Beiträge von Raimund

    Das könnte darauf hindeuten, dass Redondo spätestens zum Saisonende den Verein verlässt.


    Dass mit Ritter und Tomiak Gespräche laufen hat Hengen im SWR Podcast bestätigt. Gäbe es ähnliches von KP Redondo zu berichten, hätte er es sicher erwähnt.

    Gut möglich, dass man mit einem Transfer in der Winterpause Einnahmen generiert, zumal neben Hanslik auch Neuzugang Aaron Opoku und "Rückkehrer" Stavridis Redondos Position spielen können. Redondo, der eine starke Hinrunde spielte, wäre also ersetzbar, was Ritter und Tomiak derzeit nicht sind.

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    Ihr kriegt den Ball und wir die Punkte: Vier Gründe für den Erfolg des FCK

    Mit nur zwei Niederlagen beendete der 1. FC Kaiserslautern die Hinrunde der Saison 2022-23 auf Rang vier. Was sind die Gründe für diesen unglaublichen Lauf der Roten Teufel?


    Wer hätte gedacht, dass das Auftaktspiel gegen Hannover 96 in jeder Hinsicht exemplarisch für die weitere Saison des 1. FC Kaiserslautern sein wird? Volle Ränge, Konterfußball und eine nie aufsteckende Mannschaft, die sich ihr Glück zur Not auch erkämpft. Von den anvisierten 40 Punkten ist der FCK bereits nach der Hinrunde nur noch elf Punkte entfernt. Für diese Wahnsinnshinrunde der Roten Teufel sprechen vor allem vier Gründe.

    Grund Nummer eins: FCK-Cheftrainer Dirk Schuster


    Mit „Erstmal hallo in die Runde“ pflegt Trainer Dirk Schuster eine Pressekonferenz zu beginnen, um den Journalisten anschließend am Ende ein freundliches „Schönen Feierabend“ mit auf den Heimweg zu geben. Das klingt nach sehr viel Routine, die der Coach nach 16 Trainerjahren in den höchsten vier deutschen Spielklassen auch zweifellos hat. In vielerlei Hinsicht ist der 54-Jährige auch ein Stück weit vorhersehbar, aber definitiv nicht in jeder. Der gebürtige Chemnitzer liebt einfach die Rolle des Außenseiters. Der Gegner wird nicht nur regelmäßig zum Favoriten erklärt, ihm wird auch im Spiel der Ball überlassen. FCK-Fußball unter Schuster bedeutet, aus einer starken Defensive heraus den ballführenden Gegner unter Druck zu setzen und schnell zu kontern. Schlappe 35 bis maximal 40% Ballbesitz waren in den bisherigen Partien eher die Regel als die Ausnahme.

    Schuster setzt auf Konstanz


    In der abgelaufenen Hinrunde rotierte Schuster kaum und setzte auf ein Gerüst von sieben bis acht Spielern, die in der Regel immer in der Startelf standen. Zudem sind auch beinahe immer die gleichen 15 bis 16 Spieler zum Einsatz gekommen, was nicht zuletzt daran lag, dass die Lautrer deutlich weniger Verletzungspech als in den vergangenen Jahren hatten (die einzige Ausnahme bildete Neuzugang Ben Zolinski). Trotzdem schaffte der Cheftrainer es, den gesamten Kader bei Laune zu halten. Ehemalige Stammspieler - wie etwa Mike Wunderlich, Daniel Hanslik oder Philipp Hercher, die aufgrund geringerer Einsatzzeiten enttäuscht sein könnten, jubelten auch auf der Bank mit und gaben immer Vollgas, wenn sich die Chance auf einen Einsatz bot.


    Auffällig oft kamen die Pfälzer nach schwachem ersten Durchgang wie verwandelt aus der Kabine. Manchmal schien es, als habe das Trainerteam bei der gegnerischen Mannschaft nach der 45-minütigen Analyse nun endlich die Schwachstellen gefunden, um in der Pause entsprechend zu reagieren. Anschließend kamen Spieler von der Bank auf das Feld, andere wechselten ihre Position und das Spiel im zweiten Durchgang änderte sich plötzlich komplett. Auf eine schwache erste Halbzeit folgte in dieser Saison beinahe immer ein starker zweiter Durchgang. Schon seit Darmstädter Zeiten wird Dirk Schuster vorgeworfen, seine Teams können lediglich kontern. Dies ist nicht zutreffend. Sonst wäre es dem FCK kaum gelungen, das Spiel nach Rückständen so oft zu drehen. Auf der anderen Seite schraubte der Trainer in Partien wie in Sandhausen gegen Ende auch mal das Risiko herunter, um zufrieden mit einem Punkt nach Hause zu fahren.

    Grund Nummer zwei: Die Moral der „Wichstruppe“


    Obwohl die Roten Teufel in der abgelaufenen Hinrunde nur zwei Niederlagen (SC Paderborn, Jahn Regensburg) kassiert haben, gerieten sie in zehn der siebzehn Partien in Rückstand. Stellenweise lag dies daran, dass die erste Halbzeit weitgehend unerklärbar verschlafen wurde. Aber auf eines war stets Verlass. Zwei schlechte Halbzeiten lieferten die Roten Teufel in der Regel nicht ab. Lediglich bei der Heimniederlage gegen Regensburg lässt sich von 90 schwachen Minuten sprechen. Das Team zeigte einfach eine unfassbare Moral. Beim Aufstiegskandidaten aus Heidenheim musste der 1. FC Kaiserslautern 45 Minuten lang in Unterzahl spielen und schaffte dennoch den 2:2 Ausgleich. Bei Greuther Fürth und gegen Fortuna Düsseldorf wurden trotz schlechter erster Hälften beide Spiele nach deutlicher Leistungssteigerung gewonnen. Und in den beiden Heimspiel-Spektakeln gegen den SV Darmstadt und den 1. FC Magdeburg gelang es den Lautrern, selbst nach Zwei-Tore-Rückständen in Führung zu gehen und um ein Haar das Spiel zu noch gewinnen. Im seit langer Zeit erfolgreichsten Jahr 2022 war ein FCK-Spiel tatsächlich erst dann entschieden, wenn der Schiedsrichter abpfiff.

    Führungsspieler in jedem Mannschaftsteil


    Jahrelang war eines der Hauptprobleme der Roten Teufel, dass der Kader kaum Führungsspieler besaß. Spieler, die sich bei Bedarf vor dem Gegenspieler aufbauen, vor allem aber auf dem Spielfeld jederzeit Verantwortung übernehmen. Aktuell verfügt der FCK in jedem Mannschaftsteil über mindestens einen Leader. Bildete sich zuletzt auf dem Platz ein Rudel, gab es häufig drei Spieler, von denen mindestens einer in vorderster Front dabei war. Mit Boris Tomiak, Jean Zimmer und Marlon Ritter hat der FCK endlich wieder „aggressive leader“, die gegenüber dem Gegner bzw. dem Publikum ein Zeichen setzen können und in ihrem Spiel sehr extrovertiert zu Werke gehen. Das Gegenteil davon ist Torhüter Andreas Luthe. Der 35-Jährige zeigte nicht nur großartige Reflexe auf der Linie, sondern strahlte wie kaum einer seiner Vorgänger Ruhe und Sicherheit aus.

    Boyd und Ritter stechen hervor


    Terrence Boyd erzielte als Lautrer Top-Torjäger acht Saisontreffer, während Marlon Ritter sechs Assists beisteuerte. Doch es sind nicht nur die Torbeteiligungen, die den Mittelstürmer und den Sechser absolut unverzichtbar machen. Der technisch beschlagene Mittelfeldmotor Ritter kurbelte das Spiel immer wieder nach vorne an, erlief sich aber auch defensiv viele Bälle. Zudem hat der „König des Trashtalks“ eine Portion Wahnsinn in sich und versuchte sich immer mal wieder an verrückten Aktionen, wie beispielsweise dem 40-Meter-Treffer im Pokal gegen Freiburg. Stürmer Boyd wiederum band als Wandspieler fast permanent zwei gegnerische Verteidiger, legte Bälle ab und spulte ebenfalls ein enormes Laufpensum ab. Beide Akteure sind im derzeitigen Kader nicht ansatzweise zu ersetzen.


    Aktuell scheint ein Teamgeist wie in einer eingeschworenen Kreisligatruppe vorzuherrschen. Und das ist zu 100 Prozent positiv gemeint. Kein Spieler ging bei seiner Auswechslung motzend vom Feld und selbst Positions-Konkurrenten schienen die besten Kumpels zu sein. Bei Jubelbildern aus der Kabine herrschte selbst bei den Spielern, die nicht eingesetzt wurden, eine Laune, als hätten sie das Siegtor erzielt. Um es mit den Worten von Terrence Boyd zu sagen: Eine echte Wichstruppe!

    Grund Nummer drei: Der Faktor Glück


    Die Auswärtsspiele in Fürth und Düsseldorf konnten die Pfälzer jeweils nicht „trotz“, sondern „wegen“ eines 0:1 Pausenrückstands gewinnen. Dafür, dass beide Heimteams in diesen Spielen zur Halbzeit nicht deutlich höher führten, war neben Torwart Andreas Luthe vor allem jede Menge Glück verantwortlich. Ansonsten wären beide Partien bereits vor dem Seitenwechsel entschieden gewesen. Auch die Siege im Auftaktmatch gegen Hannover und im Derby gegen den KSC dürften als 'glücklich' bezeichnet werden - wurden jedoch, genau wie die schwächeren Leistungen in Bielefeld und gegen St. Pauli mit einem Sieg belohnt. Hätten die Roten Teufel aus genau diesen Partien nicht 18, sondern womöglich nur fünf oder sechs Punkte geholt, hätte die Hinrunde auch völlig anders laufen können.


    Nun kann Glück bzw. im Besonderen 'Spielglück' bekanntlich auch manchmal erzwungen werden. Und genau das gelang den Roten Teufeln in dieser Saison gleich mehrfach. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren war der FCK nicht mehr der Aufbaugegner für angeschlagene Teams, sondern holte genau dort wertvolle Punkte.

    Grund Nummer vier: Die Euphorie rund um den Betzenberg


    Der 1. FC Kaiserslautern zeigte in der Hinrunde all das, was die meisten Anhänger in zehn der letzten elf Jahre am Betzenberg so schmerzhaft vermisst haben. Eine sympathische und kampfstarke Truppe, die niemals aufgibt und es sichtlich genießt, vor großer Kulisse im Fritz-Walter-Stadion aufzulaufen und dort alles zu geben. Wann hat es in Kaiserslautern zuletzt solch einen spürbaren Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans gegeben? Die Zuschauer, ob 30.000 oder 40.000, ob bei Heim- oder Auswärtsspielen, pushten die Roten Teufel auf dem Feld, welche sich mit Kampf, Leistung und manchmal sogar mit Pizza revanchierten.

    Auf dem Betze und in der Fremde: Ohne Lautern wär' hier gar nix los!


    Die Heimspiele uffm Betze wurden durchschnittlich von 38.602 Zuschauern besucht. Noch nie hatte der 1. FCK als Zweitligist einen derart hohen Zuschauerschnitt. Dieser läge sogar noch höher, wären bei den Partien gegen den Karlsruher Sportclub (43.852) und den 1. FC Nürnberg (46.852) Zuschauerränge nicht als „Pufferblock“ dem Sicherheitskonzept zum Opfer gefallen. Es macht einfach wieder Spaß zum FCK zu gehen. Auch auswärts wurden Fußballfeste gefeiert wie schon ewig nicht mehr. Es gab rot-weiße Invasionen in Bielefeld und Kiel, „Heimspiele“ in Fürth und Sandhausen. Zudem feierten 9.000 Lautrer am 11. November in Düsseldorf - nicht Karneval, sondern ihren Verein. Den Höhepunkt bildete jedoch das 'Partywochenende' in Hamburg, welches über 10.000 FCK-Fans auswärts beim Hamburger SV verbrachten.


    Die Euphorie rund um den Betzenberg ist derzeit einfach riesig. Das einzige, was Fans derzeit „entzweit“ ist die Frage, ob denn nun der obere oder der untere Relegationsplatz die Orientierung für das Saisonziel sein sollen. Es bleibt zu hoffen, dass der Zuschauerrückhalt auch bei einer Negativserie weiter anhält und Fans und Mannschaft im Mai eine großartige Saison feiern können – selbst wenn diese auf Rang 10 oder 12 enden sollte.


    Quelle: Treffpunkt Betze


    Was sind aus deiner Sicht die Gründe für diese erfolgreiche Hinrunde? Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen hier in diesem Thread.

    Für mich zuhause gegen grottenschlechte Nürnberger nicht mit 2 Stürmern zu spielen, ist ängstlich. Spätestens der Wechsel Boyd/Lobinger zeigt das für mich.

    Wenn zwei Stürmer auf dem Platz stehen, bedeutet das nicht, dass es mehr Torchancen gibt.


    Gegen Nürnberg standen wir hinten bombensicher und hatten vorne ein klarers Chancenplus. Viel mehr kann man -eigentlich nicht erwarten. Und einen Ritter oder Boyd kann man auch mal vorzeitig vom Feld nehmen. Auf solche Wechsel muss sich der Gegner dann auch erstmal einstellen.


    Schuster nimmt gegen Gegner, die die Punkte nötiger haben als wir eher ein 0-0 mit, als ins offene Messer zu laufen (z.B. in Sandhausen). Die Tabelle gibt ihm hier absolut Recht.


    Hat schon jemand erwähnt, dass wir jetzt 2x hintereindar zu Null gespielt haben?

    Diskussionsthema zum Artikel: „Ein geiler Schuss vor den Bug“: FCK kassiert 2. Heimniederlage


    „Ein geiler Schuss vor den Bug“: FCK kassiert 2. Heimniederlage

    Nach sechs Remis in Folge verliert der 1. FC Kaiserslautern erstmals wieder ein Spiel. Der SSV Jahn Regensburg gewann auf dem Betze vor allem mit „FCK-Fußball“.


    Die Bilanz der Lautrer vor dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg las sich auf eine beeindruckende Art und Weise: In insgesamt acht Ligaspielen lagen die Roten Teufel in Rückstand und verloren nur ein einziges davon. Dieser Fakt unterstreicht die wahnsinnige Moral, die im Team von Trainer Dirk Schuster steckt. Aber leider auch die Tatsache, dass die Mannschaft in beinahe jeder Partie in Rückstand gerät. Auf die Dauer könnte dies zu einem Problem für eine ansonsten grandios kämpfende FCK-Mannschaft werden.

    Mit eigenen Waffen geschlagen


    Zuletzt standen sechs aufeinander folgende Unentschieden zu Buche - drei davon gegen Teams, die die ersten vier Plätze der Zweitligatabelle belegen. Nun ist die Remis-Serie gerissen, und zwar dank eines Gegners, der den FCK mit dessen eigenen Waffen schlug. Vom Anstoß weg spielte Jahn Regensburg das Spiel, dass die Lautrer normalerweise praktizieren: Die Räume zustellen, die Zentrale blockieren und den Gegner vorne attackieren und zu Fehlern zwingen. Die Hausherren fühlten sich in der Ballbesitz-Rolle merklich unwohl und kamen besonders in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht mit dem aggressiven Pressing der Gäste zurecht. 'Der Jahn' hingegen zeigte sich eiskalt und ging in der achten Spielminute mit 1:0 in Führung. Dabei hatten die Lautrer sogar noch Glück, dass Regensburgs Kaan Caliskaner in der 6. und 11. Spielminute nur das Aluminium traf. Die Roten Teufel rannten in den verbleibenden 75 Spielminuten gegen den Rückstand an, erspielten sich einige Torchancen, ohne jedoch zwingend genug zu werden. Kämpferisch war den Pfälzern auch in dieser Partie nichts vorzuwerfen. Trotzdem ging die Niederlage auch in der Höhe (0:3) vollkommen in Ordnung. Und sollte es eine Lehre aus dem Spiel geben, dann diejenige, dass die ständigen Rückstände aufhören müssen.

    Schuster justiert die Defensive


    FCK-Trainer Dirk Schuster sah die Niederlage als hochverdient an und bezeichnete sie gar als „einen geilen Schuss vor den Bug für uns“. Der 54-Jährige spielte damit unter anderem darauf an, dass man sich für eine Topleistung beim Spitzenreiter HSV in der darauffolgenden Woche gegen Außenseiter Regensburg einfach nichts kaufen kann.


    Nun muss es dem Trainer in den kommenden Spieltagen gelingen, die Defensive zu stabilisieren. Denn dort haben die permanenten Rückstände zumeist ihren Ursprung. Das Anrennen gegen einen Rückstand ist nicht nur kraftraubend – es entspricht auch nicht Schusters Spielidee, welche auf das schnelle Umschaltspiel ausgelegt ist. Es ist zu erkennen, dass der ehemalige Nationalverteidiger bereits nach Veränderungen sucht. So stand Innenverteidiger Robin Bormuth auch aufgrund der taktischen Umstellung von der Vierer- auf die Dreierkette nun zum zweiten Mal hintereinander in der Startelf. Der Neuzugang aus Paderborn hinterließ jeweils einen sehr soliden Eindruck und könnte bei einer Rückkehr zur Viererkette durchaus den oftmals wackligen Kevin Kraus verdrängen. Boris Tomiak, gegen den Hamburger Sportverein noch bester Mann auf dem Platz, sah gegen Regensburg bei zwei der drei Gegentreffer richtig schlecht aus. Dennnoch dürfte der 24-Jährige seinen Stammplatz vorerst sicher haben. Außerdem scharren Flügelspieler Jean Zimmer und Sechser Hikmet Ciftci als Alternativen für Eric Durm und Julian Niehues mit den Hufen und brennen auf einen Startelfeinsatz.

    Boyd mit Sturmkollegen


    In der Offensive scheint sich zuletzt mit Terrence Boyd und Kenny Redondo ein Duo festgespielt zu haben. Redondo spielte am Sonntag eine sehr starke erste Hälfte, in der er gute Offensivaktionen hatte und mit beherzten Sprints auch defensiv mehrere Ballgewinne verbuchte. Im zweiten Durchgang gelang ihm merklich weniger, was auch daran lag, dass er immer wieder auf die Flügel ausweichen musste und dadurch körperlich abbaute. Alles in allem ist die Entwicklung beim ehemaligen Fürther sehr positiv - nicht zuletzt, da sich der sprintstarke Techniker hervorragend mit seinem kantigen Stürmerkollegen Boyd ergänzt. Der US-Amerikaner hatte am Sonntag keinen glücklichen Tag, bot aber eine mehr als ordentliche Leistung, obwohl ihm trotz mehrerer Chancen kein Treffer gelang. Boyd hatte es jedoch bei nahezu jedem Ballkontakt mit mindestens zwei Gegenspielern zu tun, gegen die er sich trotzdem stark behaupten konnte. Auch wenn der 31-Jährige in seiner Rolle als Mittelstürmer weiterhin unersetzbar bleibt, zeigten Aaron Opoku und Lex-Tyger Lobinger zuletzt, dass sie gute Alternativen in der Offensive sein können.

    „Einfach“ mal in Führung gehen


    Manchmal ist es nur eine Frage der Perspektive. Nachdem der FCK zuletzt sechs Mal in Folge ungeschlagen war, ist er nun seit sieben Spielen sieglos. Was sich dadurch geändert hat? Natürlich nichts. Die Lautrer sollten zukünftig einfach nur in Führung gehen. Dann erspart sich das Team eine kraftraubende Aufholjagd und kann ihrer Stärke entsprechend in Ruhe kontern. Das ist genau das Spiel, auf das Taktik und Personal beim 1. FC Kaiserslautern ausgelegt sind. Damit dies funktioniert, muss die Defensive unbedingt sattelfester werden, insbesondere bei Standardsituation und Flanken.

    Was erwarten manche Fans?


    Auch für manche FCK-Fans war dieser Dämpfer wohl dringend notwendig. So wurden ausgerechnet Torwart Andreas Luthe und Stürmer Terrence Boyd via social media bereits zur Pause mit jeder Menge vollkommen überzogener Kritik und Schmähungen bedacht. Da stellt sich die Frage, was manche Fans von der Mannschaft erwarten? Einen ungeschlagenen Durchmarsch in die Bundesliga etwa?


    Auch im Stadion gab es zur Pause Pfiffe aus der West- und der Nordtribüne. Natürlich ist es jedem Zuschauer überlassen, seine Meinung zum Spiel wie auch immer kundzutun. Die Frage ist nur: Wie sehr hilft es einer tadellos kämpfenden Mannschaft, die in Rückstand liegt, von den eigenen Fans ausgepfiffen zu werden? Absolut stark hingegen war die Unterstützung von großen Teilen der Westtribüne im zweiten Durchgang trotz des klaren Rückstands. Ob Sportvorstand Thomas Hengen, Trainer Dirk Schuster oder jeder einzelne Spieler im Trikot der Roten Teufel: Alle sprechen seit Saisonbeginn von nichts anderem als dem Klassenerhalt. Spätestens seit dem Abpfiff am Sonntagnachmittag sollte eigentlich das gesamte FCK-Umfeld begriffen haben, dass die kein Understatement ist, sondern einfach nur die Realität wiedergibt.

    Betze Inside: Daten zu #FCKSSV


    Gegen Regensburg zeigte der FCK in dieser Spielzeit erstmals eine enttäuschende Vorstellung. Bei den Statistiken stechen vor allem die geringe Laufdistanz von nur 106 gelaufenen Kilometern und die lediglich zu 45 Prozent gewonnenen Zweikämpfe negativ heraus. Im bisherigen Saisonverlauf sind solche Werte eher untypisch für die Roten Teufel. Außerdem spricht es nicht für die spielerische Qualität des Auftritts, wenn in einer Partie, die man nach einem frühen Gegentor fast durchgehend selbst gestalten musste, mehr als jeden fünften Ball hoch und weit spielt.



    Grafiken: Darstellung von Betze Inside (Instagram / Twitter)


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Ich habe ein Ticket für Block 13c, dass ich gerne gegen eins in Block 12c tauschen würde.

    (14a-c ist der reguläre Gästeblock)


    Alternativ würde ich das 13c-Ticket auch gegen 2 Tickets aus dem 14er Bereich tauschen.

    Preisdifferenz übernehme ich natürlich.



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    Diskussionsthema zum Artikel: Matze de Behler: "Leider keine Videos mehr aus der West"


    Matze de Behler: "Leider keine Videos mehr aus der West"



    Im heutigen Dreierpack berichtet FCK-Fan und Youtuber Matze de Behler von seiner Leidenschaft und warum es ihm wichtig ist, auch über Fußballthemen hinaus Rückgrat zu zeigen.


    Neu auf Treffpunkt Betze, der Dreierpack: Klaus Toppmöller erzielte am 03. März 1978 innerhalb von 11 Minuten den schnellsten Hattrick der FCK-Geschichte. Ganz so rasant sind wir nicht, aber wir arbeiten dran. Drei Fragen, drei Antworten, ein Dreierpack auf Treffpunkt-Betze-Art - und das alle zwei Wochen.


    Matze de Behler betreibt den Youtube-Kanal Matzes Daily Madness mit rund 30.000 Abonnenten. Dort sind aktuell weit über 800 Videos zu finden, die sich größtenteils um Fussball, jedoch speziell um den 1. FC Kaiserslautern drehen. Dort geht er auch sehr offen mit seiner Erkrankung um. Matze leidet an einer Netzhautauflösung und hat gegenwärtig nur noch 4% Sehfähigkeit, die er künftig weiter verlieren und entsprechend erblinden wird. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, seinen FCK physich und medial zu begleiten und auch zu Themen wie Homophobie oder Rassismus Position zu beziehen.

    Professionell? Es gibt kein fehlerfreies Video von mir


    Treffpunkt Betze: Matze, im Lautrer Umfeld dürfte dich so ziemlich jeder kennen, was im Besonderen am Content deines Youtube-Kanals liegt, der sich hauptsächlich um den FCK dreht. Was ist dein Antrieb - gerade unter deinen gesundheitlichen Voraussetzungen - soviele Stunden in dieses Hobby zu investieren?


    Matze de Behler: Die tatsächliche Leidenschaft dafür ist dann eher durch Faulheit entstanden, weil ich im Urlaub keine Postkarten schreiben wollte. Da habe ich einfach ein Video hochgeladen und den Leuten den Link geschickt. Dabei ist mir aufgefallen, dass es mir sehr viel Spaß macht und den Leuten, die es sehen, scheinbar auch. Das wurde dann über die Jahre hinweg immer aufwändiger, immer professioneller. Allerdings würde ich mich selber nie als 'professionell' betiteln. Ich glaube, es gibt kein einziges Video, in dem nicht mindestens ein Fehler drin ist.


    Alles fing bei einem Auswärtsspiel in Köln an, bei dem ich das erste Fußballvideo gemacht habe. Da habe ich zwei Leidenschaften wunderbar miteinander verbinden können. Für mich ist es jetzt noch schöner, wenn ich von anderen lese: „Ich bin eigentlich Fan von XY, aber durch deine Videos hast du mir den FCK etwas näher gebracht. Seitdem ist mir der Verein sympatischer.“ Dass ich gleichzeitig dem Verein, den ich liebe, auch noch irgendwie helfe, bekannter oder sympathischer zu machen, ist eigentlich eine Win-Win-Situation. Aber natürlich braucht das viel Zeit. Eine Minute des Vorberichtes entspricht ungefähr einer Stunde Arbeit. Da spielt die Sehbeeinträchtigung natürlich eine Rolle, weil Dinge eben länger dauern. Das nehme ich jedoch gerne in Kauf. Und wenn ich beispielsweise 31 Minuten lang die Vereinshistorie des FC Magdeburg vorstelle, dann nimmt das halt soviel Zeit in Anspruch - was aber auch ok ist, solange die Leute daran Freude haben. Für mich ist die Fanszene eines Vereins immer wesentlich relevanter als z.B. irgendwelche Spielerstatistiken.

    Ich kusche doch nicht vor Rassisten


    Treffpunkt Betze: Auf deinen Social-Media-Kanälen setzt du dich aktiv für Toleranz und gegen Rassismus und Homophobie ein, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Provokant gefragt: Warum muss ein Fußball-Youtuber überhaupt solche Themen besprechen?


    Matze de Behler: Warum tun es andere Youtuber nicht? Es gab neulich eine Umfrage, in der etwa zwei Drittel der Zuschauer geäußert haben, nicht zu wollen, dass sich Influencer - wobei ich mich nicht als Influencer bezeichnen würde - politisch äußern. In meinen Videos und Streams bin ich der, der ich bin. Ob die Kamera an oder aus ist, da bin ich identisch. Der einzige Unterschied ist: Ich versuche vor der Kamera mehr hochdeutsch zu sprechen. Im Privatleben bin ich strikt gegen jegliche Form von Diskrimierung. Deswegen kann ich das in meinen Videos nicht ausblenden. Und wenn ich Diffamierungen sehe, dann weise ich darauf hin.


    Auch wenn das Konsequenzen hat, wie damals bei der Stickersache*. Da hat die rechtsextreme Partei III. Weg angefangen, Dinge wie meine Adresse zu leaken. Es gab auch 'Hausbesuche' und bei meinem Vater wurden die Reifen am Wagen plattgestochen. Das hat mich aber eher darin bestärkt weiterzumachen. Ich kusche doch nicht vor irgendwelchen Rassisten. Deswegen stelle ich mich immer ganz offen, um vielleicht auch andere Menschen zu ermutigen, sich zu positionieren. Menschen die intolerant sind, muss ich nicht tolerieren. Zum Glück sind Ausländerfeindlichkeit und Homophobie im Stadion weitestgehend verschwunden. Aber wenn ich in meinem Umfeld derartiges höre, sage ich auch etwas. Man muss manchmal im Stadion einfach das Maul aufmachen, um andere zu animieren, das Gleiche zu tun.

    In der Westkurve darf ich nicht mehr filmen


    Treffpunkt Betze: Wie ist generell das Feedback aus der organisierten Lautrer Fanszene auf deine Videos? Ultra-Szenen gelten ja generell eher als „kamerascheu“.


    Matze de Behler: Kurz gesagt: Ich darf in der Westkurve nicht mehr filmen. Das ist die Quintessenz aus mehreren Gesprächen mit den FCK-Ultras. Der Kompromiss lautet wie folgt: „Du darfst nicht mehr aus der West filmen, der Rest ist uns weitestgehend egal.“ Schon beim Aufstieg in Dresden gab es aus dem selben Grund kein Video. Da kann man halt nichts machen. Es gab da ein Gespräch und wir haben uns geeinigt. In anderen Stadien hätte es wahrscheinlich kein Gespräch gegeben. Da wären wohl eher ein paar Mann gekommen, hätten die Kamera zerstört oder mich verprügelt. Über die Kommunikationsart bin ich tatsächlich zufrieden. Obwohl es natürlich auch schade ist.


    Quelle: Treffpunkt Betze


    * Damals bezog Matze eindeutig Stellung zu Aufklebern aus der FCK-Fanszene, welche Fans des 1. FC Saarbrücken in antisemitischer Form, analog zu anti-jüdischen-Karikaturen während der NS-Zeit, diffamierten. Daraufhin wurde er von der rechtsextremen Partei III. Weg offen angefeindet - unter anderem wurde seine Privatadresse veröffentlicht.


    [Anm. d. R.: Der 'Dreierpack' erscheint ab sofort im Zwei-Wochen-Rhythmus, der nächste am 13. Oktober.]

    Diskussionsthema zum Artikel: Wann hat der FCK zuletzt soviel Spaß gemacht?


    Wann hat der FCK zuletzt soviel Spaß gemacht?

    Mit dem bisherigen Saisonverlauf darf man hochzufrieden sein. Gleichzeitig ist die Erwartungshaltung mancher FCK-Anhänger ziemlich überzogen. Ein Zwischenfazit nach neun Spieltagen.


    Jawohl, nehme ich!“, so oder so ähnlich hätte wahrscheinlich jeder Lautrer vor der Saison reagiert, wenn ihm der Fußballgott angeboten hätte, dass der FCK nach neun Spielen mit 14 Zählern auf Rang sieben liegt. Genau das ist aktuell der Stand der Dinge - und viele Fans sind damit hochzufrieden. Andere wiederum sehen insbesondere die vier Unentschieden in Serie als verpasste Chance, um ganz oben anzugreifen.


    So überflüssig Länderspielpausen auch sein mögen, für den 1. FC Kaiserslautern kommt diese Unterbrechung nicht ungelegen, denn kein deutscher Proficlub hatte in diesem Jahr eine kürzere Sommerpause. Erst am 24. Mai sicherten sich die Roten Teufel beim Relegationsrückspiel in Dresden den Aufstieg - rund sieben Wochen später eröffneten die Lautrer die neue Zweitliga-Saison gegen Hannover 96. Der 2:1 Auftaktsieg gegen die Niedersachsen war letztlich ein Vorgeschmack auf das, was sich seitdem beinahe an jedem Spieltag wiederholen sollte: Wenig Ballbesitz, dafür eine extrem hohe Laufbereitschaft, tolle Moral, torreiche Spiele und Spannung bis zur letzten Minute. Mit anderen Worten: Der FCK steht derzeit für pures Entertainment und macht einfach nur Spaß! Soviel Spaß wie seit mindestens elf Spielzeiten nicht mehr.

    Trotz 14 Punkten: Der FCK zahlt regelmäßig Lehrgeld


    In der zweiten Liga werden Fehler zumeist direkt bestraft. In den ersten neun Spieltagen mussten die Roten Teufel bereits mehrfach Lehrgeld zahlen. Zuletzt geschah dies unter anderem in den Spielen gegen Darmstadt und Heidenheim, als individuelle Fehler seiner Vorderleute Torwart Andreas Luthe zu Fouls zwangen und die anschließend mit einem Foulelfmeter beziehungsweise einem Platzverweis geahndet wurden. Oder als Schusters Mannschaft in beiden Heimspielen gegen Magdeburg und Darmstadt einen zwei-Tore-Rückstand zwar spektakulär in eine Führung drehte, beide Spiele trotzdem nicht gewann. Zudem kassierten die Pfälzer die meisten Gegentreffer ausgerechnet nach Standardsituationen – in der dritten Liga war dies noch eine große Stärke der Hintermannschaft. Alleine Kiels Fabian Reese traf nach zwei Eckbällen innerhalb von sechs Minuten zweimal mitten ins Lautrer Herz. Doch trotz all dieser Nackenschläge punktete der FCK mit Ausnahme des Spiels gegen Paderborn in jeder Partie. Wie ist das eigentlich möglich?

    Teamgeist, Effizienz und Glück


    Während sich neu zusammengestellte Mannschaften wie Arminia Bielefeld und Greuther Fürth - trotz eines starken Kaders - immer noch extrem schwer tun, starteten die Lautrer erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit mit einem eingespielten Team. Das zahlt sich nun aus. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster steht sehr tief und überlässt dem gegnerischen Team zwar den Ball, lässt jedoch aus dem Spiel heraus kaum Torchancen zu. Die Laufbereitschaft, der Kampfgeist und die taktische Disziplin des Teams sind einfach nur herausragend. Mit Jean Zimmer, Terrence Boyd, Mike Wunderlich und Marlon Ritter stehen absolute 'Mentalitätsmonster' in den Reihen des pfälzischen Traditionsvereins. Zudem nutzt der FCK seine Möglichkeiten und Torraumszenen sehr konsequent. Mit den drittwenigsten Torchancen die zweitmeisten Tore der Liga zu erzielen, darf getrost als "brutal effizient" bezeichnet werden. Und dass die Mannschaft das Matchglück auch auf ihre Seite ziehen kann, zeigte die Auswärtspartie in Fürth. Dass die Lautrer zur Pause nicht schon hoffnungslos in Rückstand lagen, war neben einem überragenden Andreas Luthe auch einem sichtlich verunsicherten Gegner zu verdanken. Auch Magdeburg und Darmstadt hatten mehrere Möglichkeiten, 'den Deckel drauf zu machen' - sprich das Spiel vorzeitig für sich zu entscheiden. Beide nutzten diese aber zum Glück nicht.

    FCK: Das C steht für Comeback


    Auswärts mit einem Mann weniger auf dem Feld einem 1:2 Rückstand hinterherlaufen? Auf dem heimischen Betzenberg mit 0:2 hinten liegen? Bei solchen Spielständen durfte man in den vergangen Jahren getrost das Stadion verlassen und die Heimreise antreten. Auch wenn es „Lautrer geben niemals auf“ aus der Kurve schallte, bewiesen die Männer in Rot zumeist das Gegenteil und ergaben sich ihrem Schicksal.


    Vor ziemlich genau einem Jahr haben sich die Dinge geändert. Am 11. September 2021 reiste der SV Waldhof Mannheim erstmals als Favorit ins Fritz-Walter-Stadion. Bereits nach 41 Minuten standen die Lautrer nur noch zu neunt auf dem Platz. Doch dem SVW gelang es in den verbliebenen rund 50 Minuten trotz der Überzahl nicht, das pfälzische Bollwerk im 4-4-0 System zu bezwingen. Statt den Erzrivalen zu demütigen, ließen die 'Barackler' damit unfreiwillig den neuen beziehungsweise tradionellen Betze-Kampfgeist aus der Flasche. Seitdem werden wieder regelmäßig Spiele gedreht. In den sechs Saisonspielen, in denen die Roten Teufel bisher in Rückstand lagen, verließen sie den Platz nur ein einziges Mal als Verlierer.

    Es gibt nur einen Terrence Boyd


    Nicht nur dank seiner fünf Treffer und zwei Vorlagen ist Mittelstürmer Terrence Boyd für Coach Dirk Schuster absolut unersetzbar. Als Zielspieler ist der US-Amerikaner für das Konterspiel der prinzipiell sehr tief stehenden Lautrer die zentrale Figur. Der 31-Jährige reibt sich in Zweikämpfen auf, sichert und verteilt Bälle. Sollte der Publikumsliebling jedoch einmal länger ausfallen, ist keinerlei Ersatz in Sicht. Lex Tyger Lobinger und Muhammed Kiprit haben als alternative Mittelstürmer ihre Zweitligatauglichkeit bislang kaum nachweisen können. Die Torgefährlichkeit Boyds geht ohnehin jedem Einzelnen im Team ab. Ähnlich unersetzbar sind auch Topvorbereiter Marlon Ritter und Torhüter Andreas Luthe. Bis zu Philipp Klements Verpflichtung gehörte auch Mike Wunderlich in diese Kategorie. Das ist eindeutig zuviel Abhängigkeit von wenigen Schlüsselspielern. Zudem ist das Innenverteidiger-Duo Kevin Kraus und Boris Tomiak von solidem Zweitliganiveau noch weit entfernt. Mit anderen Worten: Trotz des starken Saisonauftakts wurde in den bisherigen neun Partien deutlich, dass der FCK spielerisch und von der Kaderbreite her nicht in die obere Tabellenhälfte gehört.

    Hengen hält Wort


    Sportchef Thomas Hengen hatte bereits in der Sommerpause formuliert, den Lautrer Kader erst nach dem Saisonstart der Bundesliga und der dadurch einsetzenden Personalrochaden zu komplettieren. Und er hielt Wort. Auf der Zielgeraden der Transferperiode wurde mit Aaron Opoku ein dribbelstarker Außenstürmer vom Hamburger Sportverein verpflichtet. Innenverteidiger Robin Bormuth kam mit jeder Menge Bundes- und Zweitligaerfahrung aus Paderborn. Abgeschlossen wurden die Transferaktivitäten mit dem Wechsel des offensiven Mittelfeldspielers Philipp Klement vom VfB Stuttgart. Einen Spielertypus wie Opoku, der eins-gegen-eins Situationen am gegnerischen Strafraum zu seiner Kernkompetenz zählt, gab es bisher nicht. Bormuth könnte mittelfristig einen Stammplatz in der Innenverteidigung ergattern und Klement hat sich bereits - neben Ritter und Wunderlich - als dritter Kreativspieler etabliert. Insgesamt haben die drei Transfers nicht nur die Kaderbreite deutlich verbessert, sondern auch die individuelle Qualität in allen drei Mannschaftsteilen erhöht. Einzig Terrence Boyd bleibt weiterhin absolut unersetzbar - einen längerer Ausfall könnte Dirk Schuster kaum kompensieren. In der Winterpause sollte wenn möglich unbedingt ein Back-Up-Spieler verpflichtet werden.

    Erwartungshaltung: Irgendetwas aus den letzten Jahren gelernt?


    Während die sportlich Verantwortlichen trotz aller Euphorie und dem insgesamt gelungenen Saisonstart Demut predigen und permanent vor der Stärke der zweiten Liga warnen, lässt sich bei einigen Beiträgen in den sozialen Medien und Foren einfach nur den Kopf schütteln. "Nach drei Unentschieden in Folge müssten drei Punkte in Heidenheim selbstverständlich sein; das torlose Remis in Sandhausen sei eine Blamage; vier Unentschieden in Folge hätten den Angriff auf die Tabellenspitze verhindert; der FCK muss schnellstmöglich zurück in die erste Liga" - Beispiele aus dem Alltag auf Facebook, Twitter und den zahlreichen FCK-Foren. Hinzu kommt, dass inzwischen einzelne Spieler während eines laufenden Spiels nach nur einem Fehler oder Fehlpass angefeindet oder als 'komplett unfähig' erklärt werden.


    Einige FCK-Fans scheinen aus den letzten Jahren nichts gelernt zu haben. Vom derzeitigen Auftreten der Männer in Rot hat die gesamte Pfalz doch jahrelang geträumt. Was passiert denn erst, wenn diese Mannschaft mal zwei oder drei Spiele in Folge verliert? Wird dann wieder alles in Frage gestellt? Richtet sich dann bei Heimspielen wieder die Stimmung gegen das eigene Team?


    Am kommenden Spieltag gastiert Mitaufsteiger Braunschweig am Betzenberg. Die Niedersachsen sind zwar nur Tabellensechzehnter, haben aber sieben ihrer insgesamt acht Punkte in den letzten drei Partien geholt. Die Formkurve der Eintracht zeigt aus Lautrer Sicht entsprechend zu einem schlechten Zeitpunkt weit nach oben. Anschließend geht es zum Tabellenführer Hamburger SV. In keiner dieser Partien „zählt nur ein Sieg“, wie einige Fans es vor ziemlich jedem Spiel einfordern. Als Aufsteiger in der 2. Liga bekommt man nichts geschenkt - weder gegen den Spitzenreiter noch gegen das Tabellenschlusslicht. Übrigens: Dynamo Dresden hatte in der vergangenen Saison nach dem 9. Spieltag lediglich einen Punkt weniger als der FCK heute. Gegenwärtig kämpfen die Dresdner mit 1860, Saarbrücken und Elversberg um die Spitzenplätze in Liga drei.

    Das Team verdient jede Unterstützung – auch wenn es mal nicht läuft


    Inklusive des Pokalspiels gegen den SC Freiburg hat die Lautrer Mannschaft seit der Rückkehr ins Fußball-Unterhaus in keinem einzigen der zehn absolvierten Pflichtspiele enttäuscht. Einen gut besuchten Betzenberg und eine Unterstützung wie beispielsweise bei den Auswärtsspielen in Heidenheim oder Fürth, als das Team 90 Minuten lang lautstark angefeuert wurde, haben sich die Roten Teufel absolut verdient. Erst recht dann, wenn die Ergebnisse und Leistungen einmal über mehrere Partien nicht stimmen sollten.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Punkt gewonnen. Punkt.


    Punkt gewonnen. Punkt.

    Auch im siebten Anlauf gelingt dem FCK beim SV Sandhausen kein Auswärtssieg. Dennoch können die Roten Teufel mit der Punkteteilung bei ihrem 'Angstgegner' sehr gut leben.


    Wenn, wie letzte Woche geschehen, die sehr offensiv ausgerichtete Mannschaft des 1. FC Magdeburg bei den Gegenpressingspezialisten des FCK gastiert, sind Tore quasi garantiert. Dass die beiden Trainer beim 4:4-Spektakel im Aufsteigerduell deutlich weniger Spaß hatten als die Zuschauer, ist anzunehmen. Am 7. Spieltag jedoch trafen die Roten Teufel beinahe auf ihr taktisches Spiegelbild. Beide Sowohl die Gäste aus der Pfalz als auch die Hausherren vom SV Sandhausen setzen regelrecht auf das Gegenpressing und vermeiden ballbesitzorientieren Fußball. Wenn beide Mannschaften den Ball entsprechend nicht haben will, sind die Voraussetzungen für einen fußballerischen Leckerbissen eher mau.

    „Erst die Zweikämpfe annehmen und dann Fußball spielen“


    In den bisherigen Saisonspielen wies der 1. FC Kaiserslautern selten eine Ballbesitzquote über 35 Prozent auf. Bei der Auswärtspartie bei SVS war der Ballbesitz mit 48 zu 52 Prozent aus Lautrer Sicht beinahe gleichmäßig verteilt. Beide Teams agierten einerseits im Gegenpressing, andererseits versuchten sie dem Gegner genau das nicht zu ermöglichen. Auf die Weise kam kein mutiger Offensivfußball zustande. Im Gegenteil, jeder schien zu wissen: Wenn der Gegner erst einmal führt, dann wird es ganz schwer. Also fokussierten sich beide Mannschaften überwiegend auf das Verhindern von Torchancen als auf die eigene Offensive. „Erst die Zweikämpfe annehmen und dann Fußball spielen“, lautete Schusters Ansage an sein Team. Der heimische SVS war in der ersten Halbzeit das überlegene Team und hatte die besseren, wenn auch kaum zwingenden Torchancen. Die Lautrer kamen nur nach Eckbällen zu Torgelegenheiten. Der zweite Durchgang ging - wie so oft in dieser Saison - eher an den FCK.

    Schuster will keinen „Kreativen“ opfern


    Im Gegensatz zum Heimspiel gegen Magdeburg, in dem das defensive Mittelfeld mit Marlon Ritter und Philipp Klement noch sehr offensiv ausgerichtet war, rückte gegen Sandhausen Julian Niehues auf die Sechser-Position. Die Aufstellung wirkte so, als wolle Trainer Dirk Schuster das Team defensiv verstärken, ohne jedoch einen seiner drei Kreativspieler Ritter, Klement und Wunderlich opfern zu müssen. Der Preis dafür war, dass Marlon Ritter auf der linken Seite eine eher ungewohnte Position einnahm und für seine Verhältnisse auch eher unterdurchschnittlich spielte.


    Die stärkste Phase der Gäste kam ausgerechnet nach der Auswechslung von Mittelfeldspieler Mike Wunderlich auf. Dem Routinier gelang zwar mehr als seinen Kreativkollegen Ritter und Klement, jedoch gelang es, das taktische Konstrukt durch seine Auswechslung wieder gerade zu rücken. Schuster wechselte dann mit Kenny-Prince Redondo einen klassischen Außenbahnspieler ein. Am Ende ließ sich der FCK, wie es Schuster formulierte, „nicht mehr von den Ködern des Gegners locken“ und nahm den Punkt zufrieden mit nach Hause. „Den Gefallen, über einen Ballverlust in einen schnellen Konter zu laufen, haben wir dem Gegner nicht getan“, erklärte der Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz. Als erfahrener Coach weiß Schuster einfach, wann man mit einem Punkt zufrieden sein muss. Zumal die Männer in Rot erstmals in dieser Saison ohne Gegentreffer blieben.

    Los Borrachos vom Hardtwald


    Gäbe es nicht die furchtbare Bilanz der Roten Teufel mit mickrigen drei Punkten aus sieben Auftritten im Hardtwaldstadion, müsste man den SV Sandhausen einfach nur mögen. Dort klopfte einst Dietmar Hopp mit seinen Millionen an, um den Club in sein „Projekt“ umzuwandeln und in die Bundesliga zu katapultieren. Die Sandhäuser jedoch winkten dankend ab und verbrachten, auch ohne die Zuwendungen des feinfühligen Milliardärs, nunmehr elf Jahre ununterbrochen mit einem Mini-Etat in der 2. Liga. Allein dafür habt der Verein riesigen Respekt verdient. Ganz großer Sport war auch das Banner eines SVS-Fanclubs, der sich - hoffentlich nur ironisch - „Los borrachos del tablón“ nennt. Den Namen (übersetzt: „Die Besoffenen der Tribüne“) entlieh man kurzerhand bei den Hooligans des argentinischen Hauptstadtclubs River Plate. Wie groß der Respekt der „barra bravas“ vor der Fanszene des Rhein-Neckar-Kreises ist und mit wieviel Hingabe im Estadio Monumental in Buenos Aires schwarz-weiße Sandhausen Flaggen geschwenkt werden, kann nur vermutet werden. Von einer Fanfreundschaft ist hierzulande zumindest noch nichts zu vernehmen gewesen.

    Acht Punkte Vorsprung auf Platz 16


    In den Jahren vor der Drittklassigkeit fuhr der FCK stets als Favorit, der unbedingt gewinnen musste, nach Sandhausen - nur um wenig später mit einer weiteren Enttäuschung heimzukehren. An diesem siebten Spieltagen waren Vorzeichen andere: Zwar reisten die Lautrer mit fünf Punkten Vorsprung auf den SVS in die Kurpfalz, allerdings waren es erstmals in der Historie der beiden Kontrahenten eher die Sandhäuser, die mit dem Druck gewinnen zu müssen in die Partie gingen. Daher startete das Heimteam gegen Ende des Spiels noch eine kleinere Schlußoffensive, während die Gäste nichts mehr riskieren wollten. Die Pfälzer fuhren daher zufrieden mit einem Punktgewinn nach Hause und halten nun acht Punkte Vorsprung auf Tabellenrang 16. Das wiederum entspricht nichts anderem als einem phantastischen Saisonstart. Am nächsten Sonntag gastiert mit Darmstadt 98 ein personell stark besetzter Aufstiegskandidat am Betzenberg. Die Lilien werden sicher mehr als ein Unentschieden mit nach Hause nehmen wollen. Das sollte dem FCK durchaus entgegen kommen.

    Betze Inside: Datenanalyse zu SVSFCK


    Ausgeglichener hätte eine Partie kaum sein können. Mit einer Ausnahme lagen beide Mannschaften bei allen Statistiken nahezu gleichauf. Die höhere Ausbeute beim Eckenverhältnis wusste der FCK allerdings nicht für sich zu nutzen. Auch der Blick auf den xG-Plot zeigt, dass sich keine der beiden Mannschaften einen Treffer verdiente. Statistisch betrachtet geht das torlose Unentschieden damit absolut in Ordnung.



    Grafiken: Darstellung von Betze Inside (Instagram / Twitter)


    Quelle: Treffpunkt Betze