FCK: “Nicht zu toleriende Vorkommnisse”

Einen Tag nach der Freistellung Gerry Ehrmanns als Torwarttrainer des 1. FCK hat der Verein nun auch Stellung bezogen und die Gründe für die Entlassung erklärt. Die Freistellung von Gerry Ehrmann als Torwarttrainer droht erneut Mitglieder und Fans des 1. FC Kaiserslautern zu spalten. Aufgrund des Umfangs und des Inhalts der medialen Berichterstattung sieht sich der Verein gezwungen, öffentlich Stellung zu diesem Vorgang zu beziehen. Gerry Ehrmann ist für die FCK-Familie in den vergangenen, wirtschaftlich und sportlich schwierigen Jahren einer der wenigen Anker gewesen. Wir haben Verständnis, dass die Freistellung von Gerry Ehrmann für viele Fans und Mitglieder nicht oder nur schwer zu ertragen ist. Für sie ist Gerry Ehrmann das Sinnbild des FCK – er verkörpert aus ihrer Sicht als einziger verbliebener Held besserer Tage, die Tugenden des FCK. Er hat sich durch die Weiterentwicklung talentierter Torhüter ausgezeichnet. Bereits seit Monaten schwelte ein Konflikt zwischen Gerry Ehrmann und dem Trainerteam. Boris Schommers hat dabei mehrfach deutlich gemacht, dass unterschiedliche Meinungen über die sportliche Entwicklung im internen Kreis des Trainerteams aufgearbeitet werden. Dabei ist jedoch ein respektvoller Umgang untereinander und die Fähigkeit, unterschiedliche Charaktere zu tolerieren, Voraussetzung. In den vergangenen drei Tagen, beginnend am Freitag vor dem wichtigen Heimspiel gegen den FSV Zwickau, ist es jedoch mehrfach durch Gerry Ehrmann zu massiven, substantiellen Beleidigungen, Arbeitsverweigerungen und Drohungen gegenüber dem Trainerteam gekommen. Diese Vorkommnisse sind dabei unter Zeugen aus dem Trainer- und Betreuerteam passiert sowie dokumentiert und haben in ihren Auswirkungen auch die Mannschaft erreicht. Zum Schutz der betroffenen Personen und für die Gewährung eines zielgerichteten Trainings- und Spielbetriebs sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen. Trotz aller unbestrittenen Verdienste von Gerry Ehrmann um den Verein und dem Wissen um seine Popularität bei den FCK-Fans war die Freistellung nach den nicht zu tolerierenden Vorkommnissen unumgänglich und wird gemeinsam von den Verantwortlichen des Aufsichtsrats, Ehrenrats, Vorstands, Beirats und der Geschäftsführung des 1. FC Kaiserslautern vollumfänglich getragen. Quelle: 1. FC Kaiserslautern
Weidenfeller, Sippel, Müller: Torhüter stellen sich hinter Ehrmann

Nach dem völlig überraschenden Rauswurf von FCK-Legende Gerry Ehrmann melden sich nach und nach dessen ehemalige Torwart-Schützlinge zu Wort. Ihre Meinung ist dabei eindeutig: Der FCK ohne Ehrmann? Unvorstellbar. Als die Bild-Zeitung gestern als erste von der Demission Ehrmanns berichtete, dachten nicht wenige FCK-Fans an einen verfrühten Aprilscherz. Auch einen Tag später ist die Vorstellung, dass ausgerechnet beim Derby gegen Waldhof Mannheim Gerry Ehrmann erstmals seit über 36 Jahren nicht am Spiel teilnehmen wird, eigentlich undenkbar. Ganz ähnlich geht es offenbar auch denjenigen, die am engsten mit Ehrmann zusammengearbeitet haben, nämlich seine ehemaligen Torwart-Schützlinge. Nach und nach haben sich jetzt einige von ihnen über die sozialen Netzwerke zu Wort gemeldet. Ihre Reaktionen gehen von Verwunderung bishin zu Wut, aber alle stellen sich demonstrativ hinter ihren einstigen Mentor. “Wie der Fußball ohne Tor” – Ehemalige FCK-Keeper sind von Ehrmann-Entlassung geschockt So äußert beispielsweise Roman Weidenfeller, der von 1998-2002 einer der ersten Keeper Ehrmanns beim FCK war, das, was auch die meisten FCK-Fans gestern dachten. “Ich kann mir den 1. FC Kaiserslautern ohne Gerry Ehrmann nicht wirklich vorstellen. Gerry hat nicht nur als Spieler, sondern auch als Torwarttrainer den Traditionsverein in 36 Jahren geprägt. […] Er ist in der jetzigen schwierigen Situation den Roteln Teufeln treu geblieben. Mit Gerry verliert der FCK eine Identifikationsfigur, die immer alles für den sportlichen Erfolg des Vereins gegeben hat und stets ein offenes Ohr für jeden Spieler hatte.”, schreibt Weidenfeller auf seinem Instagram-Kanal. Ganz ähnlich äußert sich auch Marius Müller, heute beim FC Luzern unter Vertrag, der zwischen 2012 und 2016, sowie von 2017 bis 2018 von Ehrmann trainiert und zum Profi gemacht wurde. “Der 1. FC Kaiserslautern ohne Dich ist wie der Fußball ohne Tor”, schreibt der 26-Jährige ebenfalls über Instagram. Müller weiter: “Seit ich 15 Jahre alt bin, durfte ich mit Dir zusammen arbeiten. […] Du hast immer zu mir gestanden und mich in jeder noch so unangenehmen Situation verteidigt. Du hast mir meinen Weg zum Profifußball ermöglicht und hast immer an mich geglaubt. Dafür kann ich mich niemals genug bei Dir bedanken. Gerry, ich wünsche Dir nur das Beste!” Sippel wütend: “Einfach traurig zu sehen, was da passiert!” Einer der Torhüter, der am längten und am engsten mit Gerry Ehrmann verbunden ist, ist Tobias Sippel. Ehrmann machte auch ihn zum Bundesliga-Torwart, durchlebte mit ihm den Fast-Abstieg 2008, den Aufstieg 2010, die Bundesliga-Jahre, oder die verpasste Bundesliga-Rückkehr 2013 in der Relegation gegen Hoffenheim. Der gebürtige Bad Dürkheimer, der heute als zweiter Torhüter bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga spielt, äußerte sich über Instagram und Twitter und wurde dabei sehr emotional. “Ich hätte nie gedacht, dass es einmal soweit kommen wird,dass man jetzt den Letzten vom Berg vergrault, der immer und alles für den Verein gegeben hat”, beginnt Sippel seinen Post und versieht ihn mit einem wütenden Smiley. Sippel, dessen Abgang 2015 selbst nicht ganz freiwillig war weiter: “Einer der den Ernst der Lage schon lange erkannt hat und jetzt so behandelt wird. Einfach traurig zu sehen, was das passiert.” Zum Schluss bringt Sippel das auf den Punkt, was wohl alle ehemaligen Torhüter Ehrmanns teilen: “Alle deine Torhüter-Jungs stehen hinter dir. Du warst immer für uns da und bist es auch heute noch. Danke Gerry!” Quelle: Treffpunkt Betze
Ehrmann: “Jetzt ist das eine Sache für die Anwälte”

Tag 3 in der Causa Ehrmann & der FCK: Gerry Ehrmann reagiert und wehrt sich gegen die Vorwürfe “Beleidigung, Arbeitsverweigerung und Drohung”. Die Trennung von Gerry Ehrmann wiegt noch immer schwer, besonders bei Fans und Anhängern der Roten Teufel. Am gestrigen Montagabend begründete der Verein nach deutlich spürbarem Unmut – besonders in den sozialen Netzwerken – die Trennung von Ehrmann in einer offiziellen Stellungnahme. Dort heißt es, dass es in den vergangenen drei Tagen, “beginnend am Freitag vor dem wichtigen Heimspiel gegen den FSV Zwickau (…) mehrfach durch Gerry Ehrmann zu massiven, substanziellen Beleidigungen, Arbeitsverweigerungen und Drohungen gegenüber dem Trainerteam gekommen” sei, teilte der Traditionsclub mit. Ehrmann: Pressemitteilung eine Frechheit Gerry Ehrmann reagierte prompt mit einer Reaktion und wehrt sich nun gegen die Vorwürfe: “Ich bin geschockt und traurig, dass das jetzt solche Ausmaße angenommen hat. Ich habe niemanden beleidigt und auch nicht die Arbeit verweigert. Das ist erfunden und erlogen. Das ist eine absolute Frechheit, was in der Pressemitteilung steht”, äußert sich Ehrmann gegenüber der Sport1-Redaktion. Doch damit nicht genug: Gerry Ehrmann behält sich nun rechtliche Schritte vor. “Das lasse ich mir nicht gefallen. Jetzt ist das eine Sache für die Anwälte”. Quelle: Treffpunkt Betze