Eine Niederlage mit Folgen

Foto: Andreas Leiner

Zum Jahresabschluss schafft es der 1. FC Kaiserslautern nicht, die Herbstmeisterschaft des 1.FC Köln zu verhindern. Der Abgang von Enis Hajri ist die ungewollt passende Konsequenz. Der jahrzehntelang hochgejazzte Claim der “stärksten 2. Bundesliga aller Zeiten” scheint in dieser Saison wahrer denn je. Beweis gefällig? Am letzten Spieltag hätte rechnerisch die Hälfte der Zweitligisten mit entsprechenden Ergebnissen die Herbstmeisterschaft einfahren können. Doch viele der Kandidaten schienen bei dieser Aussicht eher schwere Beine bekommen zu haben: Elversberg wurde bereits am Freitag von Königsblau auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, die Paderborner ließen tags darauf die Karlsruher an sich vorbeiziehen und auch der FCK konnte seine Außenseiterchance im Duell der rot-weißen Fußballclubs nicht nutzen und verlor durchaus verdient mit 0:1.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Gutes Coaching Markus Anfang war nach der Nicht-Leistung in der Vorwoche gegen Darmstadt bereit, Konsequenzen bei der Wahl der Spieler seiner Startelf zu ziehen. In einer für FCK-Trainer in den letzten Jahren recht ungewöhnlichen Klarheit setzte er ein Zeichen und tauschte mehr als die Hälfte der Abwehr aus. Ein mutiger Schritt, der sich grundsätzlich auszahlte, denn die drei Innenverteidiger Heuer, Sirch und vor allem Elvedi zeigten eine solide Leistung. Spielerisch stachen wie schon in der Vorwoche leider nur wenige Szenen heraus. Hervorzuheben ist die hochklassige Kombination zwischen Yokota, Hanslik und Gyamerah in der 16. Minute, bei der man sich trotz Eiseskälte und immer wiederaufkommenden Regenschauern während des Spiels kurz auf einen Fußballplatz am Zuckerhut bei angenehmen 23 Grad unter brasilianischer Sonne träumen konnte. Dass dabei kein Tor heraussprang und der Ball schließlich nur die Oberkante der Latte küsste, ist ein Symptom, aber nicht die alleinige Ursache für die Niederlage. Schlechtes Coaching So positiv die Maßnahmen des Trainers vor der Partie zu bewerten sind, so sehr müssen seine Passivität zu Beginn der zweiten Hälfte und die Wahl der Einwechselspieler kritisch beäugt werden. Wekesser war mit seiner Rolle überfordert und ließ die Zuschauer schon nach wenigen Minuten Kleinhansl vermissen, während Tomiak auf seiner Position im defensiven Mittelfeld den an ihn gestellten Anforderungen nicht gerecht werden konnte. Trainer tun sich in der Regel schwer damit, in der Halbzeitpause Korrekturen im Defensivbereich vorzunehmen, bergen sie doch die Gefahr, dass Automatismen dann nicht mehr auf Anhieb funktionieren. Eine Auswechslung von Mause, der zu keinem Zeitpunkt ins Spiel fand, wäre aber nach den ersten 45 Minuten angebracht gewesen. Er verließ den Platz nach 63 Minuten und wurde durch Opoku ersetzt, während Raschl die Position von Aremu übernahm. Dass zwölf Minuten vor dem regulären Spielende nur noch der dritte Wechsel folgte und damit zwei weitere Möglichkeiten ungenutzt blieben, fühlt sich im ersten Moment so an, als hätte man zwei Chancen vergeben, mit frischen Beinen noch einmal alles in die Waagschale zu werfen. Auf der Bank gab es aber schlicht und ergreifend keine offensiven Optionen mehr. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Das Arbeitszeugnis für den Kaderplaner Dem Kader fehlte im Spiel gegen den Effzeh die notwendige Tiefe, um trotz des Ausfalls von Ragnar Ache und der fehlenden Form von Mause einen hauptberuflichen Stürmer aufzubieten, der die Verteidigung der Rheinländer vor echte Probleme stellen könnte. Symptomatisch dafür war ein Angriff der Lautrer in der 87. Minute, bei dem der Ball verheißungsvoll über die rechte Seite getrieben und schließlich in den Kölner Strafraum gespielt wurde, wo mit Tomiak und Elvedi zwei gelernte Innenverteidiger ihr Möglichstes versuchten. Diese Gattung Fußballer ist bekanntlich von Natur aus technisch anders aufgestellt, weswegen dieser Angriff ohne Wirkung verpuffte. Vor gut einem Jahr gipfelte die Verzweiflung über die sportliche Entwicklung des 1. FC Kaiserslautern in massiver Kritik am Technischen Direktor und Kaderplaner Enis Hajri. Durch den Klassenerhalt, das Pokalfinale und die bisher recht positiv verlaufene Saison ist die Personalie zwar etwas in den Hintergrund gerückt, die Zusammenstellung des Kaders und damit die Ergebnisse seiner Arbeit waren jedoch immer wieder Anlass für Diskussionen. Es erscheint wie die logische Konsequenz, dass jener Hajri nach diesem Spiel, das mit besserer Kadertiefe vielleicht anders verlaufen wäre, laut übereinstimmenden Medienberichten seinen Rücktritt angekündigt hat. Eine Mannschaft im Lernprozess Zurück zum Sportlichen: Die Spieler der Roten Teufel wirkten über den gesamten Spielverlauf etwas müde und daher nicht immer mit dem vollen Fokus in den entscheidenden Szenen. Der Treffer der Kölner entstand aus einem Pass in die Tiefe aus einer Standardsituation heraus. Ähnlich konnten die Rheinländer ihre Chancen in der 11. Minute aus einer Lautrer Ecke und in der 30. Minute aus einem Freistoß herausspielen. Dieses Muster hätten die Betzebuben erkennen und besser unterbinden müssen, um die letzten drei Punkte des Kalenderjahres unter den Weihnachtsbaum legen zu können. Die Pfälzer haben in einer guten Phase zwischen der 60. und 80. Minute gezeigt, dass sie in der Lage sind, auch eine der besten Mannschaften der Liga in der eigenen Hälfte einzuschnüren, variantenreiche Angriffe zu fahren und immer wieder gefährliche Szenen zu initiieren. Über die gesamte Spielzeit gesehen hatte der FCK mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe, einen Torschuss mehr und doppelt so viele Eckbälle wie die Gäste. Die Roten Teufel tun gut daran, bei sich zu bleiben und die eigene Entwicklung weiter voranzutreiben, sich aber die Kaltschnäuzigkeit der Kölner zum Vorbild zu nehmen. Denn dann führt diese Entwicklung schnurstracks unter die ersten Drei der Liga. Quelle: Treffpunkt Betze

Bild Online: Enis Hajri erklärt sofortigen Rücktritt

Foto: Andreas Leiner

Unmittelbar nach der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Köln soll Enis Hajri, Kaderplaner und Technischer Direktor, noch in der Kabine seinen Rücktritt erklärt haben. Trotz eines gültigen Vertrages bis zum Saisonende scheint der Technische Direktor Enis Hajri nach Informationen der Bild einen Schlussstrich unter seine Zeit beim 1. FC Kaiserslautern gezogen zu haben. Obwohl Hajri noch in der vergangenen Saison von der aktiven Fanszene als “Kaderverplaner” tituliert wurde, ist es zuletzt ruhig um den 41-Jährigen geworden. Sein sofortiger Rücktritt ist insofern überraschend, als sich Teile des FCK-Beirats laut Bild Online für eine vorzeitige Vertragsverlängerung Hajris ausgesprochen haben sollen. Weiter heißt es, Hajri habe sich nicht wertgeschätzt gefühlt, weshalb gemeinsame Gespräche mit Thomas Hengen zu keinem Ergebnis geführt hätten. Nach Angaben von Sky-Reporter Plettenberg sollen vor allem persönliche Gründe ausschlaggebend gewesen sein. Die Mannschaft selbst habe sich über den Rücktritt überrascht gezeigt. Umstrittene Transfers Obwohl dem gebürtigen Tunesier mit beispielsweise Ragnar Ache, Luca Sirch oder der Leihe von Daisuke Yokota absolute Top-Transfers gelungen sind, wurden vor allem nach der vergangenen Winterpause kritische Stimmen laut. Die damaligen Neuzugänge spielten mit Ausnahme von Frank Ronstadt und Filip Kaloc kaum eine Rolle im Kader, auch deshalb wurde die Personalie Hajri vor allem in Fankreisen immer wieder heiß diskutiert. Auch aktuelle Neuzugänge wie Jannik Mause oder Erik Wekesser sorgten in Teilen der Anhängerschaft für Unmut, da sie ihre durchaus hohen Ablösesummen noch nicht rechtfertigen konnten. Für den FCK dürfte die Trennung neun Tage vor Beginn des Transferfensters nicht gerade günstig sein, da man in dieser kurzen Zeit wohl keinen Nachfolger verpflichten kann und einige wichtige Personalentscheidungen anstehen. Quelle: Treffpunkt Betze

FCK verpasst Herbstmeisterschaft: “Es ist unerklärlich”

Foto: Andreas Leiner

Nach der Heimpleite gegen den FC überwintert der 1. FC Kaiserslautern auf dem neunten Tabellenplatz. Krahl, Wekesser, Tomiak und Anfang mit den Stimmen zum 0:1 gegen clevere Kölner. 17. Spieltag, Hinrundenabschluss auf dem Betze. Im Duell zweier Bundesliga-Gründungsmitglieder bekamen die Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion zunächst keinen fußballerischen Leckerbissen geboten. Die erste Halbzeit verlief chancenarm, wobei der 1. FC Kaiserslautern mehr Ballbesitz hatte. Nach rund einer halben Stunde nutzten die Gäste nach einem Freistoß die Schlafmützigkeit der Roten Teufel in Person von Dejan Ljubicic, der per Kopf zum 0:1 traf.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Nach dem Pausentee waren die Gäste zunächst die bessere und gefährlichere Mannschaft, doch nach sechzig Minuten entwickelte sich eine offene Partie, in der der FCK auf den Ausgleich drängte – Chancen von Aaron Opoku und Jannik Mause blieben aber ungenutzt. Julian Krahl, Erik Wekesser, Boris Tomiak und Markus Anfang mit den Stimmen zum Spiel. Julian Krahl: “Eine Vollkatastrophe” Schlussmann Julian Krahl gab seine Einschätzung zum letzten Heimspiel in diesem Jahr und zu den Platzverhältnissen ab: “Der Platz ist eigentlich eine Vollkatastrophe, aber der Gegner spielt ja auch auf diesem Platz. Wir haben nach dem Spiel gegen den SV Darmstadt eine richtig gute Reaktion gezeigt. Wir waren heute sehr dominant, bloß hat vorne das letzte Quäntchen gefehlt, um sich richtig gute Chancen herauszuarbeiten. Köln hat heute aus zwei Chancen das Tor gemacht und wir haben es nicht hinbekommen. Nichtsdestotrotz haben wir ein gutes Spiel abgeliefert und die richtige Reaktion gezeigt. Die Liga ist immer noch so eng und ich sage mal, mit zwei Siegen bist du wieder oben mit dabei und in der Rückrunde wollen wir auch damit anfangen”. Zudem fand der Torhüter lobende Worte für seine Mitspieler Daniel Hanslik und Jannik Mause, der den verletzten Ragnar Ache vertritt: “Wir vermissen Ragnar Ache immer, aber heute nicht mehr als sonst. Mause und Hansi haben das heute richtig gut gemacht und sich in alles reingehauen. Jeder bringt eine andere Qualität mit und mit Ragnar ist unser Spiel auch etwas anders, aber wir vermissen ihn jetzt nicht mehr, weil wir heute gegen den 1. FC Köln gespielt haben”. Erik Wekesser: “Manchmal ist es unerklärlich” Linksverteidiger Erik Wekesser, dem zum ersten Mal seit Wochen für seinen Konkurrenten Florian Kleinhansl in der Startelf stand, war froh, wieder auf dem Platz stehen zu können: “Natürlich tut es immer gut auf dem Platz zu stehen. Nichtsdestotrotz überwiegt natürlich der Frust, weil wir echt geackert haben. Wir sind gefühlt neunzig Minuten angelaufen und haben unser Herz auf dem Platz gelassen. Es hat Spaß gemacht zu fighten, leider mit dem falschen Ergebnis. Manchmal ist es unerklärlich. Es gibt solche Spiele, wo du klar besser bist, bessere Lösungen mit dem Ball hast und immer wieder in gute Situationen kommst, doch dann bekommst du aus dem Nichts das Gegentor. Das spielte Köln in die Karten, dennoch haben wir uns in der Halbzeit vorgenommen genau so weiterzumachen und wir haben dann auch sehr offensiv gewechselt”. Dennoch zeigte sich der 27-jährige zuversichtlich, im kommenden Jahr an den guten Leistungen anknüpfen zu können: “Es ist natürlich eine blöde Situation, wenn du am Ende der Hinrunde zwei Niederlagen kassierst. Selbst als wir die gute Serie hatten, sind wir nicht arrogant herumgelaufen, sondern sind weiterhin demütig geblieben. Das so eine Phase kommt, war uns bewusst, auch wenn wir so lange wie möglich ungeschlagen bleiben wollten. Wir müssen daraus unsere Schlüsse ziehen. Man hat von Spiel zu Spiel gesehen, dass wir uns fußballerische weiterentwickelt haben. Daran müssen wir weiterhin arbeiten, dann bin ich guter Dinge, dass die Rückrunde noch besser wird”. Boris Tomiak: “Sehr unglückliche Niederlage” Innenverteidiger Boris Tomiak, der gegen Köln im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde, zeigte sich nach der bitteren Niederlage deprimiert: “Das war heute auf jeden Fall eine sehr unglückliche Niederlage. Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt und waren gut im Spiel. Wir haben dominiert, das Spiel gestaltet und nie aufgegeben, deswegen ist es umso unglücklicher. Das Spielglück war heute nicht auf unserer Seite, auch wenn wir es verdient gehabt hätten. Wenn wir den Ausgleich machen, wäre heute vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Unter Strich haben wir trotzdem eine gute Hinrunde gespielt und wir müssen das Selbstvertrauen mitnehmen, weiterhin mit breiter Brust auftreten, dann werden wir auf jeden Fall noch einige Punkte holen”. Markus Anfang: “Einen Punkt verdient gehabt” Trainer Markus Anfang gab während der anschließenden Pressekonferenz seine Einschätzung zur 0:1 Heimniederlage und Leistung seiner Mannschaft ab: “Es war insgesamt ein umkämpftes und richtig gutes Spiel von uns. Der 1. FC Köln hat vorne viel Qualität, um sich durch Umschaltmomente Torchancen herauszuspielen. Wir hatten die Kontrolle im Spiel, hätten uns aber die ein oder andere Chance mehr herausspielen können. Wir hatten durch Jan Gyamerah die Chance mit 1:0 in Führung zu gehen. Ärgerlich ist die Entstehung des 0:1, weil wir bei einem Standard schlafen. Dann hatten wir noch eine Topchance durch Jannik Mause und noch zwei weitere Chancen, die aber klar Abseits waren. Wir haben in der zweiten Halbzeit gegen eine Topmannschaft, die die Qualität hat aufzusteigen, nur auf ein Tor gespielt und einen Punkt verdient gehabt. Mit der Leistung der Jungs bin ich absolut zufrieden, dennoch ärgere ich mich über unnötige gelbe Karten. Mit der Punktausbeute in der Hinrunde sind wir zufrieden, auch wenn wir spielerisch noch Luft nach oben haben”. Quelle: Treffpunkt Betze