Uffm Betze gegen den SVS: Der zweite Anlauf zum Klassenerhalt

24. Spieltag: Mit einem Heimsieg gegen den SV Sandhausen kann der FCK den Klassenerhalt klar machen. Doch dafür muss eine enorme Leistungssteigerung her. Durch die 0:2 Niederlage in Magdeburg verpassten es die Roten Teufel den Klassenerhalt vorzeitig klarzumachen. Die anvisierte 40-Punkte-Marke ist weiterhin das Ziel und soll am Freitagabend geknackt werden. Auf den 1. FC Kaiserslautern wartet mit dem Tabellenvorletzten SV Sandhauen allerdings eine bekanntlich unangenehme Mannschaft, die vor drei Wochen einen neuen Impuls an der Seitenlinie bekam. SV Sandhausen: Unter Oral zum Klassenerhalt Eine Fußballmetropole ist Sandhausen mit Sicherheit nicht. Doch die kleine Gemeinde aus Baden-Württemberg spielt mittlerweile seit über zehn Jahren in der zweiten Bundesliga. Der SVS muss sich zwischen all den großen Vereinen immer wieder neu beweisen, so auch in der vergangenen Saison. Durch eine sensationelle Rückrunde unter Cheftrainer Alois Schwartz konnten die Sandhäuser den souveränen Klassenerhalt feiern. In der Rückrundentabelle belegte der SVS sogar den fünften Platz, ein herausragendes Ergebnis. Doch das Team von Alois Schwartz verpasste es, diesen Schwung in die neue Spielzeit mitzunehmen. Nach 21 Spieltagen, einer 0:3 Niederlage gegen den Karlsruher SC und dem Sprung auf den letzten Tabellenplatz wurde Alois Schwartz von seinen Aufgaben entbunden. Doch auch der neue Coach Tomas Oral ist kein unbeschriebenes Blatt in Deutschland. Oral war unter anderem bereits bei RB Leipzig, dem FSV Frankfurt und dem FC Ingolstadt tätig. Nach missglücktem Debüt in Nürnberg konnte der 49-Jährige am letzten Wochenende gegen Kiel erstmals einen Punktgewinn feiern. Franck Evina erzielte in der Nachspielzeit den 1:1 Ausgleichstreffer am Hardtwald. Wer sich an das Hinspiel zurückerinnern kann, weiß, dass die Kurpfälzer nicht unbedingt für gepflegten und attraktiven Offensivfußball stehen. Durch ihre robuste und körperbetonte Spielweise machen sie es jedem Gegner unangenehm und fordern Geduld. Wenig Ballbesitz, viele Zweikämpfe und auch der ein oder andere hohe Ball kennzeichnen ihr Spiel – das sollte jedem Lautrer bekannt vorkommen. Zwar ist davon auszugehen, dass die Sandhäuser unter Oral etwas aktiver verteidigen und pressen als noch unter Schwarz, die feinen fußballerischen Leckerbissen scheinen aber weiterhin nahezu ausgeschlossen zu sein. Opoku, de Préville und Hercher drängen in die Startelf – Niehues fehlt gelbgesperrt Mit einem Dreierwechsel in der 71. Minute brachte Dirk Schuster gegen Magdeburg nochmal frischen Wind. Durch die Hereinnahme von Aaron Opoku, Nicolas de Préville und Philipp Hercher wurde das Offensivspiel erstmals belebt. Alle drei lieferten damit eine überzeugende Startelfbewerbung für das kommende Heimspiel. Da Julian Niehues am vergangenen Freitag seine fünfte gelbe Karte kassierte, wird der großgewachsene Mittelfeldspieler ebenso wie der verletzte Lars Bünning (Bänderriss) fehlen. Wie es um die Einsatzchancen von Robin Bormuth und Kenny Redondo (beide muskuläre Probleme) steht, ist noch unklar. Da die taktische Ausrichtung in Magdeburg nur bedingt aufging, scheint die Rückkehr zur Viererkette und dem altbewährten 4-2-3-1 System mehr als wahrscheinlich zu sein. Bis zu 40.000 Zuschauer an einem Freitagabend Genau elf Spieltage vor Saisonende hat der FCK die Gelegenheit, das auserkorene Saisonziel zu erreichen. Mit einem Sieg gegen Sandhausen würden die Pfälzer die 40-Punkte-Marke knacken und somit den vorläufigen Klassenerhalt sichern. Vor bis zu 40.000 Zuschauern müssen die Roten Teufel gegen den SV Sandhausen ihre spielerischen Qualitäten auf engstem Raum unter Beweis stellen und das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Eine ungewohnte, aber nicht unlösbare Aufgabe für die Schuster-Elf. Für alle Daheimgebliebenen wird die Partie wie gewohnt auf Sky und bei OneFootball im Einzelstream übertragen. Quelle: Treffpunkt Betze
De Deiwel soll mich hole: Weißt du noch wie’s früher war?

Schon “Die Ärzte” sangen einst: Früher war alles schlecht, (…) die Welt war furchtbar ungerecht. Dann kam die Wende, unser Leid war zu Ende. Auch beim 1. FCK. Als Fan des 1. FC Kaiserslautern musste man in den letzten Jahren hart im Nehmen sein. Finanziell und sportlich ging es stetig bergab. Hinter den Kulissen waren Streitereien und Rücktritte an der Tagesordnung. Und nicht selten schlugen dann noch einschlägige Medien sowie Trash-TV erprobte Ex-Spieler immer weiter auf die am Boden liegenden Roten Teufel ein. Einer der Tiefpunkte war für mich im Oktober 2019 ein 1:3 beim Chemnitzer FC und der Absturz auf einen Abstiegsplatz der dritten Liga. Die Lautrer erlebten seinerzeit ein stetes Auf und Ab, ohne aber wirklich Fortschritte auf den Rasen zu bekommen. Boris Schommers wurde schließlich durch Jeff Saibene ersetzt, die Misserfolgsspirale drehte sich jedoch weiter. Mit Marco Antwerpen wurde ein weiterer Übungsleiter in der Hoffnung auf sportliche Besserung verpflichtet und im Background wurde Thomas Hengen als neuer starker Mann installiert. Aber die Trendwende ließ noch etwas auf sich warten. In einem Land vor unserer Zeit Erinnert ihr euch noch an den 20. März 2021? Die Bayern waren FIFA-Clubweltmeister, beim HSV und bei Schalke 04 lief alles seinen gewohnten Gang – bei den einen schien die Bundesligarückkehr nach einem 2:0 im Spitzenspiel gegen Heidenheim mal wieder nur noch reine Formsache zu sein, die anderen vergeigten gegen Mönchengladbach das elfte Spiel in Folge – und der FCK stand am tiefsten Abgrund seiner Vereinsgeschichte. Nach einem saft- und kraftlosen Auftritt verließ die Mannschaft von Marco Antwerpen die MDCC-Arena in Magdeburg mit einer 0:1-Niederlage und hatte satte sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Bei nur noch neun ausstehenden Partien rückte der Klassenerhalt in weite Ferne. Das Horrorszenario „Regionalliga“ steuerte auf seinen unwiderruflichen Höhepunkt zu. Und nun, knapp zwei Jahre später? Der große FCB schlägt sich mit Clubs wie Freiburg oder Union Berlin um die begehrten Fleischtopf-Plätze der Bundesliga, beim HSV und auf Schalke grüßt das Murmeltier und der FCK findet sich plötzlich im oberen Drittel der zweiten Liga wieder. Seit jenem 29. Spieltag in der sächsisch-anhaltinischen Landeshauptstadt und der anschließenden Länderspielpause ist auf dem Betzenberg nichts mehr, wie es war. Das Trainerduo „Ante und Döppi“ impfte seiner Mannschaft in einer Radikalkur das Betze-Gen ein und plötzlich schien das Team zu funktionieren. Auf einen Schlag waren Begriffe wie Kampf, Einsatzbereitschaft und Wille keine leeren Worthülsen mehr in Kaiserslautern – sondern gelebte Kultur. Durch eine fulminante Aufholjagd konnte der Klassenerhalt vorzeitig gesichert werden. Und im darauffolgenden Jahr rollte der berühmte Zug bis auf Relegationsplatz drei und letztlich unter Dirk Schuster und Sascha Franz sogar zur vorläufigen Endhaltestelle „zweite Liga“. // Dir gefällt dieser Artikel und das, was wir auf Treffpunkt Betze machen? Dann werde Supporter! Es läuft wie Wasser aus der Nase Die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus verlief für die Roten Teufel bisher nahezu reibungslos. Nach vierjähriger Drittligazugehörigkeit und der Tatsache, nicht nur sportlich, sondern zwischenzeitlich auch finanziell von der Konkurrenz abgehängt worden zu sein, war es klar, dass nur mit einem immensen Kraftakt, bei dem alle an einem Strang ziehen müssen, der Klassenerhalt geschafft werden kann. Der bisherige Saisonverlauf ist grandios. Als Aufsteiger nach 23 Spielen das Abstiegsgespenst schon so gut wie sicher vertrieben zu haben, ist eine außergewöhnliche Leistung. Das Team um Thomas Hengen, der Aufsichtsrat und alle anderen Gremien melden sich erst dann zu Wort, wenn es wirklich etwas zu sagen gibt. Das Trainerteam und die Mannschaft arbeiten Tag für Tag knüppelhart, um einen Punkt nach dem anderen einfahren zu können. Und die Fans? Die feiern „ihren“ FCK wieder wie in besten Zeiten. Eigentlich sollte dann ja alles in bester Ordnung sein. Leider ist dem nicht ganz so. Der Vorvorvorvorgänger von Dirk Schuster, Michael Frontzeck, warnte immer vor dem „schwierigen Umfeld“ beim FCK. Er tat das damals zur Unzeit. Schließlich pumpte die seinerzeit tätige Vereinsführung gerade einmal wieder seine Fans um überlebensnotwendige Euros an. Grundsätzlich hatte der Ex-Nationalspieler aber nicht Unrecht. Die Erwartungshaltung von uns FCK-Fans geht hin und wieder etwas zu schnell durch die Decke. Wer nach dem Spiel in Paderborn – und der damit zweiten Niederlage in Folge – die einschlägigen Foren in den sozialen Medien etwas durchstöbert hat, musste sich verwundert die Augen reiben. Von der bislang überragenden Saison war teilweise gar nichts mehr zu lesen. Von „Schuster muss weg“ bis hin zu übelsten Beleidigungen einzelner Spieler war alles zu finden. Steht auf, wenn ihr Lautrer seid! Für mich nur wenig überraschend, dass der Lautrer Coach im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Fürth daraufhin deutlich wurde. Auf die Frage, ob das Ego nach zwei Niederlagen nicht angekratzt sei und ob man sich den Rückrundenstart nicht anders vorgestellt hätte, mutierte Schuster schlagartig zu einer Mischung aus Indiana Jones und Hannibal Lecter. Mit einem leicht spitzbübischen Lächeln, aber einem Blick, der das Blut in den Adern gefrieren ließ, wies „Hannibal Jones“ jegliche Kritik an der Gesamtbilanz des Rückrundenstarts zurück und forderte die Zuhörer auf, die Kirche etwas im Dorf zu lassen. Eine absolut nachvollziehbare Bitte, der wir alle nachkommen sollten. Die Mannschaft spielt eine überragende Saison und hat sich durchaus das Recht erarbeitet, auch mal einen Grottentag, wie zuletzt beim FC St. Pauli oder in Magdeburg, zu haben. Kritische Äußerungen sind natürlich nicht verboten. So lange sie angebracht sind und sachlich bleiben, sind sie in der Regel sogar willkommen. Was allerdings gar nicht geht, sind Diffamierungen und Beleidigungen, die sich gegen einzelne Personen richten. Gerade Jean Zimmer wurde in den letzten Wochen immer öfter zur Zielscheibe solcher Attacken. Nicht nur in der Anonymität des Internets, auch aus der Fankurve muss der Kapitän der Roten Teufel derzeit reichlich Prügel einstecken. Wenn man überlegt, dass er vor zwei Jahren den FCK mit seiner Rückkehr überhaupt erst wieder so richtig zum Leben erweckt hat, ist es völlig unangebracht, ihn jetzt bei jeder misslungenen Aktion so anzuprangern. Egal ob Fußballprofi oder nicht: Jeder, der in einem Trikot steckt, ist in erster Linie ein Mensch. Und die Grundzüge menschlichen Miteinanders sollten wir alle im Kindergarten gelernt haben: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu! Diese Art des “Schmerzensgeldes” ist nicht mal bei hohen Fußballergehältern eingepreist. Quelle: Treffpunkt Betze