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    Diskussionsthema zum Artikel: Axel Bellinghausen: Wie der FCK ihn prägte


    Axel Bellinghausen: Wie der FCK ihn prägte

    Der frühere FCK-Spieler Axel Bellinghausen hat mit Treffpunkt Betze über seine Zeit beim FCK und seine neue Aufgabe beim Bezirksligisten SC Unterbach gesprochen.


    Im Jahr 2005 wechselte der damals 22-jährige Bellinghausen vom Regionalligisten Fortuna Düsseldorf auf den Betzenberg. Im darauffolgenden September durfte er dann nach anfänglichen Einsätzen für die zweite Mannschaft sein Debüt für das Bundesligateam geben. In den folgenden Saisons entwickelte er sich wegen seiner kämpferischen Attitüde auf dem Platz zum Publikumsliebling und Mannschaftskapitän. In dem Gespräch mit Treffpunkt Betze erzählt er vom mulmigen Gefühl vor dem Bundesliga-Debüt, dem Nichtabstiegsendspiel im Mai 2008 gegen den 1. FC Köln und von den Trainern während seiner Zeit in Kaiserslautern.

    Schöne Erinnerungen ans Bundesliga-Debüt

    An den 25. September 2005 erinnert sich Bellinghausen heute gerne zurück. Beim Stand von 0:1 im Spiel gegen den VfB Stuttgart zur Pause eingewechselt, gab der damalige Youngster sein Debüt in der Bundesliga. Obwohl er die 0:1 Niederlage des FCK nicht mehr abwenden konnte, seien die “schönen Erinnerungen vom Debüt noch sehr präsent”. In der Halbzeit sei ihm von FCK-Trainer Michael Henke mitgeteilt worden, dass er sich aufwärmen solle. Es sollten “verdammt lange 15 Minuten” folgen, in denen Bellinghausen ein angenehm mulmiges Gefühl und eine ungeheure Vorfreude begleiteten. Die Anspannung war beim gebürtigen Siegburger jedoch mit Anpfiff der zweiten Halbzeit verflogen und sein erfolgreiches Debüt machte bei ihm Lust auf mehr.

    Bellinghausens Credo: Kämpfen

    Nicht zuletzt wegen seiner vorbildlichen kämpferischen Einstellung auf dem Platz war Bellinghausen beim Anhang der Roten Teufel sehr beliebt. Von sich selbst sagt er, dass er zwar nicht der “filigranste Techniker” gewesen sei, jedoch immer dem Publikum das Gefühl geben wollte, alles auf dem Platz zu geben. Sein kämpferisches Credo kam beim FCK so gut an, dass der bekennende Rheinländer schnell zum Publikumsliebling avancierte. Seine Nähe zum Anhang der Roten Teufel zeigt sich heute durch einige während seiner Zeit beim FCK entstandenen Freundschaften mit FCK-Fans. Für Bellinghausen sind die Fans in Kaiserslautern etwas “ganz Besonderes” im deutschen Fußball.

    “Stolz, in einer Riege an FCK-Kapitänen wie Fritz Walter zu stehen”

    Die Übertragung des Mannschaftskapitän-Amtes im Frühjahr 2008 sei für Bellinghausen trotz seiner guten Leistungen auf dem Platz eine “absolute Überraschung” gewesen, mit der er nicht gerechnet habe. FCK-Trainer Milan Sasic sei ein paar Wochen nach der Winterpause zu ihm gekommen und habe ihn zum Kapitän gemacht. Trotz der heiklen Situation und dem großen Druck zu dieser Zeit - der FCK steckte im Frühjahr 2008 tief im Abstiegskampf der Zweiten Liga - begleite ihn ein unfassbarer Stolz, FCK-Kapitän gewesen zu sein. Als Kapitän in Kaiserslautern stehe man “in einer Riege an FCK-Kapitänen wie Fritz Walter, die den Verein groß gemacht haben” - ein tolles Gefühl.

    Das emotionalste Spiel der Karriere

    Bei der Frage nach dem schönsten Spiel während seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern muss der Mittelfeldspieler nicht lange nachdenken - das “Endspiel” um den Nichtabstieg gegen den aus der Zweiten Liga aufsteigenden 1. FC Köln am 18. Mai 2008 (3:0). Am letzten Spieltag der Saison hing für den FCK an diesem Tag “alles am seidenen Faden”, ein Abstieg in die Dritte Liga war für viele unvorstellbar. In einer kampfbetonten Partie sorgten auf dem ausverkauften Betzenberg innerhalb von 11 Minuten Josh Simpson (70. Minute) und MarcelvZiemer (76. / 81. Minute) für die Rettung der Roten Teufel.


    Bellinghausen führte seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld und konnte das 1:0 durch Simpson durch eine Flanke von der linken Seite vorbereiten. Für ihn sei nach dem Spiel ein “riesiger Druck” abgefallen, und nicht zuletzt spricht er beim sogenannten “Herzblutfinale” vom “emotionalsten Spiel” seiner Karriere, an dessen Ende der FCK mit seinen Fans den Klassenerhalt feiern konnte.

    “Beim FCK prasselt als junger Spieler einiges auf einen ein”

    Auch mit Blick auf das Spiel gegen den “Effzeh” spricht Bellinghausen von einer sehr intensiven Zeit, die er in Kaiserslautern erlebte. Die Fluktuation an Trainern sei beim FCK enorm hoch, die Erwartungshaltung von außen ebenfalls - folglich sei besonders auf junge Spieler wie ihn damals “einiges eingeprasselt”. Misserfolge beschäftigten einen auch abseits des Platzes noch sehr. Nichtsdestotrotz habe er von jedem Trainer aus seiner Zeit in Kaiserslautern einiges mitgenommen: Er nennt die “angenehme Zeit” mit Wolfgang Wolf, der sehr gut mit jungen Spielern umgegangen sei. Sehr prägend sei auch die Ausbildung durch die beiden Trainer Hans-Werner Moser und Kosta Runjaic gewesen, zu denen er noch heute ab und zu Kontakt habe. Und nicht zuletzt lehrte Milan Sasic, der stets “sehr hart zu sich selbst und zu den Spielern war”, was es bedeutet, wenn der Verein über allem steht.

    Bellinghausen als FCK-Glücksbringer

    Auch wenn Bellinghausen die längste Zeit seiner Karriere als Spieler in Düsseldorf verbrachte, sei ihm die Zeit in Kaiserslautern in guter Erinnerung geblieben. Der Kontakt zu Spielern wie Florian Dick oder Fabian Schönheim ist nie abgebrochen. Beim Spiel gegen 1860 München freute er sich mal wieder ein Spiel im Fritz-Walter-Stadion zu verfolgen - und prompt fuhr die Mannschaft von Trainer Antwerpen den bisher einzigen Saisonsieg ein (Anm. d. R.: Das schreit förmlich nach dem Erwerb einer Dauerkarte).


    Eine Prognose bezüglich der aktuellen Runde wollte er jedoch nicht abgeben, da eine solche in der Dritten Liga sehr schwierig wäre. “Am Ende musst du Punkte holen und die Fans besänftigen”, meint der heute 38-jährige und verweist auf die vielen, beinahe obligatorisch zum FCK dazugehörenden Unentschieden in der Dritten Liga. Das Fußball-Publikum sei momentan “sehr sensibel”, da es lange keinen Fußball mehr im Stadion zu sehen gab.

    Comeback in der Bezirksliga beim SC Unterbach

    Doch was macht Bellinghausen mittlerweile eigentlich selbst? Der frühere Bundesligaprofi hat seine Fußballschuhe noch nicht endgültig an den Nagel gehangen. Seit Sommer 2021 spielt der Linksfuß beim Bezirksligisten SC Unterbach aus Erkrath-Unterfeldhaus, nachdem er zuvor ab Sommer 2018, seiner letzten Saison bei Fortuna Düsseldorf, für einige Jahre als Co-Trainer bei “seiner” Fortuna arbeitete. Mit den beiden Unterbacher Trainern Andrea Del Polito und Roberto Marquez seien seine Frau und er seit Jahren befreundet, sodass er keine Eingewöhnung brauchte und sogar einige Spieler schon kannte. Bereits vor Jahren bestand schon der Kontakt zwischen Bellinghausen und Del Polito über einen möglichen Wechsel nach Unterbach, doch musste er früher noch aus zeitlichen Gründen ablehnen. Umso mehr freut es ihn, dass es nun geklappt hat. Und wegen seines Alters macht sich der 38-Jährige keine Sorgen - sein “Spielergewicht ist sogar noch genau das gleiche wie früher”.


    Bellinghausen betont jedoch, dass sein Wechsel zum SCU keinesfalls eine Art “PR-Gag” gewesen sei, sondern aus voller Überzeugung - sowohl von ihm als auch innerhalb des Teams - geschehen sei. Er sei “genauso ein Spieler, wie jeder andere in der Mannschaft auch”, und will möglichst bei jedem Training und jedem Spiel dabei sein. Und wenn es mal nicht klappt? Dann sei das in der Bezirksliga kein ganz so großes Problem, wie es beispielsweise eines in der Bundesliga bei Düsseldorf wäre, sagt er lachend. Einer der Vorzüge des Amateursports, in der Tat.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Wird das Südwestderby zum vorzeitigen Endspiel?


    Wird das Südwestderby zum vorzeitigen Endspiel?

    Beim FCK herrscht Abstiegskampf statt Euphorie. Das bevorstehende Südwestderby gegen Waldhof Mannheim könnte Energien frei setzen oder den Trainer den Job kosten.


    Das Derby gegen Waldhof Mannheim am Samstag (14 Uhr) wird für Mannschaft und Trainer zum Schicksalsspiel. Kann sich der FCK mit einem Sieg aus der Krise hieven?


    Bei der 0:1-Niederlage des FCK in Magdeburg konnte das Team von Trainer Marco Antwerpen den Erwartungen wieder nicht gerecht werden und offenbarte insbesondere große Schwächen in der Spielanlage und im Angriffsspiel: Gegen den derzeitigen Tabellenführer gelang es dem FCK nicht, innerhalb der gesamten Spielzeit mehr als nur eine einzige Chance durch Mike Wunderlich (86. Minute) herauszuspielen. Somit reichte der quirligen und effizienten Mannschaft von Trainer Christian Titz das einzige Tor des Spiels durch Luca Schuler in der Anfangsphase, um gegen die Roten Teufel einen letztlich ungefährdeten Sieg einzufahren.

    Gute Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen

    Der 1. FC Kaiserslautern steht vor dem Derby gegen Waldhof Mannheim also mal wieder mit dem Rücken zur Wand - auch Antwerpen ist nun mächtig gefordert. Gelingt auch gegen den Nachbarn aus der Kurpfalz wieder kein Sieg, dürfte auch intern erfahrungsgemäß über eine Nachfolge des sich erst seit Februar diesen Jahres im Amt befindenden Trainers diskutiert werden. Dies hat vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet Antwerpen in seinem ersten Spiel für den viel umjubelten 2:0 Auswärtssieg der Roten Teufel beim letzten Derby in Mannheim sorgte, einen besonderen Beigeschmack.

    Die Bilanz spricht eindeutig für ein Remis

    Die letzten Duelle zwischen beiden Rivalen zeigten sich jedoch als äußerst ausgeglichen, von den letzten vier Spielen endeten gar drei Unentschieden. Und auch insgesamt fällt beim Blick auf die Statistik der bisherigen Duelle auf, dass sich beide Vereine oft auf Augenhöhe bewegten: Acht FCK-Siegen stehen sechs Siege von Waldhof Mannheim gegenüber, dazu kommen weitere acht Unentschieden.


    Nach dem überzeugenden 3:0 Sieg der Waldhöfer am vergangenen Samstag gegen Türkgücü München dürfte die Mannschaft von Patrick Glöckner jedoch mit einigem Selbstvertrauen in das Derby gehen. Außerdem spielt der SVW - anders als der FCK - in der zweiten Saison in Folge in der oberen Tabellenhälfte mit. Und das trotz eines finanziell kleineren Budgets als der “große” FCK, der sich seinen Kader fast zwei Millionen mehr kosten ließ. Doch in Sachen Neuzugängen ließ auch Mannheim in diesem Sommer mit dem Transfer des “ewigen” Heidenheimers Marc Schnatterer aufhorchen, den man für die Aufgabe in der Dritten Liga gewinnen konnte. Und auch der defensive Mittelfeldspieler Marco Höger, vom 1. FC Köln gekommen, spielt seit Sommer in Mannheim.

    Derby-Atmosphäre auf dem Betzenberg

    Doch was macht nun aus FCK-Sicht überhaupt Hoffnung für das Spiel am Samstag? Sicherlich erstmal, dass das Südwestderby kein “gewöhnliches” Spiel ist, sondern bei Spielern, Verantwortlichen und Fans in den vergangenen Jahren stets große Emotionen weckte. Zudem werden wieder bis zu 20.000 Zuschauer auf dem Betzenberg dabei sein dürfen. Diese Partie kann für den FCK eine Chance sein, weil die Euphorie vor dem Derby trotz des miserablen Saisonstarts groß ist und ein Derbysieg, wie man beim Antwerpen-Einstand letzte Saison sehen konnte, für einen Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans sorgen kann. Dafür sollten jedoch vor allem Teamgeist und Wille zu sehen sein - zwei Eigenschaften, ohne die man kein Derby wird gewinnen können.

    Spielerischer Nachholbedarf

    Auch spielerisch muss sich im Vergleich zum vergangenen Spiel beim FCM einiges tun: Antwerpens Team muss sich im Kombinationsspiel steigern, um die Mannheimer am Samstag vor ernsthafte Probleme zu stellen. Die Magdeburger machten am Samstag vor, wie man von hinten raus mit einer klaren spielerischen Idee den Gegner immer wieder in Gefahr bringen kann. Doch auch über eigene Standards sollte deutlich mehr Gefahr entstehen als in den bisherigen Saisonspielen. Denn wie der Kopfballtreffer von Kevin Kraus im ersten Südwest-Derby (2019) in der Dritten Liga zeigte, können ruhende Bälle vor allem bei aufgeheizter Atmosphäre für entscheidende Wendungen im Spielverlauf sorgen. Jener Kevin Kraus dürfte auch für das Spiel am Samstag wieder große Chancen haben in der Startaufstellung stehen, da Neuzugang Max Hippe mit einer Fußverletzung weiter außer Gefecht gesetzt ist. Der 23-Jährige, aus der zweiten Mannschaft vom BVB gekommen, verletzte sich beim Spiel in Magdeburg unglücklicherweise in der letzten Phase des Aufwärmens und musste kurzfristig von Kraus vertreten werden. Wohingegen mit Hippe ein Verteidiger fehlt, ist mit Felix Götze am Sonntag eine wichtige Säule ins FCK-Mannschaftstraining zurückgekehrt - ein Einsatz im Derby ist für ihn jedoch noch nicht möglich.


    Schlussendlich bleibt zu hoffen, dass die Roten Teufel die schmerzhafte Niederlage in Magdeburg gut verkraftet haben und die Unterstützung von den Rängen am Samstag in positive Energie ummünzen können. Doch sollte die Mannschaft spielerisch enttäuschen und man am Ende wieder mit leeren Händen dastehen, so wird die Luft für Antwerpen am Betzenberg erfahrungsgemäß dünn werden - was gerade mit dem Blick auf den enormen Trainer-Verschleiß beim FCK in den letzten Jahren fatal wäre. Alle FCK-Fans hätten sicherlich nichts dagegen, wenn sich durch einen Erfolg im Derby wie im vergangenen Februar eine neue Energie in Verein und Umfeld breitmacht und Antwerpen in seinem Traineramt gefestigt wird.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Versagen auf großer Bühne


    Kommentar: Versagen auf großer Bühne

    Der 1. FC Kaiserslautern bleibt auch am 7. Spieltag auswärts weiter punkt- und torlos. In Magdeburg offenbarten die Roten Teufel erneut die bekannten Schwächen.


    Meine Vorfreude auf das Duell der beiden Traditionsvereine aus Magdeburg und Kaiserslautern war groß, bereits Tage vor dem im Free-TV ausgetragenen Spiel fieberte ich dem Anpfiff entgegen. Nach den an Kritik nicht gerade sparenden Worten Antwerpens unter der Woche und der angekündigten Rückkehr der FCK-Ultras war meine Hoffnung auf den Turnaround zwar nicht riesig, aber in jedem Fall existent: Ein ausverkauftes stimmungsvolles Stadion, der abendliche Spieltermin und die Chance für den FCK, sich durch die Liveübertragung der ARD Millionen von Menschen zu präsentieren. Die Rahmenbedingungen für dieses wichtige Spiel stimmten. Es ist nicht so, dass ich ein Offensivfeuerwerk vom FCK erwartete. Nein, am liebsten wäre mir vor dem Spiel ein „dreckiger“ Arbeitssieg gewesen: Pure Effizienz vor dem Tor gepaart mit dem unbedingten Willen, sein eigenes Tor sauber zu halten.

    Überforderte Lauterer Defensive in der Anfangsphase - Hippes unglücklicher Einstand

    Doch bereits nach der ersten Viertelstunde war mir bewusst, dass ich auch diesmal wieder enttäuscht werden würde und mich nach dem Abpfiff wieder ärgere, den Samstagabend nicht anders verbracht zu haben. Im Prinzip stand in der Anfangsphase keine FCK-Mannschaft auf dem Platz, die der Magdeburger Power auch nur ansatzweise etwas entgegenzusetzen gehabt hätte. Dabei war es keine Überraschung, dass Magdeburg wie auch in den letzten Spielen gerade zu Beginn sehr forsch und mit hohem Tempo agieren würde. Doch dem FCK gelang es nicht, Ruhe in das Spiel zu bekommen und auch mal selbst Ball und Gegner laufen zu lassen, stattdessen rollte ein Magdeburger Angriff nach dem anderen auf das Tor von FCK-Torhüter Matheo Raab. Was banal klingt, für die Roten Teufel jedoch nicht zu verteidigen war, ist das immer gleiche Strickmuster in der Spielanlage vom FCM: Aufbau des Spiels über Torhüter Reimann, diagonale Verlagerung des Spiels auf die Außenbahnen, ein unwiderstehlicher Zug nach innen und ein schneller Abschluss aufs Tor. Auch der Siegtreffer von Luca Schuler, der in der 7. Minute die FCK-Defensive mit einer feinen Einzelaktion düpierte, fiel auf diese Weise. Und auch wenn später von einem Traumtor zu lesen war, so entstand dieser Treffer keineswegs zufällig, sondern entsprach einem klaren Magdeburger Spielkonzept, gegen das der FCK keine Mittel fand.


    Ein Aspekt, der durch das FCK-Verhalten in der Defensive bei Schulers Treffer wieder einmal offenbart wurde, ist die fehlende (Handlungs-) Schnelligkeit und Dynamik in der Abwehr von Antwerpens Mannschaft. Ein Spieler wie Kevin Kraus hat seine Stärken, insbesondere im Kopfballspiel, das ist kein Geheimnis. Genau das hat er auf dem Betzenberg nicht nur mit seinem Treffer beim ersten Drittliga-Derby nach dem Aufstieg des SV Waldhof Mannheims bereits eindrucksvoll bewiesen. Doch ob er Aufgaben wie gegen die quirligen Magdeburger noch gewachsen ist, darf zumindest angezweifelt werden. Viel zu oft lief er Spielern wie eben Schuler oder auch Baris Atik, der in der Zeit von 2017 bis 2018 selbst mal kurz das FCK-Trikot trug, nur hinterher und konnte keinen Zugriff bekommen. Dass Kraus überhaupt in der Startelf stand, lag nicht zuletzt daran, dass sich mit Neuzugang Maximilian Hippe ein weiterer Spieler im FCK-Kader verletzte, unglücklicherweise in der letzten Aktion des Aufwärmens. Besonders schwer wiegt diese Tatsache vor dem Hintergrund, dass Antwerpen große Stücke auf den Abwehrmann zu halten scheint: Auf der einen Seite lässt dieses „Startelfdebüt“, welches am Ende keines war, einiges von Hippe versprechen. Auf der anderen Seite zeigt es, welche Defizite die Kaderzusammenstellung im aktuellen Transfersommer hatte, wenn gerade in der Defensive ein junger Last-Minute-Transfer aus der Regionalliga bereits nach einer Trainingswoche den Vorzug vor bewährten Kräften bekommt. Denn auch Marvin Senger hat nach seiner starken Rückrunde im vergangenen Jahr nachgelassen und scheint unter Antwerpen momentan nicht sonderlich viel Vertrauen zu genießen.

    Die Problemzone Offensive

    Das Enttäuschendste an diesem Spiel war jedoch nicht die Defensivleistung des FCK, sondern die eigene Spielanlage. Der FCK brachte es wie auch in den vergangenen Spielen nicht zustande, den Gegner durch Ballbesitzstaffetten gezielt laufen zu lassen und sich dann durch gutes Passspiel Torchancen herauszuspielen. Was der FCM von Beginn an gnadenlos auf den Platz brachte, ließen die Lauterer bis in die letzte Minute vermissen: Dass Wunderlichs Chance in der 86. Minute die einzige für den FCK in diesem so wichtigen Spiel ist, zeigt, wie groß die Probleme momentan sind. Denn gerade das Beispiel Magdeburg bestätigt, dass auch ein Fast-Absteiger der vergangenen Saison, dem die dominante Spielidee von Trainer Christian Titz schon im Abstiegskampf eingetrichtert worden ist, durch seine Spielidee jeden Gegner in der Liga nach ähnlichem Muster an die Wand spielen kann. Nicht umsonst steht die Mannschaft von Titz nach sieben Spieltagen an der Tabellenspitze.

    Doch dieses klare Spielkonzept, wie es Titz in Magdeburg verkörpert, fehlt in meinen Augen beim FCK auch unter Antwerpen noch voll und ganz, wobei die Mentalität dem Team fast in keinem Spiel abzusprechen ist. Daher ist die Frage aus meiner Sicht berechtigt, wie Antwerpens Mannschaft Tore erzielen will – abgesehen von Einzelaktionen, Kontern und na ja, Standardaktionen. Denn außer dem überzeugenden Spiel gegen 1860 München am 4. Spieltag erzielten die Lautrer in sechs weiteren Ligaspielen gerade mal ein Tor – viel zu wenig für einen Verein mit diesen immer noch vorhandenen finanziellen Möglichkeiten und diesen Ambitionen.

    Klingenburg: „Auf so eine Scheiße habe ich keinen Bock"

    Auch nach dem Spiel gegen die Magdeburger fanden die FCK-Spieler wieder deutliche Worte - insbesondere Klingenburg, der ein starkes Spiel im Mittelfeld machte und quasi an jeder FCK-Aktion beteiligt war, zeigte sich aufgrund der Leistung einzelner Mitspieler frustriert. In seiner Wutrede bei Magenta Sport nach Abpfiff des Spiels bemängelte er insbesondere die Schläfrigkeit seines Teams zu Beginn des Spiels: Man müsse „immer erst einen kriegen“, damit alle „wach“ seien. Recht hat er. Doch die Aussprache des Mittelfeldspielers zeigt auch, dass es innerhalb des Teams zu rumoren scheint. Es zeichnet sich ab, dass auch die aktuelle Saison voll in Richtung Abstiegskampf laufen wird – und die Alarmglocken sollten spätestens nach der Niederlage in Magdeburg bei jedem klingeln. Gerade mit dem nächsten Spiel gegen Waldhof Mannheim steht für Trainer Antwerpen ein richtungsweisendes Spiel an. Denn wer den FCK kennt, der ahnt, dass schon jetzt bereits auch intern teilweise an Antwerpen gezweifelt werden wird. Sollte auch gegen Mannheim keine gute Leistung folgen, würden Nachfolgeoptionen sicherlich schon bald geprüft werden.

    Wird das Derby zum Endspiel?

    Doch einen Trainerwechsel über das Knie zu brechen, sollte beim FCK aufs Äußerste vermieden werden: Zuerst einmal ist das Duo Antwerpen/Hengen noch nicht lange im Amt, sodass durchaus Zeit nötig sein kann, um ein Team aufzubauen, dass als Einheit wächst und eine klare Spielphilosophie verfolgt. Andererseits stellt sich nach bisher vier verpufften Trainerwechseln in der dritten Liga die Frage, inwiefern ein Trainwechsel die Wende herbeiführen kann. Aus meiner Sicht beschreibt ein Trainerwechsel oft das reflexartige Klammern an eine Hoffnung nach Besserung durch einen personellen Austausch auf einer Position, die bei einem unausgewogen zusammengestellten Kader nicht alleine den sportlichen Erfolg einstellen kann. Wirklich erfolgversprechend kann ein Trainerwechsel in der aktuellen Situation jedoch gar nicht sein, da es schwierig sein wird, Wunschtrainer für einen Verein wie den FCK zu gewinnen, der im letzten Jahr mehr Trainer verscherbelt hat, als andere Vereine es in Jahrzehnten tun.


    Dennoch muss sich gerade nach dem Spiel in Magdeburg auch Antwerpen hinterfragen und dringend ein Konzept finden, was dem FCK sportlichen Erfolg bringt. Leider war der gestrige Auftritt vor allem in Sachen Spielanlage wieder einmal eine große Enttäuschung und nicht drittligatauglich. Den Roten Teufeln muss es endlich wieder gelingen, dem Gegner ihr eigenes Spiel aufzuzwingen und sich eine Spielphilosophie zu entwickeln, die wieder mehr zwingende Chancen kreiert. Doch auf kurze Sicht zählt natürlich erst mal nur das Derby am kommenden Samstag gegen Waldhof Mannheim. Egal wie, der FCK muss in diesem Spiel zuhause einen Sieg einfahren. Und dann kann so ein Derbysieg auch noch einmal eine ganz neue Energie freisetzen.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Das Pokal-Aus als Hoffnungsmacher


    Kommentar: Das Pokal-Aus als Hoffnungsmacher

    Trotz Mentalität und Kampfgeist musste sich der FCK gegen Gladbach geschlagen geben. Die spielerische Qualität macht wiederum Hoffnung für den Drittliga-Alltag.


    Der 1. FC Kaiserslautern ist nach der 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach aus dem DFB-Pokal geflogen. Dennoch konnte das Team von FCK-Cheftrainer Marco Antwerpen dem Bundesligisten über die volle Spielzeit Paroli bieten. Das wiederum macht Hoffnung für die kommenden Ligaspiele.


    Spieltagsbilder: 1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach (0:1, DFB-Pokal)

    Veränderte Taktik gegen Gladbacher Offensivpower

    Um gegen die hochkarätig besetzte Offensive der Gladbacher um Kapitän Lars Stindl zu bestehen, wählte Antwerpen zum ersten Mal in der laufenden Saison eine neue Formation: Eine physisch robuste Dreierkette um Marvin Senger, Kevin Kraus und Boris Tomiak sollte dafür sorgen, dass die schnellen und technisch starken Gladbacher gar nicht erst ins Spielen kommen. Somit kam Senger, der in den ersten beiden Ligaspielen noch wegen einer Risswunde passen musste, zu seinem ersten Saisoneinsatz für den FCK. Dazu brachte Antwerpen neben Senger auch Kevin Kraus und Kenny-Prince Redondo neu ins Team und reagierte damit auf die verletzungsbedingten Ausfälle von Dominik Schad und Marlon Ritter.


    Und die neue 3-3-2-2 Formation schien ihre Früchte von Beginn an zu tragen: Antwerpens Mannschaft agierte gegen den Ball von Beginn an sehr kompakt und aggressiv. Die Roten Teufel vermittelten den Eindruck, als wollten sie jeden verlorenen Ball zurückerobern - ruppige Zweikämpfe und haufenweise Sprints inklusive. Bezeichnend waren schon die ersten Sekunden des Spiels, in denen der FCK vorne extrem früh attackierte und nach einem direkten Ballgewinn bereits nach 27 Sekunden den ersten Abschluss vorzuweisen hatte - Klingenburg verzog jedoch. Auch in den folgenden Minuten war auf dem Rasen kein Klassenunterschied zu erkennen. Die Gladbacher Führung nach 11 Minuten war daher völlig überraschend: Mit all seiner Klasse leitete Stindl den Gladbacher Angriff zunächst ein und köpfte nach einem schwer zu verteidigenden Lauf aus der Tiefe gegen die Laufrichtung von FCK-Torwart Matheo Raab ins Tor. Auch weil Götze seinen Gegenspieler in dieser Situation aus dem Auge verlor, stimmte die Zuordnung in der Lauterer Hintermannschaft hier überhaupt nicht.

    Fans treiben Mannschaft nach vorne

    Die Roten Teufel versteckten sich nicht und spielten weiter nach vorne. Beflügelt wurden sie dabei von der - trotz beschränkter Zuschauerkapazität - euphorischen Stimmung auf den Rängen. Nicht umsonst sprach Tomiak nach dem Spiel von einer "richtig guten Atmosphäre", und Redondo hatte das Gefühl, "vor 20.000 statt vor 5.000 Zuschauern zu spielen".


    Was außerdem extrem positiv auffiel: Nachdem Antwerpen nach der letzten Niederlage in Meppen die Einstellung seiner Spieler bemängelt hatte, zeigte sich der FCK diesmal aufopferungsvoll kämpfend und ging bisweilen forsch zu Werke. Gerade im Mittelfeld warfen sich Felix Götze, Mike Wunderlich und Mark Klingenburg im Minutentakt in die Zweikämpfe, sodass sich das Durchkommen für die Gäste als diffizile Angelegenheit herausstellte. Dass man nach dem frühen 0:1 nicht aufsteckte und sich weiter Chancen herausspielte, ist dem Team gerade deswegen hoch anzurechnen, weil eine Führung den Favoriten im Pokal oft in die Karten spielt und gerade die "Fohlen" für ihr schnelles Umschaltspiel bekannt sind. Trotz allem wankte der FCK kurz vor der Halbzeit dann doch, als sich Gladbach mehrfach gefährlich vor das Tor der Gastgeber kombinierte. Ein Tor fiel nicht, sodass sich der FCK die Chance auf die Sensation bewahrte.

    Problemzone Standards

    Ein jahrelanges Problem in Kaiserslautern sind bekanntermaßen die Standards: Im Angriff gelingen viel zu selten Tore nach ruhenden Bällen, und in der Verteidigung führt gefühlsmäßig jeder Eckball oder Freistoß zu einer gefährlichen Situation. Auch Felix Götze befand nach dem Gladbach-Spiel im ARD-Interview, dass in Sachen Standards noch "viel Nachholbedarf" bestünde, denn auch in diesem Spiel "brannte es hier oft wieder lichterloh". Was dem FCK fehlt sind nicht die großgewachsenen und kopfballstarken Spieler, davon standen unter anderem mit Tomiak, Senger und Kraus genug auf dem Platz. Vielmehr ist sowohl bei Offensiv- als auch bei Defensivstandards kein durchdachter Plan zu erkennen, was auch im Gladbach-Spiel wieder zu Großchancen nach Eckbällen wie der von Stefan Lainer in der 40. Minute führte.


    Gerade im faden Drittliga-Alltag, in dem viele Mannschaften durch wenig offensiven Aufwand und eine große defensive Absicherung Spiele gewinnen wollen, könnte diese Standard-Unfähigkeit dem FCK auf Dauer zum Verhängnis werden. Denn gegen einen tief stehenden Gegner sollten gerade, wenn aus dem Spiel heraus wenig geht, Standardsituationen für Gefahr sorgen. Und andersherum darf es nicht passieren, dass man ein Spiel trotz Überlegenheit durch das schlampige Verteidigen von Standards wieder herschenkt. Daher der dringende Appell an Antwerpen und Mannschaft: Trainiert Standards!

    Niehues-Debüt für den FCK

    Eine von vielen Geschichten dieses denkwürdigen Abends auf dem Betzenberg war die Einwechslung des 20-jährigen Julian Niehues zur Halbzeit. Denn gegen keinen geringeren als seinen ehemaligen Verein feierte der Youngster sein Debüt im Dress des FCK und fügte sich nahtlos in das zeitweise feine und schnörkellose Kombinationsspiel von Antwerpens Team ein. Nach dem Spiel sprach er von einem "Wahnsinnsgefühl" und schwärmte davon, zum ersten Mal vor Fans in einem Pflichtspiel für den FCK auf dem Platz gestanden zu haben. Gekommen war Niehues für Kevin Kraus, der ab der Pause verletzungsbedingt auf der Bank Platz nehmen musste. Ob sich der Routinier schwerer verletzt hat und für die kommenden Spiele auszufallen droht, ist aktuell noch nicht bekannt.


    Nachdem das Spiel nach der Halbzeit jedoch zunächst an Qualität verlor und sich fortan größtenteils zwischen den beiden Strafräumen abspielte, zeigte sich durch den Doppelwechsel von Antwerpen in der 63. Minute wieder einmal die breite Qualität des FCK-Kaders: Die ins Spiel gekommenen Nicolas Sessa und Marius Kleinsorge brachten sichtlich Schwung von der Bank, und auch das FCK-Spiel wurde nun wieder ruppiger, aggressiver. Das hatte zur Folge, dass sich auch die Fans der Roten Teufel auf den Rängen wieder lautstark bemerkbar machten - man war sich der Chance, dem Favoriten ein Bein stellen zu können, bewusst. Gerade die tolle kämpferische Einstellung der FCK-Spieler war bis auf den obersten Platz auf der Tribüne zu spüren.

    Falscher Ansatz in der Schlussphase

    Gefühlt waren die Roten Teufel dem Ausgleich auch näher als Gladbach dem zweiten Treffer. Nichtsdestotrotz konnte sich der FCK gegen Ende der zweiten Halbzeit keine zwingenden Chancen mehr herausspielen. Während es den Lauterern im Verlauf des Spiels immer wieder durch ansehnliches Flachpassspiel gelang, gefährlich vor das Tor von Gladbach-Torhüter Yann Sommer zu kommen, probierte es der FCK in den Schlussminuten überraschenderweise vornehmlich mit langen Bällen. Und das ohne Erfolg.


    Neben der Kopfballstärke der erfahrenen Gladbacher Innenverteidigung um Nico Elvedi und Matthias Ginter war auch die fehlende Raumaufteilung ein Grund dafür, dass man immer wieder in Konter lief. Die Abstände waren schlichtweg zu groß - und FCK-Fans dürfte besonders seit den Relegationsspielen gegen Hoffenheim 2013 klar sein, dass lange Bälle gegen eine darauf eingestellte Abwehr kein probates Mittel sind.

    Sippel, Sippel, Sippel

    Nach dem Spiel gab es dennoch reichlich Applaus von den Tribünen. Und das zurecht. Die Roten Teufel zeigten gegen den Bundesligisten über das ganze Spiel hinweg eine gute und couragierte Leistung. Was Antwerpen seiner Mannschaft im Kreis nach dem Spiel auf den Weg gegegeben hat, wollte er nicht verraten, doch für ihn dürfte beim Auswärtsspiel am Sonntag (Anstoß: 13:00 Uhr) bei Viktoria Berlin nur ein Sieg zählen. Denn obwohl der FCK auch von ARD-Experte Bastian Schweinsteiger und Gladbach-Coach Adi Hütter viel Lob bekam, kann er sich von der guten Leistung nichts kaufen. Wie es Kenny-Prince Redondo nach dem Spiel auf den Punkt brachte, sollte das Team die "Mentalität, Laufbereitschaft und den Willen, für den anderen zu kämpfen" mit nach Berlin nehmen und auch gegen einen Drittligisten nicht weniger Einsatz an den Tag legen. Drei Punkte wären von großer Bedeutung, um den Anschluss an die oberen Tabellenplätze nicht schon früh in der Saison zu verlieren.


    Dieses besondere Fußballspiel schrieb nach dem Abpfiff jedoch noch eine weitere Geschichte. Tobias Sippel kehrte zum ersten Mal nach seinem Wechsel zu Mönchengladbach an seine alte Wirkungsstätte zurück wurde und nach dem Spiel vom Lautrer Anhang gefeiert. Sippel stammt aus der eigenen FCK-Jugend und spielte 17 Jahre für "seinen" FCK, weswegen ihm der Verein selbstredend noch immer am Herzen hängt. Beim Gang in die Westkurve wurde er von "Sippel, Sippel, Sippel"-Sprechchören begleitet und bedankte sich bei den FCK-Fans für diese tolle Geste.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Saisonauftakt in Kaiserslautern: Auf ein Neues!


    Saisonauftakt in Kaiserslautern: Auf ein Neues!

    Die Grenze zwischen Euphorie und Enttäuschung ist beim FCK bekanntlich fließend. Dennoch wirkt diesmal vieles anders. Wird der Betze oben angreifen können?


    Am Samstag geht der 1. FC Kaiserslautern in seine nun vierte Drittliga-Spielzeit. Und wieder einmal ist vor dem Saisonstart bei Mannschaft und Fans eine Aufbruchstimmung spürbar. Doch was lässt hoffen, dass die kommende Saison besser wird als die vergangenen, in denen der FCK sehr deutlich hinter sich seinen Erwartungen blieb?

    Mit Antwerpen zurück in die Erfolgsspur?

    Zunächst einmal hat der sportliche Aufschwung unter Marco Antwerpen, seit Februar 2021 im Amt, der Mannschaft neues Selbstvertrauen gegeben: Nach der 0:1 Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg am 29. Spieltag konnten die Roten Teufel in den letzten neun Spielen der Saison die überlebenswichtigen 16 Punkte einfahren, um den Klassenerhalt schon vor dem letzten Spieltag zu erreichen. Die gesunde Härte Antwerpens und taktische Veränderungen wie die Umstellung auf eine Dreierkette, in der Felix Götze als Ballverteiler agiert, haben ihre Früchte bereits getragen. Und auch in der gegenwärtigen Sommerpause überzeugte das Team, vor allem beim 4:0 Sieg im Testspiel gegen den zweitklassigen SV Sandhausen. Folglich ist die Zuversicht groß, dass Antwerpen seine Mannschaft erreicht und ein Gefüge zusammenwächst, das den Herausforderungen in der 3. Liga gewachsen ist. Denn im Gegensatz zu den ersten beiden Ligen - und das mussten die Fans des FCK in den vergangenen drei Jahren leider viel zu oft erleben - entscheidet oft nicht die Qualität einzelner Spieler über Sieg oder Niederlage, sondern eine klare, vom Trainer vorgegebene taktische Struktur, gepaart mit einem unbedingten Willen im Team, dieser zu folgen.

    Mit Hengen setzt ein Wandel in der Transferpolitik ein

    Neben Antwerpen hat auch der neue Geschäftsführer Sport, Thomas Hengen, mit den Verpflichtungen ausgeliehener Leistungsträger wie Felix Götze (FC Augsburg), Jean Zimmer (Fortuna Düsseldorf) und Daniel Hanslik (Holstein Kiel) großen Anteil an der Euphorie im Umfeld. Die neue Linie im Transfergeschäft des FCK, Spieler auszuleihen und erst bei Erfolg fest zu verpflichten, ist bei besagten Spielern voll und ganz aufgegangen. Nicht ohne Grund hatten sich die Leistungen der noch jungen Spieler wie eben Götze oder auch Marvin Senger bei höherklassigen Clubs herumgesprochen - doch Hengen gelang es, sie von einer Zukunft beim FCK zu überzeugen. Dazu gelangen vielversprechende Transfers von Mike Wunderlich und René Klingenburg (beide Viktoria Köln). Auch hier lässt sich eine Linie der sportlichen Leitung erkennen: Anders als in den letzten Jahren setzen Antwerpen und Hengen bewusst auf Spieler, die dem Trainer von vorherigen Stationen bekannt sind - was nicht nur ein präzises Bild von sportlichen und menschlichen Fähigkeiten der Spieler, sondern vonseiten dieser auch eine große Bereitschaft für die Pläne des Trainers verspricht.


    Nicht zuletzt macht das große Los im DFB-Pokal, wo der Gegner am 9. August Borussia Mönchengladbach heißt, Lust auf die neue Saison: Nach dem Saisonauftakt gegen Braunschweig besteht ein weiteres Mal seit Beginn der Corona-Pandemie die Aussicht auf ein Spiel mit mehr als 10.000 Zuschauern auf dem Betzenberg. Die für Drittliga-Verhältnisse mehr als überdimensionierte Kulisse im Fritz-Walter-Stadion, wo sonst fast 50.000 Fans Platz finden, macht es möglich, dass sogar 25.000 Plätze belegt sein könnten. Eine Entscheidung der Behörden ist hierbei allerdings noch abzuwarten. Doch auch abgesehen von der letztendlichen Zuschauerzahl sorgt der Gedanke an ein Flutlichtspiel auf dem Betzenberg gegen eine Mannschaft, die in der letzten Saison noch Teams wie Real Madrid und Inter Mailand in der Champions League Paroli bot, bei vielen FCK’lern für Gänsehaut.

    Demut und Bescheidenheit. Oder: Von Spiel zu Spiel denken!

    Trotzdem mag es einige Fans geben, die aufgrund der Enttäuschungen der vergangenen Spielzeiten der Euphorie verständlicherweise lieber erstmal einen Riegel vorschieben. Die Aufgabe der Mannschaft sollte daher gleich in den ersten Spielen sein, jene Fans mit der Art und Weise wie sie Fußball spielt mitreißen zu wollen. Denn wenn der Endspurt der vergangenen Saison eines gelehrt hat, dann ist es die Bedeutung des Zusammenhalts zwischen Mannschaft und Fans: Plakate, Zuspruch in den Medien und Fans vor den Toren des Stadions - die Spieler haben gemerkt, was dieser Verein für viele bedeutet und in Interviews immer wieder betont, wie wichtig diese Unterstützung von außen für sie ist. Genau das Feuer der letzten Spiele braucht es auch in dieser Saison. Und dann braucht sich eine Mannschaft mit der Qualität des FCK gegen keinen Gegner zu verstecken. In diesem Sinne: Auf ein Neues!


    Quelle: Treffpunkt Betze