Layenberger: „Des krie mer schun hie!“

Teil II: Treffpunkt Betze im Gespräch mit dem Hauptsponsor Harald Layenberger über sein Sponsoring beim FCK und über Wege in eine bessere Zukunft unseres Vereins. Er ist Pfälzer, „durch und durch ein Lautrer Bub“, so heißt es in der Festschrift zur Einweihungsfeier seines Firmenneubaus, er ist fußballbegeistert und ganz nebenbei ein äußerst erfolgreicher Unternehmer. Nein, Harald Layenberger, der Firmengründer und geschäftsführende Gesellschafter der Layenberger Nutrition Group ist alles andere als ein gewöhnlicher Sponsor. Seit dieser Saison schmückt sein Logo die Brust der Pfälzer. Gegenüber Treffpunkt Betze sprach der 61-jährige im zweiten Teil (Teil I. des Interviews: https://treffpunkt-betze.de/article/339-layenberger-ich-sehe-in-einer-zwischenfinanzierung-keine-option/) unseres Gesprächs exklusiv über sein Sponsoring beim FCK, seine Berliner Exil-Heimat und über Wege in eine bessere Zukunft unseres Vereins. Treffpunkt Betze: Dein erster Gang hoch zum höchsten Fußballberg Deutschlands dürfte schon eine Weile her sein. Wie hast du deinen ersten Besuch im Stadion damals erlebt? Harald Layenberger: Eins zu eins habe ich das natürlich nicht mehr im Kopf und ich glaube, ich war auch viel zu jung um mich daran noch erinnern zu können. Man spricht aber in der Familie über solche Dinge, hört die eine oder andere Anekdote, was man denn so mit dem Papa uffm Betze erleben durfte. Diese Erzählungen speichert man dann irgendwann auch als eigene Erinnerung ab. Ich war damals wohl vier Jahre alt als mein Vater, der Ordner im VIP-Bereich war, mich zum ersten Mal mit auf den Betze genommen hat. Mit vier Jahren hast du noch nicht das Aufnahmevermögen, um sich überhaupt etwas einzuprägen. Mit elf oder zwölf Jahren stand ich dann aber Fahne schwenkend in der West, da fängt es dann so mit den eigenen Erinnerungen an. Es war eine wunderschöne, erlebnisreiche Zeit und es war gefühlt ein wahnsinniger Zusammenhalt unter den Fans, ob jung ob alt. Du warst einfach mega stolz, ein Lauterer Teufel zu sein. Später hat sich dann bei mir vieles durch den Job verflüchtigt. Ich war viel im Außendienst unterwegs und hatte nicht mehr die Zeit um diese Leidenschaft so zu leben, wie ich es sehr gerne weiter getan hätte. Irgendwann gab es auch einen generellen Bruch. Viele der alten Kollegen waren plötzlich nicht mehr an Ihrem Platz, nicht mehr dort, wo sie eigentlich immer gestanden haben. Wir „alten“ müssen uns heute auch selbst die Schuld eingestehen, dass vieles nicht mehr so ist wie früher. Wir haben einfach losgelassen, ohne den „neuen jungen“ unser altes Regelwerk mit auf den Weg zu geben. Es gab damals dieses gewisses Regelwerk und es galt für alle, für die gesamte Westkurve. Heute sehe ich so etwas leider nicht mehr in diesem Ausmaß. Man befindet sich scheinbar nicht mehr intensiv im Dialog. Zumindest nicht mehr alle und vor allem, nicht mehr mit jedem. Choreos waren früher immer so ein total verbindendes Element. Wenn man viel gemeinsame Freizeit in eine solche Choreografie investiert und viel organisiert hat, und viel miteinander gesprochen hat, war es ein Glücksgefühl zu sehen, wenn aus dieser Arbeit etwas Großes entstanden ist. Unsere Fans machen auch heute noch viel Stimmung, aber auch die Westkurve hat in den letzten zwanzig Jahren an Qualität verloren. Alles was ich tun kann, dass dieser Flair unserer Westkurve erhalten bleibt, dass diese Wand, die Spiele gewinnen kann, wieder ganz eng zusammenrückt, werde ich tun! Treffpunkt Betze: Neben dem FCK unterstützt du ja seit 2016 auch Union Berlin, wo nach dieser Saison dein Sponsoring endet. Hat dir das neue Sponsoring beim Betze jemand in Berlin krummgenommen, und kommt hierbei nicht ein gewisser Interessenskonflikt zum Tragen? Harald Layenberger: Für mich ist Union Berlin etwas Besonderes. Die beiden Engagements widersprechen sich in keinster Weise, insofern besteht auch kein Interessenskonflikt. Als ich bei Union Berlin als Hauptsponsor angefangen habe, waren beide Vereine in der gleichen Liga. Damals waren wir beim FCK „Herz der Pfalz“ Partner. Ich habe immer ehrlich zu meiner Herkunft gestanden und auch in Berlin keinen Hehl daraus gemacht, dass ich meinen Heimatverein liebe und mein Herz für Lautern schlägt. Genauso wie ich heute offen zugebe, dass mich die Menschen, die Unioner in Ihren Bann gezogen haben und nachhaltig begeistern. Ich möchte keine Sekunde davon missen, habe in meiner Brust eindeutig ein zweites Herz und werde auf ewige Zeit ein Exil-Unioner bleiben. Treffpunkt Betze: Wie ist die Verbindung zum 1. FC Union Berlin überhaupt entstanden? Harald Layenberger: Ich bin erst durch den 1. FC Kaiserslautern zu Union Berlin gekommen. Am 03. Dezember 2012 hat der FCK im DFB-Pokal-Achtelfinale in der Alten Försterei gespielt. Da war ich zum ersten Mal im Stadion an der Alten Försterei. Du hörst die Hymne von Nina Hagen und hast eine dicke Gänsehaut. Deine Mannschaft gewinnt die Partie mit 3:0 und die Unioner feiern ihre Götter in kurzen Hosen, als ob die gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen hätten. Unfassbar, alles erinnert dich in diesem Moment an die guten alten Zeiten und den alten FCK, den es damals schon in der Form nicht mehr gab. Ich stand noch lange vor der damals angemieteten Loge und schaute zur Waldseite, dort wo die Ultras stehen, die Hardcore Fans, also das Gegenstück zu unserer Westkurve. Es war ein sehr prägender Abend. Wie prägend wurde mir erst bewusst, als mich der Vermarkter von Union Berlin im April 2016 anrief und mich fragte, ob ich nicht der neue Hauptsponsor von Union Berlin werden möchte. Natürlich kam die Antwort gepaart mit einem lauten Lachen wie aus der Pistole geschossen: „Nein danke, wie kommen sie eigentlich darauf? Ich bin doch Pfälzer und außerdem fehlt mir dazu ganz sicher das nötige Kleingeld“. Aber dann ist etwas passiert, was ich selbst nie für möglich gehalten hätte. Du beendest das Gespräch und auf einmal läuft vor dir ein Film ab. Du stehst wieder im Stadion an der Alten Försterei, hörst die Hymne, siehst vor dir die Fans und du hast wieder einen „Gänsekombi“. Ich mach‘s dann mal kurz, keine 14 Tage später waren wir Hauptsponsor des 1. FC Union Berlin. Das ist etwas, was ich bis heute nicht bereut habe und auch nie bereuen werde. Auf der einen Seite habe ich Kaiserslautern. Hier schlägt mein Herz, das ist meine Heimat, mein Verein und da geht