Relegation: Aufstiegsentscheidung vertagt

Relegation 2022: Im Hinspiel der Relegation kommen die Roten Teufel vor ausverkauftem Haus gegen Zweitligist Dynamo Dresden nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster lieferte sich über die gesamten 90 Minuten hinweg einen intensiven Schlagabtausch mit den Sachsen, konnte sich am Ende jedoch nicht belohnen. Gerade in der Offensive war es unter dem Strich einfach zu wenig. Doch eines kann der 1. FC Kaiserslautern auf der Haben-Seite verbuchen: Die Null stand mal wieder - die beste Defensive Deutschlands fand zurück zu alter Stärke. So liegt der Fokus nun auf dem Rückspiel am kommenden Dienstag im Rudolf-Harbig-Stadion, bei dem es heißt: „Alles oder Nichts“.


Bildergalerie vom Relegationshinspiel: 1. FC Kaiserslautern - Dynamo Dresden (0:0)

Noch Luft nach oben


Das Hinspiel der Relegation auf dem Betzenberg lockte am Freitagabend über 46.000 Zuschauer auf Deutschlands höchsten Fußballberg. Bereits eine Stunde vor Anpfiff der Partie war die Westkurve eine durchweg gefüllte rote Wand, die schon zu diesem Zeitpunkt begann, das Team lautstark auf die anstehenden 90 Minuten einzustimmen. Doch was die Roten Teufel auf dem grünen Rasen zu bieten hatten, war schlichtweg zu wenig. Fehlenden Kampf hingegen durfte man der Mannschaft nicht absprechen. Im ersten Durchgang hatte der FCK mehr Ballbesitz als die Gäste - und auch die erste gefährlichere Tormöglichkeit konnten die Lautrer für sich verbuchen. Nach Hereingabe durch Marlon Ritter gelang Terrence Boyd eine Direktabnahme aus rund fünf Metern, die jedoch keinen Torerfolg brachte.


Und das war es auch, was die Lautrer das gesamte Spiel über begleitete. Die fehlende Offensivkraft war durchweg zu erkennen, wie auch Kapitän Jean Zimmer nach Abpfiff bestätigte. „Ich denke, dass wir es in allen Punkten schon sehr ordentlich gemacht haben. Wir müssen vorne aber ein Ticken konsequenter werden, um dann eben ein Tor zu schießen.“ Auch Hendrick Zuck bewerte das Spielgeschehen ähnlich. „Der letzte Pass, die letzte Konsequenz hat vor dem Tor gefehlt“, äußerte sich der Linksverteidiger über die fehlende Durchschlagskraft im gegnerischen 16er. Im letzten Drittel wirkte die Mannschaft zu oft harmlos oder gar ideenlos. Auch unnötige Fehlpässe sowie lange Bälle ins Nichts ließen die Pfälzer Gemüter auf den Rängen in der ein oder anderen Situation hochkochen. All das sind Fehler, die es im Hinblick auf Dienstag anzugehen gilt. Eine deutliche spielerische Steigerung muss her, wenn der FCK in Dresden den Aufstieg perfekt machen will.

Schuster statt Antwerpen. Was war anders?


Der Trainerwechsel so kurz vor der Relegation hatte in und rund um Kaiserslautern bekanntlich für mächtigen Wirbel gesorgt. Welche Änderungen nahm Dirk Schuster, der neue Mann an der Seitenlinie, in den wenigen Trainingstagen nach seiner Einstellung vor? Schließlich hatte Schuster angekündigt, nur Impulse zu setzen und nicht alles umzukrempeln. Insgesamt drei Änderungen in der Startelf nahm der Cheftrainer im Vergleich zum letzten Saisonspiel in Köln vor. So durften Daniel Hanslik, Julian Niehues und Jean Zimmer von Beginn an ran. Letzterer erfuhr erst spät von seinem Startelfeinsatz. „Als wir vorhin in der Kabine waren. Das war so um 19:15“, verriet der Lautrer Publikumsliebling im Nachgang des Spiels. Zimmer, der in den vergangenen Monaten mit einer gutartigen Darm-Erkrankung zu kämpfen hatte, freute es daher besonders, das Vertrauen des Trainers bekommen zu haben. „Es war natürlich ein geiles Gefühl, gerade für so ein wichtiges Spiel dann wieder fit zu sein. Dafür habe ich einiges geschwitzt, einiges gearbeitet. Es hat einen Haufen Spaß gemacht und ich glaube, das hat man uns angemerkt."


Spaß gemacht hat am Freitagabend zweifelsohne die Pfälzer Defensive, die im Gegensatz zu den letzten drei Partien unter Marco Antwerpen nichts anbrennen ließ. „Wir haben nahezu keine Chance von Dresden zugelassen, das müssen wir ins Rückspiel mitnehmen. Das müssen wir da genauso machen“, äußerte Zimmer nach dem Spiel. Im Vergleich zur Partie gegen Viktoria Köln, bei der Marco Antwerpen wie gewohnt mit einer Dreierkette agieren ließ, bevorzugte Dirk Schuster in seinem ersten Match als Cheftrainer die Umstellung auf eine Viererkette. Durchweg positiv nahm die Mannschaft die Systemumstellung auf. „Wir haben es im Training trainiert, jeder hat schonmal Viererkette gespielt und das hat heute auch ordentlich funktioniert“, äußerte Hendrick Zuck. Besser als noch zuletzt unter Antwerpen hat gegen Dynamo die Einstellung und Mentalität der gesamten Mannschaft funktioniert. Es war wieder der Wille zu sehen, sich in jeden Zweikampf reinzuwerfen. Die Mannschaft wirkte wach und aktiv. Häufig gelang es dem FCK, in Zweikämpfen dazwischenzukommen und den Dresdnern den Ball abzugewinnen, um dann Konter zu starten, die jedoch zum Leid der Fans nach ohrenbetäubenden Anfeuerungen durch ungenaues Passspiel oftmals scheiterten. Dennoch: Die Roten Teufel haben in diesem ersten Spiel unter dem Strich ein anderes Gesicht gezeigt als in den letzten Wochen. Und das ist es, was man als Fan und Zuschauer anerkennen sollte. Eine Steigerung ist da, der Grundstein für das Rückspiel ist gelegt.

„Wir haben nichts verloren, wir haben nichts gewonnen“


Alle Blicke sind nun auf das Rückspiel in Dresden gerichtet. Die Ausgangslage ist dabei weiterhin komplett offen. Während die Defensive steht, muss an der Offensive in den wenigen Tagen gearbeitet werden. Dennoch gibt es keinen Grund mit hängenden Köpfen nach Dresden zu fahren, so Matheo Raab. Ganz im Gegenteil. „Wir fahren mit breiter Brust dahin“, äußert sich Lauterns Schlussmann. Und das ist das Einzige, was dem FCK jetzt übrigbleibt. Es gilt, die Ruhe vor dem Sturm zu bewahren. "Das Wichtigste sei es, die nächsten drei Tage nahezu jede Sekunde zu nutzen, um zu regenerieren", so Jean Zimmer. Hierbei sei noch einmal klar betont. Es ist noch alles offen! Der Traum vom Aufstieg in die zweite Liga lebt weiterhin. Die Mannschaft wird im Rückspiel ein letztes Mal alles reinhauen für das große Ziel. Unterstützt wird sie wieder einmal - natürlich, wie sollte es anders sein - von einem großen Anhang aus der Pfalz. Also, jetzt in diesen Tagen final alle Kräfte sammeln für den großen Traum: AUFSTIEG 2022!


Quelle: Treffpunkt Betze

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