“Ein Leben ohne den FCK? – Das kann ich mir nicht vorstellen”

Teil III unserer “Woche der Freundschaft”. Heute sprechen wir mit zwei Lautrern, die den FCK quasi in ihrer DNA haben. Dabei spielt die Fanfreundschaft eine nicht unwesentliche Rolle. Sie sind beide FCK-Fans mit Leib und Seele. Und das schon seit mehreren Jahrzehnten. Sie haben die glorreichen 90er Jahre miterlebt, aber auch den Niedergang danach. Seit neuestem sind sie sogar Vorsitzende eines eigenen Fanclubs. Besonders am Herzen liegt ihnen dabei auch die Fanfreundschaft zum TSV 1860 München. Im Rahmen unserer „Woche der Freundschaft“ haben uns Christiane und Martin Hauter einen Einblick in ihr Seelenleben gewährt und uns dabei schöne Anekdoten aus aus alten Zeiten erzählt. Treffpunkt Betze: Hallo Christiane und Martin. Schön, dass ihr euch in dieser angespannten Phase Zeit genommen habt. Man könnte sagen, der FCK durchlebt zurzeit die größte Krise seiner Vereinsgeschichte. Deswegen zu Beginn: Was ist eure frühste Erinnerung an den FCK, wie seid ihr zu dieser Liebe gekommen? Christiane: Den FCK gab es für mich eigentlich schon immer. Ich kann es nicht an einem genauen Datum festmachen. Eine meiner frühsten Erinnerungen ist jedoch, dass wir 1990 sehr hoch gegen Waldhof Mannheim verloren hatten, anschließend Gerd Roggensack entlassen wurde und dann Kalli Feldkamp kam. Meine Eltern haben dann immer den Videotext verfolgt und man sah, wie der FCK langsam aber sicher vom letzten Tabellenplatz immer höher und höher stieg, nachdem Kalli Feldkamp übernommen hatte. Das ist so meine erste bewusste Erinnerung. Martin: Ich war 1990 in der 3. Klasse. Ich war auf einem Geburtstag und samstags stand das Pokalfinale gegen Werder Bremen an. Speziell verbinde ich natürlich was den FCK betrifft dann das Folgejahr, als der FCK diesen tollen Lauf hatte, von Sieg zu Sieg eilte und auf einmal klar wurde, dass der FCK Meister werden könnte. Es wurde immer mehr Thema in der ganzen Stadt, der Region und in jeder Lebenslage, ob in der Schule oder in der Freizeit. Ich kann mich noch an meinen ersten Kicker erinnern, auf dem stand: „Hexenkessel Betzenberg“. Das war einfach ein tolles Gefühl. Zu wissen, dass die eigene Heimat und Heimatstadt im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit so etwas Besonderes sind. Dann erinnere ich mich natürlich an das Heimspiel gegen Gladbach, das verloren wurde und man Angst haben musste, die Meisterschaft noch auf den letzten Metern her zu schenken. Doch dann kam das Spiel in Köln, ich hatte Abschlussfest in der 4. Klasse und wir hatten alle Radios dabei. Ich kann mich bis heute daran erinnern, wie dieser Tag ablief, die Tore fielen und wir einfach nur noch gefeiert haben. Das sind Kindheitserinnerungen und von da an war man an diesen Verein gefesselt und gebunden… Christiane: … und hatte auch nie nur einen Gedanken, man könnte Fan einer anderen Mannschaft sein. Ein Leben ohne den FCK, das kann ich mir seitdem nicht mehr vorstellen. Treffpunkt Betze: Ihr seid also regelrecht in den FCK hineingeboren. Wann fand denn der erste Besuch auf dem „Betze“ statt? Martin: Das erste Mal im Stadion war ich in der Saison 1991/1992 gegen Werder Bremen. Auch direkt in der Westkurve. Ich bekam direkt ein packendes 2:2 geboten. Ich war von dieser unheimlichen Lautstärke und dieser fulminanten Stimmung direkt beeindruckt. Auch heute noch empfinde ich es als ein erhebendes Gefühl, wenn man ein Stadion betritt, diese Infrastruktur sieht und dann diese Fankultur erlebt, die mich eigentlich schon immer mindestens so fasziniert hat, wie der Fußball selbst. Diese Erlebnisse, verbunden mit dem Betze, das macht auch den Verein aus. Weniger der Erfolgsgedanke. Das ist natürlich schön, aber diese Emotion rührt von etwas anderem her. Das macht den FCK auch so besonders. Christiane: Bremen, das war lustigerweise auch mein erstes Spiel. Allerdings schon in der Meistersaison 1990/1991. Ich habe es von der Nordtribüne aus verfolgt und hatte über die gesamten 90 Minuten meinen Blick direkt auf die Westkurve gerichtet. Es war Ende November 1990, Guido Hoffmann machte das 1:0, danach waren wir Tabellenführer und sollten diese Führung nicht mehr abgeben. Wie das auf der Anzeigetafel gezeigt wurde, das weiß ich bis heute und werde ich auch nie vergessen. Bremen und Pokalendspiel – Auswärtsspiele als besonderes Highlight Treffpunkt Betze: Davon können wir heute ja leider nur noch träumen. Wann und wohin fand denn eure erste Auswärtsfahrt statt? Christiane: Auch hier wieder nach Bremen, das müsste bei mir 1993 gewesen sein. Es waren Osterferien und ich war mit meinen Eltern an der Nordsee im Urlaub. Ich habe sie überredet, dass wir auf das Spiel gehen. Leider haben wir es verloren. Ich fand Auswärtsspiele schon immer etwas Besonderes. Du bist weitab der Heimat, auf einmal merkst du es rottet sich um dich herum etwas zusammen, du hörst den dir vertrauten pfälzischen Dialekt, siehst FCK-Outfits, das fand ich schon immer unheimlich schön und besonders. Martin: Apropos besonders. Mein erstes Auswärtsspiel war auch gleich ein sehr besonderes. Es war das Pokalfinale 1996 gegen den Karlsruher SC in Berlin. Treffpunkt Betze: Nicht dein Ernst? Wie kam es dazu? Martin: Unser Lehrer damals war großer FCK-Fan und er hatte diese Fahrt organisiert. Mit dem Bus hin, das Pokalfinale anschauen, wieder zurück und dann die große Pokalfeier. Und Berlin war damals ja nicht überdacht und du wurdest klitschnass und musstest dann so die lange Fahrt zurück antreten. Wir waren damals eben schon leidensfähig (lacht). Und mein nächstes Auswärtsspiel führte mich nach München zu den Bayern, das legendäre 1:0 als Aufsteiger, was der Beginn der sensationellen Meisterschaft war. Treffpunkt Betze: Ich erinnere mich, dass ich auch so einen begeisterten FCK-Fan als Lehrer hatte, wir haben so etwas aber nie gemacht. (Anm. d. Red.: Martin Hauter ist der ehemalige Deutschlehrer unseres Redaktionsmitglieds Gerrit). Das heißt, du musst wohl oder übel in der Rückrunde jedes Auswärtsspiel mitnehmen. Christiane: Ich bin zwar öfter auswärts gefahren als Martin, er aber dafür erfolgreicher (lacht). Treffpunkt Betze: Kommen wir zu unseren Freunden aus München. Was ist eure frühste Erinnerung an den Verein TSV 1860 München? Christiane: Ich weiß nicht mehr wann es war, aber ich erinnere mich an ein Heimspiel auf dem Betze, als Stadionsprecher Udo Scholz die „Günzburger Löwen“ herzlich begrüßte. Das ist ein Fanclub von 1860 München, die damals anscheinend jedes Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern besucht haben. Das wunderte mich damals zwar, aber ich wusste noch nicht wirklich viel