Pokalkracher gegen Mainz: "Respekt so klein wie möglich halten"

Nach über sieben Jahren kommt es am kommenden Samstag (10. August, 15:30 Uhr) bei der Erstrunden-Partie im DFB-Pokal mal wieder zu einem 'rheinland-pfälzischen Duell' zwischen den Roten Teufeln und dem FSV Mainz 05. Der DFB-Pokal, laut Stuttgarts Trainer Tim Walter ist es "der schnellste Weg nach Europa", laut den Kollegen vom SWR ist es für den FCK erst einmal nur ein Bonusspiel. Da kann man doch eigentlich nur gewinnen, oder?

Hildmann: "Die Mainzer sind klarer Favorit"

Fünf Punkte aus vier Ligaspielen, das ist der derzeitige Alltag des pfälzischen Traditionsvereins. Da kommt ein solch brisantes Duell wie am Samstag doch gerade recht. Erwartet wird auf dem Betzenberg ein volles Haus, bereits letzte Woche hatte der Verein über 30.000 Karten abgesetzt, darunter bis zu 6.000 Fans aus Mainz. Für eine gute, lautstarke und leidenschaftliche Stimmung wird auf den Rängen also gesorgt sein. Auch FCK-Cheftrainer Sascha Hildmann äußert im Vorfeld seine Vorfreude: "Für uns ist das eine tolle Sache, die Bude wird voll sein, es wird eine gute Stimmung herrschen und wir werden uns mit allem wehren was wir haben". Doch trotz der Vorfreude und einem vollen Betzenberg trifft der FCK am Samstag als Drittligist auf einen Erstligisten. Für Sascha Hildmann sind die Mainzer glasklarer Favorit. Kann man die Mainzer trotzdem schlagen? "Bei solch einem Erstligisten ist der Respekt natürlich groß. Wir müssen versuchen, diesen Respekt so klein wie möglich zu halten. Und dann aber auch mutig zu sein und zu kombinieren", so Hildmann im Gespräch mit dem SWR. Und auch personell wird Hildmann hoffentlich wieder mehrere Optionen haben. Theo Bergmann könnte ein möglicher Startelf-Kandidat sein, sollte Christian Kühlwetter weiterhin krankheitsbedingt fehlen. Das Trainerteam hofft allerdings auch auf einen ersten Einsatz von Neuzugang Simon Skarladitis, der die Sommervorbereitung aufgrund eines Haarrisses im Knie weitestgehend verpasste.

Die Mutter aller "Rheinland-Pfalz-Derbys": Brisante Duelle und eine nichtssagende Statistik

Auch wenn die regelmäßigen Begegnungen mit den 05ern inzwischen einige Jahre her sind und das Duell am Samstag nicht mal im Ansatz mit dem letzten Duell aus dem Jahr 2012 vergleichbar ist, ein Blick auf die Statistiken der Vergangenheit lohnt sich immer: In der Gesamtbilanz (23 Duelle) liegen die Roten Teufel mit neun Siegen und sieben Remis gegenüber sieben Niederlagen leicht vorne. Ein ähnliches Ergebnis zeigt auch die Heimbilanz: Fünf der insgesamt 11 Begegnungen entschied der FCK für sich, dem gegenüber stehen drei Remis und drei Mainzer Siege. Das letzte Heimspiel (17. September 2011) entschieden die Roten Teufel mit 3:1 für sich. Damals standen auf dem Platz Spieler wie Rodnei, Amedick, Tiffert, Shechter oder Sukuta-Pasu. Lang ist's her. Die Torschützen damals waren übrigens Itay Shechter und Christian Tiffert.


Es gab in der Vergangenheit dann aber auch drei Duelle im DFB-Pokal. Die ersten beiden (1989, 2. Pokalrunde und 2001, Achtelfinale) konnte der FCK auswärts gewinnen. Die dritte und letzte Begegnung im DFB-Pokal war sicherlich eine ganz brisante, an die sich einige Fans noch gewiss erinnern können. Als Schiedsrichter Michael Weiner nach 120 Minuten zum Pfeife griff, konnte auf dem Betze wohl noch niemand so recht erahnen, welchen Verlauf das bevorstehende Elfmeterschießen nehmen wird. Nach den Führungstreffern durch Blank und Hertzsch und zwei verschossenen Elfmetern seitens der Mainzer hatte Ferydoon Zandi den Sieg auf dem Fuß. Doch dann kam etwas, was Lauterns damaliger Trainer Wolfgang Wolf als "große Sauerei" bezeichnete. Zandi trat an, sein Ball prallte von der Unterkante der Querlatte ab und kam hinter der Linie auf, doch Schiedsrichter Michael Weiner sah den Treffer nicht. "Tor ist Tor, es wäre das 3:0 gewesen", so Wolf damals im Sportstudio. Die Mainzer kamen dann zurück, Altintop und Halfar verschossen und die 05er gewannen das Spiel letztendlich mit 5:4.

Der DFB-Pokal: Eine wichtige Einnahmequelle

Der DFB-Pokal geht in diesem Jahr in seine 77. Runde, und immer wieder schreibt er dabei seine eigenen Gesetze. Er kann aber auch vor allem für die kleineren Vereine von enormer finanzieller Bedeutung sein. Denn durch die Vermarktung der TV- und Audiorechte nimmt der DFB mehrere Millionen Euro ein, die dann anteilig auf die Mannschaften, je nach dem sportlichen Abschneiden im Wettbewerb, verteilt werden. Allein in der vergangenen Saison hat der DFB 52 Millionen ausgeschüttet. In der 1. Runde gehen an die Vertreter der Landesverbände, darunter auch der FCK, ca. 165.000 Euro. Davon mussten im vergangenen jedoch 45.000 Euro an den Landesverband zurückgezahlt werden, um eine solidarische Finanzierung des Landesverbandes zu gewährleisten. Neben den Einnahmen durch die Vermarktung und die Stadiongastronomie erhält zudem jeder Verein 45 % der Einnahmen aus dem Ticketing. Ein möglicher Einzug in die zweite Pokalrunde würde den Roten Teufel sogar weitere 330.000 Euro einspielen. Es gibt also genügend Gründe für einen leidenschaftlichen und aufopferungsvollen Kampf.


Quelle: Treffpunkt Betze