Zwischen Abstiegsangst und Durchmarsch im Schuster-Style

Neue Runde, neues Glück. Wo landet der FCK am Ende dieser neuen Zweitliga-Saison? Tipps, Einschätzungen und Prognosen aus der ‘Treffpunkt Betze Redaktion’. Es ist angerichtet. Selten passten Motto und Zeitpunkt besser zusammen. Wenn der 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend Hannover 96 auf dem Betzenberg empfangen wird, werden rund 40.000 Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion pilgern und die Rückkehr der Roten Teufel ins Fußball-Unterhaus feiern. So euphorisch und gelassen war die Stimmung rund um den FCK lange nicht mehr. Die Rückkehr in die zweite Liga hat Kräfte freigesetzt und neues Interesse am Verein geweckt: 17.000 verkaufte Dauerkarten und rund 21.000 Vereinsmitglieder. Tendenz steigend. Doch statistisch betrachtet haben es Aufsteiger in der zweiten Liga schwer. Welchen Weg schlagen die Lautrer ein? Sicheres Mittelfeld oder Abstiegskampf? Wo landet der FCK am Ende dieser Zweitliga-Saison? Unser Redaktionsteam hat den Blick in die Glaskugel gewagt und kurz vor Beginn der neuen Runde eine Prognose abgegeben. Matthias: “Die Angst kickt mit” Die Saison 22/23 wird in jedem Fall weniger Spaß machen als die letzte. Die Gegner in der zweiten Liga sind zwar um einiges prestigeträchtiger, jedoch auch wesentlich besser besetzt. Mannschaften wie Havelse, die der FCK 6:0 besiegen wird, gibt es nicht mehr. Zudem wird die Mannschaft um Boyd, Wunderlich und Klingenburg auf Gegner treffen, denen sie womöglich nicht gewachsen ist deswegen einige herbe Niederlagen einstecken könnte. Mit genügend Euphorie und etwas Glück auf dem Transfermarkt kann die Saison trotzdem was werden. Sofern die ersten Spiele gut laufen. Aber an eine Spielzeit ohne Abstiegskampf ist nicht zu denken. Prognose: Tabellenplatz 14-18. David: „Die Euphorie auf den grünen Rasen übertragen“ Betzenberg, zweite Liga und dazu die besten Fans der Welt. Mit diesen drei Elementen im Rücken kann es für den FCK in der kommenden Spielzeit eigentlich nur in eine Richtung gehen. Hinzu kommt, dass der Kader mit bislang sechs Neuzugängen nicht komplett erneuert werden musste, sondern nahezu alle Leistungsträger gehalten wurden. Dirk Schuster kann also auf eine eingeschworene Truppe zählen, da ein stabiles Grundgerüst steht. Ob der Cheftrainer mit seiner Spielphilosophie auf dem Betze Erfolg haben wird, wird sich erst langfristig zeigen. Allerdings haben die Roten Teufel in der Vorbereitung hart an sich gearbeitet, weshalb der Mannschaft für die anstehende Saison durchaus einiges zugetraut werden darf. Prognose: Tabellenplatz 10-13. Dominik “Nur gemeinsam erfolgreich” Für den FCK kann es in der kommenden Saison nur um den Klassenerhalt gehen. Mit einem relativ schweren Auftaktprogramm dürften die Roten Teufel zu Beginn einige Schwierigkeiten haben, sich an die zweite Liga zu gewöhnen. Schließlich fehlt bis auf wenige Ausnahmen jedwede Zweitliga-Erfahrung. Immerhin ist die Mannschaft nahezu eingespielt und wurde zudem sinnvoll und punktuell verstärkt. Zwar könnten noch zwei bis drei qualitativ hochwertige und erfahrene Spieler nicht schaden, doch gerade der Teamgeist und die Fans im Rücken dürften die größten Pluspunkte – besonders im vom Papier her schweren Saisonendspurt – sein. Auch wenn es mal nicht so läuft, sollten Fans geschlossen hinter der Mannschaft stehen. Prognose: Tabellenplatz 11-13. Michael: “So schnell wie möglich 40 Punkte” Da schlagen definitiv zwei Herzen in meiner Brust. Der – der letzten FCK-Dekade geschuldete – erfahrenheitsbasierte Pessimismus versus Lautrer Kampfgeist und Underdog-Mentalität. Möge der bessere gewinnen. Obwohl rund drei Viertel der Drittligisten die Relegation für sich entscheiden, werden sie in Liga zwei mit enormen Schnelligkeitsdefiziten konfrontiert und finden sich daher schnell im Abstiegskampf wieder. Trotzdem wird der FCK die 40-Punkte-Marke knacken und die Liga mit frechem und erfrischendem Fußball aufmischen. Zudem wird der Betze mal wieder ein paar ‘Paul-Breitner-Gedenkminuten’ feiern, wenn der Gegner nach 90 Minuten denkt: Hätten wir die Punkte doch mal mit der Post geschickt. Prognose: Tabellenplatz 12-14. Leonard: “Durchmarsch im Schuster-Style” Ja ich weiß, das Saisonziel ist der Klassenerhalt. Doch ich würde lügen, wenn mein Finger nicht schon über dem Champions-League GIF schweben würde, um dieses nach jedem Sieg in die Twitter-Timeline zu feuern. Und auch wenn Sky wieder mit “der besten 2. Liga” werben wird, sie ist es nicht. Schwache Absteiger, starke Aufsteiger. In jedem Spiel ist alles möglich. Vor allem mit einem Trainer, der die Liga kennt wie kein anderer. Dirk Schuster schaffte mit Darmstadt den Durchmarsch von Liga drei in die Bundesliga. Wiederholungsbedarf! Der FCK wird wahrscheinlich nicht den schönsten Fußball der Liga spielen, doch mit einer Abwehr aus Granit, dem Betzenberg als Festung und dem nötigen Spielglück traue ich der Mannschaft viel zu. Prognose: Tabellenplatz 3-6. Dirk: „Irgendjemand muss ja der Außenseiter sein!“ Ganz oben steht natürlich das Ziel Klassenerhalt. Aber wenn uns die zweite Liga in den vergangenen Jahren eines gezeigt hat, dann ist es die Tatsache, dass fast immer ein Außenseiterteam am Start war. Außer dem HSV sehe ich keine Mannschaft, die sich deutlich vom Rest abhebt. Wenn Dirk Schuster und sein Team die Euphorie des Aufstiegs mitnehmen können, ein guter Start in die Saison gelingt und Thomas Hengen bis zum Ende der Transferperiode nochmal gezielt nachlegen kann, gibt es für mich keinen Grund, warum nicht der FCK der große Außenseiter sein könnte. Wenn irgendwo Wunder möglich sind, dann auf dem Betzenberg! Prognose: Tabellenplatz: 3-8. Thomas: “Spektakel vor allem auf den Rängen” Die Vorfreude im Umfeld ist unermesslich, einige Fans träumen schon vom Durchmarsch. Als Aufsteiger kann es aber, vor allem nach vierjähriger Abstinenz, nur ein Ziel geben: Den Klassenerhalt. Dafür hat der FCK mit Dirk Schuster, der die 2. Liga und auch generell Abstiegskampf aus dem ‘Effeff’ kennt, den richtigen Trainer an der Seitenlinie. Er wird der Mannschaft die nötige Stabilität verleihen, die es braucht, um die Klasse halten zu können. Dabei werden die Roten Teufel allerdings nicht immer spektakuläre Auftritte hinlegen und sich auch mal mit einem torlosen Unentschieden zufrieden geben müssen. Wenn bis zum Ende der Transferphase die Qualität im defensiven Zentrum und auf dem offensiven Flügel noch erhöht wird, sollte es dem Team gelingen, konstant eine ordentliche Rolle in der Liga zu spielen. Prognose: Tabellenplatz: 11-14. Armin: “Spannende, aber sorgenfreie Saison” In den letzten drei Jahren taten sich die Aufsteiger in der 2. Liga schwer: Fünf von acht Aufsteigern stiegen direkt wieder ab, nur drei schafften den Klassenerhalt – wobei kein Neuling mehr als Platz 13 erreichte. Die Mannschaft der Roten Teufel ist eingespielt und der Teamgeist stimmt. Das sind schon mal sehr gute Vorzeichen für eine erfolgreiche Saison. Auf keiner Position ist das Team
„Mit Mentalität Qualität schlagen!“

Am Freitag eröffnen die Roten Teufel mit ihrem Heimspiel gegen Hannover 96 die neue Saison. Dirk Schuster erwartet eine Spitzenmannschaft, der jedoch alles abverlangt werden soll. Der 1. FC Kaiserslautern kehrt nach vierjähriger Abstinenz mit einem echten Traditionsduell in die zweite Fußball-Bundesliga zurück. Mit Hannover 96 kommt am Freitagabend jedoch ein Gegner auf den Betzenberg, der ganz andere Ambitionen hegt als der FCK. Mit Stefan Leitl als neuen Coach und einem runderneuerten Kader zählen die Niedersachsen durchaus zum erweiterten Favoritenkreis für den Aufstieg. Die mit erfahrenen Bundesligaspielern besetzte Mannschaft möchte der Mittelfeldtristesse entkommen und so schnell wie möglich zurück ins Oberhaus. Drei Punkte bei einem Aufsteiger scheinen da schon fast Pflicht zu sein. Ganz so einfach wollen sich Dirk Schuster und sein Team aber nicht geschlagen geben. Vor einem hoffentlich ausverkauften Fritz-Walter-Stadion wollen die Roten Teufel ein unangenehmer Gegner sein und die Leitl-Truppe mit Betze-Tugenden in Bedrängnis bringen. Alles geben und unangenehm spielen Der Lautrer Coach, der es als Wertschätzung versteht, das Eröffnungsspiel bestreiten zu dürfen, erwartet einen qualitativ hochwertigen Gegner, den er in jedem Mannschaftsteil bestens bestückt sieht. „Die individuelle Qualität von Hannover können wir nicht toppen, da werden wir drunter liegen. Aber ich denke, dass die Betze-Mentalität eine große Rolle spielen wird. Dass wir mit sehr viel Engagement, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft agieren und als Team funktionieren werden. Dass wir diese Qualität mit Mentalität schlagen können“, führt Schuster seine Gedanken aus. Alles, was in eigener Macht steht, soll abgerufen werden, um für die Hannoveraner ein unangenehmer Gegner zu sein und dem Aufstiegsaspiranten einen heißen Tanz zu liefern. Hercher, Klingenburg und Ciftci fraglich Ob Dirk Schuster hierbei auf Philipp Hercher, René Klingenburg und Hikmet Ciftci zurückgreifen kann, ist noch fraglich. Ben Zolinski, Neal Gibs und Erik Durm hingegen haben ihre Blessuren auskuriert und stellen wieder Optionen dar. Generell wünscht sich der Lautrer Trainer in seinem Kader noch etwas Erfahrung auf der Innenverteidigerposition und im defensiven Mittelfeld. Die sich bietenden Möglichkeiten auf dem Transfermarkt werden beobachtet und in enger Absprache mit Thomas Hengen und der Scoutingabteilung auf einen Mehrwert für den FCK hin geprüft. Nicolas Sessa und Marius Kleinsorge spielen in den derzeitigen Planungen von Dirk Schuster trotz laufender Verträge jedoch keine Rolle mehr. Beiden attestiert er zwar ein hochprofessionelles Verhalten, sieht deren Einsatzchancen bei den Roten Teufeln allerdings als eher gering an. Ein Vereinswechsel dürfte damit wohl die sinnvollere Alternative sein. Der Ligaauftakt wird vor einem gut gefüllten Stadion erfolgen. Bis jetzt wurden 37.000 Tickets verkauft, wobei sich Dirk Schuster einen ausverkauften Betzenberg wünscht. „Ich hoffe, dass das Stadion wieder rappelvoll ist und dass die Fans uns wieder von der ersten bis zur neunzigsten Minute pushen.“ Wer diesem Aufruf des Coaches nicht folgen kann, hat die Möglichkeit live im Free-TV bei Sat1 mitzufiebern. Quelle: Treffpunkt Betze Die Pressekonferenz im Videostream: