Kommentar: Mittelmaß bestätigt

Nach der Niederlage in Münster haben sich die Roten Teufel für den gestrigen 23. Spieltag einiges vorgenommen. Vor allem sollte auf dem Betze wieder das "Heimgesicht" zu sehen sein. "Aggressiv zu Werken gehen, defensiv konzentriert sein, Zweikämpfe und jedem Ball gnadenlos nachjagen", lautete Hildmanns deutliche Marschrichtung für das Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Halle. Die Hallenser wiederum kamen mit richtig viel Rückenwind und breiter Brust in die Pfalz, schließlich hatte die Mannschaft von Trainer Ziegner in den letzten Wochen einen richtigen Lauf. Und diesen Premieren-Besuch auf dem Betzenberg haben sich über 1.500 mitgereiste Hallenser Fans nicht nehmen lassen.


FCK-Chefcoach Sascha Hildmann brachte drei neue Spieler und stellte auf insgesamt vier Positionen um, und wirkte dadurch zumindest auf dem Papier etwas defensiver ausgerichtet. Janek Sternberg rückte für Florian Pick in die Startelf, Kevin Kraus durfte nach seiner Verletzung wieder in der Innenverteidigung ran und Christian Kühlwetter musste erst einmal von draußen zu sehen - stattdessen rückte Julius Biada nach guten Trainingsleistungen in die Startelf. Carlo Sickinger übernahm Bergmanns Part auf der Doppel-6 neben Jan Löhmannsröben.


Die Gäste drückten zu Beginn des Spiels vehement auf das Pressing-Gaspedal, womit die Männer in Rot in den Anfangsminuten überhaupt nicht zurecht kamen. Insgesamt passierten besonders in der Zentrale zu viele und zu leichte Abspielfehler. Da war doch da: Auch nach dem Spiel in Münster resümierte Hildmann die Niederlage mit "wir haben zu viele Fehler gemacht". Es dauerte lange, bis sich die Mannschaft von Hildmann auf das aggressive Auftreten der Hallenser einstellen und auch stabiler aufspielen konnte. In der ersten Halbzeit gab es beinahe folgerichtig genau eine Möglichkeit für den FCK. Nach einer Freistoßhereingabe setzte sich Löhmannsröben im Luftzweikampf durch, blieb jedoch glücklos, da die gegnerische Abwehr den Ball noch von der Linie kratzte. Ab der 35. Minute gestaltete sich das Spiel dann mehr in beide Richtungen, die Roten Teufel nahmen Zweikämpfe und aggressive Grundtugenden besser an. Die Zuschauer sahen zunehmend einen offenen Schlagabtausch, vor allem zwischen den Boxen. Doch wirklich gefährlich in den 16er drangen nur die Gäste ein.


Zur Halbzeit dann ein etwas glückliches 0:0 für Lautern. Halle hatte durch Bahn und Fetsch zwei gute Einschussmöglichkeiten.


Die zweite Halbzeit begannen die Roten Teufel offensiver und stärker - immer wieder suchte der FCK den Weg nach vorne und erspielte sich dadurch einige wenige Torchancen. Beinahe sinnbildlich für Lauterns derzeitige Mittelmäßigkeit ist Stürmer Timmy Thiele. Zu häufig fehlen ihm Präzision und Durchschlagskraft, er rackert sich zwar ab, bleibt aber meist glücklos. Doch allein verantwortlich für die Offensivmisere ist Thiele aber gewiss nicht. Der Mannschaft gelingt es nur selten, Thiele so in Stellung zu bringen, dass er sich im Laufduell durchsetzt und frei stehend vor dem gegnerischen Torwart zum Abschluss kommen kann. Thiele ist und bleibt kein Stürmer, der in der Box lauert.


Der FCK steht momentan zurecht da, wo er nun mal steht. Es fehlt derweilen immer noch an kreativen Ideen, ein Abwehrbollwerk zu knacken. Es fehlt Tempo im Vorwärtsgang und es fehlt ein Torjäger, der auch mal über das notwendige Glück verfügt, aus dem nichts zu treffen. So pendeln sich die Roten Teufel zwischen gut und böse im Tabellenniemandsland der 3. Liga ein.


Diese Mannschaft wird es schaffen die Klasse gut zu halten, wird aber keine Chance mehr im Kampf um den Relegationsplatz haben. Da müsste schon eine Serie gestartet werden, aber bei aller Liebe - dieses Vertrauen habe ich nicht in diese Mannschaft.


Quelle: Treffpunkt Betze