Doppelpacker Kühlwetter auf der Strafbank

Jena, seit Wochen in einer Abwärtsspirale, begann überraschend couragiert. Bei einer scharfen Eingabe von René Eckardt zeigte Lennart Grill mit dem nach vorne abgewehrten Ball eine Unsicherheit (3.). Glück dann für den FC Carl Zeiss, Pech für den FCK, dass Carlo Sickinger in der 17. Minute mit seinem Schuss aus 17 Metern am Pfosten scheiterte.


In der 26. Minute wurde die Lauterer Dreierkette ausgehebelt. Rechts ließen Dominik Schad und Kevin Kraus das Territorium verwaisen, Sickinger rückte notgedrungen aus dem Zentrum, Justin Gerlach bediente clever Phillip Tietz, gegen den Hainault zu spät kam – 0:1.


„Jena ist hier sehr gut aufgetreten“, räumte FCK-Coach Sascha Hildmann Startschwierigkeiten seiner Mannschaft ein, die bis zur Pause 8:2 Ecken und 8:2 Chancen erarbeitete. Jan Löhmannsröben, gut in der Balleroberung, nicht immer passsicher, lieferte die Flanke, die Timmy Thiele per Kopf für Christian Kühlwetter verlängerte. Der sorgte für den 1:1-Pausenstand (34.). Für das 2:1 bürgte Mads Albaek bei seinem Comeback per Foulelfmeter (54.) nach Pierre Fassnachts Tritt gegen den dribbelstarken Toni Jonjic. Den letzten Elfer hatte Janek Sternberg verschossen, diesmal traf Albaek, der Kollege Kraus überzeugte, ihm den Ball zu überlassen. „Ich habe Kevin gesagt, dass ich mich sicher fühle“, sagte Albaek, der seine Mannschaft in der Schlussphase verkrampfen sah. „Das ist bei uns nach den vielen späten Gegentoren ein bisschen Kopfsache“, entschuldigte Albaek die kollektive Hektik.


Toni Jonjic schied nach 63 Minuten aus. „Ich bin umgeknickt. Hoffentlich ist nichts am Band. Aber Hauptsache gewonnen“, sagte der 19-Jährige, für den gegen Braunschweig Christoph Hemlein starten könnte, der gestern Gelb auf der Ersatzbank sah. Hemlein hatte nach dem 0:1 heftig Abseits reklamiert.


Ausgetauscht werden musste wie Jonjic auch der angeschlagene Sickinger, der eine prima Leistung ablieferte, mit einem raffinierten Freistoß an Torhüter Raphael Koczor scheiterte (38.). „Ich war am Mittwoch und Donnerstag krank und daher wohl noch nicht ganz auf der Höhe, hatte später Krämpfe“, sagte Sickinger. Für einen Einsatz am Mittwoch aber könnte es reichen.


„Schlechtes Spiel – gutes Ergebnis“, befand Michael Klatt, der kaufmännische Geschäftsführer, nach dem Arbeitssieg, der am Ende ein klarer war. Kühlwetter nach einem feinen Pass von Dominik Schad mit seinem achten Saisontor zum 3:1 (86.) und Florian Pick nach Doppelpass mit Theo Bergmann mit einem raffinierten Schuss ins lange Eck zum 4:1 (88.) machten klar Schiff.


Kühlwetter sah nach einem Zwist mit Jenas Dennis Slamar seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. „Schade. Flutlicht – da hätte ich gerne weitergemacht. Mach’ ich halt am Samstag weiter“, sagte der Torjäger. Florian Pick, der 26 Spieltage dem persönlichen Erfolgserlebnis nachjagte, war einfach glücklich: „Das war spontan. Es ist das Beste, wenn ich nicht nachdenke ...“


1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus, Sickinger (71. Gottwalt), Hainault - Schad, Albaek, Löhmannsröben (83. Bergmann), Sternberg - Jonjic (63. Pick), Kühlwetter, Thiele

FC Carl Zeiss Jena: Koczor - Bock (71. Slamar), Grösch, Volkmer, Fassnacht (71. Florian Brügmann) - Schau (80. Felix Brügmann), Kübler - Starke, Eckardt, Gerlach - Tietz

Tore: 0:1 Tietz (26.), 1:1 Kühlwetter (34.), 2:1 Albaek (54., Foulelfmeter), 3:1 Kühlwetter (86.), 4:1 Pick (88.)

Gelbe Karten: Hemlein (6), Kühlwetter (5) - Slamar (8), Koczor (3)

Beste Spieler: Sickinger, Kühlwetter. Jonjic - Starke, Gerlach

Zuschauer: 18.288

Schiedsrichter: Bokop (Vechta).