FCK verspielt Führung gegen HSV: “Unfassbar bitter”

Foto: Andreas Leiner

Im spannenden Traditionsduell trennten sich der 1. FC Kaiserslautern und der Hamburger SV mit 2:2. Krahl, Ritter, Gyamerah und Anfang mit den Stimmen zum Spiel. Der FCK zeigte nach der desolaten Leistung im Auswärtsspiel gegen Hannover 96 die richtige Reaktion und erkämpfte sich vor ausverkauftem Haus ein 2:2-Unentschieden gegen den HSV. In einer zähen Anfangsphase übernahm der Hamburger SV die Spielkontrolle, doch gefährliche Torchancen erspielten sich die Gäste nicht. Die Roten Teufel agierten sehr passiv, konnten aber eine ihrer wenigen Chancen nutzen und noch vor der Pause durch Ragnar Ache mit 1:0 in Führung gehen. Nach der Pause legten die Männer in Rot nach und Richmond Tachie erhöhte auf 2:0, ehe Ex-Lautrer Robert Glatzel nur zehn Minuten später den Anschlusstreffer erzielte. Der Druck der Rothosen nahm weiter zu und Davie Selke schoss in der Nachspielzeit den Treffer zum 2:2. Krahl, Ritter, Gyamerah und Trainer Anfang mit den Stimmen zum Spiel. Krahl: “Kotzt uns alle an” Schlussmann Julian Krahl, der mit einigen wichtigen Paraden weitere Gegentreffer verhinderte, war nach der Partie sichtlich bedient: “Es ist unfassbar bitter und kotzt uns alle an. Trotzdem war es ein gutes Spiel, wir haben einen riesen Fight geliefert, alle haben sich reingehauen und ich bin stolz auf die Jungs. Der HSV hat eine brutale Qualität und es ist klar, dass die ihre Chancen bekommen, das ist ganz normal. Natürlich hätten wir das in ein paar Situationen ein bisschen besser ausspielen und ein wenig mehr Zeit von der Uhr nehmen können, aber zeigt mir eine Mannschaft in der Liga, die nicht ins Schwimmen gerät, wenn der HSV vorne anläuft. Mit dem Punkt können wir leben, auch wenn drei Punkte natürlich besser gewesen wären.” Der 24-Jährige schilderte auch seine Sicht zum 2:1-Anschlusstreffer: “Wir wussten, dass sie diese Variante spielen. Wir haben uns auch etwas dafür überlegt, dass hat am Ende aber nicht geklappt. Ich habe die Szene jetzt noch nicht gesehen und weiß nicht, ob ich mich hätte anders verhalten können. Meinem Empfinden nach, ist einer in mich reingerannt als ich zum Ball springen wollte und dann kam ich nicht mehr weg. So war meine Wahrnehmung auf dem Platz, aber ich muss es mir nochmal anschauen.” Ritter: “Bin frustriert” Bei Kapitän Marlon Ritter überwog nach dem Spiel der Frust über den späten Ausgleichstreffer: “Ich bin frustriert, ganz klar. Wenn du kurz vor Schluss das 2:2 schlucken musst, herrscht natürlich keine Freude. Wir können zufrieden sein, dass wir ein besseres Spiel als letzte Woche gemacht haben. Wir waren direkt da, haben siebzig Minuten richtig gut dagegen gehalten und wenig zugelassen. Am Ende hat der HSV eine Qualität, die in der zweiten Liga nichts zu suchen hat. Wenn man sieht, was die noch einwechseln, weiß man, dass es schwierig wird und das die Bälle immer in den Sechzehner geflogen kommen. Wir können uns keinen Vorwurf machen, aber auch nicht über das Unentschieden freuen.” Eine Erklärung für die schwankenden Leistungen in den letzten Spielen fand der Mittelfeldspieler nicht: “Wenn man das erklären könnte. Wenn man jede Woche bei einhundert Prozent spielen könnte, dann wäre auch keiner hier beim FCK, sondern bei Manchester City. Die zeigen das alle drei Tage. wir nicht und deswegen sind wir hier, wo wir sind. Wir versuchen trotzdem gute Spiele zu machen, doch das klappt leider nicht immer. Klar ist aber auch, dass wir gegen Hannover hätten anders auftreten können und wir haben heute auch gezeigt, dass wir anders können. Deswegen war das ein Schritt nach vorne.” Gyamerah: “Tut umso mehr weh” Neuzugang Jan Gyamerah lief heute als Rechtsverteidiger auf und lobte die Leistung seiner Teamkollegen: “Wenn du so ein spätes Gegentor bekommst, ist es auf jeden Fall ein Punktverlust. Das ist keine ungewohnte Position für mich, die habe ich schon sehr oft gespielt. Ich wusste vorher, dass ich als Rechtsverteidiger spielen kann und die Viererkette hat heute generell gut funktioniert. Man hat heute gespürt, dass uns die Zuschauer auch getragen haben, weil sie auch gesehen haben, dass wir alles reingeworfen haben. Wir haben ein besseres Spiel als in Hannover gemacht, was wir uns vorher auch fest vorgenommen haben. Deshalb tut es umso mehr weh, dass wir nur mit einem Punkt hier stehen.” Der 29-jährige hatte auch keine wirklich Erklärung für die Leistungsschwankungen der Roten Teufel: “Die zwei Gesichter sind schwer zu erklären. Man geht in jedes Spiel um zu gewinnen, aber das funktioniert nicht immer. Hannover war uns bisher schlechtestes Spiel, aber wir wollten heute unbedingt zeigen, dass wir es besser können. Heute musst du eigentlich gewinnen, aber trotzdem hat man gesehen, dass wir gut spielen können. Ich glaube, dass uns nicht viele nach dem letzten Spiel so eine Leistung wie heute zugetraut haben.” Anfang: “Haben es ordentlich gemacht” Trainer Markus Anfang gab während der anschließenden Pressekonferenz seine Einschätzung zum Spiel ab: “In der ersten Halbzeit haben wir es ordentlich gemacht und haben gut verteidigt. Wir haben ein bisschen gebraucht, um in unser Spiel zukommen, was auch schwer gegen so einen Gegner ist. Nach dem 1:0 und in den ersten Minuten in der zweiten Halbzeit waren wir gut im Spiel, dann ist es ärgerlich, dass du bis dahin nicht viel zulässt und dann nach einem Standard das Tor bekommst. Wir hätten durch Opoku und Ache nach dem Pass von Ritter das 3:1 machen können. Der HSV hatte viele Strafraumszenen und diese muss man auch erstmal wegverteidigen. Wenn du kurz vor Schluss einfach nach vorne spielst, gewinnst du hier dieses Spiel, doch dann bekommst du mit der letzten Aktion das Gegentor.” Quelle: Treffpunkt Betze

Anfang gegen Baumgart: Spektakel garantiert

Foto: Andreas Leiner

Gegen den HSV will der 1. FC Kaiserslautern wieder zu mehr defensiver Stabilität finden. Doch die Bilanz der jüngeren Vergangenheit verspricht eher ein echtes Torspektakel. Am Samstagabend empfängt der 1. FC Kaiserslautern den Hamburger SV auf dem Betzenberg. Ein Duell zweier Traditionsvereine, dem die Fans nicht nur wegen der Atmosphäre im Fritz-Walter-Stadion, sondern auch wegen der letzten Aufeinandertreffen entgegenfiebern. Der FCK will sich diesmal vor allem defensiv stabiler präsentieren und nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Hamburger SV: Der Aufstiegsfavorit kommt Der HSV gilt in dieser Saison als einer der großen Aufstiegsfavoriten. Nach fünf Spieltagen stehen die Hamburger auf dem vierten Tabellenplatz, punktgleich mit den führenden Teams aus Düsseldorf, Karlsruhe und Magdeburg. Vor allem in der Offensive präsentierte sich der HSV bisher stark: Mit zwölf erzielten Treffern teilt sich das Team mit dem 1. FC Köln den Titel der besten Angriffsreihe. Vor allem Ransford Königsdörffer ist derzeit in Torlaune und traf bereits viermal in der laufenden Saison. In den letzten beiden Spielen feierte der HSV deutliche Siege gegen die beiden Aufsteiger Preußen Münster (4:1) und Jahn Regensburg (5:0). Dabei stellten die Hamburger erneut ihre Offensivqualitäten unter Beweis. Der Kader wurde im Sommer mit Spielern wie Marco Richter vom FSV Mainz 05 oder Davie Selke vom 1. FC Köln qualitativ verstärkt. Auch aus dem Ausland holten die Rothosen Qualität. Silvan Hefti, Lucas Perin, Emir Sahiti und Adam Karabec sorgen für zusätzliche fußballerische Klasse. Dennoch gibt es vor dem Spiel am Samstag einige Fragezeichen: Die Einsätze von Immanuel Pherai und Daniel Elfadli sind fraglich, da beide Spieler den Trainingsauftakt unter der Woche verpassten und erst später ins Mannschaftstraining einsteigen konnten. Bakery Jatta befindet sich nach seiner Sprunggelenksverletzung noch im Aufbautraining und wird am Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Sorgen um Touré und Ritter, Gymaerah wieder zurück Auch beim FCK gibt es vor dem Duell mit dem HSV personelle Fragezeichen. Kapitän Marlon Ritter und Almamy Touré laborieren weiterhin an Oberschenkelproblemen. Ihr Einsatz ist daher fraglich. Ritter unterzog sich in dieser Woche einer externen Therapie. Er soll in den letzten Trainingseinheiten vor dem Spiel noch einmal untersucht werden. Definitiv ausfallen wird hingegen Kenny Redondo, der aufgrund einer wieder aufgebrochenen Zehenverletzung nicht spielen kann. Erfreulichere Nachrichten gibt es von Jan Gyamerah, der nach überstandener Grippe ins Team zurückkehrt und Markus Anfang wieder zur Verfügung steht. Gerade in der anfälligen Defensive könnte Gyamerah dringend gebraucht werden. Torspektakel garantiert? Wenn Markus Anfang und Steffen Baumgart aufeinandertreffen, ist das meist ein Spektakel. Wenn die beiden Trainer an der Seitenlinie stehen, sind Tore fast schon garantiert. In den bisherigen vier Duellen unter ihrer Regie fielen stolze 22 Treffer, was einem Schnitt von 5,5 Toren pro Spiel entspricht. Auch in dieser Begegnung könnten die Offensivreihen wieder den Ton angeben. Allerdings will der FCK nach der Pleite in Hannover auch defensiv wieder zu mehr Stabilität finden. Doch die jüngere Vergangenheit zeigt: Wilde Spielverläufe und viele Tore gehören zum Programm, wenn Anfang und Baumgart aufeinander treffen. Quelle: Treffpunkt Betze