Drei Neue für den FCK: Einkaufszettel für Thomas Hengen

Foto: Imago / Matthias Koch

Am 01. Juli öffnet das Transferfenster. Weitere Neuzugänge sollen folgen. Unsere Recherche zeigt, welche Spieler auf der Wunschliste von Thomas Hengen stehen könnten. Es ist schon oft gesagt worden und an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit: Die kommende Transferperiode ist von immenser Bedeutung. Nachdem in der vergangenen Saison drei Trainer verschlissen wurden, könnte das Schicksal von Thomas Hengen eng mit dem von Markus Anfang verknüpft sein. Sollte der neue FCK-Trainer nicht einschlagen, könnte es auch für den Geschäftsführer eng werden. Entscheidend für das sportliche Schicksal der Roten Teufel dürften die Neuzugänge sein, die nach der schwachen letzten Saison dringend benötigt werden.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp In unserer zweiteiligen Kaderanalyse (Teil I: Die Defensive, Teil II: Die Offensive) haben wir die zentralen Baustellen im Kader des 1. FC Kaiserslautern analysiert. Für jede dieser vakanten Positionen (Innenverteidigung, defensives Mittelfeld und Sturm) lassen sich drei mögliche Transfers ausmachen, die vielleicht schon bald die Schuhe für den FCK schnüren könnten. Taktikkniff: Touré verteidigt hinten rechts Eines vorweg: Die folgenden Transfervorschläge sind aus Sicht eines Kaderplaners und Trainers verfasst. Dementsprechend ist Almamy Touré als etatmäßiger Rechtsverteidiger eingeplant. Warum? Weil er es kann, wie er bereits bei Eintracht Frankfurt und AS Monaco bewiesen hat. Und weil der Markt für Innenverteidiger ergiebiger ist als der für Außenverteidiger – vor allem für Rechtsverteidiger. Benno Schmitz wäre ein ablösefreier Kandidat, aber dahinter wird es eng. Also verteidigt Touré hinten rechts. Um der von Markus Anfang favorisierten Spielidee treu zu bleiben, laufen die Roten Teufel formal in einem 4-3-3 auf. Ob sich diese Formation zu einem 4-1-4-1 verschiebt, bleibt abzuwarten. Und da mit dem Touré-Taktikkniff die Baustelle des Rechtsverteidiger behoben ist, gilt es, einen weiteren Innenverteidiger für den FCK zu verpflichten. Innenverteidigung: Zwei Physis-Monster und ein Linksfuß Ein großes Manko der Roten Teufel ist die Defensive. Will der FCK das Ziel “einstelliger Tabellenplatz” forcieren, muss die Abwehr personell verstärkt werden. Im Fokus weiterer Transferaktivitäten steht ein schneller Innenverteidiger – ein solcher wurde bereits von Dirk Schuster und Dimitrios Grammozis gefordert. Maxwell Gyamfi (24, VfL Osnabrück): Über Gyamfi gibt es nicht viel zu sagen. Er ist der schnellste Spieler der Saison 23/24 in der 1. und 2. Bundesliga. Mit einer Verpflichtung würde die fehlende Geschwindigkeit in die FCK-Abwehr zurückkehren. Gleichzeitig wäre es fahrlässig, Gyamfi nur auf seine Physis zu reduzieren. Der ehemalige HSV-Spieler weiß auch mit dem Ball umzugehen. Durch den Abstieg des VfL Osnabrück könnte Gyamfi – ähnlich wie Kleinhansl – zum Schnäppchen werden. Attraktiv dürften die Roten Teufel zum einen wegen der Ligazugehörigkeit sein, zum anderen würde Gyamfi mit Opoku und Kleinhansl zwei bekannte Gesichter bei seinem neuen Arbeitgeber vorfinden. Patric Pfeiffer (24, FC Augsburg): Auch Patric Pfeiffer ist keine Überraschung. So stand Pfeiffer bereits auf unserer Winter-Einkaufsliste und war, wenn man Sky glauben darf, bereits im Winter für auf der Verleihliste bei den Fuggerstädtern. Auch für den FCK wäre dies lukrativ, bekäme man doch einen Spieler, der bereits in der 2. Liga absolut dominant auftrat und vor allem durch seine enorme Kopfballstärke und Antizipation besticht. Pfeiffer konnte in der Bundesliga noch nicht Fuß fassen und scheint einer Leihe nicht abgeneigt – die Roten Teufel haben Bedarf in der Innenverteidigung, das könnte klappen. Robert Voloder (23, Sporting Kansas City): Für Robert Voloder müssen die Roten Teufel nach Arriaga ein zweites Mal über den großen Teich schauen. Voloder wurde in Köln ausgebildet und hat wie Ex-Lautrer Erik Thommy den Weg in die USA gefunden. Der 23-Jährige, dessen Vertrag noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres läuft, kam im US-Team nicht über die Rolle eines Rotationsspielers hinaus, obwohl seine Statistiken durchaus interessant sind. Denn der gebürtige Frankfurter ist extrem zweikampfstark, kann Chancen kreieren und ist vor allem im Tackling erfolgreich. Besonders interessant ist, dass er als Linksfuß die Abwehr des FCK gut ergänzen könnte und mit seinen 23 Jahren noch viel Entwicklungspotenzial hat. Die Vertragssituation könnte für den FCK sprechen, doch wie schon bei Fast-Transfer Arriaga besitzt der MLS-Klub eine Option auf Verlängerung, die er ziehen könnte – womit Kansas einen Trumpf in der Hand hat. Bei Arriaga forderte Minnesota eine halbe Million Ablöse, bei Volondar dürfte es etwas weniger sein. Der FCK könnte Volondar aber nicht nur eine sportliche Perspektive bieten, sondern auch eine Rückkehr in die Heimat, denn vom Betze nach Frankfurt ist es bekanntlich nicht weit. „Sechser“: die größte Planstelle im Kader Nach dem Abgang von Julian Niehues zum FC Heidenheim braucht der FCK auf der Sechserposition definitiv einen Neuzugang, vielleicht sogar eine Art Königstransfer, der für Stabilität sorgt und die geforderte Rolle gut ausfüllen kann. Und da der Transfer von Kervin Arriaga nicht zustande kam, gibt es drei Möglichkeiten, diese Lücke zu füllen. Max Besuschkow (27, Hannover 96): Besuschkow kommt von einer erfolgreichen Leihe bei Austria Klagenfurt zurück, ist bei den Niedersachsen aber nach wie vor kein Thema und sein Gehalt für die Austria zu hoch. Und genau hier kommt der FCK ins Spiel. Denn Besuschkow kennt Markus Anfang noch aus Kieler Zeiten, zudem passt der kopfballstarke 27-Jährige gut ins Profil. So ist er nicht nur stark gegen den Ball, auch 0,25 Torvorlagen pro 90 Minuten zeichnen den Defensivspezialisten aus. Ein Königstransfer à la Arriaga wäre der Ex-Kieler nicht, aber eine solide Option, bei der man weiß, was man bekommt. Konkurrieren müssten die Pfälzer mit den beiden Aufsteigern Regensburg und Münster, die allerdings sowohl sportlich und finanziell weniger reizvoll sind. Allzu tief müsste man nicht in die Tasche greifen, Hannover ist bereit, Besuschkow ablösefrei ziehen zu lassen und hat ihn bereits vom Trainingsbetrieb freigestellt. Aleksa Matic (21, FK Vozdovac): Jetzt kommt etwas Perspektive ins Spiel. Matic ist mit seinem Verein trotz guter Leistungen gerade aus der ersten serbischen Liga abgestiegen. In Vozdovac war der 21-Jährige bereits Stammspieler und überzeugte mit Passqualität und Dribbelstärke. Matic wäre – im Gegensatz zu seinem Namensvetter Nemanja – eine sehr progressive Option auf der „Sechs“, passend zum System von Markus Anfang. Zugegeben, Matic wäre kein „fertiger“ Spieler, aber das ist Chance und Risiko zugleich. Denn an Defiziten wie Physis und Disziplinlosigkeit (12 gelbe und eine rote Karte) lässt sich gerade bei einem 21-Jährigen