Häämspiel: Immer wieder auf und nieder

Zu Hause hui, auswärts pfui – die zwei Gesichter des FCK, die nur schwer erklärbar sind. Gegen Zwickau folgt der nächste Versuch, eine kleine Serie zu starten. Unsere Häämspiel Kolumne auf Treffpunkt Betze: Vor den Heimspielen blickt Dirk auf das Geschehen rund um das Fritz-Walter-Stadion. Mal sachlich, mal humorvoll, mal voller Verzweiflung. Was bleibt einem auch anderes übrig. Ein durchwachsener Auftritt nach einem guten Spiel gehört mittlerweile zum FCK wie die saure Gurke zum Leberwurstbrot. In einer erschreckenden Regelmäßigkeit führt die Mannschaft uns Fans immer wieder vor Augen, dass an eine sportliche Konstanz nicht zu denken ist. Einem begeisternden Spiel, das Träumereien von großer sportlicher Zukunft – in unserem Fall also gesichertes Mittelfeld in der dritten Liga – aufkommen lässt, folgt ein bitteres Erwachen und gnadenlose Ernüchterung. Wir hatten alle die Hosen voll – aber dann lief es ganz flüssig Nach dem indiskutablen Spiel in Berlin durfte vor dem Heimspiel gegen die 60er mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Aber genau zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt hat die Mannschaft das gezeigt, was wir uns alle wünschen. Kampfgeist, Laufbereitschaft, Wille – alles war vorhanden. Das Engagement, das gegen die Löwen gezeigt wurde, war riesig. Es wurde in einer solchen Selbstverständlichkeit vorgetragen, als wäre es das normalste auf der Welt, dass eine Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern so zu Werke geht. Es wurde gerannt, gekratzt, gebissen, gegrätscht. Die nach dem blutleeren Auftritt in Berlin zurecht vielgescholtene Mannschaft hat in diesem Spiel Charakter gezeigt. Das Gute (aber auch gleichzeitig das Schlechte) ist, wir wissen nun endgültig, wozu dieses Team im Stande ist. Warum jedoch wird diese Leistung nicht Spiel für Spiel abgerufen? Es bleibt für mich unverständlich, dass regelmäßig der Haussegen zuerst so richtig schief hängen muss, bevor man bereit ist, an seine Grenzen zu gehen. So sehr mich der Auftritt gegen die Münchner gefreut hat, so sehr hat er mich auch verärgert. Die Mannschaft hat ganz klar verdeutlicht, dass die Punkte gegen Meppen und Berlin leichtfertig verschenkt wurden. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass bei gleicher Bereitschaft in diesen beiden Spielen sechs Punkte mehr geholt worden wären. Und wären diese Gedankenspiele nicht schon genug des Bösen, folgte unmittelbar darauf die Dienstreise nach Halle. Im Osten nichts Neues Nüchtern betrachtet bleibt die Auswärtsbilanz des FCK auch nach diesem Spiel desaströs. Bei drei Spielen in der Fremde schafften es die Lautrer bisher weder ein Tor zu erzielen noch einen Punkt zu ergattern. Dennoch war bei dem Spiel in Halle ein leichter Aufwärtstrend erkennbar. Erstmals in dieser Saison hat sich die Mannschaft ernsthaft gegen eine Niederlage gewehrt. Und mit etwas Glück hätte sie gegen Ende der Partie sogar einen Punkt mitnehmen können. Das war es dann aber auch schon. Unter’m Strich muss man festhalten, dass trotz aller offensichtlich vorhandener Bemühungen lediglich zwanzig Minuten guter Fußball geboten wurde. Zehn Minuten zu Beginn und zehn Minuten vor Spielende. Ansonsten war der Unterhaltungswert der Begegnung recht überschaubar. Für die Ansprüche des FCK ist mir das einfach zu wenig. Was von solchen Abenden oftmals bleibt, sind einzig die Schmauchspuren an unseren Hintern, die wir uns, von Langeweile getrieben, beim Anzünden unserer Fürze zugezogen haben. Dass Marco Antwerpen hingegen mit dem Spiel „einverstanden“ war, überrascht mich doch ein wenig. In der Nachbetrachtung sah er seine Mannschaft im zweiten Durchgang dauerhaft im Powerplay und haderte lediglich mit der Chancenverwertung. Diese Meinung dürfte er jedoch relativ exklusiv haben. Das sogenannte Powerplay kam zu Stande, weil sich die Hallenser zurückzogen und lediglich auf die einfallslosen Offensivbemühungen des FCK reagieren mussten. Und die großen Chancen waren alles andere als ein Dauerfeuer auf das gegnerische Tor. Meiner Meinung nach fehlt dem Lautrer Angriffsspiel ein geeigneter Zielspieler. Eine Schrankwand wie Terence Boyd beispielsweise, der mit seiner körperlichen Präsenz bei gleichzeitiger Beweglichkeit immer gefährlich ist. Oder ein Spielertyp wie Marvin Pourié, der extrem viel unterwegs ist und immer den Weg in die freien Räume sucht. Auch wenn die Verantwortlichen die Notwendigkeit einer Verstärkung auf dieser Position vehement bestreiten, würde ich an deren Stelle den Transfermarkt in dieser Richtung genau beobachten. Eine weitere Defensivkraft zu verpflichten, um der momentanen Verletzungsmisere entgegenzuwirken, halte ich für überflüssig. Keiner der Ausfälle ist dauerhaft und in spätestens fünf, sechs Wochen gäbe es ein Überangebot an Verteidigern. Und manchmal sind auch schon scheinbar abgeschriebene Spieler eine sehr sinnvolle Alternative. Hikmet Ciftci und Alex Winkler lassen grüßen. I hope, we have a little bit lucky Nun kommt mit dem FSV Zwickau ein sehr unangenehmer Gegner auf den Betzenberg. Das Team von Joe Enochs ist erfahrungsgemäß schwer zu bespielen. Und nur nebenbei erwähnt konnte der FCK in der 3. Liga noch kein Heimspiel gegen die Sachsen gewinnen. In allen drei Partien in Kaiserslautern teilten sich die Mannschaften die Punkte. Und wenn ich schon in der Statistikkiste grabe, kann ich noch ergänzen, dass der FSV in dieser Saison noch keinen Dreier feiern durfte, der FCK zuletzt vor über 24 Jahren gegen Zwickau verloren hat und die Betze-Buwe seit Ende Januar im Fritz-Walter-Stadion ungeschlagen sind. Aber so weit, so uninteressant. Um den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle zu halten, muss morgen ein Sieg her. Wer seine Auswärtsspiele regelmäßig versemmelt, hat dann eben zu Hause für die nötigen Punkte zu sorgen. Und das geht einmal mehr nur mit der nötigen Einstellung. Ich würde vorschlagen, dass jeder, der nicht mit mindestens dem gleichen Engagement wie gegen die Münchner Löwen spielt, am Sonntagmorgen zum Klatschen in den ZDF-Fernsehgarten muss. Das dürfte keiner auf die leichte Schulter nehmen und sich die Seele aus dem Leib rennen, um Andrea Kiewel und ihrer Gute-Laune-Hölle zu entkommen. FORZA FCK! Quelle: Treffpunkt Betze
Gegen Zwickau vertraut der FCK auf seine Heimstärke

Rund 6.000 Tickets sind für das Heimspiel gegen Zwickau verkauft. Sorgen macht FCK-Cheftrainer Marco Antwerpen weiterhin die Position des Sechsers. Fünf Spiele, vier Punkte. Auswärts drei Niederlagen in drei Spielen bei einem Torverhältnis von 0:6. Nicht nur in der Fremde hat der 1. FC Kaiserslautern wieder einmal einen desolaten Saisonstart hingelegt. Bereits am 6. Spieltag hat der sportliche Druck so sehr zugenommen, sodass ein Sieg im kommenden Heimspiel gegen den FSV Zwickau beinahe zum Pflichtsieg wird. Jedoch haben die Roten Teufel auf dem heimischen Betzenberg unter FCK-Cheftrainer Marco Antwerpen noch kein einziges Spiel verloren. Keine Sonderbewachung für Ronny König Mit dem FSV Zwickau trifft der FCK morgen auf einen drittligaerfahrenen Club, der es in der Regel sehr gut versteht, mit körperlichem Einsatz ins offensive Pressing zu gehen und besonders anlaufende Heimmannschaften früh zu stören. “Wir stellen uns auf ein situativ hohes Pressing und lange Bälle ein, damit unser eigenes Pressing überspielt werden kann. Wir kennen diese Spielweise und sind darauf eingestellt”, so Marco Antwerpen im Vorfeld des morgigen Heimspiels. Besonders im Fokus wird morgen auch FSV-Stürmer Ronny König stehen. König zeichnet sich durch seine Körpergröße, Kopfballstärke und den Hang zu Treffern gegen den FCK aus. Für welche Art der Verteidigung wird sich das Trainerteam entscheiden? “Das muss man im Verbund lösen – über die beiden Innenverteidiger und über die Positionierung des Sechsers”. Kraus, Ciftci und Spahic fallen verletzungsbedingt aus Nicht zur Verfügung stehen dem Trainerteam neben den langzeitverletzten Spielern weiterhin Innenverteidiger Kevin Kraus (Knieprobleme), Torhüter Avdo Spahic (Zerrung) und Hikmet Ciftci, bei dem der Trainer aufgrund einer Muskelverletzung von rund drei bis vier Wochen Ausfallzeit rechnet. Im Überblick: Teamstatus, Verletzungen und Sperren Ebenfalls keine ernsthafte Option für einen Kaderplatz stellt derzeit Marius Kleinsorge dar. “Wir sagen den Spielern immer: Wenn ihr spielt, müsst ihr eure Chancen nutzen. Und im Laufe einer Saison wird die Anzahl der Chancen immer geringer. Und wenn die Spielleistung nicht stimmt, dann müssen sich Spieler wieder über das Training anbieten”, gibt Antwerpen einen Eindruck vom derzeitigen Leistungsstand Kleinsorges. Quelle: Treffpunkt Betze