FCK-Neuzugänge: Sommertransfers mit Überraschungseffekt

Foto: Andreas Leiner

Auf dem Betze blieb nach Abstiegskampf und Pokalfinale der große Kaderumbruch aus. Konnten die Abgänge adäquat ersetzt und das Team sinnvoll verstärkt werden? Eine Zwischenbilanz. Der 1. FC Kaiserslautern hat nach einer turbulenten Saison 2023/24 im Sommer bei der Kaderplanung Ruhe bewahrt und die sieben Abgänge durch ebenso viele externe Neuzugänge sowie vier Spieler aus der zweiten Mannschaft ersetzt. Transfererlöse konnten aufgrund auslaufender Verträge nicht erzielt werden, für die Verpflichtung neuer Kräfte konnte jedoch auf ein gewisses Budget aus der starken DFB-Pokalsaison zurückgegriffen werden: Die Ablösesummen für Jannik Mause, Filip Kaloc und Jan Gyamerah betrugen jeweils rund eine halbe Million Euro, für Erik Wekesser und Jannis Heuer wurden zwischen 200.000 und 250.000 Euro fällig. Ohne Ablösesumme konnten Luca Sirch, Florian Kleinhansl und Daisuke Yokota (Leihe) in die Pfalz geholt werden.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Das Ende der Hinrunde ist ein guter Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen: Welche Investitionen haben sich sofort ausgezahlt und bei welchen Neuzugängen ist noch Luft nach oben? Die unmittelbaren Verstärkungen Jannis Heuer: Der vor der Saison aus Paderborn verpflichtete Innenverteidiger verkörpert für die Fans der Roten Teufel den Anspruch, die Abwehrprobleme der vergangenen Jahre endlich in den Griff zu bekommen. Mit 13 von 17 Ligaspielen absolvierte er bis auf einen verletzungsbedingten Ausfall im November fast alle Partien. Damit ist er neben Jan Elvedi eine der Stützen in der Kette vor Julian Krahl. Mit einer Passquote von 88 Prozent und einer Zweikampfquote von 54 Prozent erfüllt er die wichtigsten Kriterien, die von einem Abwehrspieler erwartet werden. TB-Note: 2 Luca Sirch: Der bayerische Schwabe ist die Überraschung der Saison. Je mehr man von seinen zehn Saisoneinsätzen verfolgt hat, desto weniger kann man sich vorstellen, dass er in der vergangenen Saison noch zwei Ligen tiefer bei Lok Leipzig gespielt hat. Zu Beginn der Runde hatte er nach Aussagen seiner Mitspieler noch leichte Anpassungsschwierigkeiten und konnte im Training nicht auf Anhieb mit dem Niveau mithalten. Doch spätestens nach dem Brustlöser gegen Paderborn inklusive Tor war das Eis gebrochen. Seitdem besticht Sirch mit einer überragenden Passsicherheit (85 %) und seiner Flexibilität, die ihn zum Wandler zwischen Abwehr und Mittelfeld macht. Drei Torvorlagen und eine bemerkenswerte Fairness (noch keine gelbe Karte bisher) runden das Bild einer perfekten Verstärkung ab. TB-Note: 1 Daisuke Yokota: Von Japan über Deutschland, Lettland, Polen und Belgien wieder zurück nach Deutschland – was nach einer Weltreise der etwas anderen Art klingt, ist der bisherige Karriereweg des flinken Rechtsaußen, den der FCK von KAA Gent ausgeliehen hat. Er ist, nachdem Tzolis Fortuna Düsseldorf und damit die 2. Bundesliga verlassen hat, der wahrscheinlich unberechenbarste Spieler, den die Liga zu bieten hat und damit eine Bereicherung für das Offensivspiel der Roten Teufel. Der Last-Minute-Transfer stand bis auf die Partie gegen den HSV in jedem Ligaspiel auf dem Platz, war in 60 Prozent seiner Dribblings erfolgreich und sammelte fünf Scorerpunkte. Und wenn Yokota an einem Tor beteiligt war, verlor der FCK nie. TB-Note: 2+ Die Neuen mit Potenzial Florian Kleinhansl: Vom Absteiger aus Osnabrück ablösefrei gekommen, schien Kleinhansls Wechsel zum FCK logisch. Ein Spieler, der die durch die Verletzung von Hendrick Zuck und den Abgang von Tymoteusz Puchacz entstandene Lücke schließen konnte und mit sechs Scorerpunkten aus der Vorsaison eine Empfehlung mitbrachte. Dennoch musste er sich zu Saisonbeginn gedulden und Erik Wekesser, dem zweiten Transfer für diese Position, den Vorzug lassen. Im Spiel gegen Paderborn, das im Prinzip den Aufwärtstrend der Lauterer einläutete, begann auch seine Serie als Stammspieler bis zum letzten Spieltag vor der Winterpause. Mit einer Passquote von 83 Prozent und 61 Prozent gewonnenen Zweikämpfen weist Kleinhansl ähnliche Werte auf wie sein Konkurrent Wekesser. Dass er dennoch die leicht bessere Note bekommt, liegt an seinem ablösefreien Wechsel, auch wenn sportlich noch Luft nach oben gibt. TB-Note: 3+ Erik Wekesser: Auf der gleichen Position und mit ähnlichen Statistiken wie Kleinhansl, aber rund eine Viertelmillion schwerer, kehrte Erik Wekesser zu seinem Jugendverein zurück und hinterließ vor allem in den ersten Saisonspielen einen erfrischenden Eindruck. Im weiteren Verlauf ließ er sich, vielleicht auch unter dem Eindruck der negativen Entwicklung der gesamten Mannschaft im Spätsommer, herunterziehen und wirkte des Öfteren etwas glücklos. Wie von seinem Kontrahenten auf der linken Außenbahn wünschen sich die Betze-Fans auch von ihm neben mehr defensiver Stabilität vor allem mehr Effizienz im Vorwärtsgang. Der Konkurrenzkampf wird der Leistungsdichte auf dieser Position im weiteren Saisonverlauf auf jeden Fall gut tun. TB-Note: 3 // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Filip Kaloc: Der Tscheche war der beste Transfer des vergangenen Winters. Von Friedhelm Funkel auf einer Stufe mit Daniel Hanslik als “Betze-Spieler” geadelt, reüssierte er im defensiven Mittelfeld und trug mit seiner Robustheit und Sicherheit zum Klassenerhalt bei. echnisch gesehen gehört Kaloc aber auch in diese Transferbilanz, denn er wurde erst im Sommer von Banik Ostrau fest verpflichtet. Markus Anfang fördert und fordert ihn. Letzteres wirkte sich in der ersten Hälfte der Hinrunde negativ auf seine Leistungen aus. Er hatte sichtbare Anpassungsprobleme an das neue, flexiblere Spielsystem, in das er erst nach und nach hineinwachsen konnte. Er kam in 14 von 17 Spielen zum Einsatz, stabilisierte das Zentrum der Roten Teufel mit einer Passquote von 82 Prozent, gewann aber nur jeden dritten Zweikampf. Wenn er sich weiter steigert und seinen zwei Scorerpunkten weitere folgen lässt, wird er für seine Mannschaft noch wertvoller. TB-Note: 3+ Jan Gyamerah: Zusammen mit Erik Wekesser wechselte der 29-Jährige vor der Saison vom 1. FC Nürnberg in die Pfalz. Für die Franken absolvierte er im vergangenen Jahr 28 Spiele und kam als frisch abgesägter Kapitän nach Kaiserslautern, um die Defensive zu bereichern. Ob ihm das gelungen ist? Die Antwort ist ein glasklares Jein. Statistisch gesehen brachte er fast 9 von 10 Pässen an den Mitspieler, schaffte es mit zwei Drittel seiner Dribblings an seinen Gegenspielern vorbei und gewann mehr als jeden zweiten Zweikampf. Dennoch konnte er sich nie unter Markus Anfang nie so recht festspielen. Zu Beginn der Saison brachte ihn die gelb-rote Karte im DFB-Pokal etwas außer