Häämspiel: San Frantschüssko

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    Häämspiel: San Frantschüssko

    Im Blickpunkt unserer heutigen Häämspiel-Ausgabe #17: Rücktritte und ihre Verabschiedungen. Aber auch uffem Platz geht es bis Jahresende heiß her.


    Unsere Häämspiel Kolumne auf Treffpunkt Betze: Vor den Heimspielen blickt Dirk auf das Geschehen rund um das Fritz-Walter-Stadion. Mal sachlich, mal humorvoll, mal voller Verzweiflung. Was bleibt einem auch anderes übrig.


    Eine weitere Länderspielpause ist endlich vorüber. Und deswegen steht wieder 'Betze' auf dem Wochenendprogramm. Wobei ich die Saisonunterbrechung dieses Mal recht lustig fand. Die Denker und Planer des großen DFB wollten Jogi Löw - immerhin Coach der 2014er Weltmeisterelf - offiziell verabschieden. Seit Ende Juni hatte der größte Verband der Welt also Zeit, eine Abschiedsgala auf die Beine zu stellen, die es wert gewesen wäre als solche bezeichnet zu werden. Das Ergebnis war eine zweiminütige Ansprache vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Fußballmacht Liechtenstein in der Weltmetropole Wolfsburg. Genau mein Humor. Man kann zu Jogi Löw stehen wie man will, aber der Mann ist der erfolgreichste Bundestrainer in der Geschichte des DFB und hätte sicher einen anderen Abgang verdient gehabt.

    Nichts kann uns aufhalten! Gar nichts! Mist. Die Kindersicherung

    Aber anstatt sich über verpasste Chancen des DFB zu amüsieren, sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Das Team von Marco Antwerpen hat sich nach der furiosen Aufholjagd der letzten Wochen in die obere Tabellenhälfte katapultiert. Betrachtet man jedoch die Tatsache, dass der Relegationsplatz zwar lediglich zwei Punkte, der erste Abstiegsplatz aber auch nur sechs Punkte entfernt ist, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die aktuelle Tabelle maximal eine Momentaufnahme ist. Die dritte Liga ist gewohnt ausgeglichen. Und dennoch haben sich die Roten Teufel selbst in eine komfortable Ausgangssituation gebracht.


    Vor der Winterpause stehen noch vier Hinrundenspiele und die erste Rückrundenbegegnung auf dem Programm. Die Lautrer haben es in den Spielen gegen Wehen Wiesbaden, Dortmund, Köln, Türkgücü und Braunschweig folglich selbst in der Hand, aus welcher Ausgangsposition heraus das Jahr 2022 angegangen werden kann. Weder nach oben noch nach unten scheint etwas unmöglich zu sein. Der größte Irrtum seit der Einladung von Hannibal Lecter zu „Grill den Henssler“ wäre die Annahme, man spiele zwangsläufig bis zum Ende der Saison oben mit. Die Jungs um Jean Zimmer werden Woche für Woche das Maximum aus sich herausholen müssen, um sich nicht ganz schnell wieder im Abstiegskampf wiederzufinden. Aber genießen wir den Moment und hoffen wir, dass der positive Lauf anhält.


    Die Voraussetzungen unter denen das Duell der Tabellennachbarn morgen auf dem Betzenberg stattfindet sind natürlich ganz besondere. Der Corona-Ausbruch beim FCK hat deutliche Lücken im Kader hinterlassen. Neben den sportlichen Hoffnungen, die man unweigerlich mit diesem Spiel verbindet, sollte aber auch nicht auf der Strecke bleiben, dass an alle positiv getesteten Spieler und Personen im Umfeld der Mannschaft die besten Genesungswünsche gehen. Im Anbetracht solcher Ereignisse werden Aufstellungen, Taktiken und Ergebnisse zur Nebensache.

    Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila

    Es war ja schon fast langweilig, dass so gar keine Rücktritte mehr im FCK-Umfeld zu verzeichnen waren. Doch nun, acht Monate nachdem Martin Weimer seine Ämter im Beirat und im Aufsichtsrat niedergelegte, ist es endlich wieder soweit. Nach knapp zwei Jahren im Amt als Geschäftsführer der FCK-Management GmbH trennen sich zum Ende des Monats die Wege von Soeren Oliver Voigt und den pfälzischen Traditionsverein. Sofern man den ersten offiziellen Verlautbarungen Glauben schenken kann, geschah diese Demission in beiderseitigem Einvernehmen und war nicht zuletzt der gesundheitlichen Situation von Voigt geschuldet. Doch an dieser Version der einvernehmlichen Glückseligkeit bestehen berechtigte Zweifel.


    Dass die erste Bekanntgabe der bevorstehenden Trennung nicht durch den FCK, sondern durch eine Recherche des SWR beim zuständigen Amtsgericht erfolgte, spricht schon ein Stück weit für sich. Völlig nüchtern und emotionsbefreit wurde veröffentlicht, dass Voigt nicht länger in seinem Amt weilt und Thomas Hengen künftig die alleinige Rolle in der Führung der ausgegliederten Kapitalgesellschaft des FCK einnimmt. Schenkt man dann noch den Berichterstattungen Glauben, nach denen Voigt keineswegs gesundheitlich so angeschlagen war, dass diese Probleme ihn zu einer Trennung bewogen hätten, dann verdichten sich allmählich die Anzeichen, dass es hinter den Kulissen einmal mehr mächtig brodelt. Wie der 'Kicker' berichtet waren tatsächlich Differenzen bezüglich der künftigen strategischen Ausrichtung der ausschlaggebende Grund für das Ende des gebürtigen Dortmunders.


    Ich persönlich finde das sehr schade. Hatte ich bei seinen Vorgängern noch den Eindruck, sie hätten ein kaufmännisches Verständnis wie drei Eimer Zement, vermittelte Voigt vom ersten Tag das Gefühl, dass er der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sei. Soeren Oliver Voigt ist so gar kein Lautsprecher. Mit seiner ruhigen und besonnenen Art leistete er einen ganz großen Beitrag zur Rettung des FCK. Für die Lautrer bleibt zu hoffen, dass schnellstmöglich ein geeigneter Nachfolger gefunden werden kann. Und Voigt bleibt zu wünschen, dass er sich zügig auskuriert und an anderer Stelle einen beruflichen Neuanfang starten kann.


    Quelle: Treffpunkt Betze