Simon Simoni: Der nächste Krahl oder nur eine Übergangslösung?

Foto: Andreas Leiner

Die Leihe von Torhüter Simon Simoni hat gemischte Reaktionen und Fragen ausgelöst. Dennoch erweist sich der Transfer als kluger Schachzug, um den fehlenden Konkurrenzkampf zu beleben. Kurz vor dem Heimspiel gegen den SSV Ulm hat der 1. FC Kaiserslautern mit Simon Simoni seinen ersten Neuzugang der Winter-Transferperiode verpflichtet. Der albanische Junioren-Nationaltorhüter, der von Eintracht Frankfurt ausgeliehen wurde, kam in der Hinrunde beim Drittligisten FC Ingolstadt nur zu vier Einsätzen. Nun soll er sich beim FCK beweisen, wenn auch zunächst hinter Stammtorhüter Julian Krahl. Obwohl der Transfer auf den ersten Blick mehr Fragen als Antworten aufwirft, macht er aus Sicht der Roten Teufel dennoch Sinn.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Erst Frankfurt, dann Ingolstadt: Zwei Stationen ohne Erfolg Lauterns neue Nummer 25 spielte von 2006 bis 2023 in seinem Heimatland Albanien, für das er von der U15 bis zur U21 auflief. Danach sicherte sich Eintracht Frankfurt die Dienste des 1,95 Meter großen Schlussmanns für rund eine halbe Million Euro Ablöse. Im Duell mit dem ehemaligen FCK-Torhüter Kevin Trapp konnte sich Simoni nicht durchsetzen, weshalb er zunächst nur in 22 Spielen für die Zweitvertretung zum Einsatz kam. Im darauffolgenden Jahr bot sich die Möglichkeit eines Leihgeschäfts zum Drittligisten FC Ingolstadt. Entgegen den Erwartungen aller Beteiligten konnte sich Simoni in diesem Zweikampf mit Torhüter Marius Funk nicht behaupten und kam in einem halben Jahr auf enttäuschende vier Einsätze – unter anderem bei der 1:2-Erstrundenniederlage im DFB-Pokal gegen den FCK. So trennten sich die Wege des Torhüters und des FCI nach nur einem halben Jahr wieder. Warum der Transfer Sinn macht! Warum hat sich der FCK trotz seiner Erfolglosigkeit die Dienste von Simoni gesichert? Schließlich haben die Roten Teufel mit Julian Krahl, Avdo Spahic, Fabi Heck und dem Nachwuchskeeper Enis Kamga bereits vier Torhüter in ihren Reihen. Da sich Spahic nach seiner Meniskus-Operation noch im Aufbautraining befindet und Heck sowie Kamga noch Erfahrung sammeln müssen, fehlt derzeit eine verlässliche Alternative bei einem möglichen Ausfall von Krahl. Cheftrainer Markus Anfang begründet die Leihe vor allem mit einem “grundsätzlichen Konkurrenzkampf” – und Anfang sieht in Simoni eher eine Chance als ein Risiko: “Simon ist ein Torhüter, der viel Qualität hat, der jung ist, aber schon über eine gewisse Erfahrung verfügt, der sich beweisen will und das als Chance sieht”. Zudem bietet die 18-monatige Leihe mit Kaufoption (kolportierte Ablöse: eine Million Euro) dem Verein Flexibilität. Die Verantwortlichen haben eineinhalb Spielzeiten Zeit, die Entwicklung des 20-Jährigen zu beobachten und dann über eine Verpflichtung zu entscheiden. Konkurrenzkampf ankurbeln Auch Simonis Stärken im Spielaufbau – wie seine hohe Passquote (37,24 pro 90 Minuten) bei der U23 von Eintracht Frankfurt zeigt – scheinen dem Anforderungsprofil eines Torhüters im System von Markus Anfang sehr gut zu entsprechen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Simoni in der Rückrunde kaum Einsatzchancen haben wird, da mit Julian Krahl einer der besten Torhüter der Liga zur Verfügung steht. Dennoch ist ein Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition notwendig: Von Spahic fehlt dieser Druck und Heck ist noch zu unerfahren, um ihn auszuüben. Mit Blick auf mögliche Sommerangebote für Julian Krahl, die der FCK aus finanziellen Gründen eventuell in Betracht ziehen muss, kann Simoni schon jetzt perspektivisch als Nachfolger aufgebaut werden. Ziel ist es also, den 20-Jährigen zu einem so guten Backup aufzubauen, dass ihm die Nachfolge von Krahl zugetraut werden kann. Und dass dem Albaner sowohl beim FCK als auch bei der SGE grundsätzlich viel Entwicklungspotenzial zugetraut wird, zeigt auch die laut Medienberichten bestehende Rückkaufoption der Eintracht in Höhe von drei Millionen Euro. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten Der Deal scheint für alle Seiten eine Win-Win-Situation zu sein: Die Eintracht profitiert von einem Leihgeschäft, das Spielpraxis und Gehaltsentlastung bringt. Der FCK gewinnt eine talentierte Alternative im Tor, die den seit dem Abgang von Andi Luthe nicht mehr vorhandenen Konkurrenzkampf anheizen kann. Und Simoni erhält die Chance, sich in einem neuen Umfeld zu beweisen. Doch jetzt liegt es am Torhüter selbst, sein Potenzial unter Beweis zu stellen und beim FCK den erhofften Entwicklungsschritt zu machen. Quelle: Treffpunkt Betze

FCK-Insights: Lautrer genießen Favoritenrolle

Foto: Andreas Leiner

Auf dem vom Pfälzer Winter gezeichneten Rasen war der Heimsieg gegen Ulm zwar kein fußballerischer Leckerbissen, doch am Ende überzeugte der FCK mit besseren Werten. 12 Punkte und 7 Tabellenplätze trennten den 1. FC Kaiserslautern vor dem Rückrundenauftakt gegen den SSV Ulm. Auf dem Platz war davon allerdings nicht viel zu sehen. Zwar hatte der FCK mit 53 Prozent (bundesliga.de) etwas mehr Ballbesitz, doch die Spatzen kamen vor allem über Einsatz und Leidenschaft ins Spiel. Ulm lief über 3 Kilometer mehr und machte 24 Sprints (bundesliga.de) mehr. Kein Wunder, sind die Ulmer doch die laufstärkste Mannschaft der Liga. Die Lautrer hingegen rangieren auf Platz 16 (bundesliga.de). Allerdings nahmen die Hausherren auch den Kampf an und gewannen mehr Zweikämpfe als der SSV (135 zu 118, bundesliga.de). Die erwarteten Tore zeigen leichte Vorteile für den FCK. 1,95 zu 1,72 (bundesliga.de) zeigen aber auch, dass sich Kaiserslautern über ein Unentschieden nicht hätte beschweren dürfen.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Unruheherde: Yokota und Krattenmacher In hart umkämpften Partien kann oft eine einzige Aktion das Spiel entscheiden. Bei Daisuke Yokota und Maurice Krattenmacher hatte man das Gefühl, dass sie diese Aktion geradezu erzwingen wollten. Yokota gab fünf Torschüsse ab, Krattenmacher vier. Beide waren jeweils der Most Pressed Player ihrer Mannschaft. Krattenmacher wurde vom FCK 20 Mal unter Druck gesetzt, Yokota 18 Mal von der Ulmer Hintermannschaft (bundesliga.de). Beide Kreativspieler konnten sich häufig aus diesen Situationen befreien. Yokota gewann 15 Zweikämpfe, Krattenmacher 12 (bundesliga.de). So sehr sich beide auch bemühten, ein Scorerpunkt wollte beiden nicht gelingen. Debütant Robinson: Defensiv stark, offensiv fehleranfällig Nach einer starken Vorbereitung erhielt der 23-jährige Leon Robinson im zentralen defensiven Mittelfeld den Vorzug vor Afeez Aremu und feierte damit sein Startelfdebüt. Während sich sein Partner im zentralen Mittelfeld, Filip Kaloc, häufig offensiver positionierte (Hauptaufgabe: Bälle volley in den Knick jagen), agierte Robinson meist als tiefer Sechser. Dabei versteckte sich das FCK-Eigengewächs keineswegs und kam auf insgesamt 37 Ballaktionen (fbref.com). Vor allem defensiv wusste Robinson zu überzeugen: 14 gewonnene Zweikämpfe und eine wichtige gelbe Karte zeugen von einer soliden Leistung. In der Vorwärtsbewegung ließ der Youngstar noch etwas Luft nach oben. Nur 24 Pässe mit einer Erfolgsquote von unter 80 Prozent und nur ein progressiver Pass. Zum Vergleich: Afeez Aremu spielte gegen Köln 35 Pässe mit einer Erfolgsquote von 91 Prozent (fbref.com). Weitere Statistiken: – Pässe: 391 vs. 368 – Torschüsse: 22 vs. 14 – Gewonnene Zweikämpfe: 135 vs. 118 – Passquote: 82% vs. 75% – Standards: 8 vs. 6 FCK nimmt Favoritenrolle an Mit dem Sieg gegen den SSV Ulm hat der 1. FC Kaiserslautern nun fünf Siege und zwei Unentschieden gegen die letzten sechs Mannschaften der 2. Bundesliga eingefahren. In der Favoritenrolle fühlen sich die Pfälzer sichtlich wohl, denn in diesen sieben Spielen hatte der FCK durchschnittlich 54 Prozent Ballbesitz (bundesliga.de).Diese Serie dürfte die Herzen der FCK-Fans auch im Hinblick auf die kommenden Spiele höher schlagen lassen, denn die nächsten Gegner der Roten Teufel heißen Greuther Fürth und Preußen Münster, die auf den Plätzen 14 und 15 stehen. Quelle: Treffpunkt Betze