“Die Herzen gewonnen”: Lautern verabschiedet seine Pokalhelden

Einen Tag nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale wurde der FCK von rund 7.000 Fans auf dem Stiftsplatz empfangen. Dabei wurden mehrere Spieler und Funktionäre verabschiedet. Am Samstag verlor der 1. FC Kaiserslautern das DFB-Pokalfinale gegen den amtierenden deutschen Meister Bayer 04 Leverkusen knapp mit 0:1. Trotz der Niederlage überwog bei den Anhängern der Roten Teufel der Stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft. Entsprechend bereiteten mehrere tausend Fans dem FCK auf dem Lauterer Stiftsplatz einen gebührenden Empfang. Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp “Die Herzen gewonnen” Gegen 16:00 Uhr trafen die Pokalhelden wieder in Kaiserslautern ein und wurden im SAKS-Hotel von der Oberbürgermeisterin der Stadt Kaiserslautern, Beate Kimmel, herzlich begrüßt: “Leverkusen hat den Pokal, aber ihr habt die Herzen gewonnen“. Auch Geschäftsführer Thomas Hengen und Jean Zimmer bedankten sich bei den anwesenden Fans, Presse- und Medienvertretern für die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit während der gesamten Saison. Wenige Meter weiter heizten Stadionsprecher Horst Schömbs und Stadionmoderator Holger Schröder die Stimmung auf dem Stiftsplatz an. Um 17 Uhr schließlich betrat die Mannschaft die Bühne und wurde von den rund 7.000 Fans mit Fangesängen begrüßt. Zuerst richtete Kapitän Jean Zimmer das Wort an die Fans: “Ein fettes Dankeschön an alle Fans, die in Berlin waren und heute das Wochenende so wundervoll abschließen. Bei der Choreo in Berlin hatte ich Gänsehaut. Hat Spaß gemacht das anzuschauen und die Stimmung zu genießen.” Auch Thomas Hengen ließ es sich nicht nehmen, sich bei den mitgereisten Fans in Berlin zu bedanken: “Das war unfassbar. Ich war am Breitscheidplatz vor dem Spiel und was ihr da abgerissen habt, war unfassbar. Ich kann nur den Hut vor euch ziehen, dass war sensationell.” Flo Dick: “Einfach richtig geil” Anschließend wurden die Spieler verabschiedet, deren Verträge auslaufen und die den FCK voraussichtlich im Sommer verlassen werden: Ersatztorwart Robin Himmelmann, Allrounder Ben Zolinski, Publikumsliebling Tymoteusz Puchacz, Innenverteidiger Nikola Soldo, Routinier Kevin Kraus, Aufstiegsheld Philipp Hercher, die beiden Leihspieler Chance Simakala und Filip Stojilkovic sowie Julian Niehues, der zur kommenden Saison nach Heidenheim wechselt. Auch der Ex-Spieler und Teammanager Florian Dick wird dem Fußball vorerst den Rücken kehren: “Ihr seid einfach richtig geil. Was in Berlin und hier heute bei dem Wetter los ist, ist grandios. Die Stimmung war einer der gründe, warum ich damals hier her gewechselt bin. Ich bin den Verantwortlich sehr dankbar, dass ich am Ende meiner Karriere nochmal zurückkommen durfte. Ich bin bei diesem Verein hängengeblieben, meine Familie fühlt sich wohl und ich braucht euch keine Sorgen zu machen, dass ich zum KSC wechseln werde. Ich werde nun etwas weniger Fußball machen und mich mehr um meine Familie kümmern, aber trotzdem weiterhin zu den Spielen kommen.” Der unfassbare Höhepunkt Zum Abschluss bedankte sich auch noch Cheftrainer Friedhelm Funkel bei den Fans für die unfassbare Zeit: “Vielen Dank für die Worte, die ich in den letzten Wochen gehört habe. Ich hatte 14 Wochen lang das Vergnügen, den FCK trainieren zu dürfen, auch wenn es nicht immer leicht war, sowohl mit den Spielern und den Verantwortlichen, als auch mit mir. Wir haben uns aber zusammengerauft und immer das Wohl des Vereins im Kopf gehabt. Die beiden wichtigsten Ziele waren der Klassenerhalt und das Weiterkommen Halbfinale in Saarbrücken. Das haben wir mit euch gemeinsam erreicht und die Mannschaft hat auch immer in den wichtigen Momenten abgeliefert. Das, was ich gestern erlebt habe, war unfassbar. Die Choreografie: Das habe ich noch nie in meinem Leben erlebt. Was die Fans da geleistet haben, war einzigartig. Genauso wie der Club. Der 1. FCK ist auf seine Weise einzigartig. Ich wünsche mir von Herzen, dass der Verein gute Entscheidungen trifft in der neuen Saison.” Unter Jubelschreien und Fangesängen verließen Mannschaft, das Trainerteam und alle anwesenden Funktionäre im Anschluss die Bühne. Quelle: Treffpunkt Betze
Ein Pokalabend für die Ewigkeit

Der 1. FC Kaiserslautern feierte pünktlich zum Pokalfinale ein Fußballfest der Extraklasse, konnte sich aber nicht belohnen. Zu groß war der Klassenunterschied. Was für eine Saison! Eine turbulente Spielzeit, in der der 1. FC Kaiserslautern zwischenzeitlich kurz vor dem Abstieg in die 3. Liga stand, drei Trainer verschliss und trotzdem im DFB-Pokal jeden Gegner aus dem Wettbewerb warf, gipfelte schließlich im Finale im Berliner Olympiastadion. Währenddessen verlor Bayer Leverkusen kein einziges Bundesligaspiel, spielte die Bayern schwindelig und ließ während der gesamten Saison keinen Zweifel daran, dass die beste Mannschaft Deutschlands von Xabi Alonso trainiert wird. Der Marketing-Slogan des DFB „David gegen Goliath“ war im Vorfeld eines Pokalfinales selten treffender. Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Europawut vs. Pokaleuphorie Wer vor Spielbeginn durch die Straßen der Hauptstadt zog, merkte, dass Berlin am Pokalwochenende fest in Pfälzer Hand war. Überall tauchten rot-weiß-rot gekleidete Fans auf, überall schien die Euphorie greifbar. Berlin wurde über Nacht zur Hauptstadt der Roten Teufel. Sportlich standen die Vorzeichen anders: Nach der Finalniederlage in der Europa League lastete der Druck allein auf der Werkself. Bayer 04 war zum Siegen verdammt. Aus Lautrer Sicht nahezu optimale Voraussetzungen für eine Sensation, oder? Nach 90 gespielten Minuten war klar: Nicht ganz. Nachdem Granit Xhaka den deutschen Meister mit einem Wahnsinns-Schuss in Führung gebracht hatte, flog Leverkusens Abwehrspieler Kossounou kurz vor dem Pausenpfiff vom Platz – das Spiel drohte für einige Minuten sogar zu kippen. Im zweiten Durchgang warfen die Betze-Jungs noch einmal alles nach vorne, doch bis auf ein paar Halbchancen wollte nichts mehr gelingen. Der Klassenunterschied wurde auch in Unterzahl deutlich, der Pokalsieg ist (leider) verdient. Klassenunterschied auf den Rängen Aber auch auf den Rängen prallten zwei Welten aufeinander. Während die rot-schwarze Kurve aus Leverkusen ihre millionenschwere Werkself munter anfeuerte, brannten die organisierten Fans der Roten Teufel im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk ab. Nicht nur die Choreo mit dem Titel „Keiner hält uns im Zaum – Wir greifen nach dem Traum“ zu Beginn war meisterlich, sondern auch die gesamte Stimmung. Diese wurde während des gesamten Spiels von der rot-weißen Ostkurve bestimmt. Doch wie sagte schon Michael Frontzeck: Pyrotechnik „gewinnt keine Spiele“. Schade! Am Ende stand trotz allem ein Spielverlauf, der frustrierender kaum hätte sein können. All das Schulterklopfen, all die Aufmunterungen, all das Mitleid tut in diesem Moment vor allem weh. Denn: Der 13. der zweiten Liga hatte trotz aller Widrigkeiten bis zum Schlusspfiff eine Chance, die dem FCK niemand zugetraut hätte. Und darauf können alle Rot-Weißen stolz sein. Startschuss für eine weichenstellende Sommerpause Mit den Pokal-Millionen inklusive Kapitalerhöhung im Rücken gehen die Roten Teufel nun in eine Sommerpause, in der wichtige Entscheidungen anstehen. Friedhelm Funkel wird den Verein ebenso verlassen wie zahlreiche Spieler. Thomas Hengen wird einen neuen Trainer finden, mit ihm werden neue Spieler zum Betzenberg kommen. Und was wird aus Enis Hajri? All diese Fragen werden sich in den nächsten Wochen klären. Wohin geht der Weg des FCK? Keine Ahnung! Aber eines ist vor allem nach so einem Spiel klar: „Wann Pälzer zammehalde, is alles meglich!“ Quelle: Treffpunkt Betze