#FCKHFC: "Gnadenlos nachjagen"

Am kommenden Samstag (14 Uhr) empfangen die Roten Teufel den Halleschen FC auf dem heimischen Betzenberg. Mit sieben Siegen, sieben Unentschieden und acht Niederlagen hängt der FCK seinem zu Ligabeginn ausgegebenen Saisonziel meilenweit hinterher. Vor allem die eklatanten Schwächen in der Lautrer Offensivbewegung stehen am Samstag wieder einmal auf dem Prüfstand.


Was war das für ein fulminanter Start die Rückrunde. Mit 2:0 zwang der FCK Hildmanns ehemaligen Verein Großaspach in die Knie – und dieser Sieg hätte deutlich höher ausfallen müssen. Nur eine Woche später beim Auswärtsspiel in Münster zeigten die Roten Teufel ein gänzlich anderer Gesicht. Zwei Mal ließ sich der FCK in einfacher Manier auskontern, und vorne drin fehlten Präzision, Entschlossenheit und Qualität. „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, räumte auch FCK-Chefcoach Sascha Hildmann ein. Rein pragmatisch betrachtet lässt sich diese Saison im Sinne des Wiederaufstiegs locker abhaken. Was bleibt ist die Hoffnung auf die Lizenz für ein weiteres Jahr in Liga 3, und damit verbunden die Weiterentwicklung dieser noch jungen Mannschaft in den verbleibenden Ligaspielen.

Die Lage vor dem Spiel

Unter der Führung von Sascha Hildmann ist der FCK mit der Dreier- und Viererkette taktisch variabler geworden. Das Spiel ist weniger durchlässig und für den Gegner schwieriger auszumachen. Auch den Defensivverbund konnte Hildmann stärken, schließlich hat der FCK in den fünf Spielen unter dem neuen Trainer drei Mal zu Null gespielt. Trotz dieser Steigerungen kennzeichnet die wöchentlichen Leistungen aber vor allem eins, nämlich die fehlende Kontinuität. "Das ist in der Tat ein Problem. Wenn ich andere Mannschaften sehe, die in der letzten Minute noch ein Spiel gewinnen, so weit sind wir noch nicht. Dahin müssen wir auch kommen", beschreibt Hildmann den aktuellen Weiterentwicklungsbedarf.


Der Hallesche FC wiederum hat sich mit starken und konstanten Leistungen auf den dritten Tabellenrang vorgekämpft. Vor allem auswärts nimmt der ostdeutsche Klub regelmäßig drei Punkte mit nach Hause. In 11 Auswärtspartien holte die Mannschaft von Trainer Torsten Ziegner bisher sieben Siege und ein Remis.

Unsere Roten Teufel

Ein wenig lichtet sich das Lautrer Lazarett allmählich. Kevin Kraus und Hendrick Zuck kehrten in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurück, beide sind für Samstag also definitiv eine Option. Gedulden muss sich weiterhin Mittelfeldspieler Mads Albaek, der sich nach seinem Muskelfaserriss weiterhin im Aufbautraining befindet. Gute und schlechte Neuigkeiten gab es in dieser Woche indes von den langzeitverletzten Spielern. Dylan Esmel trainiert demnächst wieder mit der Mannschaft, Flavius Botiseriu ist auf einem guten Weg. Eher düster sieht es allerdings bei Lukas Spalvis aus, der während seiner Reha einen Rückschlag erlitten hat.


Es ist davon auszugehen, dass Sascha Hildmann auch gegen Halle auf eine offensive Spielausrichtung im 3-4-3 setzt: „Also da ist vieles möglich und noch vieles offen. Am Samstag ist mein Favorit wahrscheinlich wieder die Dreierkette, aber wir werden sehen, das kann sich auch manchmal noch sehr schnell ändern", so Hildmann.

Unser Gegner

Hinter den Einsätzen von Jan Washausen (Wadenprobleme) und Braydon Manu (Erkältung) stehen derzeit noch größere Fragezeichen. Ansonsten gab Lauterns ehemaliger Mittelfeldspieler Christian Tiffert letzte Woche sein Debüt im Halle-Trikot. Kurz vor Ende der Transferperiode gab Halle Tifferts Rückkehr zu seinem Heimatverein bekannt. Tiffert selbst ist in Halle geboren und hat viele Jahre in den dortigen Jugendmannschaften verbracht.

Daten, Fakten, Statistiken

  • Der Hallesche FC spielt in seiner Vereinsgeschichte erst zum zweiten Mal auf dem Betze
  • Im Offensivvergleich liegt Halle lediglich mit nur einem Tor vorne (Halle 26, FCK 25), und dennoch trennen beide Vereine derzeit 12 Punkte
  • Die Defensive der Hallenser ist das diesjährige Prunkstück – erst 19 Gegentreffer kassierte Ziegners Mannschaft: Nur Osnabrück ist besser
  • Beide Vereine trafen erst zwei Mal aufeinander. Beide Spiele gingen zu Gunsten des Ostklubs aus (4:3 n.V. in der ersten Pokalrunde 2016, 2:0 im Hinspiel)

Stimmen zum Spiel

FCK-Chefcoach Hildmann: "Halle hat im Moment einen richtig guten Lauf, sie haben sich gefunden, sind eine Einheit auf dem Platz. Sie spielen ein ähnliches System wie wir, oft ein 3-5-2 und sind so in der Defensive sehr kompakt. Dazu haben sie ein wahnsinnig schnelles Umschaltspiel, mit Spielern wie Braydon Manu links, sowie Ajani rechts. Dazu kommt vorne noch ein Patrick Sohm, den ich aus Großaspach noch gut kenne. Für uns wird es ganz wichtig sein, dagegen zu halten, wieder die Aggressivität in unserem Stadion zu zeigen, die uns gegen Großaspach so stark gemacht hat".


Halle-Chefcoach Ziegner: „Dass wir gegen einen Verein mit der Reputation des 1. FC Kaiserslautern spielen dürfen, liegt weniger an uns als am Gegner, der wohl eher nicht aus freien Stücken in der 3. Liga gelandet ist. Die Vorfreude ist groß. Das Fritz Walter-Stadion war WM-Austragungsort 2006, das wissen natürlich die Spieler. Auch dass dort schon Deutsche Meisterschaften gefeiert wurden. Doch am Sonnabend um 14 Uhr spielen all diese nostalgischen Attribute keine Rolle. Wir fahren dort hin, um als Mannschaft zu bestehen und im Idealfall zu gewinnen“.

Voraussichtliche Aufstellung

Grill – Kraus, Sickinger, Hainault – Löhmannsröben, Bergmann, Schad, Sternberg – Hemlein, Kühlwetter, Thiele

Faninfos

Für das Spiel am Samstag wurden bisher 16.550 Tickets verkauft. Der Südwestdeutsche Rundfunk überträgt die Partie gegen Halle live und kostenlos.


Quelle: Treffpunkt Betze