Die Annere: Die vermeintlich einfachste Saisonphase (3/3)

Vom Bundesliga-Absteiger zum Aufsteiger aus der dritten Liga – von Kiel bis Bielefeld: Wie haben sich die übrigen Vereine personell verstärkt und vorbereitet? Teil III unserer Gegnervorschau. Hier ist der letzte Teil unseres ausführlichen Ligachecks. Diesmal geht es um die Spieltage 13 bis 17 und die Gegner aus Kiel bis Magdeburg. Aus Sicht der Roten Teufel dürfte diese Saisonphase nominell die vermeintlich einfachste sein. Hier geht es zu den ersten beiden Teilen unserer Saisonvorschau: – Teil 1: Die Annere: Der große Gegnercheck vor Saisonbeginn – Teil 2: Die Annere: Im Duell mit zahlreichen Aufstiegsaspiranten **Betze-News direkt aufs Smartphone?** Erhalte alle News und Artikel direkt per Push-Nachricht über unseren Whatsapp-Kanal Holstein Kiel: Lust auf Bundesliga Fußball Holstein Kiel hatte in der abgelaufenen Spielzeit nur einen kurzen Gastauftritt in der Bundesliga. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer Eingewöhnungszeit fanden die „Störche” immer besser zurecht und konnten im Saisonverlauf für die eine oder andere Überraschung sorgen. Am Ende reichte es jedoch nicht. Die Kieler können dies jedoch sehr gut einschätzen und sprechen ihrem aktuellen Trainer Marcel Rapp weiterhin das Vertrauen aus. Der Ausflug in die Bundesliga hat dennoch Lust auf mehr gemacht und die Kieler werden versuchen, so schnell wie möglich zurückzukehren. Dementsprechend aktiv waren die Störche auf dem Transfermarkt. Mit 35 Spielern haben sie den größten Kader der Liga und den höchsten Marktwert aller Mannschaften. Für das zentrale Mittelfeld verpflichteten die Kieler die beiden jungen Skandinavier Jonas Therkelsen (Strømsgodset) und Kasper Davidsen (Aalborg BK). Die nötige Erfahrung, um die Lücke von Lewis Holtby (Mittelfeld) zu schließen, bringt der 34-jährige Österreicher Stefan Schwab (Mittelfeld, PAOK Saloniki) mit. Trotz der Abgänge der Innenverteidiger Colin Kleine-Bekel (Bochum) und Timo Becker (Schalke) wurde lediglich der junge Innenverteidiger Mladen Čvjetinović (Ingolstadt) verpflichtet. Mit Nicolai Remberg (Mittelfeld, HSV), Benedikt Pichler (Stürmer, Hannover 96) und Torwart Thomas Dähne verließen weitere Stammspieler den Verein. Als neue Nummer eins verpflichteten die Kieler Jonas Krumrey (RB Salzburg). Die weiteren Abgänge wurden vornehmlich mit Spielern aus unteren Klassen ergänzt, beispielsweise Louis Köster (Linksaußen, Rostock), Luca Prasse (Rechtsaußen, Meppen) oder Marcus Müller (Sturmzentrum, Osnabrück). Vor allem die bereits vorhandene Qualität von Steven Skrzybski (Mittelfeld) und Alexander Bernhardsson (Rechtsaußen) sowie der beiden Stürmer Phil Harres und Shuto Machino dürfte Grund genug sein, Holstein Kiel im Blick zu behalten. Auch wenn Shuto Machino weiterhin ein möglicher Wechselkandidat ist. In den bisherigen Testspielen bewies Kiel Stärke und blieb ungeschlagen. Gegen den Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig gab es sogar einen überzeugenden 4:1-Sieg. Marktwert: 45,68 Mio. € | Wertvollster Spieler: Shuto Machino (Stürmer), 5 Mio. | Entfernung zum Betze: Holstein-Stadion, 690 km | Ehemalige Lautrer: Tymoteusz Puchacz Eintracht Braunschweig: Hauptsache kein Drama Eine größere Dramaturgie als bei den letzten Relegationsspielen um den Aufstieg in die zweite Liga gab es wohl kaum. Unmittelbar vor dem Saisonfinale entließ Eintracht Braunschweig Trainer Daniel Scherning und musste dann mit Interimstrainer Marc Pfitzner mit letzter Kraft in die Relegation gehen. Im Hinspiel gegen den 1. FC Saarbrücken sorgten die Niedersachsen mit einem 2:0-Auswärtssieg für eine perfekte Ausgangslage, nur um diese im Rückspiel zu verspielen und den Klassenerhalt erst in der Verlängerung zu sichern. Dementsprechend wird sich das Umfeld von Eintracht Braunschweig für diese Saison etwas weniger Spannung wünschen und eine sorgenfreie Saison haben wollen. Dabei müssen die Löwen auf ihren besten Mann und ihre Lebensversicherung verzichten: Stürmer Ryan Philippe hat sich dem HSV angeschlossen. Als Ersatz haben die Braunschweiger Erencan Yardımcı (Stürmer) von der TSG Hoffenheim ausgeliehen, allerdings besitzt der junge Spieler keine Zweitligaerfahrung. Auch der neue Trainer Heiner Backhaus, der aus Aachen nach Niedersachsen kommt, verfügt über keine Zweitligaerfahrung. Für das Mittelfeld konnte Eintracht Braunschweig Robin Heußer (KSC) verpflichten. Zudem konnten die beiden Leihspieler Tino Tempelmann (Mittelfeld) und Ron-Thorben Hofmann (Torwart) fest verpflichtet werden. Mit Mehmet Aydin (Mittelfeld) konnte ein weiterer Spieler von Schalke verpflichtet werden. In der Defensive gewinnen die Braunschweiger durch die drei Innenverteidiger Louis Breunig (kam aus Regensburg), Lukas Frenkert (kam aus Münster) und Frederik Jäkel (Leihgabe von RB Leipzig) deutlich an Qualität. Dies ist besonders bemerkenswert, da mit Ermin Bicakcic (Innenverteidiger) eine echte Instanz den Verein verlässt. Gegen schwächere Gegner konnten die Löwen durchaus überzeugen. Auch gegen Istanbul Başakşehir konnte ein 0:0 erkämpft werden. Lediglich der letzte Test gegen Holstein Kiel ging mit einer 1:4-Niederlage völlig schief. Es bleibt fraglich, ob die Braunschweiger nach dem Abgang ihrer „Lebensversicherung” Philippe die nötige Qualität haben, um eine sorgenfreie Saison zu spielen. Marktwert: 16,65 Mio. € | Wertvollster Spieler: Erencan Yardımcı (Stürmer), 2,5 Mio. | Entfernung zum Betze: Eintracht Stadion, 438 km | Ehemalige Lautrer: Leon Bell Bell SG Dynamo Dresden: Die Außenseiterchance nutzen Nach der Relegationsniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2020 und dem damit verbundenen Abstieg war Dynamo Dresden stets in einer aussichtsreichen Position, um in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Doch erst im fünften Anlauf hat es in der abgelaufenen Saison geklappt und die Elbstädter konnten den Wiederaufstieg feiern. In einem langen und offenen Aufstiegsrennen konnte Dresden am vorletzten Spieltag den Aufstieg feiern, obwohl sie mit 1:0 in Mannheim verloren hatten, da die Konkurrenz patzte. Ein wichtiger Faktor für den Aufstieg waren die Tore von Christoph Daferner, der mit 18 Treffern Zweiter der Torjägerliste wurde. Nach seiner Leihe konnte der Stürmer vom 1. FC Nürnberg fest verpflichtet werden. Mit einem Marktwert von 10,15 Millionen Euro haben die Sachsen den niedrigsten Marktwert aller Vereine. Da für teure Neuzugänge das Geld fehlt, vertraut der Verein unter Trainer Thomas Stamm vorwiegend der Aufstiegsmannschaft. Zudem gehen die beiden Rostocker Nils Fröling (Mittelfeld) und Alexander Rossipal (Innenverteidiger) mit in die zweite Liga. Neu dabei sind Lennart Grill (Torwart, Union Berlin), Kofi Amoako (Mittelfeld, Wolfsburg) und Marlon Faß (Stürmer, Hoffenheim U19) von den Ersatzbänken bzw. aus den Jugendmannschaften der Bundesligisten. Aktuell fehlt den Sachsen eine Ergänzung bzw. Alternative im Sturmzentrum, sollte dieser einmal ausfallen. Zwar steht mit dem eigentlichen Kapitän Stefan Kutschke ein Ersatz bereit, doch es ist fraglich, ob er noch die entsprechende Qualität besitzt. Gegen den österreichischen Bundesligisten SV Ried konnte Dynamo Dresden im Testspiel zwar einen 2:1-Sieg erzielen und somit Selbstvertrauen tanken, in einem weiteren Testspiel gegen Slavia Prag kassierten die Elbstädter jedoch eine 4:2-Niederlage. Der letzte Test fand gegen den SC Freiburg statt. Aufgrund der bisherigen Neuzugänge und des fast identischen Personals
Betze am Dienstag: Quo vadis, Don Hengen?

Heute bei Betze am Dienstag: Vom Fan zum Profi zum Fan, der Boss spricht mal wieder „Klartext“, eine halbe Doppelsechs im Porträt, Herzblut mal anders und der Kommentar der Woche. Hashtag der Woche: #undabgehtdiefahrt. Der letzte Härtetest ist gespielt, der Countdown läuft. In fünf Tagen startet der 1. FC Kaiserslautern mit einem Auswärtsspiel bei Hannover 96 in die neue Zweitligasaison. Nach der 0:1-Niederlage im letzten Testspiel gegen AS Rom fragt sich so mancher Fan: „Sind wir bereit für die Mission Neustart?” Die Partie gegen den italienischen Traditionsklub endete immerhin nicht in einem Debakel. Und das, obwohl der Gegner auf dem Transfermarkt mit dicken Scheinen wedelt, während der FCK noch fleißig Rabattgutscheine vergleicht. Betze-News direkt aufs Smartphone? Kein Problem mit unserem Whatsapp-Channel: https://bit.ly/betze_whatsapp Doch keine Sorge: Testspiele sind wie Diät-Kekse – sie machen nicht satt und zählen nur halb. Entscheidend ist, was am Sonntag in Hannover auf dem Rasen passiert. Die Niedersachsen gelten als Aufstiegskandidat, und es bleibt spannend, ob es direkt den ersten Paukenschlag gibt oder ob der FCK noch ein bisschen nachsitzen muss. In jedem Fall geht es wieder los. Und allein das ist doch schon Grund zur Freude. Alles, was rund um den Betzenberg und in der vergangenen Woche sonst noch wichtig war, hier in unserem (nicht immer ganz ernst gemeinten) Wochenrückblick. 1. Zimmer frei – jetzt auch in der Westkurve Im SWR-Sport-Podcast „Nur der FCK“ spricht Jean Zimmer über seine Entscheidung, sich vom dynamischen Dauerläufer zur Tribünenikone weiterzuentwickeln. Ein Karriereweg, den selbst Hollywood nicht besser hätte schreiben können: vom Sprint über den Flügel zum Sprung auf die Westkurve. Jean ist jetzt nicht nur Spieler der U21, sondern auch Fan und das mit Inbrunst. Zimmer bleibt dem Betze also erhalten, nur eben ein paar Meter höher. Ein bisschen wie „Vom Spielfeld in die Sky Lounge“, nur ohne Glasfront. Es ehrt ihn, dass der Mann mit der Pferdelunge dem FCK weiterhin treu bleibt, auch wenn sein Sprintwert auf der Tribüne dann bei 0,0 liegt. Aber wer so oft die rechte Seite hoch und runter gerannt ist, darf auch mal stehen. Jean, du bist ein Denkmal, und das Beste daran ist: Es steht nicht im Museum, sondern in Block 8. Jean Zimmer: Vom Leader auf dem Platz zum FCK-Fan in der Kurve 2. Hengens Plan Die Sportbild hat Thomas Hengen wieder einmal beim Klartext-Sprechen erwischt. Der Sportgeschäftsführer macht in der Sommerpause keine halben Sachen – weder bei Transfers noch bei Interviews. Zwischen „realistisch bleiben” und „klar definierte Ziele” schwebt die Botschaft: Aufstieg? Ja, irgendwann. Vielleicht. Wenn’s passt. So ähnlich wie bei Omas Sonntagsbraten, der schließlich auch nicht jedes Mal gelingt. Hengen weiß eben: In der 2. Liga kämpft man nicht mit Wattebällchen, sondern mit Kettenhunden wie Düsseldorf, Hannover oder Hertha BSC Berlin. Also bleibt man lieber bodenständig. Fazit: Beim FCK wird weiter am Fundament gebaut. Aber wer weiß? Vielleicht entdeckt Hengen ja doch noch den Fahrstuhlknopf Richtung Liga eins. Auch wenn dieser zuletzt mit „Außer Betrieb” überklebt war. So denkt der Lautern-Boss über den Aufstieg // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. 3. Ein neuer Staubsauger im Mittelfeld Der SWR stellt Neuzugang Fabian Kunze vor und wir lernen: Der Mann ist „zweikampfstark, robust, laufstark“, kurzum: der Typ Spieler, der die gegnerische Offensive schon auf dem Parkplatz abfängt. Kunze soll das defensive Loch stopfen, das dem FCK in den letzten beiden Jahren so viele Sorgen bereitete. Der gebürtige Ostwestfale bringt Bundesliga-Erfahrung aus Bielefeld mit und den unbedingten Willen, nicht im Schatten, sondern im defensiven Halbraum zu glänzen. Er ist ein Mann für die Drecksarbeit, der bei Bedarf auch mal den Rasen umpflügt. Ob er passt? Wenn es nach Hengen geht, wie die Faust aufs Auge. Oder eben wie Kunze in die Doppelsechs: unauffällig, aber unverzichtbar. Wenn er sich zudem mit Ritter und Sahin versteht, könnte das Mittelfeld bald wieder wie eine Festung aussehen. Mach es, Fabi! Fabian Kunze ist beim FCK “der Mann fürs Grobe” 4. Zwischen Stadion und Streetwork Das SWR-Aktuell-Interview beleuchtet das gemeinsame Projekt von FCK und AWO Südwest, in dem etwas ganz Menschliches wächst. Junge Männer, oft mit schwieriger Vergangenheit, finden unter anderem über den Fußball neue Perspektiven. Dies ist kein Marketing-Gag, sondern echte Sozialarbeit mit Betze-Logo. Hier geht es nicht um Tabellenplätze oder den Punkteschnitt, sondern um Zukunftschancen. Es ist schön zu sehen, dass es beim FCK auch andere Themen als den möglichen Aufstieg in die Bundesliga gibt. Vielleicht ist es genau dieses Projekt, das dem oft so rauen Fußballbusiness ein bisschen Menschlichkeit zurückgibt. Und wer weiß, vielleicht findet einer der Jungs bald einen beruflichen Neuanfang uffm Betze. Daumen hoch für eine Initiative, bei der man auch ohne Ball ins Rollen kommt! Der FCK zeigt Herz – und das steht ihm verdammt gut! Obdachlos in Kaiserslautern: Streetworker und FCK kämpfen für junge Männer 5. Social-Media-Kommentar der Woche Facebook-User Manni freut sich auf den Saisonstart: „De Betze schbield un de Blutdruck schießt glei mit nuff. Des is wie Kerb, nur ohne Schoppe un mit mehr Herzraase.“ Quelle: Treffpunkt Betze