Der FCK taumelt weiter dem Abgrund entgegen

Foto: Andreas Leiner

Fragwürdige Wechselentscheidungen und altbekannte Probleme kosten den FCK im Heimspiel gegen Paderborn den sicher geglaubten Sieg. Die Luft im Tabellenkeller wird immer dünner. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Elversberg wollten die Roten Teufel im Heimspiel gegen den SC Paderborn ein anderes Gesicht zeigen. Nach der erneuten Niederlage steht der 1. FC Kaiserslautern aufgrund zweier völlig gegensätzlicher Halbzeiten auf dem 16. Tabellenplatz und ist der große Verlierer des Spieltages, da die direkten Konkurrenten erneut punkten konnten. Warum sich gefährliche Parallelen zur Abstiegssaison 17/18 auftun, die in der Pfalz für große Besorgnis sorgen dürften. Verschwenderische Chancenverwertung Besser hätte das Spiel kaum beginnen können. Der FCK erwischte mit dem frühen Führungstreffer durch Jan Elvedi in der dritten Spielminute einen Traumstart und war in der Folge klar tonangebend. Immer wieder erspielten sich die Gastgeber aussichtsreiche Situationen, verpassten es aber, einen weiteren Treffer nachzulegen. So zeigte sich einmal mehr, warum die Roten Teufel am Tabellenende stehen. Eine derart verschwenderische Chancenverwertung kann man sich in der aktuellen sportlichen Situation nicht leisten, zumal man mit 43 Gegentoren eine der schlechtesten Abwehrreihen der Liga stellt. Sicherlich hätten die Hausherren das Spiel gegen die harmlosen Gäste aus Paderborn bereits in der ersten Halbzeit entscheiden können, doch die fehlende Kaltschnäuzigkeit, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zieht, verhinderte dies. SCP-Trainer Lukas Kwasniok kommentierte die erste Halbzeit auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wie folgt: „Lautern hat uns aufgefressen, einfach weggeatmet, wenn man das so klar sagen kann“ und attestierte den Lautrern damit eine gute erste Halbzeit. Umso ärgerlicher war es, dass die verdiente Pausenführung in der Folge auf unerklärliche Weise aus der Hand gegeben wurde. Eine unerklärlich schwache zweite Hälfte In der zweiten Halbzeit verfielen die bis dahin überlegenen Roten Teufel in alte Muster und wurden bedenklich passiv. So baute man einen Gegner auf, der eigentlich schon wie der sichere Verlierer aussah. Der FCK zog sich fast komplett in die eigene Hälfte zurück und überließ den Gästen mit zunehmender Spieldauer das Spielgerät. Und so kam es, wie es kommen musste: Wieder waren es zwei Standardsituationen, ein Elfmeter und ein Eckball, die das Spiel zugunsten des in der zweiten Halbzeit besseren Gegners entschieden. Ein Handelfmeter kann immer passieren, keine Frage. Aber die Anfälligkeit für Gegentore nach ruhenden Bällen wie Eckbällen ist wirklich alarmierend und muss schnellstens abgestellt werden. Zudem verspielte man ein weiteres Mal eine Führung, womit man nun gemeinsam mit dem KSC den Ligahöchstwert von 19 aus der Hand gegebenen Zählern vorweist. Man mag sich kaum vorstellen, wie wichtig jeder einzelne dieser vielen verschenkten Punkte noch sein könnte. Und gerade ein Blick auf die erste Halbzeit zeigt, dass die Niederlage unter Flutlicht vor heimischem Publikum mehr als vermeidbar war. Wobei man den Roten auch zugute halten muss, dass ihnen zuletzt oft das Spielglück fehlte, wie zum Beispiel bei den Handelfmetern gegen Elversberg und Paderborn. Solche Situationen entstehen aber zwangsläufig, wenn man sich zurückzieht und sich ausschließlich in die Defensive begibt, und könnten durch mehr Mut in ihrer Anzahl reduziert werden. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Drei folgenschwere Herausnahmen Abgesehen von guten Freistoßpositionen fand das Offensivspiel der Roten Teufel nach der Pause kaum noch statt. Eine Erklärung dafür könnten die Wechselentscheidungen von Dimitrios Grammozis sein. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff nahm der Cheftrainer gleichzeitig Tachie, Ache und Ritter aus dem Spiel und ersetzte sie durch Stojilkovic, Abiama und Opoku. Eine Entscheidung, die vor allem nach dem Spiel von vielen Seiten heftig kritisiert wurde. Und das völlig zu Recht. Natürlich ist es nach dem Spiel leicht, dies als Ursache für die Niederlage zu benennen und zu sagen, dass das Spiel ohne die Herausnahme des Offensivtrios anders verlaufen wäre. Doch diese Kritik muss sich Grammozis mit Blick auf den weiteren Spielverlauf gefallen lassen. Die Auswechslungen brachten die Mannschaft aus dem Rhythmus. Mit der Auswechslung von Ritter verlor man jegliche Kreativität im Mittelfeldzentrum, auch die Struktur im Mittelfeld schien völlig verloren gegangen zu sein. Während Ache und Tachie in der ersten Halbzeit durchaus für Torgefahr sorgen konnten, wirkten Abiama und Stojilkovic wie Fremdkörper im Spiel des FCK. Die wütende Reaktion von Stürmer Ragnar Ache zeigte, dass es keinen Grund für die frühe Auswechslung gab. Dimitrios Grammozis schien sich mit seinen Auswechslungen verpokert zu haben, denn der Dreifachwechsel konnte den sportlichen Verlust leider nicht annähernd ersetzt. Ein klassischer Fall von „vercoacht“, muss man nach den 94 Spielminuten bilanzieren. Der Super-GAU droht Nun könnte man natürlich sagen, dass der FCK zumindest in der ersten Halbzeit eine gute Leistung gezeigt hat und an diesem Abend nicht alles schlecht war. Aber diese Schönfärberei hilft nicht weiter! Eine gute Halbzeit reicht einfach nicht. Mit 21 Punkten aus 21 Spielen sieht es für den FCK mehr als düster aus, man fühlt sich zurückversetzt in längst vergangen geglaubte Zeiten. Vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hieß es immer wieder, die Mannschaft sei viel zu gut, um abzusteigen. Fakt ist: Die Qualitäten, die ihr aktuell nachgesagt werden, hat sie seit Monaten nur selten auf den Platz gebracht. Die “Grammozis-raus”-Rufe nach dem Spiel haben gezeigt, dass die Stimmung gekippt ist und sich der FCK in einer ähnlich prekären Situation befindet wie in der Saison 20/21. Dennoch gilt: Die Lage ist ernst, aber sicher nicht hoffnungslos. Deshalb gilt es jetzt zusammenzustehen und mit aller Kraft für den Klassenerhalt zu kämpfen. #FCKSCP: Die Spielernoten aus der Treffpunkt Betze Redaktion: Quelle: Treffpunkt Betze

“Kann ich nicht akzeptieren” – FCK verschenkt Führung

Foto: Andreas Leiner

Durch die 1:2 Niederlage gegen den SC Paderborn rutscht der FCK immer weiter in den Tabellenkeller. Jan Elvedi, Enis Hajri und Dimitrios Grammozis mit den Stimmen zum Spiel. Der 1. FC Kaiserslautern verliert einen sicher geglaubten Heimsieg gegen den SC Paderborn und verspielt wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Roten Teufel gingen früh durch das Tor von Innenverteidiger Jan Elvedi in Front, verpassten es aber noch höher in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit drehten die Gäste aus Paderborn durch David Kinsombi und Visar Musliu die Partie, da der FCK keinerlei offensive Gefahr mehr ausstrahlte und die Gäste zum Tore schießen einlud. Entsprchend gereizt war die Stimmung nach dem Spiel. Jan Elvedi: “Uns hat der Mut gefehlt” Innenverteidiger Jan Elvedi, der die Roten Teufel durch sein Kopfballtor in der dritten Spielminute in Führung brachte, äußerte seine Sicht zum Spielverlauf und zum Unmut der Fans: “Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu sehr auf die Defensive verlassen und haben mit dem Ball nichts mehr nach vorne versucht. Wir sind kein Risiko eingegangen und haben den Ball nur noch lang nach vorne gespielt. Da wir auch wenig Ballbesitz hatten, standen wir permanent unter Druck. Wenn du dich hinten reindrücken lässt, kassierst du auch so einen Elfmeter. Danach war das Momentum komplett auf Paderborner Seite. Wir wollten unbedingt verhindern, dass der Druck von Paderborn größer wird, was uns aber in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht gelungen ist, weil uns auch der Mut gefehlt hat, mehr ins Risiko zu gehen. Es ist klar, dass das Umfeld angespannt ist. Wir geben jede Woche Gas und hauen alles rein, weil es auch unsere Pflicht ist, alles für den Verein und die Fans zu geben”. Enis Hajri: “Kann ich nicht nachvollziehen” Der technische Direktor des 1. FC Kaiserslautern, Enis Hajri, der neben Geschäftsführer Thomas Hengen der zweite starke Mann beim FCK ist, sprach über die aktuelle sportliche Lage und Cheftrainer Dimitrios Grammozis: “Wir müssen die negativen Stimmen so aufnehmen. Trotzdem werden wir uns nicht aufgeben und wir alle werden daran arbeiten, dass wir nächste Woche in Nürnberg bestehen. Die noch ausstehenden 39 Punkte wollen wir mit aller Macht holen, dennoch müssen wir akzeptieren, dass wir unten in der Tabelle stehen. Jedes Ligaspiel ist für uns ein Endspiel und nicht nur die großen Partien im DFB-Pokal. Die Leistung der zweiten Halbzeit kann ich so nicht akzeptieren und nicht nachvollziehen, weil wir in der ersten Halbzeit das Ding zu machen müssen. Wir haben zwar anstrengende Wochen hinter uns, doch am Ende ist der Trainer für die Wechsel und seine Spielidee verantwortlich. Wir werden in den kommenden Wochen alles in die Waagschale werfen und versuchen, jeden einzelnen Punkt zu holen. Wir müssen anfangen, die aktuelle Lage zu verstehen und wenn wir unser Potenzial auf den Platz bekommen, bin ich sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden”. Dimitrios Grammozis: “Keine Untergangsstimmung verbreiten” Cheftrainer Dimitrios Grammozis, der nach der Niederlage unter enormen Druck steht, sah von seiner Mannschaft zwei unterschiedliche Halbzeiten und äußerte sich auch zu den Trainer-Raus-Rufen der Fans: “Die erste Halbzeit von uns war top, wahrscheinlich die beste erste Halbzeit, die wir bisher gespielt haben. Wir hatten in der ersten Hälfte die volle Kontrolle, haben es aber verpasst, das zweite oder dritte Tor nachzulegen. Bei nur einem Tor Rückstand, schöpft der Gegner natürlich immer etwas Selbstvertrauen. In der zweiten Halbzeit brachten wir nicht mehr die nötige Energie auf den Platz, um den Gegner zu stören. Trotzdem möchte ich keine Untergangsstimmung verbreiten, weil wir heute keine katastrophale Leistung abgeliefert haben. Trotzdem verstehe ich die Stimmung der Fans, aber die Situation ist aktuell so, wie sie ist. Wir werden die Mannschaft auf das Spiel gegen Nürnberg vorbereiten und durch Siege, die Zuschauer wieder auf unsere Seite bringen“. Quelle: Treffpunkt Betze