Dirk Schuster über Neuzugänge: “Kann noch etwas dauern”

Im Rahmen des Medientages sprach Treffpunkt Betze mit Dirk Schuster und Philipp Klement über den Stand des Kaders, weitere Transferplanungen und die Saisonziele des FCK. Beim alljährlichen Medientag am Donnerstagmittag hatten Sponsoren und Werbepartner des 1. FC Kaiserslautern die Möglichkeit, die Mannschaft, das Trainerteam und den gesamten Verein näher kennenzulernen. Neben dem neuen Mannschaftsfoto wurden auch Einzelbilder und die Motive für die Autogrammkarten geschossen – das SWR Sportteam nutzte diesen besonderen Tag, um eine neue Folge des Formats „Dein FCK“ zu drehen. Trotz des engen Zeitplans nahmen sich Cheftrainer Dirk Schuster und Mittelfeldspieler Philipp Klement Zeit, um mit den anwesenden Journalisten über die kommende Saison, die taktische Ausrichtung und weitere Neuzugänge zu sprechen. Die wichtigsten Aussagen haben wir hier zusammengefasst: FCK-Cheftrainer Dirk Schuster über … …die Saisonvorbereitung: „Man entwickelt sich als Trainer natürlich auch immer weiter und kennt die Spieler deutlich besser als noch zur letzten Saison. Dementsprechend haben wir versucht, die härteren Einheiten mit spielerischen Einflüssen zu kombinieren, damit die Jungs gar nicht merken, dass sie viel gemacht haben.“ …den Saisonstart: „Der ganze Verein fiebert schon dem Saisonstart und dem Spiel gegen den FC St. Pauli entgegen, der eine riesen Rückrunde gespielt hat und beinahe noch aufgestiegen wäre. Wir haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet, die Mannschaft befindet sich in einem ordentlichen körperlichen Zustand und in den nächsten Tagen werden wir noch am Feinschliff arbeiten.“ …den aktuellen Zustand der Mannschaft: „Das ist schwierig zu sagen. Zum Saisonstart ist das immer eine Wundertüte, da man nie so richtig weiß, wo man steht. Mit dem körperlichen Zustand der Mannschaft sind wir zufrieden und wir haben auch an spielerischen und taktischen Elementen gearbeitet. Wir hoffen zum ersten Spieltag so nah wie möglich an die 100% heranzukommen, doch das wir man erst nach dem Spiel beurteilen können.” …die Neuzugänge: „Jeder hat und wird seine Chance bekommen und wir werden die Vorbereitung als Ganzes bewerten und nicht nur einzelne Trainingseinheiten, sodass jeder nochmal auf sich aufmerksam machen kann. Jeder hat gut mitgezogen und Ansprüche auf die Startelf erhoben. Wen wir am ersten Spieltag ins Rennen schicken werden, kann ich aktuell noch nicht sagen.“ …Tobias Raschl: „Tobi ist ein ausgezeichneter Mittelfeldspieler mit Drang nach vorne. Nichtsdestotrotz kann er auch nach hinten arbeiten und auch mal richtig dazwischenhauen. Wir haben ihn schon eine ganze Weile beobachtet, da er vor allem in der Hinrunde sehr gute Leistungen bei Greuther Fürth gezeigt hat.“ …den aktuellen Kader und weitere Transfers: „Im Spiel gegen Norwich City mussten Julian Niehues und Jean Zimmer als Innenverteidiger in der Dreierkette aushelfen, dementsprechend wollen und werden wir in der Verteidigung nochmal nachlegen. Zudem suchen wir schon seit einem Jahr nach einem defensiven Mittelfeldspieler und wenn Terrence Boyd ausfällt, wird es vorne in der Spitze auch ein bisschen dünn. Meinen Wunschkader haben wir noch nicht zusammen, da sich das Transferkarussell in der ersten Liga auch erst zu drehen beginnt. In der aktuellen Phase kann es mit Neuzugängen noch etwas dauern, demnach benötigen wir noch ein bisschen Geduld. Aktuell sind wir mit verschiedenen Spielern im Austausch und hoffentlich können wir zeitnah einen Transfer bekanntgeben.“ …die taktische Ausrichtung: „Es ist offen, in welchem System wir spielen werden, da wir auch in der vergangenen Saison sehr systemflexibel waren. Wir haben auch in den Spielen die Formationen gewechselt, um die Mannschaft flexibler zu machen. Mit welchen System wir am ersten Spieltag auflaufen werden, richtet sich auch am FC St. Pauli, den wir im Auge und beobachtet haben. Wir wollen ein sehr gutes Spiel abliefern und die Fans mit einem guten Gefühl nach Hause schicken.“ …die Saisonziele: „In der Öffentlichkeit haben wir uns noch nicht konkret dazu geäußert, intern ist uns klar, dass wir die Mannschaft und den Verein weiterentwickeln wollen, die richtige Balance zwischen Punktausbeute und gutem Fußball finden möchten und dass wir am Ende wieder einen sehr guten Tabellenplatz erreichen.“ …die neue Saison und die zweite Liga: „Diese zweite Liga ist noch brutaler geworden, gerade mit Hertha BSC und dem FC Schalke 04 sind zwei ambitionierte Schwergewichte dazugekommen. Der HSV, Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn wollen auch oben angreifen, auch Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg wollen eine deutlich bessere Saison als im vergangenen Jahr spielen. Dadurch wird es Woche für Woche eine große Herausforderung zu punkten, deswegen müssen wir die Mannschaft optimal auf die neue Spielzeit vorbereiten. Der klassische Underdog wie in der letzten Saison sind wir nicht mehr, aber auch nicht der haushohe Favorit, der um den Aufstieg mitspielen muss.“ …die Kapitänsfrage: „Die Kapitänsfrage ist heute durch den Mannschaftsrat entschieden worden und Jean Zimmer wird auch in der kommenden Saison der Kapitän sein. Sein Stellvertreter ist Andreas Luthe und der Mannschaftsrat besteht aus den Spielern Kenny Prince Redondo, Hendrick Zuck, Kevin Kraus und den beiden Kapitänen.“ …die Verletzung von Terrence Boyd: „Er hat eine kleine Knieproblematik, die aber nicht weiter dramatisch ist. Wir hoffen, dass er in der nächsten Woche wieder ins Mannschafttraining einsteigen kann. Zurzeit befindet er sich im Reha-Training und absolviert ein paar Zusatzschichten, macht aber dennoch einen ganz guten Eindruck. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Mittelfeldspieler Philipp Klement über… …die Causa Klement-Schuster: „Wir haben nicht nochmal speziell darüber gesprochen, da in diese Diskussion auch sehr viel hineininterpretiert wurde. Zudem habe ich in den letzten Spielen auch wieder von Anfang an spielen dürfen, daher bestand kein weiterer Gesprächsbedarf. Ich sehe auch keinen Grund für einen Wechsel, da ich einen längerfristigen Vertrag unterschrieben habe.“ …die Neuzugänge und Konkurrenz: „Ich sehe es positiv, wenn Neuzugänge kommen, die die Qualität der Mannschaft erhöhen. Dass es Konkurrenz gibt, ist völlig normal. Anfangs wird noch viel spekuliert, wer spielen könnte oder auch nicht, doch meistens sind diese Überlegungen schon nach dem zweiten Spieltag hinfällig, weil es dann doch anders kommt. Unterm Strich freue ich mich, dass wir gute Spieler dazubekommen haben.“ …die taktische Ausrichtung: „Als Spieler steht es mir in erster Linie nicht zu, über die spielerische Ausrichtung zu philosophieren. Auch wenn wir in der vergangenen Saison des Öfteren in der Dreierkette gespielt haben, ist es heutzutage wichtig,

Karl-Heinz Feldkamp: „Beim FCK passte es immer perfekt zusammen“

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Drei Fragen, drei Antworten: Meistercoach Kalli Feldkamp über seinen schönsten Pokaltriumph, das besondere Verhältnis zu Kaiserslautern und den Wandel im Fußballgeschäft. Karl-Heinz Feldkamp ist zweifellos ein großer Name auf dem Lautrer Betzenberg. Der gebürtige Oberhausener formte die Roten Teufel Ende der 70er und zu Beginn der glorreichen 90er Jahre zu einer Spitzenmannschaft der Fußball-Bundesliga. Unvergessen sind der DFB-Pokalsieg 1990 und die deutsche Meisterschaft 1991, die unter seiner Regie errungen wurden. Auf seinen Stationen in Deutschland, der Türkei und Ägypten feierte „Kalli“ insgesamt fünf nationale Pokalsiege und drei Meisterschaften – eine Bilanz, die nur wenige deutsche Trainer vorweisen können. Heute lebt der „graue Fuchs“ mit seiner Frau Helma in Spanien und Deutschland. „Der Pokalsieg mit dem FCK war ein fantastisches Erlebnis“ Treffpunkt Betze: Hallo Herr Feldkamp, Sie sind zweifacher Rekordtrainer in der Geschichte des DFB-Pokals. Kein anderer Trainer konnte mit drei verschiedenen Vereinen den Pokal gewinnen und kein anderer Trainer schaffte drei Pokalsiege in fünf Jahren. Welcher der drei Pokalsiege mit Uerdingen, Frankfurt und dem FCK ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Karl-Heinz Feldkamp: Unabhängig davon, dass ihr eine Fan-Plattform des 1. FC Kaiserslautern seid, würde ich da tatsächlich den Pokalsieg mit dem FCK hervorheben wollen. Dieser Erfolg war ein fantastisches Erlebnis. Man muss ja mal überlegen, dass wir in der damals gerade erst beendeten Saison bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen mussten und nur eine Woche später wurden wir in Berlin in einem denkwürdigen Finale gegen Werder Bremen Pokalsieger. Ich bin davon überzeugt, dass wir als Absteiger das Endspiel nicht gewonnen hätten. So startete eine unglaubliche Entwicklung der Mannschaft, die ein Jahr später in dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gipfelte. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. „Einfach nur eine Ehrenkarte für die Nordtribüne abgreifen, wollte ich auch nicht“ Treffpunkt Betze: Beim 1. FC Kaiserslautern gelang es Ihnen zweimal, aus einer grauen Bundesliga-Maus eine Spitzenmannschaft zu formen. In Ihre erste Amtszeit fielen zwei für damalige Verhältnisse sensationelle dritte und vierte Plätze in der Bundesliga, in Ihrer zweiten Amtszeit retteten Sie die Roten Teufel zunächst vor dem Abstieg, gewannen im selben Jahr den Pokal und feierten ein Jahr später die Meisterschaft. Warum hat es für Sie beim FCK immer so perfekt gepasst? Karl-Heinz Feldkamp: (lacht) Das kann ich, um ehrlich zu sein, gar nicht so genau sagen. Nationale Erfolge hatte ich zu dieser Zeit ja auch bei anderen Vereinen, aber beim FCK passte es einfach immer irgendwie sehr gut zusammen. Kaiserslautern war 1978 meine erste Bundesligastation und für meine weitere Laufbahn auch irgendwo prägend. Ich hatte das große Glück, dass mein Vorgänger Erich Ribbeck das Grundgerüst einer Mannschaft zusammengestellt hatte, die über ein hohes Potenzial verfügte, wodurch eins zum anderen kam. Bei meiner Rückkehr 1990 verhielten sich die Dinge jedoch anders. Ich musste feststellen, dass weder in der Stadt Kaiserslautern noch am Betzenberg irgendeine Entwicklung stattgefunden hat. Die Substanz etwas zu erreichen, war immer da. Man schaute damals aber immer nur nach Köln, Frankfurt oder München, ohne die Dinge selbst wirklich in die Hand zu nehmen. Mein erster Eindruck war damals so enttäuschend, dass ich zu meiner Frau am Telefon sagte: “Hier bewegt sich so wenig, da fliege ich lieber wieder zurück nach Ägypten“. Aber einfach nur eine Ehrenkarte für die Nordtribüne abgreifen, wollte ich auch nicht. Weil es mir schon immer zu wenig war, nur darauf zu schauen, was andere machen, blieb ich hier und wir packten es gemeinsam an. „Ohne Ausstrahlung hast du keinen Erfolg“ Treffpunkt Betze: Bis kurz vor Ihrem 75. Geburtstag waren Sie im Profifußball tätig. Zuletzt als Technischer Direktor bei Galatasaray Istanbul, wo Sie sich im Mai 2009 zurückzogen. Gibt es auch heute noch Momente, in denen der alte Stratege in Ihnen zum Vorschein kommt und Sie das Gefühl haben, den einen oder anderen Tipp geben zu können? Karl-Heinz Feldkamp: Der Fußball hat sich in den letzten Jahren rasend schnell entwickelt. Die Zeiten, in denen Spieler aus Vereinsliebe ihrem Club jahrelang die Treue hielten, sind größtenteils vorbei. Der Fußball ist mittlerweile ein Wirtschaftszweig geworden, in dem es um sehr viel Geld geht. Verwerflich ist an dieser Entwicklung aus meiner Sicht nichts. Es ist nicht mehr als das marktwirtschaftliche Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn ein Verein durch exorbitant gestiegene Einnahmen einem Spieler einen sehr hoch dotierten Vertrag anbietet und dieser einschlägt, ist das doch der normalste Vorgang der Welt. Was wir darüber hinaus aber vergessen, ist die Qualität auf allen Ebenen hochzuhalten. Nehmen wir als Beispiel doch einmal die deutsche Nationalmannschaft. Ich denke, ich kann glaubhaft versichern, dass ich mit 89 Jahren keine Ambitionen mehr habe, Bundestrainer zu werden. Ich habe aber vor dem Testspielmarathon gegen die Ukraine, gegen Polen und gegen Kolumbien schon prophezeit, dass unser Team auf ein Debakel zusteuert. Unserer Elf fehlt es an allen Ecken und Enden. Es reicht nicht, wenn man nur ein neues DFB-Zentrum baut und sich selbst beweihräuchert. Unsere Probleme gehen bei den Nachwuchsmannschaften schon los. Wir bilden in Deutschland keine herausragenden Spieler mehr aus. Weder unsere Trainer, noch unsere Führungspersönlichkeiten oder unsere Spieler haben eine Ausstrahlung – und ohne Ausstrahlung hast du keinen Erfolg, so einfach ist das. Treffpunkt Betze: Herr Feldkamp, vielen Dank für das kurzweilige Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin beste Gesundheit und viel Spaß an unserem FCK! Quelle: Treffpunkt Betze