Vollgas im Saar-Pfalz-Derby

Trotz der verlorenen Punkte am Wochenende steigt die Vorfreude im FCK-Fanlager immer weiter an. Grund dafür ist der anstehende Südwest-Kracher gegen den FCS. Nach sechs Spielen in Serie ohne Niederlage mussten die Lauterer vergangenen Sonntag erstmals wieder als Verlierer vom Platz gehen. Die 0:2 Heimpleite gegen die Würzburger Kickers ist mittlerweile aber schon wieder abgehakt. Der Fokus liegt nämlich jetzt voll und ganz auf einem richtigen Saisonhighlight. Zu Gast sind die Roten Teufel im neuen Ludwigsparkstadion, Gegner dabei ist der 1. FC Saarbrücken. Hohe Ambitionen beim FCS Obwohl die Saarbrücker nach dem Aufstieg 2020 erst das zweite Jahr drittklassig spielen, sind die Ambitionen schon ganz hoch. Das Ziel soll auch hier mittelfristig die zweite Bundesliga sein. Dementsprechend mächtig investierten die Saarländer im vergangenen Transfersommer in ihren Kader. Neben dem erfahrenen Drittliga-Coach Uwe Koschinat konnten die blau-schwarzen auch einige namenhafte Neuzugänge verzeichnen. Dennis Erdmann, Dave Gnaase, Robin Scheu oder auch Top-Torschütze Adriano Grimaldi spielten in ihrer Karriere bereits allesamt höherklassig. In der aktuellen Saison steht der FCS mit 21 Punkten aus 13 Partien und den damit verbundenen sechsten Platz voll im Soll. Mit nur drei Zählern Abstand auf einen direkten Aufstiegsplatz sind die Saarländer in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Bereits letzten Spieltag hatte der FCS ein Derby gegen Waldhof Mannheim. Dieses ging jedoch mit 1:0 an den SVW, nun folgt direkt das nächste heiße Duell. Götze fehlt weiterhin – Hanslik wieder da Durch die personellen Ausfälle von Felix Götze und Daniel Hanslik musste Marco Antwerpen in der letzten Partie gezwungenermaßen zwei Änderungen vornehmen. Während Götze aufgrund seiner Gehirnerschütterung wahrscheinlich weiterhin nicht zur Verfügung stehen wird, ist Hanslik nach abgesessener gelb-rot Sperre wieder einsatzbereit. Aller Voraussicht nach wird er damit auch wieder in die Startformation zurückkehren. Innenverteidiger Kevin Kraus, der gegen Würzburg noch verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, zog sich lediglich eine leichte Reizung des Kniegelenks zu und soll am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Weitere Ausfälle gibt es neben den langzeitverletzten Anas Bakhat, Anil Gözütok und Lucas Röser nicht zu beklagen. Der FCK als Partycrasher? Die Vorfreude der Saarbrücker auf dieses Spiel ist riesig, schließlich gab es so ein Duell mit Zuschauern schon lange nicht mehr. Der Ludwigspark ist dementsprechend restlos ausverkauft, dazugehörig auch der Gästeblock mit 2.000 mitreisenden Gästefans. Fans, die keine Karten mehr bekommen haben, können das Spiel live im Free-TV verfolgen. Sowohl der SR als auch der SWR übertragen die Partie am Samstag kostenlos. Dass die Roten Teufel viele Anhänger aus dem Saarland haben, macht diese Partie natürlich auch nochmal brisanter als sie sowieso schon ist. Mit einem Derbysieg könnten die Pfälzer nicht nur am FCS vorbeiziehen, sondern auch die Saarbrücker Euphorie bremsen und den Partycrasher spielen. Quelle: Treffpunkt Betze

Thomas Hengen: “Natürlich hat man gern diesen target man” (2/2)

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Im Interview mit Treffpunkt Betze spricht Thomas Hengen über den von ihm zusammengestellten Profikader und mögliche Transferplanungen in der Winterpause. Im gestrigen ersten Teil unseres Interviews mit dem Geschäftsführer Sport Thomas Hengen sprachen wir vor allem über den bisherigen Saisonverlauf der Roten Teufel. Im heutigen zweiten Teil blicken wir schwerpunktmäßig auf die Kaderplanung und die bevorstehende Transferperiode in der Winterpause. Besonders zu Saisonbeginn wurde vielfach darüber diskutiert, dass zumindest personell der Abgang von Marvin Pourié nicht kompensiert wurde. Das Fehlen eines solchen “torgefährlichen Wandspielers” machte sich auch in den ersten Spielen bemerkbar. Die Stürmerrolle teilen sich derzeit Daniel Hanslik und Rene Klingenburg. Muhammed Kiprit bekommt maximal Kurzeinsätze – und Elias Huth scheint überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. Ist in der Winterpause möglicherweiser ein neuer Stürmer zu erwarten? Thomas Hengen: Ich bin lieber nicht ausrechenbar, wenn ich vier bis fünf verschiedene Torschützen habe. Und genau das haben wir in der vergangenen Rückrunde unter Beweis gestellt. Wir haben verschiedene Optionen und einen breiten Kader, mit dem wir verschiedene Systeme spielen können. Ob Doppelspitze, 3er-Sturm oder aus der Tiefe kommend mit einem Stürmer und einer Raute dahinter. Wir haben diese verschiedenen Stürmertypen: Redondo als Konterstürmer, Stehle als doppelte Spitze, Hanslik als Mittelstürmer, der sowohl alleine auch als Doppelspitze spielen kann, Kiprit als Boxstürmer. Und Klingenburg agierte zuvor durchaus als Halbstürmer. Natürlich hat man auch gerne diesen sogenannten ‘target man’, der zehn bis fünfzehn Saisontore macht. Es ist in der dritten Liga jedoch nicht einfach einen solchen Stürmertypus zu bekommen. Und man muss sehen, dass wenn diese Art von Stürmertyp immer älter wird, dann bedeutet das, dass von unten wenig nachkommt. Und letztlich muss ein solcher Stürmer nicht nur bezahlbar sein, sondern auch wechseln wollen. Hengen über bevorstehende Transferplanungen: “Acht Wochen sind im Fußball eine Ewigkeit” An welchen Stellen und auf welchen Positionen sehen Sie darüber hinaus und aus Ihrer Analyse heraus für die Winterpause den größten Veränderungsbedarf? Thomas Hengen: Wie waren wie schon dargestellt sehr spät in der Transferphase drin. Deswegen sind auch viele Spieler erst in der laufenden Vorbereitung oder kurz vor Ende der Vorbereitung zu uns gestoßen. Da braucht es dann schon vier bis fünf Wochen in der laufenden Saison, bis eine Mannschaft zusammengewachsen ist. Jetzt haben wir noch acht Wochen bis zur Winterpause, und das ist im Fußball eine Ewigkeit. Wir sind grundsätzlich sehr zufrieden mit unseren Spielern und unserem Kader. Wir haben jede Position mindestens doppelt besetzt, entweder mit erfahrenen oder jungen Spielern. Und gerade die jungen Spieler haben in der heutigen Zeit fast keine Zeit sich zu entwickeln, sie müssen in einem neuen Umfeld sofort funktionieren – das ist brutal schwer. Wir haben diese Geduld, aber da muss das Umfeld auch mitmachen. Wir hatten erst einmal die Luxus-Situation, dass Spieler, die nicht verletzt waren, zu Hause geblieben sind. Und aufgrund von Verletzungen oder Sperren ändert sich das auch von Spieltag zu Spieltag. Deswegen haben wir auf diese Tiefe und Breite im Kader gesetzt. Aktuell sind wir zufrieden so wie es ist. Aber klar ist auch, dass wir jede Dynamik sehr genau beobachten müssen. Spieler, die bereits länger nicht mehr im Einsatz waren, werden sicherlich das Gespräch suchen – da gilt es, für beide Seiten gute Lösungen zu finden. Optimierungsbedarf gibt es natürlich immer. Wenn nun aber auch noch langzeitverletzte Spieler wie Bakhat, Gözütok oder Röser zurückkehren, wäre der Kader dann nicht eigentlich zu groß? Und müsste man dann nicht sogar über Abgänge diskutieren? Thomas Hengen: Ich wäre gerne in der Situation, dass wirklich alle Spieler zur Verfügung stehen. Ich hatte diesen Fall noch nie – und es wäre ein Novum, stünden uns alle zur Verfügung. Bei allen genannten Spielern wird sich die Ausfallzeit noch bis ins neue Jahr ziehen, und selbst dann braucht es Zeit, um wieder auf ein normales Niveau zu kommen. Dann kommen neue Verletzungen oder Sperren hinzu. Wir brauchen deswegen jeden Spieler. Zahlreiche Spieler könnten den Verein verlassen: “Auslaufende Verträge bieten auch neue Chancen” Gleichzeitig laufen die Verträge von mehr als einem Dutzend Spieler, darunter auch mehrere Stammkräfte und Leistungsträger, im kommenden Sommer aus. Droht die Gefahr, dass die Mannschaft im Falle eines Nicht-Aufstiegs auseinanderfällt? Thomas Hengen: Grundsätzlich gibt es verschiedene Vertragskonstellationen und deswegen kann ich eine solche Zahl erstmal nicht bestätigen. Natürlich läuft der ein oder andere Vertrag aus, aber das schließt nicht aus, dass man weiterhin zusammenarbeitet. Umgekehrt ist es im Fußball auch immer so, dass Veränderungen manchmal gut tun und so können auch bei uns Überlegungen reifen, den Kader anders zusammenzustellen. Auslaufende Verträge bieten also auch neue Chancen. Jetzt kommt erstmal das Transferfenster im Winter, dort rechnen wir eigentlich nicht mit großen Bewegungen. In den kommenden acht Wochen kann aber auch viel passieren. Wir sind zudem daran interessiert, eine homogene Mannschaft auf den Platz zu bringen und nicht ständig neue Veränderungen herbeizuführen. Im Winter werden wir schauen wo wir stehen, wie sich die Genesungsfortschritte mit den Langzeitverletzten entwickelt haben – und dann schauen wir weiter. Wir sind derzeit um den Konkurrenzkampf froh und wir wissen, dass viel Reibung auch Leistung erzeugt. Sie bezeichneten Simon Stehle bei seiner Verpflichtung als explosiven Stürmer, der den nächsten Entwicklungsschritt machen will. In der bisherigen Spielzeit kommt er lediglich auf 37 Spielminuten. Auch in seinen Einsätzen bei den Amateuren ist von seiner Explosivität wenig spürbar, zuletzt kassierte er gar eine rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Woran hat es bisher gelegen? Thomas Hengen: Wir haben einen polyvalenten Spieler gesucht, der sowohl als Mittelstürmer spielen als auch über die Außen kommen kann. Und natürlich ist klar, dass man nicht nur Startelf-Spieler verpflichtet, sondern auch Kaderspieler braucht, die den Druck von außen erhöhen und Spielzeit einfordern. Und das war sein Ziel. Auch er ist zu einer Zeit zu uns gestoßen, in der die Vorbereitung beinahe beendet war und andere demnach einen Vorsprung hatten. Das hat er allerdings bewusst in Kauf genommen. Beim Spiel in Zwickau wollte der Trainer den Spieler schützen. Seine Spielpraxis hat er sich zuletzt bei den Amateuren geholt, bei denen er auch gute Leistungen gebracht hat. Seine rote Karte darf ihm natürlich nicht passieren. Im Amateursport gibt es aber diese Nicklichkeiten und