„Berger“ am Regiepult

Botschaft verstanden: Theo Bergmann darf beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern erstmals seit acht Wochen wieder von Beginn an ran. Heute (19 Uhr) ist der seit elf Spielen sieglose KFC Uerdingen in der Duisburger Arena Gastgeber der Roten Teufel. Der Zehnte empfängt den Neunten.


Mal wieder ist ein Interview am Rande einer Drittliga-Partie in den sozialen Netzwerken fleißig geteilt worden, ähnlich wie die „Cornflakes“-Sequenz von FCK-Profi Jan Löhmannsröben im vorigen September in Zwickau. In der Halbzeitpause der Partie der Uerdinger am Samstag in Jena, die schließlich 0:0 endete, briet Geschäftsführer Nikolas Weinhart seiner Mannschaft verbal eins über. „Ich glaube, den Scheiß kann man sich kaum antun“, sagte er mit Blick auf die schwache Partie beider Teams. Jeder beim KFC müsse zeigen, warum er Fußball spiele: „Weil ich Spaß am Fußball haben möchte und weil ich erfolgreich sein möchte“, sagte Weinhart weiter bei „Magenta TV“.


„Ich kann mir vorstellen, dass die Uerdinger durch die Brandrede ihres Managers noch mal motiviert wurden“, meinte FCK-Trainer Sascha Hildmann mit Blick auf den Gegner. „Ich glaube, dass sie sich gegen uns zeigen wollen“, sagte der 46-Jährige. „Deshalb müssen wir von Anfang an voll da sein, dürfen nicht erst mal 20 Minuten brauchen, um ins Spiel zu finden.“ Offensiv spielen, agieren, das soll sein Team auch heute auf dem neuen Rasen in der Duisburger Arena tun, dem Ausweichquartier des KFC. Seine Kreativität und Offensivqualitäten soll auch Bergmann, ein feiner Techniker, einbringen. Dafür ist ein Systemwechsel der Lauterer von 3-4-3 auf 3-5-2 wahrscheinlich, die zusätzliche Position im zentralen Mittelfeld wird dann Bergmann bekleiden.


Nach dem 0:2 in Münster, Bergmann wurde zur Pause ausgetauscht, war er vier Wochen außen vor, zweimal gar nicht im Kader. In den letzten vier Spielen kam der Mann mit der Nummer 16 von der Bank. „Die letzte Zeit war nicht einfach für mich, ich weiß aber mit solchen Situationen umzugehen“, sagte der 22-Jährige, der versuchte, sich im Training durch Engagement und Leistung neu anzubieten. „Das ist ihm gelungen“, lobte der Trainer: „Theo ist ein junger Spieler, der auch bei den Einwechslungen gezeigt hat, dass er die Zweikämpfe annimmt, dass er die Kritik auch beherzigt hat.“


„Ich kann mehrere Positionen spielen – Sechs, Acht oder auch auf der Zehn“, sagte Bergmann. Als Zehner soll er heute auch für das Zubrot der Angreifer Christian Kühlwetter und Timmy Thiele sorgen, die Flügelstürmer einsetzen. „Ich muss versuchen, auch selbst zum Abschluss zu kommen “, betonte Bergmann.


Auch Löhmannsröben, den Hildmann zuletzt zweimal zuschauen ließ, ist wieder ein Top-Kandidat für die erste Elf. Er könnte mit Mads Albaek die Doppel-Sechs bilden. Die Hausaufgaben, die die Lauterer auch beim jüngsten 1:3 gegen den VfL Osnabrück mit auf den Weg bekommen haben, haben Team und Trainer registriert. „Wir müssen uns bei Standards zwingend verbessern, hinten und vorne, wir müssen auch bei Standards mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor ausstrahlen “, betonte Hildmann. Da ist auch Theo Bergmann gefragt – als Standardschütze. Vielleicht kann es „Berger“ richten ...


KFC Uerdingen: Benz - Großkreutz, Maroh, Lukimya, Dorda - Pflücke, Matuschyk - Beister, Aigner, Rodriguez (Osawe) - Grimaldi

Es fehlen: Daube (Patellasehnenblessur), Ibrahimaj (Sehnenabriss im Oberschenkel), Udegbe (Schulter-OP), Vollath (Innenbandriss)

1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus, Sickinger, Hainault - Löhmannsröben, Albaek - Schad, Bergmann, Sternberg (Pick) - Thiele, Kühlwetter

Ersatz: Hesl, Gottwalt, Fechner, Hemlein, Zuck, Huth

Es fehlen: Dick (Knöchelverletzung), Esmel (Kreuzbandriss), Jonjic (Außenbandriss), Spalvis (Knorpelschaden)

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Hinrunde: 0:2.