Liegt es an der Kaderplanung, der Einstellung, am System?

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FCK-Fans haben manchmal ein sehr feines Gespür für Entwicklungen, manchmal liegen sie komplett daneben. Sind die aktuellen Sorgen berechtigt? Ein Streitgespräch. Das Gefühl eines positiven Saisonauftakts nach sieben Punkten aus drei Spielen und dem Sieg in der ersten Pokalrunde ist nach zwei Niederlagen schnell verflogen. Sieben Gegentore in zwei Spielen sind nicht nur zu viel, sondern auch die Defensivbilanz eines Abstiegskandidaten. Entsprechend beunruhigt zeigt sich der Lautrer Anhang, der bekanntlich schnell gereizt ist.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Die Debatten in den Foren und sozialen Netzwerken haben seit der deutlichen Pleite in Hannover rasant zugenommen. Auch in unserer Redaktion und in Gesprächen mit Freunden beschäftigt uns die Frage nach dem aktuellen sportlichen Trend: Braucht die Mannschaft Zeit? Hat die Mannschaft überhaupt die Qualität, das System von Anfang umzusetzen? Oder wurden die falschen Spieler verpflichtet? Hier ein Auszug aus einem Treffpunkt Betze & Friends Streitgespräch. Braucht es eine andere Spielphilosophie? Oder Zeit? Michael: Ich fange gleich mit einer für mich zentralen Personalie an. Sollte sich der FCK trotz geschlossenem Transferfenster weiter nach einer Verstärkung im defensiven Mittelfeld umsehen? Denn der fehlende Zugriff ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Aus meiner Sicht rollen einfach zu viele Angriffe durch das Zentrum auf die Abwehrreihe zu. Tim: Ich möchte diese Frage aufgreifen und erweitern: Braucht der FCK eine andere Philosophie oder muss man dem Trainer noch mehr Zeit geben? Michael: Ich denke, es steht außer Frage, dass Mannschaft und Trainerteam Zeit brauchen. Allerdings ist das FCK-Umfeld eben sehr schnell unzufrieden. Und da kann ich mich nicht ausnehmen, weil ich finde, dass die Tendenz nach unten geht. Und je nach Perspektive lässt sich ergänzen, dass der Sieg in Münster auch nicht besonders stark herausgespielt war, sondern durch eine Einzelleistung von Ragnar Ache zustande kam. Zudem müssen sich die Kaderplaner die Frage gefallen lassen, warum es dem vierten Trainer in Folge nicht gelingt, die Abwehr zu stabilisieren. Liegt dahinter also ein tiefgreifendes Problem? Stefan: Das Spiel gegen Hannover war wirklich schlecht. Außerdem gab es bereits mehrere Spiele, in denen Markus Anfang in der zweiten Halbzeit Fehler in der Startelf korrigieren musste. Und ja, die Probleme aus der letzten Saison sind immer noch da. Sebastian: Und mit jedem weiteren Spiel mit solchen Leistungen und Niederlagen werden die kritischen Stimmen lauter. Bei uns bekommt kein Trainer eine ganze Saison, wenn es nicht einigermaßen läuft. Eine Frage der Erwartungshaltung Jeremy: Ich verstehe die aktuellen Debatten nicht. Alle wollen einen kreativeren Fußball, und das wird jetzt versucht. Wir hatten drei „Defensivtrainer“ und es hat nicht funktioniert. Wenn überhaupt, dann liegt es an der Qualität, aber das ist unabhängig vom System. Tim: Bist du sicher? Das würde ich gerne mal bei einer Umfrage unter FCK-Fans herausfinden. Mir persönlich würden 35 Prozent Ballbesitz und Platz 10 mit schwarzer Magie schon reichen. Jeremy: Glaube ich dir, aber wie oft musste man schon von „Weiterentwicklung“ lesen. Ich glaube, im Moment ist die Aufregung nur da, weil es nicht läuft, obwohl wir zuletzt gegen zwei absolute Aufstiegsfavoriten verloren haben. Man muss der Mannschaft und dem Trainer einfach die Zeit geben. Im Sommer ist auch viel zu viel passiert – auch außerhalb des Platzes, so dass die Vorbereitung nicht optimal war. Das verlangsamt natürlich die Entwicklung einer neuen Spielidee. Stefan: Ich lasse mir noch die nächsten fünf Spiele Zeit, um ein erstes Urteil zu fällen. Was nicht heißt, dass ich dann sofort den Kopf des Trainers fordern würde, wenn diese negativ ausfällt. Abgesehen davon: Was würde sich mit dem nächsten Trainer ändern? Das wäre dann der fünfte in knapp eineinhalb Jahren und die Probleme wären immer die gleichen. Tim: Meine Stimmung wird momentan stark vom Gesamtbild beeinflusst: Zum einen die Verpflichtung von Markus Anfang, zum anderen die Novoline-Geschichte und die Veröffentlichung der Bilder von Jannik Mause. Es wurde kein Sechser verpflichtet und ich habe bisher auch kein Spiel gesehen, das mich überzeugt hat. Das alles dämpft bei mir die Euphorie. Anpassungen sind unumgänglich Gerrit: Mir persönlich geht es nicht vorrangig um kreativen Offensivfußball oder nicht. Ich will den Fußball sehen, der die größtmögliche Chance auf Erfolg hat. Ob das die aktuelle Spielidee ermöglicht, weiß ich noch nicht. Man sieht erste gute Ansätze, aber Anfang muss Anpassungen vornehmen. Da wir an der Qualität bis zum Winter nichts mehr ändern können, muss er die Systemfrage aus meiner Sicht zumindest stellen. Ich sehe es auch nicht so, dass die Trainer davor (abgesehen von Grammozis) mit ihrer Herangehensweise keinen Erfolg gehabt hätten. Es ist einfach eine Frage der Erwartungshaltung. Platz 10 würde ich auch im dritten Zweitligajahr nach wie vor mit Kusshand nehmen. Höhere Ziele sind aus meiner Sicht mit dieser Mannschaft sowieso nicht realistisch. Jeremy: Mit deinem letzten Teil bin ich im Prinzip einverstanden. Nur bei der Systemfrage bin ich etwas anderer Meinung. Ich finde, man sieht schon, dass im Spiel viel umgestellt wird. Mal ist es ein Dreieraufbau mit einem Außenverteidiger, mal mit einem Sechser oder mal ein Aufbau zu zweit. Ich finde, dass wir gerade mit dem Ball Probleme im Spielaufbau haben, aber das liegt eher an der Qualität. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir den Ballbesitz brauchen, gerade in den Heimspielen. Deswegen finde ich den Ansatz von Anfang gut. Michael: Aber um mich mal einer Floskel zu bedienen: Was nützt es im Ergebnissport Fußball, wenn diese taktische Variabilität und die vielen Entscheidungsmöglichkeiten der Spieler nicht zum gewünschten Erfolg führen? Vielleicht klingt das etwas überspitzt, aber nach sechs Pflichtspielen ist die Frage berechtigt, ob der Kader für das ausreicht, was Anfang vorhat. Stefan: Ich mache mir auch Gedanken und habe Sorgen, was diese Saison betrifft. Aber nach ein paar Spielen alles über den Haufen zu werfen, was man sich im Sommer überlegt hat, halte ich für ein falsches Vorgehen. Sebastian: Aber wie realistisch ist es, im Sommer eine neue Spielweise einzustudieren und zu erwarten, dass sie nach ein paar Spielen auf Leistungsniveau sofort funktioniert? Welche Verantwortung tragen die Spieler selbst? Jeremy: Und es stellt sich auch die Frage, ob all das an Anfangs Spielidee liegt. Gegen den Ball haben wir enorme Probleme, was das Stellungsspiel angeht. Da fällt mir immer wieder Tomiak auf, egal ob auf der

Betze am Dienstag: Konnichiwa

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Heute bei Betze am Dienstag: Die Boeing fliegt wieder, der Geist Japans uffm Betze, liebgewonnene Rituale, kämpfen, Georg, kämpfen! Und der Social-Media-Kommentar der Woche. Hashtag der Woche: #achtungabsturzgefahr. Fünf Spieltage sind in der neuen Saison gespielt und irgendwie kommt einem alles so bekannt vor. Ein teilweise desaströses Abwehrverhalten, zehn Gegentore und kaum erkennbare Leadertypen lassen die FCK-Fans an die düsteren Zeiten aus der Vorsaison denken. Das 1:3 in Hannover deckte die Schwächen der Roten Teufel gnadenlos auf und lässt die Alarmglocken schon früh schrillen. Sieben Punkte aus den bisherigen Spielen zeigen allerdings auch, dass man zumindest gegen Gegner auf Augenhöhe mithalten und punkten kann. Vielleicht sind höhere Ansprüche derzeit einfach nicht gerechtfertigt. Alles, was rund um den Betzenberg und in der vergangenen Woche sonst noch wichtig war, hier in unserem Wochenrückblick.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp 1. Zum Geburtstag einen Laktattest Philipp Klement könnte in dieser Saison zu einem „Neuzugang“ werden, den niemand auf der Rechnung hatte. Als Boeing 747 wurde er einst von Ex-Ex-Ex-Coach Dirk Schuster angekündigt und war zumindest in seiner Anfangszeit bei den Roten Teufeln gesetzt, bevor der Flieger immer öfter im Hangar geparkt wurde. Markus Anfang hat den spielstarken Zehner nun wieder auf den Rasen geholt und gibt ihm regelmäßig Einsatzzeiten. Gut möglich, dass Klement von der offensiven Spielidee seines Trainers profitiert und endlich zeigen kann, was wirklich in ihm steckt. Nach seiner Durststrecke wäre es ihm auf jeden Fall zu gönnen. FCK-Profi Philipp Klement: “Es tut einfach gut, wieder auf dem Platz zu stehen” 2. Yokota-San Daisuke Yokota konnte bei seiner Vorstellung vor dem Spiel gegen Hertha BSC Berlin schon einmal die Atmosphäre auf dem Betzenberg aufsaugen und freut sich, endlich für Kaiserslautern spielen zu dürfen. Nach dem FSV Frankfurt und Carl-Zeiss Jena ist der FCK seine dritte Station in Deutschland und hier will er durchstarten. Sprachprobleme, die die Eingewöhnung natürlich nicht leichter machen, hat er zwar noch, aber mit dem Japan-Fan Ragnar Ache hat er bei den Roten Teufeln zumindest einen guten Dolmetscher gefunden. In Zabrze hat „Dai“ zwar zwischenzeitlich mit Lukas Podolski zusammengespielt, aber das dürfte seinen Deutschkenntnissen nicht gerade förderlich gewesen sein. Aller guten Dinge sind drei: Yokota will sich endlich in Deutschland durchsetzen // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. 3. Meet and greet Die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern war auch in diesem Jahr wieder zu Gast auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt und präsentierte sich ihren Fans. Und egal ob alter „Worschdmarkt-Hase“ wie Marlon Ritter oder „Worschdmarkt-Frischlinge“ wie Jannis Heuer oder Jannik Mause, alle Spieler waren beeindruckt, wie viele FCK-Fans den Weg zum größten Weinfest der Welt gefunden hatten, nur um ihre Idole mal kurz zu sehen. Dass der eine oder andere Anhänger die Gelegenheit nutzte, um auch mal wieder einem gut gefüllten Dubbeglas näher zu kommen, rundete die Veranstaltung als Win-Win-Win-Event ab. “Etwas Einzigartiges”: Der FCK trifft seine Fans auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt 4. Kämpferherz Der ehemalige FCK-Torhüter Georg Koch ist schwer erkrankt. Wie der 52-Jährige im Mai bekannt gab, ist er unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und hat nur noch eine begrenzte Lebenserwartung. Die Ärzte prognostizierten der ehemaligen Nummer eins der Roten Teufel im Jahr 2023 noch etwa sechs Monate Lebenszeit, doch Koch ist und bleibt ein Kämpfer. Er will die verbleibende Zeit mit seiner Freundin und seinen Kindern genießen und denkt noch lange nicht ans Aufgeben. Es ist bewundernswert, wie viel Kraft in dem Menschen Georg Koch steckt. Georg Koch: „Deshalb lebe ich noch“ 5. Social-Media-Post der Woche X-User und HSV-Fan Justin hat eine Vorahnung für das kommende Topspiel auf dem Betzenberg: “Crazy, wie wir nach zwei ordentlichen Spielen am Samstagabend gegen Kaiserlautern wieder komplett alles verlernen und Opoku uns nach einem Tor mit einem doppelten Rückwärtssalto nach Hause schickt – es wird genau dieser Vibe sein.” Quelle: Treffpunkt Betze