Kommentar: Ein Rückschlag, aber kein Rückfall

Es schien mal wieder angerichtet auf dem Kaiserslauterer Betzenberg. Freitagabend, Flutlicht, mehr als 24.000 Zuschauer und die Gelegenheit zumindest für eine Nacht auf den Relegationsplatz drei zu springen. Doch wir kennen unseren FCK eben zu gut, es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. Und so musste es ja schon fast so kommen, dass der FC Energie Cottbus den Pfälzern in die Suppe spuckte.


Michael Frontzeck wechselte die Startformation, brachte den Torschützen aus Aalen Christian Kühlwetter und Gino Fechner, dem er ebenfalls ein gutes Spiel "vorallem in der Aalener Drangphase" attestierte. Für die beiden mussten Julius Biada und Christoph Hemlein auf der Bank Platz nehmen.


Wie schon vor dem Aalen-Spiel gesagt, hatte Michael Frontzeck die Qual der Wahl, viele seiner Jungs zeigten gute Leistungen.





Abtasten in Halbzeit 1 - Cottbus macht dem FCK das Leben schwer

Die 1. Hälfte begann flott, man merkte, dass beide Mannschaften etwas holen wollen. Bei Energie Cottbus tat sich das Ganze aber etwas anders kund als beim FCK. Die Lausitzer traten mit einer 5er Kette an, machten die Räume sehr eng, sodass die Lautrer sehr früh in ein Rück- und Querpassspiel verfielen, was sich nahezu durch die komplette Partie ziehen sollte. Insgesamt hatte man das Gefühl, dass der FCK zwar wollte, aber an diesem Abend einfach keine kreativen Mittel fand, die Cottbuser Defensive zu durchbrechen. Man muss aber auch anerkennen, dass Energie die Vorgaben ihres Trainers Pele Wollitz, der selbst in der Abstiegssaison 1996 einige Spiele am Betzenberg absolviert hat, sehr gut umsetzte. Mit 0:0 ging es zunächst in die Halbzeit, da durfte der Lautrer Anhang noch hoffen.

Eiskalte Lausitzer - Dem FCK fehlt die Durchschlagskraft

Unverändert schickte Michael Frontzeck seine Mannen zurück auf den Platz und die Hoffnung war groß, dass die Pfälzer auch gegen Cottbus wie schon gegen Aalen eine Leistungsteigerung in Halbzeit 2 würden zeigen können. Wer weiß wie es gekommen wäre, hätte die 2. Hälfte nicht maximal ungünstig begonnen. Der FC Energie Cottbus bekam einen Freistoß zugesprochen, Fabian Holthaus brachte den Ball in den Strafraum, wo Marc Stein zum Ball hochstieg und das Kopfballduell gegen André Hainault gewann - 0:1.


Wie Michael Frontzeck nach der Partie bestätigte, war Hainault zu dieser Zeit schon angeschlagen. Verdacht auf Handbruch! Er war gehandicapt, und konnte unter Umständen nicht wie gewünscht in den Zweikampf gehen.


Wie auch immer, der FCK lag zurück und jetzt wurde es natürlich noch schwerer. Allerdings war zu dieser Zeit bei mir und bestimmt auch bei manch anderem Anhänger die Zuversicht noch da. Schließlich ist der FCK eine der Mannschaften, die die meisten Spiele nach Rückstand noch drehen konnten und so wartete man auf die Reaktion der Roten Teufel.


Doch was man zu sehen bekam war recht fahrig, es fehlte die Durchschlagskraft, die Genauigkeit im letzten Pass oder ein genialer Moment, um vielleicht einmal in einer schnellen Umschaltsituation die Cottbuser Defensive zu überwinden. Auch die Spieler und der Lautrer Trainer gaben nach dem Spiel zu, man habe das Spiel zu langsam gemacht, zu selten einmal schnell auf die Außenbahnen verlagert, wo beispielsweise ein Janek Sternberg wieder viele Meter machte, ein ums andere mal aber keine Chance hatte, an lange hohe Bälle von der anderen Seite heranzukommen.


Und so war es schon fast keine Überraschung, was zwischen der 73. und 76. Spielminute passierte. Der FCK kommt zu seiner größten Möglichkeit. Zuerst scheitert Kühlwetter, dann vergibt Timmy Thiele und am Schluss auch noch Elias Huth. Das Tor schien wie zugemauert. Auch Michael Frontzeck hatte in diesem Moment das Gefühl, "dass das heute wahrscheinlich nichts wird". Und er sollte recht behalten. In der 76. Spielminute sah man Cottbus mal wieder in der Offensive. Hainault mit einem Ballverlust im Mittelfeld, Energie zieht den Konter schnell auf und Lasse Schlüter vollendet eiskalt vor Wolfgang Hesl zum 0:2. Das Spiel war gelaufen.


Große Enttäuschung natürlich beim Lautrer Anhang. Mit über 24.000 Zuschauern war das Fritz-Walter-Stadion mal wieder gut besucht und ausgerechnet dann verpasst der FCK mal wieder eine Möglichkeit einen großen Sprung in der Tabelle zu machen. Auch das haben wir in der Vergangenheit schon all zu oft erlebt. Und trotzdem: Die Niederlage ist ein Rückschlag, ohne Zweifel. Aber diese 3. Liga ist eben unheimlich ausgeglichen und das ist keine bloße Phrase. Energie Cottbus war vor dem Spiel nur 5 Punkte vom FCK entfernt und hat in dieser Saison auch schon bewiesen, dass sie kicken können. Für den FCK sprechen außerdem vier Siege aus den letzten sechs Spielen eine klare Sprache. Der FCK ist auf dem richtigen Weg, er hat aber eben keine Übermannschaft.


Es wird auch sicherlich nicht die letzte Niederlage, die letzte schlechte Leistung gewesen sein. Aber wenn die Mannschaft so weiter arbeitet, wie in den letzten Wochen geschehen, dann werden sich auch schon bald wieder Erfolge einstellen. Am besten direkt am Samstag. Dann geht es für den 1. FC Kaiserslautern nach Rostock zum FC Hansa. Die Chance, eine neue Serie zu starten.


Quelle: Treffpunkt Betze