Kaderanalyse Teil I: Die Abwehr als jahrelanges Kernproblem

Foto: Andreas Leiner

Nur Krahl und Sirch stechen hervor: Unsere Einzelbewertung der FCK-Defensivspieler zeigt ein deutliches Leistungsgefälle zwischen Top-Leistungen und großen Enttäuschungen. Mit einer lust- und leblosen 0:4-Niederlage beim 1. FC Köln verabschiedeten sich die Profis des 1. FC Kaiserslautern in die Sommerpause. Dabei ist das Kuriose, dass die Roten Teufel unter dem Strich eine gute Saison gespielt haben, die sich jedoch nicht so anfühlt. Ein erneuter Trainerwechsel, wieder ein Kader ohne Führungsspieler, wieder eine löchrige Abwehr und wieder Wintertransfers, die nicht eingeschlagen haben.  Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Apropos: Während die Spieler in den kommenden Wochen die Füße hochlegen, arbeiten Thomas Hengen und Marcel Klos unterdessen an einem schlagkräftigen Kader für die neue Spielzeit. Doch die Marschrichtung ist noch längst nicht klar: Auf welches System wird Torsten Lieberknecht beim FCK setzen? Lässt er eher defensiv orientiert spielen oder folgt er Hengens Ruf nach offensivem Ballbesitzfußball? Welche Stammkräfte können überhaupt über den Sommer hinaus gehalten werden? Sehr wahrscheinlich steht den Pfälzern ein erneuter Umbruch ins Haus. Doch bevor es so weit ist, haben wir uns in unserer Bewertung den Kader einmal genauer angesehen. Die Torhüter: Ein gewohnt sicherer Rückhalt 1. Julian Krahl: (32 Einsätze) Der (meist) sichere Lautrer Fels in der Brandung: Mit acht Zu-Null-Spielen und einer Kicker-Note von 2,97 reihte sich Julian Krahl auf Platz 17 in die Liste der besten Zweitliga-Spieler ein. Zwar trug Krahl an den wenigsten der insgesamt 55 Gegentore Schuld, gänzlich unbeteiligt war er jedoch nicht. Der 25-Jährige hatte immer wieder Probleme bei der Strafraumbeherrschung und bei seinen Abschlägen. Im letzten Saisondrittel wirkte Krahl zudem längst nicht mehr so sattelfest wie zu Beginn der Saison. Auf der Linie gehörte Kralle aber auch diesmal zu den mit Abstand besten Torhütern und belegte mit 129 gehaltenen Schüssen Platz zwei in dieser Statistik. 2. Simon Simoni: (3 Einsätze) Der 20-Jährige war zur Stelle, als er gebraucht wurde. Im Winter für anderthalb Jahre von Eintracht Frankfurt ausgeliehen, sprang Simoni an den Spieltagen 27 und 28 für den verletzten Julian Krahl ein. Trotz insgesamt dreier Gegentore gehörte der gebürtige Albaner bei den Spielen gegen Düsseldorf (3:1-Heimsieg) und in Magdeburg (0:2-Niederlage) zu den stärksten Spielern des 1. FC Kaiserslautern. Simoni glänzte in seinen 180 Minuten durch eine souveräne Strafraumbeherrschung, starke Paraden und eine gute Übersicht. Die Innenverteidiger: Zu viele individuelle Fehler 3. Maximilian Bauer (11 Einsätze, 0 Tore, 1 Torvorlage) Die Winter-Leihgabe kam mit vielen Vorschusslorbeeren vom FC Augsburg zum Betzenberg. Bauer sollte die vakante Innenverteidigerposition nach dem Abgang von Boris Tomiak kompensieren. In seinen ersten Einsätzen zeigte er sich sehr leistungsstark und trug maßgeblich zur Stabilität der Abwehr bei. Dies spiegelte sich letztlich auch in sieben Punkten aus drei Spielen wider. Bauer fügte sich jedoch dem Leistungsabfall des gesamten Kaders an und stand unter Lieberknecht schließlich aus sportlichen Gründen nicht mehr im Kader. Insgesamt ein weiteres Missverständnis in der Pfälzer Geschichte der Leihgeschäfte. 4. Luca Sirch (27 Einsätze, 4 Tore, 4 Torvorlagen): Von der Regionalliga zum absoluten Leistungsträger in Liga zwei: Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten rutschte der 25-Jährige am 9. Spieltag in die Startelf, krönte seine Leistung mit einem Tor und stand seitdem in jeder Partie in der Startelf. Doch damit nicht genug: Sirch war mit Abstand der konstanteste Spieler im Kader der Pfälzer. Seine Variabilität, auf der Achse praktisch auf jeder Position spielen zu können, brachte Anfang und Lieberknecht taktische Flexibilität. Lauffreudig, immer stark mit dem Ball am Fuß und robust im Zweikampf – Luca Sirch ist definitiv die Entdeckung der Saison. 5. Jannis Heuer (26 Einsätze, 1 Tor, 1 Torvorlage): Der Neuzugang vom SC Paderborn hat keine sehr gute Saison, aber definitiv auch keine schlechte Saison gespielt. Der vermutlich kleider- und frisurentechnisch verrückteste Lautrer zeigte einige gute Leistungen, verfiel aber wie seine Kollegen zu häufig in eine konstante Dekonstanz. Zwar verfügt Heuer über ein besseres Aufbauspiel als sein Pendant auf der anderen Seite, Jan Elvedi, doch im defensiven Zweikampf ließ er zu oft die nötige Abgeklärtheit vermissen. 6. Jan Elvedi (31 Einsätze, 1 Tor, 0 Torvorlagen): In der zweiten Saison in Folge war der Innenverteidiger der Roten Teufel jener Spieler mit den meisten Spielminuten. Egal, unter welchem Trainer: Elvedi ist immer gesetzt – das belegen auch seine 30 Einsätze in der Startelf. Obwohl Elvedi definitiv ein solider Zweitliga-Innenverteidiger ist, reicht es für ihn nicht für höhere Aufgaben, beispielsweise im Aufstiegskampf. Zu oft hat sich der 28-Jährige von gegnerischen Stürmern abkochen lassen und im Stellungsspiel die falschen Entscheidungen getroffen. Trotzdem passt Elvedi mit seiner Art gut zum Betzenberg. 7. Almamy Touré (8 Einsätze, 0 Tore, 0 Torvorlagen): Es war definitiv nicht die Saison von Almamy Touré. Erst verbüßte der 26-Jährige eine Rotsperre, dann bremsten ihn muskuläre Probleme und schließlich eine Oberschenkelverletzung aus. In der Rückrunde kam er lediglich für eine Spielminute zum Einsatz, als er kurz vor Schluss eingewechselt wurde, um das Unentschieden gegen den KSC zu halten. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Die Außenverteidiger: Es reicht einfach nicht 8. Florian Kleinhansl (20 Einsätze, 0 Tore, 4 Torvorlagen): Erst Anlauf- und Anpassungsschwierigkeiten, dann der Sprung ins kalte Wasser und schließlich ein paar solide, aber keineswegs konstante Leistungen. Es ist Florian Kleinhansl zu keinem Zeitpunkt gelungen, seine Leistungen aus der Zeit in Osnabrück dauerhaft auf den Platz zu bringen. Immer wieder wechselte der Linksfuß zwischen Startelf und Auswechselbank, duellierte sich mit Erik Wekesser – aber ohne langfristigen Erfolg. Häufig fehlte Kleinhansl die nötige Geschwindigkeit, die Präzision bei Flanken oder der Mut für den offensiven Zweikampf. Die Hoffnung, einen starken Linksverteidiger zum Betzenberg geholt zu haben, bestätigte sich leider nicht. 9. Erik Wekesser (22 Einsätze, 0 Tore, 2 Torvorlagen): Die Geschichte der Rückkehrer beim 1. FC Kaiserslautern ist nicht besonders erfolgreich – so auch im Falle von Erik Wekesser. Angesichts der Ablösesumme und seiner Leistungen in Nürnberg gab es im Vorfeld der Saison nicht wenige kritische Stimmen bezüglich seiner Verpflichtung. Der 27-Jährige spielte wahrlich keine gute Saison – weder in der Defensive noch in der Offensive. Der Linksfuß agierte häufig orientierungslos, ließ über seine