Markus Anfang: “Es wird zu viel über das System geredet”

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Markus Anfang, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, im Interview mit Treffpunkt Betze über eindeutig schwache Statistiken, sein Spielsystem und den bisherigen Saisonverlauf. Markus Anfang übernahm zu Saisonbeginn das Traineramt von Friedhelm Funkel und sollte den 1. FC Kaiserslautern in ruhigeres Fahrwasser führen. Nach einem durchaus respektablen Start mit sieben Punkten auf der Habenseite sieht die Realität nach acht Spieltagen allerdings anders aus. Seit fünf Spielen warten die Roten Teufel auf ein Erfolgserlebnis, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze schmilzt und das Umfeld wird zunehmend unruhig. Wir wollten wissen, warum die Männer in Rot in einer Ergebniskrise stecken und haben die Länderspielpause genutzt, um den FCK-Trainer zu einem gemeinsamen und ausführlichen Gespräch zu bitten, in dem er seine Sicht der Dinge erläutern und auf die Kritik der Fans eingehen konnte. Im heutigen ersten Teil spricht Markus Anfang über seinen Umgang mit Drucksituationen, sein Verständnis für die Fans und seine Meinung zu Statistiken.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Markus Anfang: “Haben zu wenig Punkte” Treffpunkt Betze: Herr Anfang, hat Ihnen der FCK schon schlaflose Nächte bereitet? Markus Anfang: Nein, überhaupt nicht. Man denkt immer, der Trainer kann alles beeinflussen, aber das kann man gar nicht. Der Hauptpunkt, den du beeinflussen kannst, ist, dass die Jungs gut vorbereitet sind, auf den Platz gehen und wissen, was sie zu tun haben. Die anderen Themen dürfen dich nicht so mitnehmen, dass du am Ende keine ruhige Nacht mehr hast. Treffpunkt Betze: Das heißt, Sie können mit dem ganzen Druck eines Traditionsvereins und der mittlerweile spürbaren Unzufriedenheit und Nervosität der Fans gut umgehen? Markus Anfang: Ja, das kann ich auf jeden Fall. Was mich am meisten ärgert, ist, dass wir in den letzten Spielen nicht gepunktet haben, obwohl wir hätten punkten können oder vielleicht sogar müssen. Das ist eigentlich das Einzige, was mich ärgert. Wenn wir erfolgreich sind, ist auch die Stimmung im Umfeld entsprechend. Deshalb muss man eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen. Ich verstehe jeden Fan, der unzufrieden oder enttäuscht ist. Aber man muss auch sehen, dass wir Zwölfter sind und nicht Letzter oder Vorletzter. Es war von Anfang an klar, dass wir uns weiterentwickeln müssen und dass das Zeit braucht. Wenn wir in den letzten Spielen unsere Punkte geholt hätten und am Anfang der Saison eine Ergebniskrise gehabt hätten, dann würde man sagen, das ist eine gute Tendenz und eine solide Basis, auf der man weiter aufbauen kann. Die Liga ist schwierig, das sieht man auch an den Tabellenplätzen von Köln, Schalke oder Darmstadt, die sich sicherlich auch einen besseren Saisonverlauf gewünscht hätten. Wir müssen einfach ruhig weiterarbeiten, dann kommen auch die Ergebnisse. Treffpunkt Betze: Wenn wir Sie zu Beginn Ihrer Amtszeit gefragt hätten, wo Sie mit Ihrer Mannschaft Mitte Oktober stehen wollen, wie weit wäre dieser Wunschzustand vom Ist-Zustand entfernt? Markus Anfang: Das kann ich so nicht beantworten. Man darf die Entwicklung einer Mannschaft nicht nur an Ergebnissen oder Tabellenplätzen festmachen, auch wenn das am Ende des Tages natürlich das Entscheidende ist. Aber wenn man jetzt die Statistik der Expected Goals nimmt, dann hätten wir bei zwei Unentschieden und zwei Niederlagen vier Spiele gewinnen können. Dann hätten wir mehr Punkte auf dem Konto als jetzt und wir würden über ganz andere Themen reden. Alles in allem glaube ich, dass wir sogar jedes Spiel hätten gewinnen können. Für das, was wir gespielt haben, haben wir meiner Meinung nach zu wenig Punkte. Und dieses Gefühl haben wir alle. Markus Anfang: “Davon wegkommen, über Grundordnungnen zu sprechen” Treffpunkt Betze: Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, dass die Vorbereitung im Sommer durch den Unfalltod von Peter Miethe sicherlich keine gewöhnliche war. Welchen Einfluss hatten diese Ereignisse aus Ihrer Sicht im Nachhinein? Markus Anfang: Ich denke, wenn so etwas Außergewöhnliches und Schlimmes passiert, braucht man Zeit, um das zu verarbeiten. Diese Zeit haben wir den Jungs und uns auch gegeben. Wenn man jetzt versucht, das objektiv und ohne Emotionen darzustellen, muss man natürlich sagen, dass wir durch die tragischen Ereignisse viele Trainingstage und auch Testspiele, die geplant waren, nicht hatten. Aber ich denke, wir haben die Situation den Umständen entsprechend ganz gut gemeistert, auch wenn es natürlich ein echter Knick in der Vorbereitung war. Treffpunkt Betze: Ein Großteil Ihrer Spieler hat unter Ihren drei Vorgängern einen defensiv orientierten Umschaltfußball gespielt. Warum dauert die Umstellung auf eine ballbesitzorientierte Spielidee wie die Ihre so lange? Wir sprechen schließlich von Profis, die diesen Sport mehrmals pro Woche ausüben. Markus Anfang: Ich glaube, das hat nicht unbedingt etwas mit der Spielidee an sich zu tun. Es hat einfach auch damit zu tun, dass man sich aneinander gewöhnen muss. Wir haben neue Spieler bekommen und hatten seit Saisonbeginn verletzungsbedingt nicht ein einziges Mal alle Spieler zur Verfügung. Das darf natürlich keine Ausrede sein, aber es ist eine Tatsache, die man bei Betrachtung der Situation berücksichtigen muss. Aber vielleicht wendet sich unser Verletzungspech ja bald und wir können in absehbarer Zeit mit dem kompletten Kader arbeiten (lacht). Die Jungs haben unsere Vorgaben in vielen Phasen schon gut umgesetzt. Teilweise haben wir sehr hoch gepresst, haben darauf geachtet, dass wir Druck auf den Ball bekommen, und das ist uns gut gelungen. Über andere Phasen kann man natürlich diskutieren. Da haben wir Luft nach oben und arbeiten auch daran, uns zu verbessern. Treffpunkt Betze: Also haben Sie nicht das Gefühl, dass Sie Ihrer Mannschaft vielleicht ein Spielsystem aufzwingen, das sie vielleicht gar nicht beherrscht? Markus Anfang: Das ist jetzt ein bisschen schwierig zu erklären, dass es egal ist, was du spielst (lacht). Du kannst mit zwei Stürmern spielen, du kannst mit drei Stürmern spielen, du kannst mit einer Doppelsechs spielen, du kannst mit einer Dreierkette spielen, du kannst mit einer Viererkette spielen, du kannst mit einer Fünferkette spielen, du kannst alles spielen. Das ist alles nicht so wichtig. Wir wollen Punkte holen, egal mit welchem Spielsystem. Es wird zu viel über das System geredet. Warum reden wir in der Nationalmannschaft darüber, dass wir einen Neuner brauchen? Ändere einfach das System und du brauchst keinen Neuner mehr. Aber in jeder Formation und in jeder Organisation brauchst du Spielertypen, die Tore schießen. Die Frage ist also: Reden

Betze am Dienstag: An Tagen wie diesen

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Heute bei Betze am Dienstag: Ein selbstkritischer Neuzugang, ein emotionaler Abschied, Betzi is back, Neues von den Alten, ein Torwarttalent dreht auf und der Kommentar der Woche. Hashtag der Woche: #pausenfueller. Markus Anfang nutzte die Länderspielpause, um seinem verletzungsbedingt stark dezimierten Kader etwas Spielpraxis zu geben. Die Roten Teufel testeten am Freitag gegen den SC Freiburg und mussten sich den Breisgauern knapp mit 1:2 geschlagen geben. Mit von der Partie waren auch Frank Ronstadt und Afeez Aremu, die in dieser Saison noch gar nicht zum Einsatz kamen. Nach den jüngsten Ausfällen von Jan Gyamerah und Boris Tomiak vielleicht zwei Rückkehrer zur rechten Zeit. Was sonst noch wichtig war rund um den Betzenberg und in der vergangenen Woche – hier in unserem Wochenrückblick.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp 1. Ende der Diskussion! FCK-Neuzugang Jannik Mause ist noch nicht ganz zufrieden mit seiner Zeit auf dem Betzenberg. Der Stürmer weiß aber auch, wo er sich verbessern muss, um Markus Anfang die Entscheidung über die Besetzung in der Offensive zu erschweren. Nicht nur darüber spricht der Neuzugang mit den Kollegen des SWR im Podcast „Nur der FCK“ – er nimmt auch erstmals Stellung zu den Vorwürfen einer Dokumentation, die ihn in die Nähe von Rechtsradikalen rückte. Eine Reaktion, die vielleicht etwas zu lange auf sich warten ließ, mit der die Diskussionen um den 26-Jährigen aber nun beendet sein dürften. Es wäre schön, wenn die nächsten Schlagzeilen ausschließlich sportlicher Natur wären. FCK-Stürmer Mause: “Kann mich mit rechtem Gedankengut nicht identifizieren!” 2. Niemals geht man so ganz Georg Koch hat am Samstag Abschied vom Fußball genommen. Auf dem Sportplatz seines Heimatvereins VfR Marienfeld organisierte der todkranke Ex-FCK-Keeper ein Benefizspiel zugunsten der Kinderkrebshilfe St. Augustin und viele seiner ehemaligen Weggefährten folgten seinem Ruf. So auch Markus Anfang. Den heutigen Trainer der Roten Teufel und Georg Koch verbindet eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam spielten sie bei Fortuna Düsseldorf, dem 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und dem MSV Duisburg. Gemeinsame Zeiten, die so sehr zusammengeschweißt haben, dass Anfang sogar Pate von Kochs Tochter Emma wurde. So schön die Aktion auch war, so traurig ist es, dass Georg Koch am Samstag wohl einige gute Freunde zum letzten Mal gesehen hat. So emotional war das Abschiedsspiel von Fortuna-Legende Georg Koch // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. 3. Was macht eigentlich…? Eine Länderspielpause ist für die schreibende Zunft der Sportberichterstattung immer eine Herausforderung. Uninteressante Länderspiele, Testspiele ohne wirklichen Wert und vor allem kaum News. So geht es auch der Redaktion von liga2-online, die sich deshalb den weiteren Werdegang der Abgänge aller Zweitligisten vorgenommen haben. So auch im Fall der ehemaligen Lautrer Tymo Puchacz, Julian Niehues, Philipp Hercher, Robin Himmelmann, Filip Stojilkovic, Ba-Muaka Simakala, Nikola Soldo, Lex-Tyger Lobinger, Aaron Basenach, Kevin Kraus, Ben Zolinski und Niklas Heeger. Was aus den Abgängen des 1. FC Kaiserslautern geworden ist 4. Bei Rot stehen, bei Grün gehen Letze Woche suchten wir an gleicher Stelle noch nach Betzi, jetzt scheint er gefunden. Zwar in anderer Aufmachung und Form, aber er ist wieder da! An der Fußgängerampel am Polizeipräsidium unterhalb des Elf-Freunde-Kreisels wird Betzi künftig als Ampelmännchen dienen und entweder klassisch rot das Stehenbleiben anzeigen oder grün dribbelnd signalisieren, dass die Straße überquert werden darf. Die Idee zur Modernisierung der Ampelanlage hatte Marc Herzer, der in einer Lautrer Werbeagentur arbeitet. Eine tolle Idee, die aus Sicherheitsgründen hoffentlich auch die Fans der Gastvereine überzeugen wird. “Betzi” als Ampelmännchen: Das FCK-Maskottchen dribbelt bei Grün 5. New Generation Seit einigen Tagen ist klar: Julian Nagelsmann sucht keinen neuen Stammtorhüter, sondern nur eine Übergangslösung! Spätestens in zehn Jahren wird die aktuelle Nummer eins der U9 von Eintracht Frankfurt das Erbe von Manuel Neuer antreten. Denn der Nachwuchskeeper weiß nicht nur seinen Kasten sauber zu halten, er kann auch unmittelbar nach einer vereitelten Torchance mit dem Ball am Fuß an Freund und Feind vorbeiziehen und selbst unhaltbar abschließen. Die eigentliche Frage lautet aber, wie gut die anderen Feldspieler sein müssen, wenn dieser junge Mann im Tor stehen muss. Vielleicht wächst da eine ganze Generation neuer Nationalspieler heran. Konkurrenz für Kevin Trapp 6. Social-Media-Kommentar der Woche FB-User Tobias zum Abschiedsspiel von Lukas Podolski: „Hoffen wir mal, dass er nicht auch noch zu RB geht“. Quelle: Treffpunkt Betze