Schommers: "Wir sind keine Wunderheiler"

Was dem 1. FC Kaiserslautern im ersten Drittliga-Jahr nach dem Abstieg aus der zweiten Liga nicht gelang, sollte in dieser Saison deutlich besser laufen. Martin Bader und Sascha Hildmann versprachen Investor Flavio Becca eine aufstiegsreife Mannschaft. Nach rund einem viertel der Saison läuft der FCK seinen eigenen Erwartungen wieder einmal meilenweit hinterher. Sascha Hildmann ist inzwischen Geschichte und wurde nach dem Debakel in Meppen durch Boris Schommers ersetzt. Und mit zehn Pünktchen und lediglich einem kleinen Vorsprung vor den Abstiegsrängen werden die Roten Teufel wahrscheinlich auch in dieser Saison mit dem potentiellen Aufstieg und einer Rückkehr in Liga zwei nichts zu tun haben. Die Stimmung in und um Kaiserslautern, sie ist längst nicht mehr euphorisch. Ganz im Gegenteil, Unzufriedenheit macht sich immer breiter.

Fortschritte sind bereits erkennbar

Für den neuen Trainer Boris Schommers ist die sportliche Situation wahrlich keine einfache. Es herrscht viel Druck, es herrscht eine große Unzufriedenheit, die Sehnsucht nach sportlichem Erfolg ist in Kaiserslautern inzwischen so groß wie nie zuvor. Das neue Trainergespann, bestehend aus Boris Schommers und Kevin Mc Kenna ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Doch sie probieren bereits neue Herangehensweisen und Ideen, sie setzen neue Impulse und versuchen die Mannschaft Stück für Stück weiterzuentwickeln.


Erste gute Schritte und vor allem die Bereitschaft, diesen Neubeginn anzunehmen, sieht Schommers bereits nach wenigen Tagen. Mit den zwei Pflichtspielen ist der neue Trainer durchaus zufrieden, auch wenn natürlich noch nicht alles klappt. "Wir haben gegen Magdeburg ein Standardtor kassiert. Ansonsten 90 Minuten lang zu null gespielt, was vorher nicht funktioniert hat. Daraus kann man Mut schöpfen", so der Trainer. Auch gegen Gonsenheim hat sich die Mannschaft 17:4 Torchancen erspielt. Und wenn Lucas Röser zu Beginn des Spiels seine hundertprozentigen Chancen genutzt hätte, "dann entwickelt sich dieses Selbstvertrauen. Dieses Glück haben wir derzeit nicht", stellt Schommers fest. Dennoch habe seine Mannschaft drei der 17 Torchancen verwandelt, und das gegen einen tiefstehenden Gegner. "Und das ein Pokalspiel kein Selbstläufer ist, das hat der FCK glücklicherweise in der ersten DFB-Pokalrunde erfahren. Da haben wir als Mannschaft, die zwei Klassen tiefer waren, Mainz geschlagen", äußert sich Schommers zu Erwartungshaltungen, niedrigklassige Vereine am besten hoch und dominant schlagen zu müssen.

Insgesamt ein ordentlicher Neubeginn

"Das ist ein Neubeginn, und das macht die Mannschaft ordentlich". Unterm Strich halten Schommers und Mc Kenna für sich fest, dass der FCK in den letzten beiden Spielen übergreifend 4:1 Tore geschossen und in 180 Minuten aus dem Spiel heraus kein Gegentor kassiert hat. Darin sieht das neue Duo einen guten und wichtigen nächsten Schritt. Verständnis für die Unzufriedenheit im Umfeld und die Pfiffe von den Rängen hat der neue Trainer aber definitiv auch. "Wir sind am Anfang eines Prozesses, das ist uns bewusst. Und aufgrund der letzten Jahre habe ich Verständnis für diese Unzufriedenheit. Das sind wir aber auch. Das alles hilft der Mannschaft nur nicht weiter. Ich weiß, es ist nicht die erste Chance und ich bin auch nicht der erste Trainer, der hier sitzt und sich das wünscht. Die Mannschaft arbeitet ehrlich und intensiv, die Fortschritte sind sichtbar", so Schommers, der den unbedingten Wunsch hat, dass seine Mannschaft weiterhin unterstützt wird.


Das Ziel innerhalb der dritten Liga heißt für den Großteil der teilnehmenden Vereine, diese Liga so schnell wie möglich zu verlassen. Denn wirtschaftlich stellt sie alles andere als eine sinnvolle Perspektive dar. Es geht also wie so oft um den Faktor Zeit. Gefühlt hat der 1. FC Kaiserslautern jetzt schon und wieder einmal eine ganze Saison verspielt. Mit Blick auf die Tabelle und die bisherige Saisonleistungen scheint es eher unwahrscheinlich, dass die Pfälzer im Kampf um den Aufstieg noch mitmischen werden. Boris Schommers jedoch ist gekommen, um Erfolg zu haben. Er weiß aber auch, dass Erfolg Zeit braucht. "Wir wollen schnellstmöglich den Erfolg zurückholen, aber wir sind keine Wunderheiler, und das kriegen wir nicht in zwei Tagen und auch nicht in einer Woche hin".


Quelle: Treffpunkt Betze