Mit zwei blauen Augen davongekommen

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Der Betze hat weiß Gott schon größere Wunder vollbracht. Trotzdem ist dieser Klassenerhalt besonders wichtig. Der FCK hätte zu viel von dem verloren, was er sich mühsam aufgebaut hat. Friedhelm Funkel startete am 14. Februar 2024 die Mission Klassenerhalt. Und der erfahrene Feuerwehrmann, der schon manch anderen Traditionsverein vor dem Absturz bewahrte, lieferte nicht nur – er hielt auch, was er versprach. Der 70-Jährige hat in seiner recht kurzen Amtszeit kommunikativ und fußballerisch sicher nicht jeden FCK-Fan erreicht, aber das war auch nicht sein Auftrag. Funkel sollte retten, was nach einer katastrophalen Saison noch zu retten war. Nur in einem Punkt lag Funkel falsch: Der Klassenerhalt wurde nicht erst am letzten Spieltag entschieden.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Mit viel Skepsis gestartet Wenn ein Trainer während einer Saison seinen Posten räumen muss, ist das in der Regel ein Zeichen für anhaltenden Misserfolg. Wenn dann aber innerhalb von nicht einmal zehn Wochen zwei Trainer entlassen werden, dann darf man – nein, dann muss man dem verantwortlichen Management klare Fehler vorwerfen. Wenn jetzt auch noch Friedhelm Funkel zum Saisonende aufhört, dann hat der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2023/24 drei Trainer verschlissen. Eine saftige Quote. Schon von Beginn an gestaltete sich die zweite Zweitliga-Saison, die bekanntlich als die prekärste gilt, als schwierig. Dirk Schuster hatte nach einer schwachen Rückrunde in der Vorsaison zunehmend an Standing verloren. Hinzu kam, dass der von Schuster heiß gepflegte “Schuster-Ball” nicht zwingend mit Hengens Ausrichtung korrelierte, schnellen und attraktiven Fußball spielen zu lassen. Trotz der Serie, die den FCK zwischenzeitlich sogar auf den ersten Tabellenplatz katapultierte, wollten die meisten Fans dem Braten nicht über den Weg trauen. Wieso nicht? Weil die Lautrer in vielen Partien zwischen dem dritten und neunten Spieltag das nötige Matchglück auf ihrer Seite hatten. Spielerisch war der FCK unter Dirk Schuster weit von einer Mannschaft entfernt, die normalerweise im oberen Tabellendrittel zu finden ist. Der Flaschenwurf von Düsseldorf Doch dem zwischenzeitlichen Peak, der seinen Höhepunkt am 10. Spieltag (21:02 Uhr) erreichte (Ritters Tor zum 3:0 in Düsseldorf), folgte ein grenzenloser Absturz. Nach dem mittlerweile berühmt berüchtigten Flaschenwurf von Düsseldorf nahm das Ende seinen Lauf. Die Roten Teufel verloren nicht nur das Matchglück, sondern auch ihren Mut, ihre Zuversicht und den Glauben an sich selbst. Zwischen dem 10. und 17. Spieltag holten die Pfälzer gerade einmal einen Punkt – dem standen sieben Niederlagen gegenüber. Und während die Lautrer am 9. Spieltag noch die siebtbeste Abwehr stellten, entwickelte sich die pfälzische Defensivreihe fortan zur Schießbude der Liga (zum Ende der Hinrunde war die FCK-Abwehr bereits die zweitschlechteste). Auf Schuster folgte Dimitrios Grammozis, die Notlösung schlechthin, wie sich schnell herausstellen sollte. Der ehemalige Schalker Trainer war weiß Gott keine Wunschlösung. Einzig der Stallgeruch als ehemaliger aktiver Betze-Spieler brachte dem 45-Jährigen bei einigen wenigen einen gewissen Kredit ein. Ein Großteil der FCK-Fans hingegen schüttelte bei der Bekanntgabe nur den Kopf, viele ahnten bereits, was Wochen später folgen sollte. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Es geht noch schlimmer? Kein Problem beim FCK! Doch für das, was dann folgte, haben selbst die Verantwortlichen bis heute keine passenden Worte gefunden. Die Winter-Transferperiode wurde zum Offensivspektakel auserkoren. Obwohl die Lautrer in der Defensive mit jedem Spiel mehr von ihrer Zweitliga-Tauglichkeit einbüßten – und hintendran Spieler wie Kevin Kraus oder Nikola Soldo, die ihren Leistungszenit überschritten zu haben schienen, blass blieben, verpflichtete der FCK drei Stürmer. Anstatt also folgerichtig in die Innenverteidigung zu investieren, holten die Lautrer Dickson Abiama, Ba Chance Simakala und Filip Stojilkovic. Zumindest die Transfers von Frank Ronstadt und Filip Kaloc schienen etwaige Bedarfe zu decken. Doch der FCK wäre nicht der FCK, wenn er nicht noch einen personellen Vulkanausbruch zu bieten hätte. Als Sündenbock für die sportliche Misere, den möglichen Abstieg und vor allem für die schlechten Transfers wurde der technische Direktor Enis Hajri ausgemacht. Wenn einer gehen muss, dann er. Begünstigt wurde dieses Spektakel durch einen Artikel im Kicker, der Hajri Versagen attestierte und Funkels spätere “Order”, Hajri müsse auf der Tribüne Platz nehmen. Was der Lautrer Cheftrainer ganz diplomatisch als Stärke erklärte, weil das Team somit eine weitere Perspektive auf das Spielgeschehen habe, entpuppte sich schnell als Fauxpas. Hajris aufbrausende Art dürfte Friedhelm Funkel schlicht nicht gefallen haben. Ersten Gerüchten zufolge soll Hajri den Verein zum Saisonende verlassen – zu schwach ist seine Erfolgsquote als sportlicher Leiter. Über den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchts ist nichts bekannt. Das glückliche Ende einer sonstigen Horror-Saison Nun also doch: der vorzeitige Klassenerhalt. Ob der unter Funkel erzielte Punkteschnitt von 1,25 in 12 Saisonspielen ausschlaggebend war, oder ob der Klassenerhalt durch die Niederlagenserien von Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock begünstigt wurde, sei mal dahingestellt. Friedhelm Funkel kam, um den FCK vor dem erneuten Abstieg in die dritte Liga zu retten. Das ist ihm gelungen. Friedhelm Funkel kehrte aber auch zurück, um den Menschen und der Region etwas zurückzugeben. Funkel war es, der von seinen Spielern verlangte, sich Zeit für die Fans zu nehmen, für Autogramme und Gespräche. Und Funkel war es, dem es gelang, eine Mannschaft zu formen, die den Abstiegskampf angenommen hat. Über Funkels Aussagen und seine Spielweise lässt sich streiten, aber eines ist dem 70-Jährigen gewiss gelungen: Er hat dem Betze ein Stück seiner Mentalität zurückgegeben: Zusammen stehen, zusammen kämpfen, zusammen Siege erzwingen. Danke Friedhelm! Was folgt jetzt? Oberste Prämisse ist die Besetzung des Cheftrainerpostens. Ob Friedhelm Funkel oder ein potenzieller Nachfolger, Thomas Hengen und der Beirat müssen hier schnell eine zukunftsfähige und kluge Entscheidung treffen, die den FCK sportlich aus dem unteren Tabellendrittel herausführt. Eine zeitnahe Entscheidung ist auch bei den Neuverpflichtungen wichtig – denn sowohl die Zu- als auch die Abgänge müssen von dem Trainer mitbestimmt werden, der in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird. Denkbar wäre als Konsequenz aus der Saisonanalyse auch, dass Thomas Hengen wieder mehr sportliche Kompetenz erhält und die kaufmännischen Aufgaben von einem zweiten Geschäftsführer übernommen werden. Schließlich war es Hengen, der die Roten Teufel mannschaftlich und charakterlich maßgeblich wieder auf Kurs brachte. Zu guter letzt werden sich die

Lauterns Spiel mit dem Feuer

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Einfach nicht konstant genug: Der FCK muss im Abstiegskampf weiter zittern. Funkels improvisierte personelle und taktische Umstellungen in Berlin brachten keinen Erfolg. Noch vor wenigen Wochen sah es für den 1. FC Kaiserslautern alles andere als rosig aus. Auf einem direkten Abstiegsplatz schien die Hoffnung auf den Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Doch mit zwei überzeugenden Siegen, die so nicht zu erwarten waren, haben sich die Roten Teufel eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen. Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin hätte ein Sieg zum vorzeitigen Klassenerhalt gereicht. Entsprechend motiviert dürfte Funkels Mannschaft eigentlich gewesen sein. Keine Frage: Im Abstiegskampf zu verlieren, kann passieren. Doch im Olympiastadion ließen die Roten Teufel nicht zum ersten Mal so ziemlich alles vermissen, was sie in den letzten Spielen so stark gemacht hatte.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Funkels treue Linie Mit dem gelbgesperrten Filip Kaloc und dem kurzfristig erkrankten Daniel Hanslik musste FCK-Trainer Friedhelm Funkel gleich zwei Leistungsträger ersetzen. Für Kaloc rückte etwas überraschend Nikola Soldo in die Startelf, der unter Funkel bislang kaum eine Rolle gespielt hatte, sich seinen Einsatz aber durch Trainingsleistungen und vorbildliches Verhalten verdient hatte. Die Kölner Leihgabe habe seine Reservistenrolle ohne Murren akzeptiert, erklärte Funkel im Vorfeld des 33. Spieltags. Die Startelf-Nominierung von Soldo macht deutlich, dass Funkel nur Spielern vertraut, die sich dem gemeinsamen Ziel unterordnen und voll mitziehen. Gleichzeitig scheint sich trotz eines Kaders von über 20 Feldspielern kaum jemand aufzudrängen. Fallen mehrere Leistungsträger gleichzeitig aus, wird es extrem schwierig, diese 1:1 zu ersetzen. Symptomatisch dafür ist auch ein Blick auf die Bank der Roten Teufel: Bis auf Dickson Abiama hat es keiner der verfügbaren Winterneuzugänge in den Kader geschafft. Auch sonst kommt derzeit wenig Entlastung und Druck von der Bank, weshalb Funkel oft keine anderen Optionen hat. Nikola Soldo, der an den ersten beiden Gegentoren direkt beteiligt war, verließ den Platz im Übrigen in der 64. Minute als großer Verlierer. Alles eine Frage des Systems? Neben Soldo kehrten auch Jean Zimmer und Marlon Ritter in die Startformation zurück. Dafür musste etwas überraschend Almamy Touré weichen, der in den letzten Spielen zu alter Form zurückgefunden hatte. Grund für die personellen Veränderungen war eine erneute Systemumstellung. Etwas überraschend setzte Funkel auf die Viererkette, mit der der FCK in der Rückrunde nur selten zum Erfolg gekommen war. Überraschend insofern, als die Lautrer mit der Dreierkette aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holten und mit insgesamt sieben Treffern ihre Offensivstärke wiederentdeckten. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Dabei änderte sich nicht nur die defensive Ausrichtung, auch die Offensive war betroffen. Kenny Redondo rückte aus dem Zentrum auf die linke Außenbahn, war dort nicht so präsent wie zuletzt und etwas zu weit nach vorne gerückt, so dass er sein laufintensives Pressing nicht umsetzen konnte. Mit einem Spieler mehr auf der Seite konnte auch Tymoteusz Puchacz seine gewohnte Stärke, die Linie rauf und runter zu laufen, nicht wie gewohnt ausspielen. Zudem war Ragnar Ache oft auf sich allein gestellt und der Strafraum oft nicht ausreichend besetzt, da Marlon Ritter die Bälle tief in der eigenen Hälfte erobern musste. Die Spielweise, mit vielen langen Bällen und Standardsituationen zum Torerfolg zu kommen, ging nur bedingt auf. Vielmehr zeigte sich, dass die Pfälzer mit der Viererkette kaum spielerische Lösungen fanden. Wenn es gefährlich wurde, dann meist durch Einzelaktionen von Puchacz und Ritter. Letzterer stellte mit einem Traumtor per Freistoß einmal mehr seine individuelle Klasse unter Beweis. Mit der Dreierkette ist der FCK in der Offensive auf jeden Fall deutlich gefährlicher, da viel mehr Spieler im letzten Drittel beteiligt sind und so mehrere Optionen zur Verfügung stehen. “Willkommen beim FCK, ihre Bestellung bitte” Auch in der Defensive präsentierten sich die Roten Teufel im Gegensatz zu den letzten Spielen nicht sattelfest. Während die Außenverteidiger nicht durch einen zusätzlichen Abwehrspieler abgesichert wurden, waren die Abstände zwischen den einzelnen Positionen viel zu groß und die Berliner hatten leichtes Spiel, in die freien Räume zu spielen und so die letzte Kette ein ums andere Mal viel zu leicht zu überspielen. Auch wenn dieses Thema zuletzt vor allem bei Trainer Friedhelm Funkel für Kritik sorgte: Eigentlich ist der FCK aufgrund seines Kaders prädestiniert für eine Dreierkette. Fallen jedoch mehrere Spieler aus, muss der 70-Jährige wohl oder übel improvisieren, vor allem im laufintensiven Mittelfeld, wo Kaloc und Hanslik fehlten. Dennoch war für die Pfälzer wieder einmal deutlich mehr drin – so lässt sich im Übrigen die gesamte Saison in einem Satz zusammenfassen. Wären da nicht die vielen Gegentore. Mit 64 Gegentoren stellt der FCK die zweitschlechteste Abwehrreihe der 2. Liga. Fast noch schlimmer als die Anzahl der Gegentore ist die Art und Weise, wie die Gegentreffer zustande kommen. Die Roten Teufel laden ihre Gegner förmlich zum Toreschießen ein, so auch gegen Berlin. Das Foul vor dem Elfmeter war ebenso ungestüm und unglücklich wie die Slapstick-Einlage beim ersten Klärungsversuch. Danach zeigte die Mannschaft Moral, kämpfte sich zurück und belohnte sich mit dem Ausgleich, nur um sich kurz vor der Pause durch einen schnell ausgeführten Einwurf überrumpeln zu lassen und den erneuten Rückstand zu kassieren. Generell ließ der FCK dem Gegner oft viel zu viel Platz. Auch einfache Fehlpässe über wenige Meter in der Vorwärtsbewegung, wie beim dritten Gegentreffer, brechen der Mannschaft auf Dauer das Genick. Gerade in dieser Liga werden Fehler sofort bestraft und sind gerade in dieser engen Liga tödlich. Fehler, die der FCK viel zu oft gemacht hat. Glück im Unglück Natürlich machte sich nach der Niederlage und dem verpassten vorzeitigen Klassenerhalt Ernüchterung breit. “Wir haben unsere Leistung nicht auf den Platz bekommen”, lautete ein Erklärungsversuch, der nach 33 Spieltagen und der insgesamt 17. Niederlage wie eine hohle Phrase klingt. Auch die spielerische Leistung glich einem Schritt in die falsche Richtung. Doch noch hat der FCK nach wie vor alles selbst in der Hand. Durch die Niederlage von Hansa Rostock ist zumindest der direkte Abstieg nicht mehr möglich. Ob es nun zu einem finalen Krimi gegen Eintracht