Kaderanalyse Teil II: Zu abhängig von individuellen Glanzleistungen

Foto: Andreas Leiner

Mit 1,67 Toren pro Spiel belegte der FCK Platz sieben in der Tabelle. Obwohl sich die Offensive zielsicher zeigte, fehlten ihr dennoch häufig Präzision, Konstanz und Führungsstärke. In der ersten Ausgabe unserer Kaderbewertung haben wir die Defensivreihen des 1. FC Kaiserslautern beleuchtet. Heute nehmen wir die Offensivreihen unter die Lupe. Mit 56 Saisontreffern pendelt sich der FCK mit sechs bis sieben weiteren Vereinen im oberen Tabellendrittel. Den größten Anteil daran hat allerdings Ragnar Ache. Um in der kommenden Saison bestehen zu können, werden die Lautrer mindestens zwei richtig starke Stürmer benötigen. Defensives Mittelfeld: Die Suche geht weiter 14. Tim Breithaupt (12 Einsätze, 0 Tore, 0 Vorlagen) Die Winter-Leihgabe vom Bundesligisten FC Augsburg kam ebenso wie Mitspieler Maxi Bauer mit großen Erwartungen zum Betzenberg. Er sollte die seit dem Abgang von Julian Niehues bestehende Lücke auf der Sechserposition schließen und die wackelige Defensive stabilisieren. Dies gelang dem ehemaligen Karlsruher zunächst auch: In seinen ersten Einsätzen zeigte er sich sowohl im Spiel mit als auch gegen den Ball bärenstark. Diese Form konnte der ehemalige Juniorennationalspieler jedoch nicht halten. Er verlor unter Torsten Lieberknecht seinen Stammplatz und kam nur noch auf 18 Spielminuten. Alles in allem konnte der zweifellos talentierte Mittelfeldspieler nicht die Topleistungen abrufen, die sich die Verantwortlichen der Roten Teufel erhofft hatten. 15. Filip Kaloc (30 Einsätze, 3 Tore, 2 Torvorlagen): Nach einer erfolgreichen Leihe in der vergangenen Rückrunde verpflichteten die Roten Teufel den tschechischen Mittelfeldspieler fest. Ex-Trainer Friedhelm Funkel schwärmte im Endspurt der vergangenen Saison in den höchsten Tönen von „Kalli“ und adelte ihn als echten „Betze-Spieler“. Doch von jenem „Betze-Spieler“, der durch unglaubliche Konstanz zu überzeugen wusste, war in dieser Spielzeit eher selten etwas zu sehen. Kaloc zeigte nur wenige gute Leistungen, oftmals agierte die Nummer 26 unglücklich und wirkte phasenweise unmotiviert. Sinnbildlich dafür stand der Foulelfmeter in Köln, den der 25-Jährige völlig unnötig verschuldete. 16. Tobias Raschl (13 Einsätze, 0 Tore, 0 Vorlagen) Es war zweifellos nicht die Saison von Tobi Raschl: 13 Einsätze, 192 Spielminuten, keine Torbeteiligung und acht Mal nicht einmal im Kader. Statistiken, die einen Spieler mit seinen Qualitäten keineswegs zufriedenstellen können. Unter Markus Anfang hatte der ehemalige A-Junioren-Meister einen sehr schweren Stand und konnte sich trotz der schwankenden Leistungen seiner Konkurrenten überhaupt nicht durchsetzen. Unter Nachfolger Torsten Lieberknecht kam Raschl zu zwei Jokereinsätzen gegen Schalke und Darmstadt. Insbesondere gegen die Königsblauen konnte er wichtige Impulse setzen und zeigen, dass er ein guter Spieler in der 2. Bundesliga sein kann. Wie schon in der Vorsaison mangelte es der Nummer 20 der Roten Teufel an Konstanz. 17. Afeez Aremu (12 Einsätze, 0 Tore, 0 Vorlagen ) In den ersten acht Spielen kam der defensive Mittelfeldspieler zu keiner einzigen Einsatzminute und schien keine Perspektive im Team der Roten Teufel zu haben. Doch aufgrund großer Verletzungssorgen war Markus Anfang am neunten Spieltag gegen Paderborn gezwungen, seine Mannschaft auf mehreren Positionen umzustellen, so auch auf der Sechserposition. Dabei ergab sich für den zweikampfstarken Aremu eine unerwartete Gelegenheit, die er zu nutzen wusste: In den kommenden Wochen zeigte er einige starke Spiele und festigte damit vorübergehend seinen Platz in der Startelf. Allerdings verlor er diesen Stammplatz mit der Ankunft von Bundesliga-Leihgabe Breithaupt. Seit dem 20. Spieltag stand er aufgrund von Trainingsleistungen und Verletzungen keine einzige Sekunde mehr auf dem grünen Rasen. Insgesamt fällt es schwer, die Saison des immer wieder von Verletzungspech geplagten Abräumers einzuordnen. 18. Leon Robinson (19 Einsätze, 0 Tore, 0 Vorlagen ) Der aus der zweiten Mannschaft hochgezogene Robinson spielte eine gute erste Saison im Profifußball. Mit seiner robusten und intensiven Spielweise verkörpert der 23-Jährige genau den Spielertypen, den die Fans der Roten Teufel sehen wollen – auch wenn aufgrund seiner fehlenden Erfahrung noch der eine oder andere Wackler zu erkennen war. Insbesondere Markus Anfang vertraute regelmäßig auf den jungen Spieler und berief ihn sogar insgesamt fünf Mal in die Startelf. Unter dem neuen Cheftrainer Torsten Lieberknecht spielte der 23-Jährige bisher kaum eine Rolle und kam nur zu zwei Kurzeinsätzen. Insgesamt darf die Nummer 37 der Roten Teufel mit seiner ersten Saison im Profigeschäft zufrieden sein. Offensives Mittelfeld: Stark, aber nicht konstant genug 19. Marlon Ritter (30 Einsätze, 8 Tore, 4 Torvorlagen): In seinem sechsten Jahr bei den Roten Teufeln durfte Publikumsliebling Ritter seine Mannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld führen. Als einer der Führungsspieler sollte er auf und neben dem Platz vorangehen. Ähnlich wie seine Zeit beim FCK schwankten seine Leistungen in dieser Saison zwischen Höhen und Tiefen; der 30-Jährige bewegte sich nahezu wöchentlich zwischen Genie und Wahnsinn. Ritter zeigte viele gute Leistungen, allerdings auch einige unerklärlich schwache Auftritte in den letzten Monaten, wofür der Kapitän immer wieder kritisiert wurde. Insgesamt zeigen seine Statistiken aber auch, dass die Nummer 7 der Roten Teufel eine gute Saison spielte. 20. Philipp Klement (6 Einsätze, 1 Tor, 1 Torvorlage): Es war definitiv nicht die Saison von Philipp Klement. An den Spieltagen 3–5 stand der 32-Jährige noch mindestens eine Halbzeit auf dem Platz und steuerte dabei einen Treffer sowie eine Vorlage bei. Anschließend stand das ehemalige Lautrer Eigengewächs bis zum 33. Spieltag sowohl aufgrund von Verletzungen als auch aus taktischen Gründen nicht mehr auf dem Platz. Das ist zu wenig für einen Spieler mit seinen Fähigkeiten. 21. Daisuke Yokota (25 Einsätze, 4 Tore, 3 Torvorlagen): Kurz vor Ende des Transferfensters verkündete der 1. FC Kaiserslautern die Verpflichtung des Leihspielers Daisuke Yokota von KAA Gent. Viele Fans wussten nicht, was sie vom ersten Japaner in der Geschichte des FCK erwarten sollten, doch schnell wurde klar, dass Yokota ein absoluter Glücksgriff ist. Der 25-Jährige begeisterte mit großem Tempo und unglaublichen Dribbelkünsten, mit denen er einen Gegner nach dem anderen stehen ließ. Von Beginn an spielte sich „Dai“ in die Herzen der Fans. Bei aller Begeisterung muss sich der Japaner jedoch den Vorwurf gefallen lassen, dass er deutlich mehr Torbeteiligungen hätte haben können, wenn er im Abschluss und im Passspiel noch zielstrebiger wäre. Trotz allem war Yokota neben Sirch zweifellos der Neuzugang der Saison und ein absoluter Top-Transfer. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über

Folge #46 von 90+6: Dann auch noch Kölsch

Zum Abschluss dieser wilden FCK-Saison haben wir euch noch einmal ein echtes Brett serviert. Eine XXL-Folge mit Kicker-Redakteur Moritz Kreilinger. 105 Minuten Betze pur. Bevor wir in die Sommerpause gehen, haben wir noch ein besonderes Schmankerl für euch: eine XXL-Folge mit einem Special Guest! Vielen Dank an Moritz fürs Vorbeischauen und an euch für die gewohnt stabile Unterstützung unseres Podcasts. Wir hören uns zur neuen Saison! Audio-Postproduktion: Luka Wieser Verpasse keinen Moment – abonniere 90+6 noch heute! Die Magie des Fußballs ist flüchtig, aber mit 90+6 kannst du sie immer wieder erleben. Verpasse keine einzige Folge und sei immer hautnah dabei, wenn wir über das Geschehen auf dem Platz schwärmen und mitfiebern. Ob im Auto, beim Training oder gemütlich zu Hause – nimm uns überall hin mit, um die unvergesslichen Augenblicke mit uns zu teilen. Abonniere unseren Podcast auf deiner Lieblingsplattform.