#FCKSVWW: "Es war einfach nur schlecht!"

Der 1. FC Kaiserslautern ist endgültig im tristen Mittelfeld der 3. Liga angekommen. Nachdem man zuletzt gegen Cottbus und Rostock zwei Niederlagen einstecken musste, reichte es heute gegen den SV Wehen-Wiesbaden nur zu einem 0:0 Unentschieden.


"Wir haben heute den ersten glücklichen Punkt geholt in dieser Saison. In den anderen Remis hätten wir oft noch gewinnen können, heute müssen wir froh sein, dass wir einen Zähler geholt haben", gab Cheftrainer Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu. Dabei war er mit der Art und Weise des Auftretens seiner Mannschaft absolut nicht zufrieden, doch zollte er auch dem Gegner Wehen-Wiesbaden Respekt.

"Es ist Druck auf dem Kessel"

Der FCK zeigte heute eine rundum schwache Leistung, anders kann man es nicht beschreiben. Dass erst in der 70. Minute und mit der Einwechslung von Florian Pick die erste nennenswerte Torchance und etwas Gefahr aufkam, sagt relativ viel über das heutige Spiel aus. Wohl auch deshalb kam es circa ab der 65.Minute erstmals zu hörbaren Unmutsbekundungen und auch zu vereinzelten "Frontzeck raus" Rufen. Nach dem Spiel kam es außerdem zu einer wortgewaltigen "Aussprache" zwischen Mannschaft und Fans vor der Westkurve.


Michael Frontzeck selbst ging damit recht abgeklärt um. "Wir werden immer gut unterstützt von unseren Zuschauern. Je länger natürlich so ein Spiel dauert und du gegen eine so erfahrene und clevere Mannschaft spielst, umso komplizierter wird das letztendlich. Dass der Kopf des Trainers gefordert wird, kann ich nachvollziehen, das ist ja mittlerweile normal geworden in Deutschland, dass es jeder besser weiß und die besseren Lösungen hat".


Der Blick ging aber auch schon Richtung Unterhaching. "Das wird sehr schwer und kompliziert. Für mich ist wichtig, dass diese junge Mannschaft weiterhin den Support bekommt, den sie die gesamte Saison bekommen hat, damit müssen wir in Unterhaching anfangen". Am Freitag muss der 1. FC Kaiserslautern zur SpVgg Unterhaching.

"Wir müssen uns mehr mit dieser 3.Liga identifizieren"

Michael Frontzeck fand aber auch kritische Worte. "Dass Unterhaching kompliziert wird, darf man ja in Kaiserslautern nicht sagen. Wenn ich sage, dass Wehen-Wiesbaden letztes Jahr Vierter geworden ist, die letzten beiden Auswärtsspiele mit 5:2 und 7:0 gewonnen hat, dann heißt es ja direkt, wir sind der große FCK. Wir müssen uns generell mit dieser Liga mehr identifizieren und die großen Zeiten bei Seite schieben. Mit dieser 3. Liga müssen wir lernen umzugehen".

Wolfgang Hesl: "Mir fehlen die Worte"

Die Mannschaft zeigte sich nach dem Spiel sehr deprimiert. Nachdem sie sich erst einmal in der Kabine gesammelt hatte, fanden die Spieler noch ein paar Worte. "Dass die Null am Ende steht, ist das einzig positive. Mir fehlen ein wenig die Worte, das war einfach nur schlecht heute", äußerte sich Keeper Wolfgang Hesl, der heute sicherlich die geringste Schuld am Spiel der Pfälzer trug.


Doch er machte auch deutlich, dass die 3. Liga kein Zuckerschlecken ist. "Wenn ich mir die anderen Spiele anschaue, das sind alles sehr biedere Spiele. Wehen hat sich ein bisschen Cottbus zum Vorbild genommen, das werden auch noch mehr Mannschaften so machen, die Spiele sind auf Messers Schneide. Wer das erste Tor macht gewinnt".


Für die Unmutsbekundungen der Fans zeigte Hesl Verständnis, wenngleich er zugab, dass es die Mannschaft verunsicherte. "Das ist eben der Rucksack, den wir tragen müssen. Der Verein hat eine große Tradition, eine super Vergangenheit und es ist für alle Fans schlimm, dass er nur noch in der 3. Liga spielt. Für uns als Mannschaft ist das auch nicht leicht, durch die Pfiffe wird es natürlich aber auch kein Deut besser, weil die Verunsicherung dann zum Greifen ist. Das merkt eine Mannschaft natürlich".

Sternberg mahnt: "Nicht alles so negativ sehen"

Linksverteidiger Janek Sternberg zeigte ebenso Verständnis für die Fans, doch warb er auch für ein etwas differenziertes Bild. "Helfen tun uns die Pfiffe natürlich nicht, aber wir spielen lang genug Fußball, das gehört eben dazu. Ich wünsche mir für das nächste Spiel, dass wir das 0:0 heute mitnehmen, wir haben gut verteidigt, man kann nicht alles so negativ sehen. Wir haben das Tor verteidigt, die Null gehalten. Ich hoffe, dass wir uns Freitag noch mehr Chancen erarbeiten, die Tore machen und dann holen wir auch die Punkte".

Kraus zwiegespalten über "glückliches 0:0"

Innenverteidiger Kevin Kraus empfand die Pfiffe natürlich als "alles andere als angenehm" und war froh, die "Phase zwischen der 60. und 70. Spielminute ohne Gegentor überstanden zu haben." Nichtsdestotrotz sei gegen Ende das Spiel offen gewesen, wenn das 0:0 unterm Strich auch glücklich sei.

Rehm über Ergebnis enttäuscht

Der gegnerische Trainer Rüdiger Rehm hatte sich offenbar mehr als den einen Punkt heute erhofft. "Wir sind schon enttäuscht, dass wir das Spiel nicht auf unsere Seite ziehen konnten. Ich glaube wir hatten mehr Chancen, waren defensiv sehr kompakt und hatten eine sehr sehr gute Spielanlage. Gegen Ende hatte Kaiserslautern zwei riesige Chancen, die unser Keeper super hält. Ansonsten wäre das Resultat noch bitterer. Meine Mannschaft hatte einen sehr guten und disziplinierten Auftritt, nur das Ergebnis stimmt am Ende nicht ganz".


Quelle: Treffpunkt Betze