Drei Punkte und viele Erkenntisse

Foto: Andreas Leiner

Der Befreiungsschlag ist gelungen. Gegen den SCP zeigte der 1. FC Kaiserslautern eine couragierte Leistung und stoppte den Negativtrend. Ein Sieg, der mehr als nur drei Punkte wert ist. Viele Verletzte, darunter einige Leistungsträger, eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg und mit dem SC Paderborn ein Gegner, der in der Liga noch ungeschlagen ist. Schlimmer hätte es für den 1. FC Kaiserslautern vor dem neunten Spieltag kaum kommen können. Doch die Roten Teufel trotzten den Widrigkeiten mit Einsatz und Mentalität und fuhren den ersten Heimsieg der Saison ein. Auch wenn das Spiel kein Leckerbissen war und vor allem spielerisch noch viel Luft nach oben war, ließ die Mannschaft einige ihrer Stärken aufblitzen.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Die Gunst der Stunde genutzt Aufgrund der vielen Ausfälle musste FCK-Trainer Markus Anfang sein System umstellen. Er wechselte von seinem gewohnten 4-4-3 auf eine Dreierkette, um vor allem das Zentrum zu stärken, wodurch Luca Sirch für Boris Tomiak in der Dreierkette und Afeez Aremu für den angeschlagenen Marlon Ritter im defensiven Mittelfeld ihr Startelfdebüt gaben. Zudem wurden die beiden Außenbahnen mit Jean Zimmer und dem ebenfalls erstmals in der Startelf stehenden Florian Kleinhansl besetzt. Damit vertraute Anfang aufgrund der Ausfälle vor allem im Defensivverbund Spielern, die zuletzt kaum eine Rolle gespielt hatten. Somit kamen an diesem neunten Spieltag alle Spieler mindestens einmal zum Einsatz. Die Neuen zahlten das Vertrauen mit starken Leistungen zurück. Als Krönung erzielte Luca Sirch in seinem ersten Profispiel von Beginn an das vorentscheidende 2:0. Mit viel Einsatz und Kampfgeist hielt die Defensive mit den Paderbornern eine der besten Offensiven der Liga vom eigenen Tor fern. Auch wenn sich mit zunehmender Spieldauer die fehlende Spielpraxis und Fitness bemerkbar machte, zeigten Kleinhansl, Sirch und Aremu, dass sie mehr als nur ernsthafte Alternativen sind und Markus Anfang in den nächsten Wochen nicht auf sie verzichten kann. Sobald alle Spieler wieder zur Verfügung stehen, wird der Trainer die Qual der Wahl haben. Eine intakte Mannschaft Fußballerisch hatte der FCK jedenfalls deutlich Luft nach oben. Zu selten gelang es den Hausherren, mit Kombinationsfußball nach vorne zu spielen. Aufgrund der defensiven Kompaktheit litt das Offensivspiel erheblich. So war der verdiente Sieg nicht das Ergebnis spielerischer Überlegenheit – hier war Paderborn tatsächlich die bessere Mannschaft – sondern der Wille und die Entschlossenheit waren letztlich ausschlaggebend. Exemplarisch dafür war das Anlaufen der vorderen Dreierreihe mit Yokoto, Ache und dem unermüdlichen Hanslik, die immer wieder Wege zustellten und bereits in der Offensive die Verteidigung übernahmen. Ache belohnte sich für diesen Einsatz mit dem 1:0, als er den gegnerischen Torhüter zu einem Fehler zwang. Sicherlich kann man hier von Glück sprechen, dass der Ball durchrutschte, aber genau dieses Glück muss man sich erarbeiten. Die in den letzten Wochen bemängelte fehlende Gier zeigt sich nicht nur in der Gier, Tore zu schießen, sondern auch in der Gier, Tore zu verhindern. Elvedi, Sirch und Heuer warfen sich mit allem, was sie hatten, in die Schüsse der Paderborner und versuchten mit unbändigem Willen, ein Gegentor zu verhindern. Ein weiter so muss es geben Auch das Mannschaftsgefüge scheint von Woche zu Woche mehr zusammenzuwachsen. Spieler, die lange Zeit außen vor waren, blieben ruhig, warteten auf ihre Chance und nutzten sie. Beim Tor von Sirch rannte die ganze Bank zum Jubeln auf den Platz, jeder gönnt dem jeweils anderen und stellt seine persönlichen Ansprüche hinten an. So wie Marlon Ritter, der noch nicht bei 100 Prozent war und deshalb zunächst auf der Bank Platz nehmen wollte, keinen falschen Ehrgeiz zeigte und nach seiner Einwechslung mit einer überragenden Leistung das Spiel entschied. Die Frage ist nur, ob es dem FCK gelingt, diese Mentalität und Einsatzbereitschaft auch in anderen Spielen als den Spitzenspielen auf den Platz zu bringen. Dass nicht alles perfekt war und vieles zu Gunsten des FCK lief, weiß auch Markus Anfang, der das Spiel wie die Mannschaft richtig einzuordnen weiß. Dennoch kann der Sieg als Wendepunkt gewertet werden, der neben Selbstvertrauen auch wichtige Erkenntnisse gebracht hat. Im Kader stehen nun weitere ernstzunehmende Alternativen zur Verfügung, die den Konkurrenzkampf weiter anheizen werden, zumal die Pfälzer mit der Dreierkette deutlich besser zu funktionieren scheinen. Es bleibt abzuwarten, ob die Roten Teufel ihre Leistungen bestätigen können. Mit Fortuna Düsseldorf wartet das nächste Topspiel unter Flutlicht – und das kann der FCK bekanntlich. Quelle: Treffpunkt Betze

“Haben alles richtig gemacht”: FCK beendet Sieglosserie

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Betze-Mentalität ausgepackt, Kampf angenommen und den FCK leidenschaftlich zum 3:0-Heimsieg geschossen. Aremu, Ache, Ritter, Sirch und Anfang mit den Stimmen zum Spiel. In einer über weite Strecken fußballerisch überschaubaren ersten Halbzeit zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Paderborn hatten die Gäste mehr Ballbesitz, doch gefährliche Torchancen erspielten sich die Ostwestfalen nicht. Der einzige Aufreger der ersten Halbzeit brachte zugleich in der 30. Spielminute die Führung für die Roten Teufel, nachdem Torhüter Pelle Boevink den Ball gegen Ragnar Ache vertändelte und dieser ins leere Tor einschieben konnte.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Zu Beginn der zweiten Hälfte war der FCK die spielbestimmende Mannschaft. Der Druck der Paderborner wurde immer größer, doch die Männer in Rot verteidigten leidenschaftlich und belohnten sich kurz vor Spielende mit dem 2:0 durch Luca Sirch und dem 3:0 durch Marlon Ritter. Afeez Aremu, Ragnar Ache, Marlon Ritter, Luca Sirch und Trainer Markus Anfang mit den Stimmen zum Spiel. Aremu: “Habe mich sehr darauf gefreut” Afeez Aremu, der zum ersten Mal seit seinem Wechsel zum FCK vor anderthalb Jahren in der Startelf stand, war mit seinem Debüt zufrieden: “Ich habe im Training erfahren, dass ich heute spielen werde. Jeder hat im Training alles gegeben, um eine Option für das nächste Spiel zu sein. Im Testspiel gegen Freiburg durfte ich wieder spielen und ich denke, auch wenn wir verloren haben, habe ich gut gespielt. Wir haben im Moment einige Ausfälle in der Mannschaft und der Trainer hat sich am Ende für mich entschieden und ich denke, dass ich heute gut gespielt habe. In der 60. Minute musste ich ausgewechselt werden, weil ich eine gelbe Karte hatte und mir auch ein wenig die Kraft ausging. Trotzdem hat sich mein Einsatz heute gut angefühlt und ich habe mich sehr gefreut, heute spielen zu können”. Der defensive Mittelfeldspieler blickte auch auf seine schwierige Zeit beim 1. FC Kaiserslautern zurück: “Nach meinem Wechsel hatte ich aufgrund einer Verletzung einen schweren Start. Auch die Trainerwechsel waren ein Problem, weil einige Trainer meine Art Fußball zu spielen nicht mochten, aber ich habe trotzdem weiter Gas gegeben. In dieser Zeit hat mich meine Familie motiviert, weiterzumachen, was letztendlich eine gute Entscheidung war. Ich denke, dass ich bei Markus Anfang gute Chancen habe, wieder mehr Spielzeit zu bekommen”. Ache: “Geiles Gefühl, Spiele zu gewinnen” Torjäger Ragnar Ache beschrieb seinen 1:0 Führungstreffer des FCK mit folgenden Worten: “Jannis Heuer hat ja mit Boevink zusammengespielt und der hat mich schon gewarnt, dass er öfter versucht anzutäuschen. Da habe ich eigentlich nur drauf gewartet. Mit dem Platz heute war das ja ein bisschen schwer und dann hat er eben den Fehler gemacht. Es ist immer ein geiles Gefühl, ein Spiel zu gewinnen. Vor allem, wenn man aus ein paar schlechten Wochen kommt, kriegt man wieder Selbstvertrauen. Man sieht, dass wir vorne Tore machen können, aber hinten auch die Null halten können. Wir probieren eigentlich immer alles zu geben in der Woche und versuchen, es im Spiel umzusetzen. Das hat die letzten Wochen nicht wirklich geklappt, aber heute hat es geklappt”. Der 26-jährige gab noch Einblicke in seinen Fitnesszustand und lobte seinen Teamkollegen Luca Sirch: “Ich fühle mich besser. Ich habe die letzten zwei Spiele neunzig Minuten gespielt, heute achtzig Minuten. Heute war es schon ein anstrengendes Spiel, wir sind viel angelaufen, viel gepresst, auch viel hinter den Ball hergelaufen. Dass mein Körper das ausgehalten hat, würde ich sagen, ist sehr gut. Ich fühle mich einfach gut, von Woche zu Woche wird es besser. Luca war überragend. Also, wo der herkommt, wenn man ihn gesehen hat am Anfang, dass er gar nicht im Kader war. Dann hat er sich eigentlich von Woche zu Woche, Tag zu Tag verbessert. Man sieht das auch im Training, er ist immer besser, immer ruhiger am Ball. Die Pässe, die er spielt, sind überragend. Und dann, wenn man sein Startelf-Debüt gibt, ist man normalerweise nervös. Bei ihm habe ich das gar nicht gemerkt. Dann hat er noch ein Tor gemacht und ein überragendes Spiel gemacht. Also, nur Lob für ihn”. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? 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Wir haben uns in alles reingeworfen, haben versucht, alles zu verteidigen. Wir hatten auch ein bisschen Glück, muss man sagen. Aber das ist eben so. Heute sind wir froh darüber. Ich glaube, die Mentalitätsfrage muss man bei der Mannschaft nicht stellen, wenn man das Spiel heute gesehen hat. Ich würde es nicht als Befreiungsschlag bezeichnen. Eher einen ersten Schritt in die richtige Richtung”. Dazu warf der Mittelfeldspieler einen Blick auf das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf und fand auch nochmal lobende Worten für seinen Mitspieler Luca Sirch: “Ich glaube, es war eine der schlimmsten Niederlagen, die ich je erlebt habe. Aber es ist eine neue Saison. Wir haben eine neue Mannschaft. Und Düsseldorf steht wieder oben. Wir stehen hinter ihnen. Deswegen sind sie wieder der haushohe Favorit. Und wir fahren wieder dahin und wollen ein bisschen die Party versauen. Seit vier, fünf, sechs Wochen gibt er richtig Gas. Er trainiert richtig gut. Irgendwann wird es Zeit, dass er auf