Personalsorgen vor dem Saar-Pfalz-Derby

Derbys kann der FCK, das steht außer Frage. Vor 46.895 Zuschauern gehen die Roten Teufel als Favorit ins Spiel. Es drohen allerdings drei Stammkräfte auszufallen. Es ist angerichtet. Es ist der Derbyzeit. Am Ostersonntag empfangen die Roten Teufel den 1. FC Saarbrücken. Vor ausverkauftem Haus ist nicht nur mit einer unfassbaren und lautstarken Fanunterstützung zu rechnen, sondern aufgrund der tabellarischen Ausgangssituation auch mit einem umkämpften und bissigen Spiel. Obwohl die Lautrer als Favorit in die Partie gehen, wird Saarbrücken alles auf einen Auswärtssieg setzen, um die letzte Chance im Austiegskampf wahren zu können. Dabei drohen aus FCK-Sicht aktuell drei wichtige Stammkräfte auszufallen. “Die machen aus Scheiße Gold” Manuel Zeitz, Kapitän des Tabellensechsten, äußerte sich vor wenigen Tagen zur Spielweise der Roten Teufel. “Die spielen keinen Super-Fußball, machen nichts Besonderes. Die stehen hinten, kriegen kein Tor. Und vorne machen sie aus Scheiße Gold. Das ist ihre Qualität, dass sie so was können“, äußerte der Mittelfeldspieler. Marco Antwerpen nimmt solche Aussagen schmunzelnd zur Kenntnis. “Wenn es ein solch leichtes Erfolgsrezept wäre, dann könnten es andere Mannschaften ja auch relativ einfach umsetzen“, so der Lautrer Cheftrainer. Antwerpen verweist hingegen auf die Heimstärke seiner eigenen Mannschaft. Ob und wie Saarbrücken offensiv und aggressiv auftreten wird, sei nicht nur eine Frage ihres eigenen Auftretens. “Wir sind in Situationen, in denen der Gegner gefordert ist zu gewinnen. In den letzten Wochen ist dies allerdings nur einer Mannschaft gelungen. Es hat auch mit uns zu tun, ob wir es zulassen, dass Saarbrücken offensiv agiert“, kontert Antwerpen den Vorstellungen der Gäste aus Saarbrücken. “Eine Belohnung für unsere Leistungen” Viele Jahre war der Betzenberg nicht mehr ausverkauft. Doch die Leistungen des FCK und natürlich auch die Chance auf die Rückkehr in Liga zwei lassen zuletzt deutlich mehr Anhänger ins heimische Fritz-Walter-Stadion pilgern. Selbst auswärts machen die Pfälzer Auswärtspartien zu gefühlten Heimspielen. “Natürlich kribbelt es, das steht außer Frage“, äußert Antwerpen im Vorfeld des Spiels. Der Cheftrainer sieht den ausverkauften Betzenberg als Belohnung und Auszeichnung für die guten Leistungen seiner Mannschaft. “Es ist ein überragendes Gefühl, dieses Spiel bestreiten zu dürfen”, so Antwerpen über die Vorfreude aller auf das Derby. Zuck, Ritter und Wunderlich sind fraglich Personell drohen dem Trainerteam jedoch drei wichtige Stammkräfte zu fehlen. So konnte Hendrick Zuck in dieser Woche krankheitsbedingt noch an keiner Trainingseinheit teilnehmen. Antwerpen hofft, dass sich der Linksfuß bis Sonntag zurückmelden wird. Ebenfalls fraglich sind die Einsätze der beiden Mittelfeldspieler Marlon Ritter und Mike Wunderlich, beide plagen muskuläre Probleme. Jean Zimmer, der nach gutartiger Darmerkrankung zuletzt ins Mannschaftstraining zurückkehren konnte und in den letzten Spielen noch auf einige Minuten Einsatzzeit hofft, muss sich gegebenfalls noch gedulden. Nach langen Pausen sind Rückfälle durchaus im normalen Bereich. “Er trainiert regelmäßig. Wir müssen in den kommenden Tagen abwarten, wie seine Entwicklung verläuft“, so Antwerpen. Definitiv im Kader wird Hikmet Ciftci stehen. Der 24-Jährige verpasste verletzungsbedingt beinahe die gesamte Hinrunde. Im Winter konnte er seinen Fitnessstand stabilisieren und gehörte zuletzt zur Startelf. “Er stabilisiert uns mit seiner Defensivart, er ist sehr robust in den Zweikämpfen, verfügt über ein sehr gutes Passspiel nach vorne. Er ist mit seinen guten Leistungen wichtig für unser Spiel.” Quelle: Treffpunkt Betze Die Pressekonferenz im Videostream:
Zwischen Aufstiegsambitionen und Derby-Stimmung

Der Druck steigt. Vier Spiele vor Saisonende liefern sich Braunschweig und der FCK ein enges Rennen um Platz zwei. Alle anderen Konkurrenten wirken abgeschlagen. Lange stand die Partie zwischen den Würzburger Kickers und dem 1. FC Kaiserslautern aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen auf der Kippe, doch am Ende entschied Schiedsrichter Stegemann die Begegnung mit einer halben Stunde Verspätung anzupfeifen. Das Spiel und der Spielverlauf passten zum Wetter: Wenig Schönes und viel Kampf, bei dem nach gespielten 94 Minuten ein glücklicher und emminent wichtiger 2:1 Auswärtserfolg für die Roten Teufel stand. Wunderlich und Boyd machen den Unterschied Boyd auf Wunderlich, Wunderlich auf Boyd. Winter-Neuzugang Terrence Boyd und Routinier Mike Wunderlich, beide sind momentan die Unterschiedsspieler im Kader des Tabellenzweiten. Wunderlich sammelt fleißig direkte Torbeteiligungen und steht nun bei 13 Scorerpunkten, ein einfaches Spiel war es für den 36-Jährigen allerdings nicht: „Wir haben den Kampf angenommen. Würzburg hat nicht aufgegeben, bei denen geht es auch um alles und umso wichtiger, dass wir das Ding gezogen haben.“ Nach dem Spiel taufte Terrence Boyd seinen Mannschaftskameraden, der aufgrund einer greifenden Klausel auch nächste Saison für den FCK spielen wird, “Magic Mike” und fügte hinzu: “Der Mann ist einfach geil.” Auch Cheftrainer Marco Antwerpen lobte die individuelle Qualität seines Führungsspielers: „Wenn Mike in so eine Position kommt, dann netzt er das Ding ein.“ Der späte Anschlusstreffer durch Saliou Sané aus der 85. Minute sorgte noch einmal für Spannung in einer Partie, die eigentlich schon entschieden schien. Die Gefahr einen späten Ausgleich zu kassieren und damit auch wichtige Punkte zu verlieren, sah Antwerpen jedoch nicht. „Wir haben danach keine gefährliche Situation mehr zugelassen, wo Würzburg nochmal auf 2:2 stellen kann“, so der Lautrer Cheftrainer. Heimspiel in Würzburg Wie schon in den Auswärtsspielen zuvor konnten die Roten Teufel auch in Würzburg dank der vielen mitgereisten Fans auf eine großartige Kulisse setzen. Rund 4.000 FCK-Anhänger machten sich am Freitagabend auf den Weg, nur um über 90 Minuten lang bei strömendem Regen und Schnee ihre Mannschaft anzufeuern. Doch als wären das nicht genug Plagen, die man als Fan für ein Fußballspiel auf sich nimmt, mussten zahlreiche Fans die Nacht auf der Autobahn verbringen, da es am späten Abend noch zu einem starken Wintereinbruch kam. Immerhin wurden sie mit einem Auswärtssieg belohnt. Selbst Marco Antwerpen konnte seine Begeisterung kaum verbergen. “Das war unfassbar. Ich hatte teilweise Gänsehaut bei dieser Stimmung.“ FCK und BTSV bauen Vorsprung auf Platz vier aus Da die Lautrer bereits am Freitagabend vorlegten und den 2. Platz mit nun 60 Punkten festigten, konnte man der Konkurrenz am Samstag in aller Ruhe vom Sofa aus zuschauen. Ein erhoffter Patzer vom ärgsten Konkurrenten Eintracht Braunschweig blieb allerdings aus. Mit einem 1:0 Sieg gegen Wehen Wiesbaden bleiben die Niedersachsen bis auf zwei Punkte am FCK dran und bauen den Abstand auf Platz vier weiter aus. Denn das Verfolgerduell zwischen Saarbrücken und Mannheim endete torlos. Damit steht der FCS vor dem Duell gegen den FCK auf Platz sechs mit 51 Punkten, der Waldhof lauert direkt dahinter auf Platz sieben mit 50 Punkten. Daraus Profit schlagen konnten die Münchner Löwen, die sich mit einem Sieg in Freiburg vorbei auf Platz vier schieben konnten. Im Montagabendspiel schlug der VfL Osnabrück den SC Verl mit 3:2. Damit belegen die Osnabrücker mit 51 Zählern Tabellenplatz fünf. Derby als Highlight der Saison Immer wieder beteuerten Thomas Hengen und Marco Antwerpen, durch gute Leistungen mehr Fans zum Betzenberg locken zu wollen. Dass das Stadion in Liga drei einmal ausverkauft sein wird, dachten allerdings die wenigsten. Am Ostersonntag im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken wird dies nun der Fall sein, wenn exakt 46.895 Zuschauer zum Betze pilgern werden. Neben all der Brisanz eines Derbys dürfte diese Partie zugleich eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen liefern. Denn sollten die Hausherren gewinnen, dürfte Saarbrücken seine Aufstiegshoffnungen endgültig begraben. Braunschweig darf nun, eine Woche später als der FCK, gegen die Kickers antreten, Waldhof Mannheim muss am Montagabend gegen die U23 des SC Freiburg ran. Am Samstagnachmittag steht ein weiteres Verfolgerduell an. 1860 München empfängt den VfL Osnabrück. Auch hier gilt, wer das Spiel verliert, darf sich keine all zu großen Hoffnungen mehr auf den Aufstieg machen. Für den 1. FC Kaiserslautern zählt jedoch nur die eigene Leistung, das eigene Spiel. Vor ausverkauften Haus ist ein wahres Fußballfest zu erwarten. In diesem Sinne: Auf geht’s Lautern kämpfen und siegen! Quelle: Treffpunkt Betze