden Einnahmen bei den Ticketverkäufen zehren an den Vereinen. Nun kann nach einem ersten Hilfspaket im vergangenen Jahr seit dem 01. März ein zweites Paket beantragt werden. Was eigentlich positiv klingt wird sich für die Clubs aber wahrscheinlich als leere Versprechung entpuppen, denn nach aktuellem Stand gehen die Vereine wohl leer aus. Denn wer im ersten Hilfspaket bereits die Höchstsumme von 800.000 Euro erhalten hat, bekommt derzeit keine weitere Unterstützung. Besonders bitter für den FCK, wenn neben sportlichen Sorgen auch der finanzielle Schuh drückt.


Staatliche Corona-Hilfe: Klubs hoffen auf zweites Paket (Liga3-Online)


7. FCK-Schatzkiste: Vorbildhafte Treue zum seinem Herzensverein FCK zeigte vergangene Woche Rote-Teufel-Fan Patrick Rosars. Die Liebe zum Verein drückt er nicht nur bei den vielen Spielen live vor Ort aus, sondern auch in seiner großen Trikot-Sammlung. Diese enthält mittlerweile rund 250 verschiedene Exemplare, darunter zahlreiche original getragene Trikots. Und weil die Jerseys einen so großen Wert haben, würde er nur wenige Stückzahlen daheim haben, einige davon würden sogar im Bankschließfach liegen, so Rosar. Wundern muss man sich darüber nicht, denn in Sammlerkreisen werden für original getragene Spielertrikots durchaus schon mal mehrere hundert Euro hingeblättert. Respekt für so viel Leidenschaft!


Lautern Trikots sind große Schätze (Deutscher Fußball Bund)


8. Bewährungsstrafe für Flavio Becca: Wie es sich gehört: Das Beste kommt zum Schluss. Die wohl für Freunde gepflegter Stammtischrunden brisanteste Nachricht der vergangenen Woche flatterte jedoch aus Luxemburg rein. Flavio Becca, der noch vor einigen Monaten beim FCK finanziell mitmischte, ist am Donnerstag zu zwei Jahren Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden. Bei dem Prozess ging es um den Erwerb von 842 Luxusuhren im Wert von 18 Millionen Euro. Eine genaue Begründung des Richters liege noch nicht vor. Der Vorwurf lautet allerdings, Veruntreuung von Firmengeldern und Verdacht der Geldwäsche. Halleluja.


Uhrenprozess: Bewährungsstrafe für Becca (Luxemburger Wort)


Quelle: Treffpunkt Betze