Seit 53 Tagen im Amt: Hildmann genießt seinen Traumjob

Trainer kommen und gehen. Die eine übernehmen Vereine für eine gute Reputation, die anderen für gutes Geld. Und Sascha Hildmann? Der tut es, weil er den 1. FC Kaiserslautern in seiner Brust trägt. "Jeder der den Verein kennt, jeder der die Stadt kennt, jeder der diesen FCK liebt, der weiß, das ist schon etwas ganz Besonderes. Und wenn du wie gestern gewinnst, dann ist es die schönste Sache", verrät Hildmann in der heutigen Flutlicht-Sendung.


Seit vier Spieltagen betreut und begleitet der gebürtige Lautrer Sascha Hildmann den aktuellen Profikader. Es war vor allem die Winterpause und das Trainingslager in Spanien, welche Hildmann im Besonderen nutzte, um die Mannschaft einzustimmen und kennen zu lernen: "Ich habe mich in erster Linie als Trainer eingebracht, ich habe versucht in die Köpfe der Spieler reinzukommen und das war eine Herausforderung". Und erst dann lassen sich schrittweise neue Wege und Richtungen einstudieren, so Hildmann. Aber nicht nur das: "Die Werte des FCK vorleben", das ist das, was "unglaublich wichtig" ist. Es wird zwar immer viel über jene Werte gesprochen, diese aber zu verkörpern und vorzuleben, das empfindet Hildmann nicht als selbstverständlich. Neben den Werten spricht Hildmann aber auch von besonderen Regeln, die in und um Kaiserslautern vorherrschen. Am Ende verbinden vor allem zwei Aspekte den Erfolg einer Mannschaft: "Das eine ist die Mentalität, das andere sind die Systeme", fasst Hildmann seine Vorgaben zusammen.


Mit Blick auf seine Philosophie verriet Sascha Hildmann, dass er einerseits sehr viele Anforderung an seine Mannschaft stellt, ihm allerdings vor allem Flexibilität und Mut wichtig seien. Eine Mannschaft müsse über die Fähigkeit verfügen, für Überraschungsmomente zu sorgen. Was viele FCK-Fans aber sicherlich auch gerne hören und auf dem Betze auch sehen wollen ist die Tatsache, dass Hildmann vor allem "zu Hause Angriffsfußball spielen" lassen will. Und wie lässt sich ein solcher Angriffsfußball umsetzen? "Die Grundtugenden wie Leidenschaft und Aggressivität müssen als erstes da sein, erst dann kommt die Grundordnung, die du als Trainer vertreten kannst. Es ist aber gleichzeitig wichtig, dass die Spieler deine Philosophie mittragen und annehmen".


Am gestrigen Samstag bewies Hildmann, dass er es mit der Förderung junger FCK-Talente ernst meint. Mit Lennart Grill und Carlo Sickinger standen zwei junge Spieler in der Startelf - und auch Toni Jonjic gab in der 83. Minute sein Profidebüt. "Das ist mutig und logisch", so Hildmann, denn "das ist schließlich der FCK. Die Jungs haben sich das verdient. Unser Ziel ist es, unsere Talente zu fördern und nach vorne zu bringen".


Doch trotz eines tollen Jahresauftakts gegen Großaspach zeigt der Blick auf die Tabelle, dass der Abstand nach unten geringer ist als der Abstand nach oben. Muss sich der FCK demnach mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen? "Wir gucken natürlich in beide Richtungen. Und als Trainer bin ich dazu auch verpflichtet . Wir wollen aber jedes Spiel gewinnen, und dann sehen wir wo die Reise hingeht. Noch ist vieles möglich, aber wir sind natürlich gut beraten von Spiel zu Spiel zu denken", so Hildmann im Flutlicht-Studio.


Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Roten Teufel zumindest auf der menschlichen Ebene mit Sascha Hildmann ein Traumlos gezogen haben. Ob es auch sportlich für einen kontinuierlichen und erfolgreichen Neuaufbau reichen wird, das wird zu diesem Zeitpunkt niemand adäquat einschätzen können. Doch die Chancen stehen gut. Es wäre so viel Balsam für die geschundene FCK-Seele. Drücken wir Sascha Hildmann die Daumen.


Quelle: Treffpunkt Betze