Horst Schömbs: „Werden eine gute Saison spielen“

Heute im Dreierpack: Stadionsprecher Horst Schömbs spricht über seine Zeit beim FCK, seine Erlebnisse beim Pokalfinale in Berlin und seine Hoffnungen für die neue Saison. Mitte März feierte Horst Schömbs sein 30-jähriges Dienstjubiläum als Stadionsprecher auf dem Betzenberg. Von Europapokalknallern bis zum Abstiegskampf in der dritten Liga hat der Ingelheimer alles mit den Roten Teufeln erlebt. Doch der FCK ist weit mehr als nur ein Arbeitgeber, er ist der Herzensverein des eingefleischten Ur-Lautrers. Im Interview mit Treffpunkt Betze erzählt der 67-Jährige unter anderem, wie gerne er die Spiele auf dem Betze moderiert, wie er das Pokalfinale in Berlin erlebt hat und mit welchen Erwartungen er in die neue Saison geht.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp „Kraft, noch das eine oder andere Jahr dranzuhängen“ Treffpunkt Betze: Hallo Horst, du bist jetzt seit über 30 Jahren Stadionsprecher beim FCK und damit eine der ganz wenigen Konstanten auf dem Betzenberg. Wie stolz bist du auf diese Bilanz? Horst Schömbs: Stolz ist der falsche Ausdruck. Ich bin eher dankbar für 30 Jahre 1. FC Kaiserslautern und es war auch durchaus mein Ziel, das zu erreichen. Die Aufgabe hier beim FCK als Stadionsprecher zu arbeiten, war für mich eine ganz tolle Möglichkeit und ich empfinde es auch heute noch als etwas ganz Besonderes, hier die Spiele zu moderieren. Rückblickend betrachtet ist es schon außergewöhnlich, was ich mit diesem wunderbaren Verein alles erleben durfte. Außerdem finde ich es toll, dass ich einen so guten Draht zu unseren Fans habe. Das gibt mir auch die nötige Kraft und Motivation, noch das eine oder andere Jahr dranzuhängen. „Es war gigantisch, was da passiert ist“ Treffpunkt Betze: Du hast schon viele große Spiele und das dazugehörige Rahmenprogramm miterlebt. Wo würdest du das Pokalfinale gegen Leverkusen in deiner persönlichen Rangliste einordnen? Horst Schömbs: Das Pokalfinale war natürlich etwas ganz Besonderes. Das Schöne war, dass wir vorher schon den Klassenerhalt perfekt gemacht hatten und völlig befreit nach Berlin fahren konnten. Ich habe das Finale mit einem unglaublichen Stolz auf unsere Fans erlebt, die eine Choreographie ins Stadion gezaubert haben, wie sie Berlin noch nie gesehen hat und wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder sehen wird – es sei denn, wir stehen bald wieder im Finale (lacht). Insgesamt war es gigantisch, was da passiert ist. Die Mannschaft hat sich teuer verkauft und war nah dran an der Sensation. Dass es am Ende nicht gereicht hat, war natürlich schade, aber für uns alle gar nicht mal so schlimm. Wir waren einfach alle froh, dass wir die Saison mit dem Klassenerhalt beendet haben und mit diesem tollen Finale in Berlin abschließen konnten. Wenn man durch die Stadt gegangen ist und überall die FCK-Fans gesehen hat, die teilweise ohne Ticket nach Berlin gefahren sind, nur um dabei zu sein, dann hat es mich einmal mehr unheimlich gefreut, Teil dieses tollen Vereins zu sein. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. „Ich glaube an unsere Verantwortlichen“ Treffpunkt Betze: Der FCK blickte letzte Saison mal wieder in den Abgrund und musste gegen Ende alle Kräfte mobilisieren, um die Klasse zu halten. Was wünschst du dir für die neue Spielzeit und wo siehst du die „Männer in Rot“ in der Endabrechnung? Horst Schömbs: Ich bin eigentlich immer sehr schlecht bei Prognosen und Tippspielen. Deshalb halte ich mich da ein bisschen zurück (lacht). Ich glaube an unsere Verantwortlichen, allen voran Thomas Hengen und Enis Hajri. Ich denke, man hat insgesamt die richtigen Lehren aus der letzten Saison gezogen und jetzt ist es gelungen, mit Markus Anfang einen sehr interessanten Trainer zum FCK zu holen. Markus war überall erfolgreich, wo er bisher gearbeitet hat und das gibt mir auch große Hoffnung, dass wir eine entspannte Saison erleben können. Beim FCK geht man natürlich immer ambitioniert in eine Spielzeit und ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine gute Saison spielen werden. Quelle: Treffpunkt Betze

Markus Anfang: “Transfers auf keiner Position ausschließen”

Foto: Andreas Leiner

FCK-Trainer Markus Anfang im Gespräch mit Treffpunkt Betze über seine ersten Eindrücke von der Mannschaft, Aktivitäten auf dem Transfermarkt und fehlende Führungsqualitäten. Markus Anfang ist ein offener und freundlicher Mensch. Das wird bei den ersten öffentlichen Trainingseinheiten schnell deutlich. Geduldig nimmt er sich Zeit für Foto- und Autogrammwünsche der Fans und freut sich auf die kommenden Wochen. Aber auch auf dem Platz kann der 50-Jährige deutlich werden, wenn es nötig wird. “Kommt Jungs, es ist Training. Wehrt Euch!” Mit diesen Worten griff der neue Übungsleiter der Roten Teufel am Mittwochvormittag mehrfach ins Training ein. Insgesamt ist der gebürtige Kölner mit dem ersten Aufgalopp aber zufrieden – auch wenn er anstrengende Wochen auf sich, sein Trainerteam und die Mannschaft zukommen sieht, wie er im Kurzinterview mit Treffpunkt Betze verrät.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp “Wenn etwas Passendes auf dem Markt ist, schlagen wir zu” Treffpunkt Betze: Hallo Herr Anfang. Wir treffen uns hier im Fritz-Walter-Stadion nach einem Training zum Gespräch. Sie waren hier von 2002 bis 2004 als Spieler aktiv und kehren nun als Trainer zurück. Welche Eindrücke haben Sie in den ersten Tagen gewonnen? Markus Anfang: Die ersten Tage waren sehr intensiv und lang. Wir haben uns viel mit dem Staff ausgetauscht, um Aufgaben zu verteilen und einheitlich arbeiten zu können. Dann haben wir die Mannschaft kennengelernt und haben geschaut, dass wir schnell starten und auf den Platz kommen. Nach und nach pendelt sich jetzt alles ein. Aber gefühlt ist man schon länger hier, als ein paar Tage. Durch die intensive Arbeit verfliegt die Zeit. Treffpunkt Betze: Die ersten Einheiten liegen hinter Ihnen. Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft, vor allem in Bezug auf die Fitness und die Intensität, mit der die Jungs in die Vorbereitung gestartet sind? Markus Anfang: Die Jungs sind sehr willig und gut vorbereitet. Es gibt immer den einen oder anderen Spieler, der in der Vorbereitung auf die Vorbereitung vielleicht etwas mehr hätte machen können. Wir bekommen in den nächsten Tagen die Ergebnisse des Laktattests, dann wissen wir genauer Bescheid und woran wir noch gezielter arbeiten müssen. Bis jetzt ziehen aber alle gut mit, bis auf Ragnar Ache haben wir wenig Verletzte. Ich hoffe, das bleibt so. Wir wollen allen die Chance geben, sich zu präsentieren. Das heißt aber nicht, dass wir den Markt nicht beobachten und zuschlagen, wenn etwas Passendes dabei ist. Wir haben noch Luft und Platz im Kader, um Neuverpflichtungen zu tätigen. “Es gibt natürlich vakante Positionen” Treffpunkt Betze: Sie sprechen das Thema Transfers an. Auf welchen Positionen sehen Sie denn Bedarf für Neuverpflichtungen? Markus Anfang: Grundsätzlich sollte man Transfers auf keiner Position ausschließen, wenn man sich verbessern will. Es gibt natürlich vakante Positionen, bei denen du etwas intensiver nach Verstärkungen Ausschau hältst. Da unsere derzeitigen Spieler sich aber beweisen können und sollen, wäre es nicht in Ordnung, jetzt Positionen zu benennen, denn am Ende würde es heißen, die Jungs hätten keine Chance. Das möchte ich nicht. Aber wenn ein Spieler auf dem Markt ist, von dem wir überzeugt sind, dass er uns helfen kann – unabhängig von seiner Position – dann werden wir darüber sprechen. Dasselbe gilt für Bereiche, die in der Vergangenheit immer wieder Probleme dargestellt haben. Diese Probleme wollen wir natürlich lösen. Aber darauf möchte ich öffentlich noch nicht näher eingehen. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Treffpunkt Betze: Ihr Vorgänger Friedhelm Funkel hat mehrfach bemängelt, dass es in der Mannschaft nicht viele Führungsspieler gibt, die vorangehen. Teilen Sie diese Einschätzung und welche Attribute fehlen der Mannschaft derzeit? Markus Anfang: Ich habe mit Friedhelm über die Thematik gesprochen und er hat mir auch den einen oder anderen Tipp gegeben. Ich finde, es gibt zwei Arten, wie du ein Führungsspieler sein kannst: indem du mit konstanter Leistung vorweg marschierst – da denke ich schon, dass wir den ein oder anderen Spieler haben, der das erfüllen kann. Oder du kannst eine Mannschaft führen durch deine Lautstärke. Und da muss ich feststellen, dass wir viel zu leise auf dem Platz sind. Wir haben nicht so viele Spieler, die verbal das eine oder andere einfordern. Jetzt haben sie die Möglichkeit, sich dahin zu entwickeln. Gerade nach den vielen Trainerwechseln braucht das vielleicht auch etwas Zeit. Klar ist aber auch, dass wir nicht so viel Zeit haben. Am ersten Spieltag wollen und müssen wir so weit sein, dass die Führungsqualität auch verbal auf dem Platz stattfindet. Du brauchst Lautstärke und Richtung. Dazu braucht es eine Achse von hinten nach vorne, von innen nach außen, die das projizieren, was in der aktuellen Spielsituation gefordert ist. Im Moment ist mir das noch zu leise. Das sage ich den Jungs auch. Ich habe kein Problem damit, wenn einer auf dem Platz mal laut wird. Im Gegenteil, ich würde mich darüber freuen. Auf dem Feld brauchst du klare Signale. Da kann und sollte mehr kommen. Da sollten wir uns auch umgucken, wer diese Rolle für uns ausfüllen könnte. “Wollen viel Ballbesitz und Lösungen mit dem Ball” Treffpunkt Betze: Werfen wir zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft: Wie sieht Ihr Plan für die kommenden Wochen bis zum Saisonstart aus? Wo werden Sie die Schwerpunkte setzen, damit die Mannschaft zum Ligastart da ist, wo sie sein muss? Markus Anfang: Es werden jetzt zwangsläufig zunächst konditionelle Einheiten auf dem Programm stehen. Die werden aber nicht unbedingt nur im Wald oder auf Laufbahnen stattfinden. Vielmehr wollen wir das mit dem Ball im Training abdecken. Wir werden großflächig trainieren, damit die Jungs viel ins Laufen kommen. In der Vormittagseinheit werden wir den athletischen und technisch-taktischen Bereich mit abdecken und am Nachmittag das Ganze dann im Elf gegen Elf auf der Großfläche vertiefen. Wir wollen den Spielern in den Einheiten die Lösungen mit Ball an die Hand geben, denn dann bist du viel im Ballbesitz und musst den ganzen Platz spielerisch abdecken. Quelle: Treffpunkt Betze