Hendrick Zuck: “Der FCK ist meine Heimat”

Linksverteidiger Hendrick Zuck im Gespräch mit Treffpunkt Betze über seine Bindung zum FCK, die Euphorie im Umfeld und seine ehemaligen Cheftrainer. Kaum ein anderer Spieler verkörpert die FCK-DNA so sehr wie Hendrick Zuck. Im Jahr 2018 zurückgekehrt, erlebte Zucki seither viele Höhen und Tiefen. Dennoch hielt er dem Verein stets die Treue, die mit dem Aufstieg im vergangenen Jahr belohnt werden sollte. Unter Marco Antwerpen wurde der Flügelspieler zum Linksverteidiger umgeschult und auch unter Dirk Schuster ist er auf der linken Abwehrseite eine feste Größe. Nach einer anstrengenden Trainingseinheit nahm sich der Routinier Zeit für ein gemeinsames Interview, in dem er über die großartige sportliche Entwicklung der letzten zwei Jahre, den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und seine Pläne nach der aktiven Karriere spricht. “Fühle mich als Linksverteidiger sehr wohl” Treffpunkt Betze: Hallo Zucki, du hast kürzlich deinen Vertrag vorzeitig verlängert. Was waren für dich die ausschlaggebenden Argumente für diese Entscheidung? Hendrick Zuck: Ich fühle mich hier sehr wohl und der FCK ist sozusagen meine Heimat. Es gab auch keine großen Gedanken woanders hinzugehen, von daher war für mich klar, dass ich hier bleiben möchte. Umso mehr freue ich mich, dass es auch geklappt hat. Treffpunkt Betze: Du drehst in dieser Saison richtig auf. Du bist im Regelfall gesetzt und nach Scorerpunkten spielst du die drittbeste Zweitligasaison deiner Karriere. Wie erklärst du dir deine starken Leistungen? Hendrick Zuck: Das liegt zum Großteil an der Erfahrung, um auf dem Platz die Ruhe zu bewahren und Situationen richtig einzuschätzen. Als junger Spieler hast du das nicht unbedingt und wenn doch, dann bist du einer der Besten. Ich habe schon einige gute Saisons gespielt, ob das jetzt die zweit- oder drittbeste Saison ist, sollen andere entscheiden. Ich versuche immer mein Bestes zu geben, um der Mannschaft zu helfen. Und das funktioniert aktuell ganz gut. Treffpunkt Betze: Spielt dabei auch die Umstellung vom linken Mittelfeldspieler zum Linksverteidiger eine Rolle? Hendrick Zuck: Ja, auf jeden Fall, da es ein ganz anderes Spiel ist. Als Flügelspieler hast du die meiste Zeit einen Gegenspieler im Rücken, als Linksverteidiger habe ich das Spiel vor mir und kann dadurch viele Pässe spielen und Bälle in die Tiefe schlagen. An dieser Stelle auch nochmal Danke an Marco Antwerpen, dass er das gesehen und mich nach hinten gezogen hat. Aktuell fühle ich mich in dieser Rolle sehr wohl. “Wir sind ein geiles Team” Treffpunkt Betze: Wäre eine Rückkehr in den offensiven Bereich für dich dennoch denkbar? Hendrick Zuck: Im Endeffekt spiele ich dort, wo der Trainer mich haben möchte. Zudem wäre es kein Problem, da ich Jahre lang auf dieser Position gespielt habe. Trotzdem sehe ich meine Position vor allem in der Verteidigung. Treffpunkt Betze: Aber auch ihr als Mannschaft setzt Bestmarken. So habt ihr beispielsweise bereits 17 Punkte nach Rückständen geholt und führt die Joker-Tabelle mit 15 Treffern an. Was ist das Geheimnis, das euch in dieser Aufstiegssaison so stark macht? Hendrick Zuck: Das liegt an vielen Faktoren. Zum einen an der Euphorie, zum anderen daran, dass wir als Mannschaft ein eingeschworener Haufen sind. Wir sind ein geiles Team und auf dem Platz weiß jeder, was der andere macht. Dadurch wissen wir, dass wir Spiele auch nach einem Rückstand drehen können. Und wenn das dann wie zum Beispiel zuhause gegen den FC Heidenheim passiert, ist allen klar, was hier oben los ist. Treffpunkt Betze: Auswärts tut ihr euch zurzeit ziemlich schwer. Noch in der Hinrunde ungeschlagen, wartet ihr seit sechs Spielen auf einen eigenen Treffer. Warum stottert der Motor auf fremden Platz derzeit? Hendrick Zuck: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht fehlt auswärts das Quäntchen Glück, doch wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir es natürlich ändern. Wir haben jetzt noch zwei Auswärtsspiele und wollen dort wieder Tore schießen und dreifach punkten. “Ein Zeichen der Anerkennung” Treffpunkt Betze: Rund um den FCK herrscht derzeit ein riesiger Boom. Nach all den Jahren der Entbehrungen ist das zunächst einmal eine tolle Entwicklung. Doch ist dieses enorme Interesse am FCK immer ein Segen oder fühlt es sich durch die gestiegene Erwartungshaltung auch mal wie ein Fluch an? Hendrick Zuck: Für uns ist das ein Zeichen der Anerkennung. Viele Menschen kommen wegen uns ins Stadion und honorieren damit unsere Leistung auf dem Platz. Wir wissen auch, was hier oben möglich ist, wenn es sportlich gut läuft, von daher ist das ein großer Pluspunkt. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Treffpunkt Betze: Dazu passt auch das große Traditionsduell gegen den HSV. Ausverkauftes Haus, tolle Choreo und dazu noch diese riesige Stimmung aus beiden Fankurven. Nimm uns mal mit: Wie hast du diesen ehrwürdigen Abend erlebt, der gewiss alles war, nur kein gewöhnliches Zweitliga-Spiel? Hendrick Zuck: Durch den Sieg war es ein atemberaubender Abend. Es gibt nichts Schöneres, als hier oben gegen einen großen Traditionsverein wie den HSV das Spiel so zu gewinnen. Die Choreos und die Stimmung waren und sind einzigartig. Treffpunkt Betze: Manch einer reibt sich noch immer verwundert die Augen: Vom Beinahe-Abstieg in die Regionalliga zum Überraschungsteam in Liga zwei in nicht einmal 24 Monaten. Welche Faktoren haben deiner Meinung nach dazu beigetragen, dass dieser Wandel überhaupt möglich wurde? Hendrick Zuck: Das ist schwer zu sagen, da im Fußball viel passieren kann. Nach dem Beinahe-Abstieg mit der fast gleichen Mannschaft aufzusteigen ist schon einigen Teams gelungen. Eine Mannschaft muss sich erst finden – und das ist nicht in ein bis zwei Jahren möglich, wenn du jede Saison zehn neue Spieler holst. Wenn du dann länger zusammen spielst, stellt sich irgendwann der Erfolg ein. Wenn du den Kern eines Teams zusammenhältst und punktuell verstärkst, dann spielst du auch eine erfolgreiche Saison, so wie wir es gerade tun. Treffpunkt Betze: Spielt diese Entwicklung der vergangenen Jahre innerhalb der Mannschaft noch eine Rolle oder konzentriert ihr euch auf das Hier und Jetzt? Hendrick Zuck: Diejenigen, die damals schon da waren, haben auf jeden Fall im Hinterkopf, dass wir beinahe im Niemandsland gelandet wären. Trotzdem schauen wir nur nach vorne und ich hoffe, dass es weiter bergauf geht. Es ist zwar kein leichter Weg