Roundhouse-Kick: We have a grandios Saison gespielt

Unser hashtag der Woche: #derbetzebebt. In vielerlei Hinsicht ist in Kaiserslautern und rund um den FCK mal wieder die Hölle los. Nach einer beeindruckenden Saison stehen die Roten Teufel auf Platz drei und dürfen gegen Dynamo Dresden um einen der letzten beiden Plätze der zweiten Liga kämpfen. Die Begleitumstände könnten allerdings einfacher sein. Nach der Pleitenserie der letzten drei Spiele sah sich Thomas Hengen gezwungen, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben. Folglich installierte er Dirk Schuster anstelle von Marco Antwerpen als neuen Coach. Ob und wie diese Personalie zündet, wird die Pfalz und das Lautrer Publikum spätestens nächste Woche Dienstag wissen. Alles was rund um den FCK und in der letzten Woche sonst noch wichtig war - hier in unserem Wochen-Rückblick.


1. Schusterhandwerk am Betzenberg: Mit einem Paukenschlag starteten die Roten Teufel in die vergangene Woche. Direkt nach der Niederlage bei Viktoria Köln kamen erste Gerüchte über eine mögliche Ablösung von Marco Antwerpen auf. Was zunächst als 'total aus der Luft gegriffen' daherkam, nahm - auch durch das beharrliche Schweigen Thomas Hengens - nach und nach mehr Form an. Zunächst sollte dem Vernehmen nach Miro Klose an den Betzenberg zurückkehren, dann hatte man sich angeblich doch entschieden, mit Marco Antwerpen in die Relegation zu gehen. Am Dienstag folgte dann endlich Klarheit: Antwerpen und Döpper mussten weichen - Dirk Schuster, Ex-Nationalspieler und ehemaliger Erfolgscoach von Darmstadt 98, wurde als neuer Mann an der Seitenlinie präsentiert, der den FCK in die Relegation führen wird. Was letztendlich ausschlaggebend für die Trennung von Antwerpen und Döpper war, wird man als Außenstehender vermutlich nie in Gänze erfahren. Was jetzt zählt sind ohnehin einzig und allein die beiden Spiele gegen Dresden. Sollte danach noch etwas aufzuarbeiten sein, bleibt dafür in der Sommerpause noch genügend Zeit.


Relegation gegen Dynamo Dresden – „Wir wissen, was uns erwartet“

Chaoslautern kann immer noch aufsteigen


2. Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss: Aus einem FCK-Gremium scheidet man scheinbar nie nach Ablauf einer Wahlperiode aus - man tritt irgendwann zurück. Jüngstes Beispiel ist Fritz Fuchs. Dieser wollte das Aus von Marco Antwerpen nicht ohne weiteres hinnehmen. Das Lautrer Urgestein hat dem Coach zwar maximal durch eine Enthaltung bei der entscheidenden Abstimmung den Rücken gestärkt, sieht aber die Art und Weise, wie man sich nun von Antwerpen löste, nicht mit seinen Werten vereinbar. Mit sofortiger Wirkung legte er am Dienstag seine Ämter im Aufsichts- und Beirat nieder. Nach der Berufung von Daniel Stich und der damit kurzzeitigen Aufstockung des Aufsichtsrats auf erneut fünf Mitglieder, steht Rainer Keßler als Aufsichtsratsvorsitzender nun ein weiteres Mal vor einer Entscheidungsfindung bezüglich der Zusammensetzung seines Gremiums. Von Langeweile geplagt dürfte Keßler nicht gerade sein.


FCK-Beiratsvorsitzender Rainer Keßler zu Rücktritt und Nachfolge von Fritz Fuchs


3. Geht's raus, spielt's Fußball: Andy Brehme hat sich bei den Kollegen von ran die Mannschaft der Roten Teufel zur Brust genommen. Der Weltmeister von 1990 ist maßlos enttäuscht von den letzten drei Auftritten der Männer in Rot. Das Spiel in Köln hat sich Brehme vor Ort angeschaut und seine Bewertung der Partie ist deckungsgleich mit der von Thomas Hengen. Dort sah er einen hochverdienten Sieg der Hausherren und stellte unmissverständlich fest, dass es ab sofort keine Ausreden mehr geben darf. Die Spieler sind gefordert, alles für den Verein und die gesamte Region zu geben. Ziemlich viel Floskelwerk, unrecht hat Andy trotzdem nicht. Dass die Jungs all das können, wissen wir alle, nun gilt es die Fähigkeiten auch wieder auf den Platz zu bekommen.


Andreas Brehme nimmt Mannschaft vor dem Relegationsspiel in die Pflicht


4. Wenn am Wochenend' die Massen… : Die Relegationsspiele zur zweiten Liga elektrisieren die Massen. Sowohl für Dynamo Dresden als auch für den 1. FC Kaiserslautern besteht in den beiden Spielen die große Chance, die Saison zu einem guten Abschluss zu bringen. Die Sachsen können den Super-GAU „Abstieg“ nach einer desaströsen Rückrunde doch noch verhindern, die Roten Teufel haben die Chance, eine hervorragende Spielzeit zu krönen. Die Fans beider Lager sind sich der immensen Bedeutung dieses großen Finales natürlich bewusst und machen entsprechend mobil. Die einen wollen gelb gekleidet zu den Spielen erscheinen, die anderen wollen die sächsische Landeshauptstadt „erobern“. Fankultur vom Feinsten!


In Dresden & Kaiserslautern: Fanszenen machen für Relegation mobil


5. Sportdirektor mit Drittliganiveau: Ralf Becker ist als Sportchef von Dynamo Dresden einer der Hauptverantwortlichen für die Zusammenstellung des aktuellen Kaders. Dank seiner Fachkompetenz, die er in der Saison 2018/19 schon beim Hamburger SV unter Beweis stellen konnte, erreichten die Dresdner in der aktuellen Spielzeit den 16. Tabellenplatz und treffen nun in der Relegation auf die Roten Teufel. Besonders beeindruckend ist dabei die Rückrunden-Bilanz: Kein einziges Spiel konnte die SGD gewinnen und sicherte sich in den 17 Spielen gerade einmal zehn magere Pünktchen. Eigentlich also genügend Gründe, um sich stillschweigend zurückzuziehen und über das eigene Versagen nachzudenken. So funktioniert das aber nicht bei Ralf Becker. Ganz nach dem Vorbild des Waldhöfers Bernd Beetz oder des Saarbrückers Uwe Koschinat zerreißt sich der Sportchef der Sachsen lieber das Maul über den FCK, um sein eigenes Unvermögen zu verschleiern. Er reiht sich damit nahtlos bei den „Experten“ ein, die verdammt viel Meinung bei sehr wenig Ahnung mitbringen.


Dynamo-Sportchef Becker stichelt gegen Kaiserslautern


6. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Zwei Fußballgrößen verabschiedete die Bundesliga am vergangenen Wochenende. "Tante Käthe" und "Susi" ziehen in den Ruhestand. Was sich zunächst nach einem eher unspektakulären altersbedingten Renteneintritt eines rüstigen Damenduos anhört, ist das Ende zweier beeindruckender Karrieren im Profifußball. Ruuuuudi Völler und Michael Zorc mischten über 40 Jahre kräftig im bezahlten Fußball mit und hinterlassen nun große Fußstapfen für ihre Nachfolger. Welcher neue Völler wird künftig Waldi Hartmanns Weißbierkonsum gnadenlos aufdecken? Oder wer soll der neue Zorc sein, der im rauen Profifußballgeschäft so wenig Ecken und Kanten hat, dass ein zehnminütiges Interview mit ihm ganze Kindergartengruppen in den Mittagsschlaf befördert? Fragen über Fragen – und ein Fakt: Alles Gute Tante Käthe, alles Gute Susi!


Es gibt nur einen Rudi Völler? Quatsch!

"Am schönsten war der Tag danach": Zorc huldigt BVB-Fans


Quelle: Treffpunkt Betze

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