„Lö“ freut sich auf seine Patenkinder

Einen gefährlichen Gegner erwartet Sascha Hildmann, der Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Der VfR Aalen kommt wohl als Tabellenletzter ins Fritz-Walter-Stadion, hat die letzten vier Spiele aber nicht verloren und mit dem 3:0-Sieg in Karlsruhe ein Ausrufezeichen gesetzt. „Die stehen mit dem Rücken zur Wand“, betont der Coach, weiß aber auch um die individuelle Qualität von Spielern wie Schoppenhauer, Fennell, Andrist, Sessa oder auch Morys und Winter-Zugang Sliskovic.


Beim FCK, der in der Tabelle im gesicherten Mittelfeld steht, ist der 19 Jahre junge Flügelflitzer Toni Jonjic noch nicht dabei, der gestern intensiv Schnelligkeits- Ausdauerübungen mit Fitnesscoach Bastian Becker absolvierte. „Toni soll nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen“, sagt Hildmann, der weiter auf ein 3-5-2-System setzt.


Mit dieser Grundordnung haben die Roten Teufel am vorigen Freitag 4:2 beim KFC Uerdingen gewonnen und dabei mit die beste Leistung in dieser Saison gezeigt. Gegenüber dem dürren 2:1 am Mittwoch gegen Sechstligist FV Dudenhofen werden die im Verbandspokal-Halbfinale geschonten Kevin Kraus, Dominik Schad und Timmy Thiele heute in die Startelf zurückkehren. Der FCK-Coach sieht die Aalener als gut und schnell nach vorne umschaltende Mannschaft. Die richtige Mischung aus Vorsicht und Risiko – das wird auch heute das Rezept zum Erfolg sein. „Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte haben wir uns meist schwer getan“, erinnert und warnt Jan Löhmannsröben, der nach dem „sehr guten Spiel gegen Uerdingen“ eine „tückische Erwartungshaltung“ im Umfeld keimen sieht. „Nach einem guten Spiel hatten wir immer wieder ein Scheißspiel ... “, sieht Löhmannsröben sich und seine Mannschaftskameraden vor Aalen gewarnt.


Die Einlaufkinder kommen heute von der SG Kerzenheim/Ebertsheim und aus dem SOS-Kinderdorf in Eisenberg. „Ich freu’ mich, dass das geklappt hat. Ich bin ja Pate im Kinderdorf – vielleicht bringen sie uns Glück“, sagt Löhmannsröben, der sich beim Sieg gegen die Uerdinger mächtig freute, dass sein Spezi Timmy Thiele seinen Pass zum 3:1 veredelte.


Der Vertrag Löhmannsröbens endet am 30. Juni – bei Aufstieg hätte sich der Kontrakt automatisch verlängert. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, betont Löhmannsröben, der es genießt, vor großer Kulisse aufzutreten. „Ich spiele Fußball, um zu spielen“, sagt der 27-Jährige unaufgeregt: „Was kommt kommt, was nicht kommt, kommt nicht ...“


„Ich habe großen Respekt vor dem, was die Leute hier leisten“, sagt Löhmannsröben und weiß, dass Lizenzierung und Sponsorensuche Vorrang haben. „Ich kann mich mit guten Spielen und mit Einsatzbereitschaft empfehlen“, sagt der Mittelfeldmotor. „Ich weiß, was ich möchte. Das muss ich mit Leistung bestätigen.“


Einen Konflikt mit dem Trainer sieht der Profi ausgeräumt. Nachdem er im Heimspiel gegen Braunschweig ausgewechselt worden war, hatte Löhmannsröben dem Coach den Handschlag verweigert und im nächsten Spiel eine Denkpause verordnet bekommen. „Ich bin ein impulsiver Mensch. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe und hab’ mich auch entschuldigt“, sagt der zweikampfstarke Profi. „Herr Hildmann macht eine guten Job. Wir kommen ja auch gut miteinander aus, er ist ja auch ein Spaßvogel – und man weiß ja auch, wie das bei mir so ist ...“


16.106 Karten hat der FCK für die Partie gegen den Gast von der schwäbischen Ostalb bis gestern Mittag verkauft. Ein Heimsieg heute – für Hildmann wäre das ein schönes Geschenk zu seinem 47. Geburtstag, den er dann morgen gut gelaunt feiern könnte.


1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus, Sickinger, Hainault - Löhmannsröben, Albaek - Schad, Bergmann, Pick - Thiele, Kühlwetter

Ersatz: Hesl, Gottwalt, Sternberg, Fechner, Zuck, Hemlein, Huth

Es fehlen: Esmel (Kreuzbandriss), Dick (Knöchelverletzung), Jonjic (Trainingsrückstand), Spalvis (Knorpelschaden)


VfR Aalen: Bernhardt - Ristl, Schoppenhauer, Rehfeldt, Funk - Fennell, Geyer - Andrist, Sessa, Morys - Sliskovic


Schiedsrichter: Lossius (Bonn)


Hinrunde: 2:1.


Die Rheinpfalz