„Wir machen das, weil wir den FCK lieben“

Nein, es war kein Tupper-Abend. Obwohl es ganz kurz mal so gewirkt hat. Profitieren wird jedenfalls kein amerikanischer Konzern für Haushaltsartikel. Neben den neuen Sponsoren selbst soll vor allem der FCK etwas davon haben, nämlich mehr Umsatz.


Allein die Geschichte des Vereinsheims, das am Donnerstagabend mit rund 80 Interessierte, fast alle FCK-Freunde, rappelvoll war, zeigt: Neben der immer noch tollen Arbeit im Jugendfußball sind die Fans das, was den in den vergangenen Jahren dauerkranken Roten Teufeln Hoffnung geben kann. Der Waldseer Fanclub hat das Haus in der Mörschstraße, für das das Rote Kreuz keine Verwendung mehr hatte, für wenig Geld gekauft und es in Eigenregie zu seinem Vereinsheim ausgebaut. Mit ganz viel Engagement und viel Liebe zum FCK. Sich für die seit Jahren in Finanznöten steckenden Lauterer einsetzen, etwas machen und nicht nur davon reden, das hat sich die Zukunftsinitiative FCK auf die Fahnen geschrieben. In ihr ist die 2017 gegründete Südpfalzinitiative mittlerweile aufgegangen.


Weit über 100.000 Euro an Werbeerlösen und Spenden hat das ehrenamtliche Engagement der Fan-Initiative dem FCK seit 2017 gebracht, bestätigte Michael Klatt, der kaufmännische Geschäftsführer der Lauterer, telefonisch. „Dieses Engagement von Fans gibt uns jeden Tag viel Rückenwind und Kraft für Extra-Meilen.“


Klatt erwähnte dabei neben der Zukunftsinitiative Frieder Mathis mit seiner Gruppe „Wir sind Betze“ und deren Aktionen zugunsten des Kontos des Drittligisten. „Wir machen das, weil wir den FCK lieben“, betonte Mathis in Waldsee. Der Unternehmensberater aus Biblis ist mit seiner Facebook-Gruppe selbst „Basis-Partner“ des FCK. Diese Form des Kleinsponsoring hat die Initiative mit dem Klub und seinem Vermarkter Lagardère, der bei jedem Abschluss mitverdient, erarbeitet: Für jährlich 1900 Euro netto (aktuell 1100 Euro netto für die Restsaison) kann man rund um den FCK und seine Spiele Werbung für seine Firma machen. Das tut längst auch Kfz-Meister Gero Scira mit seinem Schifferstadter Betrieb. Der rührige 36-Jährige ist ein Aktivposten der Initiative. Er lädt zu der Unternehmerabend-Reihe ein, die am 7. Februar in Waldfischbach-Burgalben fortgesetzt wird (fck-partner.de). „Das regionale Bett sukzessive erweitern“, beschrieb der Südpfälzer Paul Wüst das Ziel der Initiative. Der Unternehmensberater ist deren Mitbegründer und seit 13 Monaten auch stellvertretender FCK-Aufsichtsratschef. „Wenn ein größerer Investor sieht: Da steht eine Region dahinter, dann macht das den FCK auch für ihn interessanter.“


Den berechtigten Einwand des Sportmanagers Joachim Seufert, es sei beim FCK beileibe „nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen“, konterte Zoltan Toth von der Zukunftsinitiative: „Wir halten uns aus der Vereinspolitik raus. Wir unterstützen den FCK. Bedingungslos. Wir machen Basisarbeit.“ FCK-Marketingdirektor Klaus Drach betonte in Waldsee auf Nachfrage, ihn motiviere die Hilfe für ihn und Lagardère bei der Akquise sehr. „Das sind Bekenner. Wenn sie den FCK anpreisen, ist es etwas anderes, als wenn wir uns selbst anpreisen.“


Der Abend hat gezeigt: Trotz aller Enttäuschungen ist der FCK für viele Pfälzer immer noch eine Herzensangelegenheit. Deswegen sind die Finanzlöcher in Millionenhöhe noch nicht gestopft, die Roten Teufel sind noch längst nicht gerettet. Aber Fans wie die Unternehmer Scira, Toth, Mathis und Co. tun das, was „Betze“-Fußballer so lange ausgezeichnet hat: Sie kämpfen. Für sich und für ihren FCK.



Quelle: Die Rheinpfalz