Kunstschütze Kobylanski schockt Lautern

Die Preußen wissen, wie’s auswärts geht. Gestern war sofort zu sehen, wieso die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen zum Start 4:1 bei Fortuna Köln gewonnen hat. Philipp Hoffmann, der aus Thallichtenberg bei Kusel stammt, belebt seit drei Jahren in Münster den rechten Flügel. Seine erste gute Flanke sorgte für Gefahr, in den Folgeminuten setzte der dynamische Angreifer André Hainault mächtig zu.


Auch auf der Gegenseite kam die Gefahr von rechts: Christoph Hemlein lief, grätschte, flankte, brach in den Strafraum ein. Klasse sein weiter Flankenschlag, den Hendrick Zuck erfolglos direkt zu veredeln versuchte (10.). Nach Zucks zweiter Ecke von rechts verpassten Hainault und Mads Albaek das Führungstor (21.). Hemlein selbst war später nah dran am 2:0, Oliver Schnitzler parierte (70.).


Timmy Thiele, für Lukas Spalvis gestartet, rackerte in der Spitze, blieb aber ohne Torabschluss. Augenscheinlich auch im dritten Saisonspiel, dass die Lauterer aus dem offensiven Mittelfeld heraus zu wenig Torgefahr verbreiten. Ein feines Solo des früh verwarnten Julius Biada endete mit einer Flanke ins Niemandsland (35.). Er kann es besser.


Nach 45 Minuten war Spalvis’ Schonung vorbei. Er löste Biada ab und legte die Kugel sechs Minuten später nach Florian Dicks Einwurf ab, Kevin Kraus traf aus 18 Metern – 1:0. Fortan war Spalvis viel zu passiv.


Die Antwort der Preußen kam postwendend, fast fiel der Ausgleich durch Niklas Heidemann. Gäbe es auch in der Dritten Liga den Videobeweis, in der 67. Minute wäre wohl ein Handelfmeter gepfiffen worden, als Dick am Boden liegend den Ball, den Rühle spielte, an die Hand bekam. Obwohl Dick später betonte, „keine aktive Bewegung mit der Hand zum Ball gemacht“ zu haben.


In der 72. Minute musste der nach schwachem Start sehr souveräne Hainault, vom Ellbogen Dadashovs getroffen, vom Platz. „Die Nase ist sicher gebrochen, ich hoffe, dass es nicht auch noch das Jochbein ist“, sagte FCK-Trainer Michael Frontzeck. Zwei Minuten später nach einem Fechner-Ballverlust und Fechner-Foul Freistoß aus 17 Metern: Martin Kobylanskis Freistoß parierte Jan-Ole Sievers im Flug, der abgewehrte Ball landete bei Fabian Menig – 1:1. „Da haben wir gepennt. Ole hält den Ball sensationell“, sagte Innenverteidiger Kevin Kraus. Kobylanski entschied die Partie in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit einem direkt verwandelten Freistoß. „Unhaltbar“, urteilte Frontzeck.


„Die beiden Freistöße waren überragend getreten“, meinte FCK-Kapitän Dick, „das muss man anerkennen. Wir müssen vermeiden, dass es zu solchen Freistoßgelegenheiten kommt, das ist das Entscheidende.“ So argumentierte auch FCK-Torschütze Kraus: „Wir hätten die Situationen, die zu den Standards führten, vorher bereinigen müssen.“ Der Innenverteidiger, der stark spielte, monierte die Schwäche bei Kontern des Gegners. „Wir haben in allen Mannschaftsteilen, in allen Regionen auf dem Platz noch Nachholbedarf“, meinte Timmy Thiele, „die zwei Standards waren absolut unnötig – eine wahnsinnig bittere Niederlage.“ Die letzte Chance zum Ausgleich vergab Mittelfeldspieler Mads Albaek (90.+4) für die offensiv zu ineffizienten Lauterer.


Mann des Abends war der eingewechselte Kunstschütze Kobylanski, zunächst aus taktischen Gründen auf der Bank. „Ich übe Freistöße, das hat sich ausgezahlt“, sagte die Nummer 10 des SC Preußen. Sein glücklicher Trainer freute sich auf eine Heimfahrt mit „Siegerbierchen“.




So spielten sie


1. FC Kaiserslautern: Sievers - Dick, Kraus, Hainault (72. Özdemir), Sternberg - Hemlein, Fechner, Albaek, Zuck - Thiele (84. Huth), Biada (46. Spalvis)


Preußen Münster: Schnitzler - Menig, Kittner, Scherder, Borgmann - Pires-Rodrigues, Braun (68. Kobylanski) - Klingenburg, Heidemann - Hoffmann (63. Rühle), Warschewski (63. Dadashov)


Tore: 1:0 Kraus (51.), 1:1 Menig (74.) , 1:2 Kobylanski (90. +2)


Gelbe Karten: Biada, Fechner, Spalvis, Sternberg - Borgmann, Heidemann, Schnitzler, Pires-Rodrigues


Beste Spieler: Kraus, Hemlein - Kobylanski, Menig


Zuschauer: 22.881


Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach).

    Kommentare 4

    • Was sind denn die Zeichen der Zeit?

    • Die Noten sind wohlwollend.

    • Nach einer Nacht drüber schlafen komme ich für mich zu folgender Erkenntnis.

      Es ist nicht alles schlecht aber vieles verbesserungswürdig.

      Vorne fehlt mir der Biss, da wird zu viel hin und her gespielt, keiner hat den Schneid mal ab zu ziehen. Die Bälle aus dem Mittelfeld viel zu unpräzise.

      Die äußeren Bedingungen ( Hitze) lasse ich nicht als Ausrede zu, die hatten die Münsteraner auch und mussten noch einen Rückstand aufholen.

      Aber Freunde, jetzt schon wieder alles schlecht reden und sogar den Trainer in Frage stellen ist falsch.

      Das sich bei einer neu formierten Mannschaft Höhen und Tiefen ergeben sollte jedem klar sein, das wir noch das ein oder andere Spiel das wir eigentlich gewinnen müssten abgeben ist auch klar.

      Mit ein wenig Glück könnten wir heute mit 9 Punkten von der Tabellenspitze winken, so sind es 4 und wir hängen vorerst im Mittelfeld der Liga. Das kann sich aber schnell ändern, allerdings wie oben schon erwähnt muss an vielen Dingen noch gearbeitet werden damit die Stellschrauben in der Mannschaft richtig justiert sind.

      • Zitat

        Aber Freunde, jetzt schon wieder alles schlecht reden und sogar den Trainer in Frage stellen ist falsch.

        Wir hoffen seit 1998 dass es besser wird.... Baader sollte dringend die Zeichen der Zeit erkennen.