Friedhelm Funkel: „Arbeite lieber mit einem kleineren Kader“ (2/2)

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Im zweiten Teil unseres Interviews spricht Friedhelm Funkel über die Mannschaftshierarchie beim FCK, die Kadergröße, den richtigen Umgang mit den Fans und seine Zukunft. Im ersten Teil unseres Interviews mit FCK-Trainer Friedhelm Funkel sprachen wir mit dem 70-Jährigen über seine Beweggründe, die Roten Teufel zu übernehmen, seine Zeit als Spieler in Kaiserslautern und sein Fazit nach den ersten Wochen. Im zweiten Teil spricht der Rheinländer über die Mannschaftshierarchie beim FCK, das erhöhte Trainingspensum in der Länderspielpause und den Umgang mit den Fans.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp „Auf das 0:4 hätte ich gerne verzichtet” Treffpunkt Betze: Sie sind bereits der dritte Trainer in der laufenden Saison. Nach dem Remis in Nürnberg folgte in Ihrem zweiten Spiel diese unsagbare Derbypleite. Was hat sich danach verändert? Schließlich holte Ihre Mannschaft 7 von 9 Punkten aus den letzten drei Spielen? Friedhelm Funkel: Auf das 0:4 hätte ich gerne verzichtet, die Mannschaft und unsere Fans natürlich auch. Aber vielleicht hat uns im Nachhinein betrachtet das Spiel auch ein bisschen geholfen. Es kommt selten vor, dass irgendwo ein neuer Trainer anfängt und es gleich super läuft. Das gibt es zwar auch, aber die Realität sieht oft anders aus. Das Spiel gegen Karlsruhe war in der ersten Halbzeit noch sehr taktisch geprägt. Es war kein schönes Spiel, es war für die Zuschauer eher langweilig. Aber wir haben dem Gegner in diesen ersten 45 Minuten keine einzige Torchance gestattet. Sie uns jedoch auch nicht. Für mich war dann relativ klar, dass wahrscheinlich die Mannschaft gewinnt, die das erste Tor schießt. Wir hatten direkt nach dem Seitenwechsel eine Riesenchance von Marlon (Anm. der Redaktion: Ritter) und kassieren im Gegenzug das 0:1. Die Mannschaft wollte dann zu schnell zu viel und meinte es im Prinzip zu gut. Sie hat versucht, möglichst schnell den Ausgleich zu erzielen und hatte nicht die Geduld, mit dem Rückstand noch eine Weile zu spielen, um auf die sich bietenden Chancen zu warten. Dadurch haben wir total die Ordnung verloren und der KSC als spielstarke Mannschaft hat uns ausgekontert. Dazu haben wir individuelle Fehler gemacht und dann verlierst du so ein Spiel mit 0:4. Dann ist man als Trainer erst einmal gefordert und muss sich überlegen, was man ändern muss. Ich habe gleich am nächsten Morgen angefangen und die Jungs zum Laufen an die frische Luft geschickt. Aber nicht als Strafe, sondern eigentlich nur, um den Kopf frei zu bekommen. Ich kenne das von mir. Wenn ich Frust abbauen will, kann ich das schneller verarbeiten, wenn ich mich auspowere. Das nächste Spiel war in Rostock. Ein sehr wichtiges Spiel, in dem wir auch ein bisschen Glück hatten. Wir schießen ein frühes Tor und der Gegner bekommt eine berechtigte gelb-rote Karte. Wir haben es dann viel besser gemacht als gegen den KSC. Wir haben nicht versucht, mit der Brechstange auf das 2:0 zu gehen, sondern hatten die Geduld abzuwarten. Wenn man so lange in Überzahl spielt, muss man den Ball und den Gegner laufen lassen, irgendwann werden sie müde. Darauf haben wir gewartet und das entsprechend ausgenutzt. Die nächste Steigerung erlebten wir gegen Osnabrück. Wir sind wieder in Rückstand geraten, aber dieses Mal ist es die Mannschaft genau richtig angegangen. Sie hat nicht den Kopf verloren und kontrolliert statt planlos die Offensive gesucht. Dafür wurden wir belohnt, nur um kurz darauf wieder in Rückstand zu geraten, was die Mannschaft aber nicht aus der Bahn warf. Ich bin ganz ehrlich: Nach dem Spielverlauf hätte ich mich über Unentschieden nicht beschweren können. Uns kam aber entgegen, dass Osnabrück gewinnen musste und am Ende zu viel wollte. Fehler im Aufbauspiel, Ballverlust, wir haben das konsequent ausgespielt und uns am Ende für unsere Geduld belohnt. Treffpunkt Betze: Nach dem KSC-Spiel haben Sie bemängelt, die Mannschaft verfüge über keinen ernstzunehmenden Führungsspieler. Wie steht es ein paar Wochen später um diejenigen, die bereit sind, vorneweg zu gehen und die Mannschaft zu führen? Friedhelm Funkel: Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es schon Spieler gibt, die ihre Mitspieler lautstark dirigieren. Das sind dann Spieler wie Marlon Ritter, Jean Zimmer, Boris Tomiak oder auch Ragnar Ache. Das sind vier Jungs, von denen ich erwarte, dass sie auf dem Platz lauter werden, was sie teilweise auch schon geworden sind. Und auch auf dem Trainingsplatz merkt man, dass da viel mehr Leben drin ist und die Spieler sich gegenseitig unterstützen. So muss es sein, aber das sind Dinge, die Zeit brauchen, auch wenn wir nicht viel Zeit haben. Wir müssen so schnell wie möglich punkten und dafür müssen wir dranbleiben und dürfen nicht nachlassen. „Wir haben sehr intensiv gearbeitet“ Treffpunkt Betze: Obwohl die Ausfallzeit von Ragnar Ache noch nicht offiziell verkündet wurde, stellt sich die Frage, wie es gelingen soll, seine Qualitäten adäquat zu kompensieren? Denn in den sechs Spielen ohne Ache hat der FCK erst einen Punkt geholt. Welche personellen oder taktischen Alternativen haben Sie im Kopf? Friedhelm Funkel: Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir in dieser Woche noch keine Gedanken über das Spiel gegen Düsseldorf gemacht habe und auch nicht darüber, wer Ragnar Ache in diesem Spiel ersetzen könnte. Diese Woche ging es darum, hart zu arbeiten, Anfang nächster Woche geht es in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Fortuna. Es gibt drei oder vier Möglichkeiten, wie wir Ragnar ersetzen könnten, aber intensiv denke ich darüber erst ab Dienstag nach. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Treffpunkt Betze: In diesem Zusammenhang könnte der große Kader und die Qual der Wahl für Sie ja zum Vorteil werden. Friedhelm Funkel: Ich persönlich arbeite lieber mit einem kleineren Kader. Ich bevorzuge Kader mit 22 Feldspielern, weil dann immer drei Jungs aus dem Nachwuchsbereich mittrainieren können. Wenn alle gesund sind, musst du trotzdem vier Spieler zu Hause lassen, aber jetzt musst du sechs oder sieben zu Hause lassen, was eigentlich zu viel ist. Treffpunkt Betze: Kurz vor dem letzten Saisondrittel bietet die Länderspielpause noch einmal die Möglichkeit, Defizite – eventuell auch im konditionellen Bereich – aufzuarbeiten. Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf? Friedhelm Funkel: Ganz klar im körperlichen Bereich. Seit ich hier bin, haben