Primus kontert Rote Teufel aus

Das schmerzhafte, das unnötige Ende einer kleinen Serie: Der 1. FC Kaiserslautern, zuletzt zweimal siegreich, in sechs Spielen hintereinander ohne Niederlage, wurde im Tollhaus Bremer Brücke vom VfL Osnabrück ausgekontert, verlor beim Fußball-Drittliga-Primus 0:2 (0:0).


Nach einem von Theo Bergmann schlecht abgeschlossenen Angriff – Kollege Timmy Thiele stand besser – gab der VfL dem Spiel in der 59. Minute die Wende. Manuel Farrona Pulido, von Felix Agu bedient, traf halbhoch an Dominik Schad vorbei zum 1:0. In der Nachspielzeit entschied VfL-Torjäger Marco Alvarez mit einem Tempogegenstoß das von beiden Teams offen geführte Spitzenspiel (90. + 3).


Der Drittliga-Erste hätte schon nach vier Minuten mit 1:0 führen können: Jan Löhmannsröben, später wieder der gewohnt konsequente Rustikale, ließ sich am eigenen Sechzehnmeterraum das Leder im Übermut abjagen, Marc Heider verfehlte das Ziel nur knapp. In der Folge dominierte der FCK, schien mit der starken Innenverteidigung Kevin Kraus/ André Hainault unverwundbar. Schad rechts und Janek Sternberg, sehr offensivfreudig, machten die Flanken dicht. Bergmann hatte nach Christian Kühlwetters Ballgewinn die erste Chance der Männer in Rot (12.). In der 13. Minute machte VfL-Schlussmann Nils-Jonathan Körber im zweiten Nachfassen vor Bergmann und Thiele klar Schiff. Thiele verzog nach Vorarbeit Gino Fechners, der sich den Ball immer wieder erarbeitete, das Offensivspiel mit Bergmann zunächst kultivierte (30.). Vier Minuten vor der Pause bot sich Thiele nach einem Angriff über Schad und Bergmann die vierte große Chance – sie mündete in einen Eckball.


Nach dem Seitenwechsel ging die Dominanz der Lauterer verloren. Fechner lief nun neben dem Spiel her, die Außenverteidiger standen tiefer, dem Passspiel fehlte die Präzision. Kühlwetter fand kein Durchkommen mehr, Zuck entfaltete am rechten Flügel keine große Wirkung. Sternbergs Läufe blieben aus.


„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, hatten drei, vier richtig gute Chancen“, haderte FCK-Trainer Michael Frontzeck. Das VfL-Tor hielt Körber sauber, der einen klasse Freistoß Bergmanns parierte (66.) und mit einer Glanzparade einen kernigen Schuss des eingewechselten Elias Huth abwehrte (78.).


„Eine bittere Niederlage, es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, sagte Thiele. „Aber irgendwann gehen die Dinger auch für uns wieder rein!“ Im Gegensatz zu den ersten 45 Minuten war die Osnabrücker Defensive nach der Pause viel besser sortiert und organisiert. „Meine Mannschaft ist unfassbar stark im Adaptieren und im schnellen Umsetzen“, lobte VfL-Coach Daniel Thioune sein Team, das die Tabellenführung mit in die länderspielbedingte Pause nimmt. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, skandierten die lila-weiß gekleideten Fans an der Bremer Brücke.


„Wenn wir Spitzenreiter sein wollen, müssen wir vor dem Tor eben auch so abgezockt sein, wie es Osnabrück war“, sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon. Kaiserslauterns Kapitän und Torwart Wolfgang Hesl betonte nach dem elften von 38 Punktspielen: „Es bleibt dabei: In dieser engen Liga kann jeder jeden schlagen, und am Ende werden die Preise vergeben.“




VfL Osnabrück: Körber - Renneke (86. Danneberg), Susac, Trapp, Agu - Taffertshofer, Blacha - Farrona Pulido (67. Riemann), Ouahim, Heider (79. Tigges) - Alvarez

1. FC Kaiserslautern: Hesl - Schad, Kraus, Hainault, Sternberg - Löhmannsröben - Zuck (84. Biada), Fechner (70. Huth), Bergmann, Kühlwetter (70. Hemlein) - Thiele

Tore: 1:0 Pulido (59.), 2:0 Alvarez (90. +3)


Gelbe Karten: Alvarez (2) - Hemlein (4), Fechner (2), Hainault (2), Kühlwetter (2)


Beste Spieler: Ouahim, Körber, Trapp - Hesl, Kraus


Zuschauer: 12.379


Schiedsrichter: Siewer (Olpe)



Quelle: Rheinpfalz am Sonntag