Sascha Hildmann: „Ich glaube, dass der FCK aufsteigt“

Im Interview mit Treffpunkt Betze spricht der ehemalige FCK-Trainer Sascha Hildmann über seine Erfolge mit Preußen Münster, wie er die Roten Teufel einschätzt und das Spiel am Sonntag. Wenn der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag Aufsteiger Preußen Münster empfängt, ist es für einen Mann ein ganz besonderes Spiel. Sascha Hildmann trägt das Betze-Gen in sich. Kein Wunder: In Kaiserslautern geboren, spielte der heute 52-Jährige zwischen 1996 und 2000 für die FCK-Amateure und stand zwischen 2018 und 2019 in 33 Spielen als Trainer der Profis an der Seitenlinie. Seine Zeit beim 1. FC Kaiserslautern endete jedoch etwas unschön – nach einer 1:6-Niederlage in Meppen war als Tabellenvierzehnter der 3. Liga Schluss. Fan der Roten Teufel blieb er dennoch. Mittlerweile ist Hildmann in Münster erfolgreich: Seit sechs Jahren ist er dort Trainer und schaffte mit dem Traditionsverein den Durchmarsch von der Regionalliga ins Fußballunterhaus. Jetzt trifft er (wieder) auf seine alte Liebe. Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp „Meine Familie wird nicht wissen, für wen sie jubeln soll“ Treffpunkt Betze: Hallo Sascha, am Sonntag spielst du zum vierten Mal in deiner Karriere gegen deine alte Liebe, den FCK. Mit welchen Emotionen blickst du deiner Rückkehr auf den Betze entgegen? Sascha Hildmann: Es ist immer etwas Besonderes, das ist klar. Meine ganze Familie wird dabei sein. Mein Vater mit 78 Jahren, mein Schwiegervater mit 80 Jahren, auch wenn sie teilweise nicht mehr so gut zu Fuß sind. Meine ganzen Freunde kommen, aber für die musste ich keine Karten besorgen, weil die alle Dauerkarten haben und große FCK-Fans sind. Sie werden wahrscheinlich nicht genau wissen, für wen sie jubeln sollen (lacht). Treffpunkt Betze: Wer aus Lautern kommt und einmal mit dem FCK-Virus infiziert worden ist, verliert den Verein sicher nicht aus den Augen. Wie beurteilst du die aktuelle Entwicklung von außen? Und hast du noch gute Kontakte in die Pfalz und einen regelmäßigen Austausch? Sascha Hildmann: Ja, natürlich habe ich noch Kontakte. Ich habe viele Bekannte und Freunde, kenne ja auch die verantwortlichen Personen des FCK gut. Da findet immer mal wieder ein kurzer Smalltalk oder ein Austausch statt. Der FCK hat eine tolle Mannschaft und ist für mich ein absoluter Aufstiegsfavorit. Ich bin gespannt, wo sie am Ende stehen werden. „Die Euphorie in Münster ist gigantisch“ Treffpunkt Betze: Du hast mit deiner Mannschaft etwas Seltenes geschafft: den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Wie erlebst du die Begeisterung der Münsteraner für den Profifußball? Und wie hast du selbst die vergangenen zwei Jahre als Cheftrainer erlebt? Sascha Hildmann: Die Euphorie in Münster ist gigantisch. Da ist in den sechs Jahren, in denen ich hier Trainer bin, richtig etwas entstanden. Am Spieltag siehst du in der ganzen Stadt nur Preußen-Trikots, unser Stadion ist bei jedem Heimspiel ausverkauft. Aber es ist zu klein. Wir könnten alle 14 Tage 20.000 bis 30.000 Karten verkaufen. Aber jetzt bekommen wir ein größeres Stadion, das 90 Millionen Euro kostet. Du merkst, das sich hier richtig was tut. Das ist fantastisch. Es ist schön zu sehen, dass wir es geschafft haben, etwas zu entwickeln und viel Freude bei den Menschen zu verbreiten. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Treffpunkt Betze: Beide Vereine haben mit den Gründungsjahren 1900 und 1906 eine lange Tradition. Mit Blick auf die Gegenwart: Siehst du Schnittmengen zwischen Preußen und dem FCK? An welchen Stellen unterscheiden sich beide? Sascha Hildmann: Es sind natürlich ganz unterschiedliche Vereine. Beide Mannschaften standen sich zwar 1951 im Finale um die deutsche Meisterschaft gegenüber, in dem der FCK durch zwei Tore von Ottmar Walter mit 2:1 gewann – für Münster traf Felix „Fiffi“ Gerritzen -, aber danach haben sich die Wege so ein bisschen getrennt. Der FCK gewann insgesamt viermal die deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal, spielte zeitweise in der Champions League, Münster musste schlimme Phasen überstehen, hat Oberliga und Regionalliga gespielt. Aber jetzt sind beide Vereine wieder auf einem guten Weg. „Der ein oder andere hat damals nicht an mich geglaubt“ Treffpunkt Betze: Wie blickst du heute, sechs Jahre später, auf deine Zeit als FCK-Trainer zurück? War es damals vielleicht zu früh, einen so großen und unruhigen Traditionsverein zu übernehmen? Sascha Hildmann: Ich habe damals meinen absoluten Traum gelebt. Es war aber auch sehr, sehr lehrreich für mich. Der FCK hatte damals eine sehr schwierige Zeit. Es war das erste Jahr nach dem Abstieg in die dritte Liga, die Insolvenz stand kurz bevor, aber jeder hat den sofortigen Wiederaufstieg gefordert. Die Erwartungshaltung war enorm. Wir haben zweimal verloren, dann gegen Waldhof Mannheim unentschieden gespielt und nach dem 1:6 in Meppen wurde ich dann entlassen. Das hat mich schon schwer getroffen, aber es hat mich auch geprägt, gestärkt und weitergebracht. Sicher habe ich auch den einen oder anderen Fehler gemacht. Aber nach sechs Jahren in Münster mit diesen Erfolgen freue ich mich sehr, dass vielleicht der eine oder andere, der damals nicht so an mich geglaubt hat, jetzt auch ein bisschen an mich glaubt. Treffpunkt Betze: Wie es dein Job von dir verlangt, wirst du deine Begeisterung für den FCK am Sonntag für 90 Minuten zurückstellen müssen. Was für eine Partie erwartest du? Und wie gut siehst du deine Mannschaft gegen die starke Offensive der Lautrer gewappnet? Sascha Hildmann: Wir haben die vergangenen vier Spiele nicht verloren und acht Punkte geholt. Die Partien in Hannover, gegen Fürth, in Berlin, das waren echt schwere Spiele, die wir sehr gut bestritten haben. Wir haben viel Selbstvertrauen und wollen uns auf dem Betze auf keinen Fall verstecken. Wir haben auch noch das Hinspiel im Kopf, das war sehr eng. Wir wollen uns wieder gut präsentieren und fahren mit breiter Brust auf den Berg. Treffpunkt Betze: Dein Tipp: Wie geht das Spiel am Sonntag aus und wo landen beide Mannschaften am Ende der Saison? Sascha Hildmann: Ich glaube, dass wir das Spiel mit 2:1 gewinnen, am Ende die Klasse halten und der FCK in die Bundesliga aufsteigt. Quelle: Treffpunkt Betze
Elvedi fraglich – bittere Nachricht für Hendrick Zuck

Im Heimspiel gegen die auswärtsstarken Münsteraner will der 1. FC Kaiserslautern wieder den Offensiv-Turbo zünden. Ein Neuzugang und Jean Zimmer könnten in die Startelf rücken. Nach sechs Punkten aus zwei Spielen und damit einem makellosen Rückrundenstart empfängt der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag den Aufsteiger aus Münster. Die vom ehemaligen FCK-Trainer Sascha Hildmann trainierten Preußen kommen ihrerseits nach zuletzt acht Zählern aus vier Partien mit breiter Brust auf den Betzenberg. Mit einem Sieg in der Pfalz könnten die Münsteraner den Anschluss ans tabellarische Mittelfeld wiederherstellen, während die Roten Teufel mit einem Dreier an die Tabellenspitze springen könnten. Aufgrund der aktuellen Formkurve und des Heimvorteils geht der 1. FC Kaiserslautern zwar als Favorit in die Partie, unterschätzt werden sollten die Gäste aber auf keinen Fall. Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Alles daran setzen, zu Null zu spielen „Die Münsteraner sind ein sehr schwer zu bespielender Gegner. Sie stehen sehr tief, verteidigen konsequent und haben zuletzt viele Punkte geholt. Sie verstehen es aus Standards oder Einwürfen Torchancen zu kreieren und es ist schwer sie zu einhundert Prozent unter Kontrolle zu halten“, weiß FCK-Trainer Markus Anfang um die Schwere der anstehenden Aufgabe, lässt im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz aber auch durchblicken, dass er seine Mannschaft gut auf den Gegner vorbereitet sieht. „Wir wollen mit breiter Brust und motiviert auftreten. Wir müssen aber geduldig bleiben und auf unsere Chancen warten. Dazu brauchen wir Läufe in die Tiefe, müssen viele Bälle in den Strafraum bekommen und vor allem alles daran setzen, zu Null zu spielen“, will Anfang den erfolgreichen Start ins Jahr 2025 fortsetzen. Gemacht, was wir machen wollten „Wir haben im Moment das gemacht, was wir machen wollten. Gerade durch den Abgang von Boris Tomiak mussten wir auf der Innenverteidigerposition noch einmal aktiv werden, was uns ebenso gelungen ist wie die feste Verpflichtung einer Offensivkraft wie Faride Alidou oder die Ausleihe eines variablen Spielers wie Grant Ranos. Wir haben die Positionen besetzt, die wir besetzen wollten und sind mit den Spielern, die wir dazu bekommen haben, zufrieden“, zieht Markus Anfang ein positives Zwischenfazit der Transferaktivitäten des FCK. Dass es aufgrund des aktuellen Überangebots in einigen Mannschaftsteilen zu internen Unruhen kommen könnte, befürchtet der Trainer allerdings nicht. “Wenn bis Montag nichts mehr passiert und der Kader gleich groß bleibt, wird es natürlich schwierig, allen Spielern Einsatzzeiten zu geben. Aber wir werden alle gleich behandeln und alle gleich fördern, eventuell auch durch Freundschaftsspiele, in denen sich alle zeigen können“, sichertAnfang jedem seiner Spieler eine faire Chance zu, schließt aber weitere Verschiebungen im Mannschaftsgefüge nicht aus. Zuck erneut verletzt Ob bereits gegen Münster mit dem Einsatz neuer Kräfte zu rechnen ist, verriet der FCK-Trainer nicht. Hendrick Zuck, der sich erneut eine Kreuzbandverletzung zugezogen hat, und Almamy Touré (Rehatraining) werden den Lautrern aber ebenso wenig zur Verfügung stehen wie der gelb-rot-gesperrte Jan Gyamerah. Der Einsatz von Jan Elvedi, der unter der Woche erkrankt war, ist fraglich. Das Spiel wird am Sonntag um 13.30 Uhr angepfiffen. Nach aktuellem Stand werden 42.141 Fans, davon 1.580 aus Münster, im Fritz-Walter-Stadion dabei sein. Quelle: Treffpunkt Betze
Maximilian Bauer: Kann er Siege säen und Aufstieg ernten?

Maxi Bauer verstärkt die FCK-Defensive mit reichlich Bundesliga-Erfahrung. Trotz eines kleinen nicht ernst gemeinten Makels könnte er zum entscheidenden Puzzlestück werden. „Im besten Fall ein Spieler, der mal über 1,90 Meter groß ist“, sagte Markus Anfang nach dem Spiel gegen Fürth auf die Frage nach einem Winterneuzugang für der Innenverteidigung. Toll, Thomas Hengen, Aufgabe klar verfehlt. Denn der vierte Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern in der Winterpause, Maxi Bauer, ist gerade einmal 1,89 Meter groß. Doch kann er dem FCK trotz dieses Defizits einen Mehrwert bieten? Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Jede Menge Bundesliga-Erfahrung Dass Maximilian Bauer erst 24 Jahre alt ist, mag man angesichts seiner Statistik kaum glauben. Bereits 78 Mal stand der Innenverteidiger in der Bundesliga auf dem Platz. Ausgebildet bei der Spielvereinigung Fürth, schaffte er in der Saison 18/19 erstmals den Sprung in die erste Mannschaft. Von der Saison an war Bauer unumstrittener Stammspieler und stieg mit dem Kleeblatt in die Bundesliga auf. Sein Talent blieb auch rund 150 Kilometer entfernt nicht unbemerkt. Im Sommer 2022 wechselte Bauer ablösefrei zum FC Augsburg. Nach einem starken Start als Stammspieler kam Bauer in der vergangenen und der laufenden Saison nur noch als Rotationsspieler zum Einsatz, weshalb ihm die Leihe zum FCK nun wieder regelmäßige Einsatzzeiten bringen soll. Willkommen zurück, Kevin Kraus Maxi Bauer erhält bei den Roten Teufeln die Rückennummer 5, die zuletzt Kevin Kraus trug. Und wie bei seinem Vorgänger liegen die Stärken des Neuzugangs vor allem in der Luft. Bauer gewinnt über 71 Prozent seiner Kopfballduelle und gehört damit zu den Top 10 Prozent in der Bundesliga. Zudem ist der 24-Jährige ein guter Zweikämpfer, der den Ball fair erobert. Seine Defizite liegen in der Schnelligkeit. Seine Spitzengeschwindigkeit in dieser Saison erreichte er mit 30,65 km/h (bundesliga.de). Zum Vergleich: Touré, Sirch und Heuer haben in dieser Saison alle mindestens einmal die 33 km/h-Marke geknackt, Jan Elvedi kam sogar auf 34 km/h. Dementsprechend ist Bauer auch kein Spieler, im Gegensatz zu Boris Tomiak, der im Spielaufbau mit dem Ball am Fuß dribbelt und so für Raumgewinn sorgt. Er ist eher ein Verteidiger im klassischen Sinne. Stillschweigen über die Leihbedingungen Wie bei Grant Ranos beträgt die Leihfrist für Bauer 6 Monate. Ob der FCK eine Kaufoption besitzt, ist nicht bekannt, da beide Vereine über die Modalitäten Stillschweigen vereinbart haben. Der Transfer reiht sich nahtlos in die bisherigen Wintertransfers ein. Wichtige Verstärkungen ohne großes Risiko. Mit dem Transfer ist auch die Baustelle Innenverteidigung geschlossen. Nach dem Abgang von Jannik Mause sind die Lautrer nun bis auf das Sturmzentrum auf allen Positionen sowohl in der Spitze als auch in der Breite überdurchschnittlich gut besetzt. Bauer könnte das letzte fehlende Puzzleteil sein, um die Pfälzer zu einem ernsthaften Konkurrenten im Aufstiegsrennen zu machen. Quelle: Treffpunkt Betze