Wochen-Rückblick: Abseits ist, wenn der Schiri pfeift

Ein kurzes Aufatmen! Passend zu Ostern meinte es der Fußballgott doch noch gut mit dem FCK und machte einer ganzen Region das wohl schönste Geschenk zum Fest. War das nun die Wieder-Auferstehung der Roten Teufel? Wir wollen es hoffen, auch wenn wieder jemand nicht an den FCK glaubt - und das ist ausnahmsweise nicht Mario Basler. Alles über #Egopflege und was in der letzten Woche sonst noch wichtig war. Unser Wochen-Rückblick.


1. Ein schwieriges Verhältnis: Wieder einmal hagelt es von Cheftrainer Marco Antwerpen heftige Schiedsrichter-Kritik. Trotz der Zufriedenheit über den Heimsieg regte sich Antwerpen über die Leistung des Schiedsrichters und damit vor allem über die gelb-rote Karte gegen Kenny Prince Redondo auf, der den Kollegen in schwarz mehrmals auf Situationen hingewiesen hatte, die nicht gepfiffen wurden. "Der Schiedsrichter musste sein Ego pflegen", schoss es aus Antwerpen direkt im Anschluss der Partie heraus. Der Vorwurf: Mit diesem "Machtbeweis" holte der Schiri den Gegner zurück ins Spiel. Unverständlich für Antwerpen, dass Spieler und Trainer in unteren Ligen ruhig sein müssen, um nicht vom Platz zu fliegen. "Da wünsche ich mir mehr Fingerspitzengefühl". Klare Worte von Antwerpen, und das ohne rote Karte. Hier scheint jemand aus Fehlern zu lernen. Kurios blieb es dennoch. Wahrscheinlich zum ersten Mal in der Geschichte des Profifußballs kassierte mit Harald Dinges ein Mannschaftsarzt die gelbe Karte. Und das nicht etwa aufgrund einer "Norbert-Meier-Gedächtnis-Grätsche", sondern aufgrund fulminanter Meckerei an der Seitenauslinie. Respekt. Trotz Geisterspiel brannte der Betzenberg am Samstag lichterloh.


Und Redondo? Nach seiner gelb-roten Karte wegen Meckerns entschuldigte sich der 26-jährige prompt via Instagram: "Es tut mir leid für die Mannschaft und die Fans für meine leichtsinnige Aktion heute im Spiel. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass sie das trotzdem noch gewonnen hat. Werde alles geben die letzten Spiele. Sorry FCK". Bekanntlich ist eine späte Einsicht besser als keine Einsicht. Dennoch wäre ein etwas überlegteres Handeln in der prekären Situation des FCK von Vorteil gewesen. Aber mal ehrlich, reicht es eigentlich, sich für eine solche Aktion in den sozialen Medien zu entschuldigen? Hätten wir dann in den vergangenen Wochen nicht zig solcher Instagram-Nachrichten lesen müssen? Na gut. Schwamm drüber, Sieg ist Sieg. Jetzt gilt es eh alle Kräfte zu bündeln. Für den Verein, für den Klassenerhalt.


FCKHFC: Die Stimmen zum Spiel (Treffpunkt Betze)


2. Ein Grieche auf Abwegen? Simon Skarlatidis steht seit Sommer 2019 beim FCK unter Vertrag. Und irgendwie will der Motor beim Deutsch-Griechen nicht so richtig auf Hochtouren laufen. In seiner ersten Betze-Saison verpasste der Rechtsaußen mehr als die Hälfte aller Saisonspiele, in der bisherigen Spielzeit kam er auch nur auf elf Einsätze - weitere wurden durch Verletzungen verhindert. Nun meldet die Bildzeitung Gerüchte um einen möglichen Wechsel nach Saisonende zum Ligakonkurrenten aus Saarbrücken. Für den FCK wäre dieser ablösefreie Wechsel mit Sicherheit ein Verlust - und ein Ärgernis sowieso, einen Spieler ins Saarland ziehen lassen zu müssen …


Saarbrücken mit Interesse an Kreuzer und Skarlatidis (Liga3-Online)


3. Segen und Fluch: Die Stadionfrage und dessen Nutzung im Falle des Abstiegs in die Regionalliga schwebt wie ein Damoklesschwert über der sportlichen Talfahrt des FCK. Die Angst vor dem Horrorszenario namens "Abriss des Fritz-Walter-Stadions" ist ständig im Hinterkopf, auch wenn es noch so unreal erscheint. Die hard facts: In der Regionalliga müsste der FCK nicht wie bisher 625.000 Euro an Pachtkosten blechen, sondern die ursprünglich vereinbarten 2.4 Millionen. Der Rubel rollt also. So weit wird es natürlich nicht kommen, denn klar ist, kein Regionalligist kann solche Summen bringen. Weder mit Dubai, den Cayman Islands oder anderen Rollexträgern. Was also bleibt sind laufende Gespräche zwischen der FCK-Geschäftsführung und der Stadiongesellschaft. Doch der Haken ist: Die klamme Stadtkasse kann eine weitere Pachtreduzierung kaum kompensieren. Möglicherweise müssten dann Schwimmbäder, Sportplätze oder kulturelle Einrichtungen dran glauben. Ein wahrlich unglückliches Dilemma. Aber Hauptsache, die WM fand in Kaiserslautern statt.


Fritz-Walter-Stadion: Die Suche nach Lösungen (Treffpunkt Betze)


4. Marcel Reifs Herz blutet knallrot: Fragt man FCK-Fan und Sport-Kommentator Marcel Reif nach den Chancen auf den Ligaverbleib, bekommt man eine wenig hoffnungsvolle Tendenz zu hören. Laut Reif seien sieben Punkte Rückstand viel und ein Endspiel sei das Spiel gegen Halle nicht. Schließlich seien die eigentlichen Endspiele längst gespielt. Die abschließende Prognose Reifs lautet: "Am Ende wird es nicht reichen". Der vermutlich heimliche Bayern-Sympathisant spricht von einer "Schieflage" beim FCK, rät sogar dazu, das Fritz-Walter-Stadion abzureißen. Der entscheidende Grund für den sportlichen Misserfolg seien für Reif die fehlerhaften Investitionen, allen voran der Umbau des Stadions zur WM 2006. Der Bau des riesigen Stadions habe dann dazu geführt, dass man dachte, sich auch sportlich mit den ganz Großen messen zu können. Trotzdem will er keine der aktuellen Führungspersonen die Schuld an der aktuellen sportlichen Situation geben, denn das sei nur noch "das Verwalten einer katastrophalen Grundlage". Reif spricht sich für einen Neubau eines Stadions in den für den FCK passenden Strukturen aus, denn "ein WM-Stadion und die Regionalliga passen nicht zusammen". Auch wenn Reif sich nicht wirklich großer Beliebtheit erfreut … gänzlich unrecht hat er damit leider nicht.


Reif: Fritz-Walter-Stadion abreißen (Sport1)


5. Martin Amedick glaubt an den Klassenerhalt: Lauterns ehemaliger Kapitän Martin Amedick hingegen ist dem Klassenerhalt gegenüber optimistischer gestimmt. Der heute 38-jährige, der im Jahr 2010 zum letzten Mal mit dem FCK in die Bundesliga aufstieg, glaubt an den Klassenerhalt, denn die 14 Remis seien für ihn Zeichen dafür, "dass das Potenzial da ist und man sicher auch oft nah an einem Sieg dran war". Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Amedicks Aussage könnte man auch entgegnen, dass ein Remis auch mindestens genauso nah an einer Niederlage ist. Aber was soll er als angehender Sportpsychologe auch sagen, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Außerdem appelliert Amedick an die Führungsspieler. "Es braucht die Mentalitätsmonster". Dumm nur, dass genau diese Führungsqualitäten der Mannschaft komplett abgehen.


Ex-Lauterer glaubt an Klassenerhalt (Bild)


6. FCK-Mitglied erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft: Und weiter geht der Krimi beim FCK. In der vergangenen Woche hat ein langjähriges Mitglied Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken gestellt. Es geht um einen Verdacht im Hinblick auf mögliche Verstöße gegen den Paragraphen 404 Abs. 1 Nr. 1 Aktiengesetz ("Verletzung der Geheimhaltungspflicht") und den Paragraphen 400 Aktiengesetz ("Unrichtige Darstellung"). Der Antragsteller habe durch Zeugen Informationen erhalten, die eine Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Verstößen gegen die beiden genannten Paragraphen sinnvoll erscheinen lassen. Da steckste einfach nicht drin. An den "ganz normalen" FCK-Fans dürften solche Meldungen vorbeirauschen wie ein ICE-Zug durch einen Bahnhof, für den kein Halt vorgesehen ist. Da heißt es: Mütze festhalten und ducken. Wie schön wäre es, wenn dieser Veinfach einfach für kampfbetonten und leidenschaftlichen Fußball stehen könnte. Ohne Querelen, Lügen, Einmischungen ins operative Geschäft, ohne Brandbriefe und mediale Grätschen. Einfach ehrlich, transparent und im Sinne des Volkes.


Einreichung der Anzeige in Zweibrücken (Wochenblatt)


7. Martin Weimer hat genug: Und der nächste sagt "schönen Gruß und auf Wiedersehen". Und das nun beinahe im Wochentakt. Das Aufsichtsratsmitglied Martin Weimer hat die Nase voll. Er will seine Familie, sich selbst und den FCK schützen. Weimer sah sich deftigen und verbalen Tritten aus dem Umfeld des 1. FC Kaiserslautern ausgesetzt. Im Kern des Ganzen standen Verstöße gegen die Vereinssatzung. Oder zu neudeutsch: Compliance. Es ging um die Vereinbarung Weimers Tätigkeit im Aufsichtsrat und seinen beruflichen Aufgaben. Oder zu neudeutsch: Compliance. Weimer selbst, aber auch der FCK und gar der DFB sahen keine Interessenskonflikte. Für Markus Merk hingegen ist klar, worum es hier eigentlich geht. „Es gibt eine Gruppierung mit einer eigenen Agenda, die nichts anderes im Sinn hat, als jeglichen sportlichen Erfolg und wirtschaftlichen Erfolg zu verhindern“. Himmelherrgott nochmal. Nimmt das denn nie ein Ende?


Quelle: Treffpunkt Betze