Frontzeck: "Mund abputzen und weitermachen"

Der Aufwärtstrend beim 1. FC Kaiserslautern hat gestern einen kleinen Dämpfer bekommen. 0:2 musste man sich Energie Cottbus geschlagen geben. "Ob verdient oder unverdient, das spielt am Ende keine Rolle. Fakt ist, Cottbus hat hier gewonnen, Glückwunsch dazu" , äußerte sich FCK Chefcoach Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dass das Spiel für den FCK ein sehr schwieriges Unterfangen war sah auch Frontzeck so. "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Cottbus hat sehr diszipliniert gegen den Ball gearbeitet und uns kaum Räume gelassen. Dazu standen sie sehr tief und mit ihrem schnellen Mann vorne drin bestand natürlich immer die Gefahr, dass wir in einen Konter hineinlaufen, so wie es beim 0:2 auch passiert ist."

Frontzeck ahnte schon: "Es gibt Tage, da könntest du stundenlang spielen.

Dem FCK fehlte in der Partie das gewisse Etwas, die Leichtigkeit, aber auch das Quäntchen Glück im finalen Pass. Das bestätigte auch Michael Frontzeck. "Uns haben letztendlich im letzten Drittel die Lösungen gefehlt. Wir hatten glaube ich 70 bis 80 Prozent Ballbesitz aber dabei ist zu wenig herumgekommen. Es gibt einfach Tage wie heute, da könntest du noch stundenlang weiter spielen und du würdest keinen Treffer mehr erzielen. Als wir nach dem 1:0 die Dreifachchance hatten, war das schon ein kleiner Fingerzeig, dass das heute nicht sein soll. Jetzt heißt es Mund abputzen und neu aufstehen".


Selbstkritisch zeigte sich auch Keeper Wolfgang Hesl nach der Partie. "Die Niederlage hat nichts mit Taktik zu tun, wir haben die 1. Halbzeit den Ball zu sehr verschleppt. Wenn gegen ein solches Bollwerk ein Spieler zu lange am Ball bleibt, dann kann der Gegner alles zustellen. Das haben wir einfach über das ganze Spiel hinweg schlecht gemacht".

Kraus blickt schon Richtung Rostock

Niedergeschlagen war auch Innenverteidiger Kevin Kraus, der zugleich aber den Blick schon wieder auf die Auswärtspartie nächste Woche bei Hansa Rostock richten wollte. "Das war spielerisch heute nicht unser bester Auftritt, aber wir wollen uns jetzt auf Rostock konzentrieren und dort dann wieder 3 Punkte einfahren. Cottbus hat das taktisch sehr diszipliniert gemacht, wir haben da einfach kein Gegenmittel gefunden. In der 2. Halbzeit hatten wir öfter einmal Situationen, wo wir das Spiel auf die Außen verlagert haben und es dann auch gleich gefährlich wurde. Ich weiß selbst als Innenverteidiger, dass immer einmal zweite Bälle zu Stande kommen, wenn ständig von außen Bälle in den Sechzehner herein fliegen. Wir hätten das dann einfach insgesamt öfter und besser ausspielen müssen. Auch unsere Ballstafetten waren etwas langsam, das hätte schneller gehen müssen".

Löhmannsröben wieder sehr emotional

Potential hatte auch gestern wieder ein Interview von Jan Löhmannsröben direkt nach dem Spiel. "Vielleicht waren wir heute etwas blauäugig. Wir wussten vorher, dass Cottbus zwei Stärken hat, Konter und Standards. Und genau dadurch bekommen wir die beiden Gegentore. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.


Die Cottbuser haben die Mauer wieder hochgezogen und sich dahinter verbarrikadiert. Aber das ist nun einmal 3. Liga. Da werden noch viele kommen und sich einmauern. Vielleicht hat uns auch einfach die Galligkeit gefehlt. Wir hatten ja auch unsere Chancen.


Wir sollten uns vielleicht einmal weniger damit beschäftigen, auf welchem Platz wir stehen könnten wenn wir dieses oder jenes Spiel gewinnen. Das geht nicht von alleine.


Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz, aber die haben die Punkte. Das darf einfach nicht passieren".



Frontzeck hat keine taktischen Bedenken

Etwas in Schutz nahm Michael Frontzeck die Spielweise von Energie Cottbus. "Cottbus ist nicht verpflichtet hier attraktiven Fußball zu spielen. Ich sehe aber auch nicht, dass Uerdingen oder Lotte viel weiter vorne angegriffen haben als Cottbus heute. Es gibt sicherlich einige Dinge, die wir ansprechen müssen. Wir waren teilweise schlampig im eigenen Ballbesitz, der Ball ist nicht so rund gelaufen. Wir haben aus den letzten sechs Spielen jetzt vier gewonnen und müssen jetzt unsere Schlüsse ziehen. Es stimmt aber, dass Cottbus nicht die letzte Mannschaft war, die so gespielt hat".

"Pele" Wollitz ist zufrieden und widerspricht Löhmannsröben

Claus-Dieter Wollitz dagegen zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft und widersprach zugleich dem Statement von FCK Profi Löhmannsröben. "Ich habe jetzt schon viele Einschätzungen gehört, ich denke aber, dass ich eine ganz gesunde Wahrnehmung habe. Ich denke der Sieg war heute verdient und ich sehe es nicht wie der Spieler Löhmannsröben, dass wir 90 Minuten geschwommen sind. Natürlich brauchst du das Matchglück und das hatten wir heute".


Quelle: Treffpunkt Betze