Die Kaderbreite: Zwischen goldenem Händchen und Joker-Frust

Welchen Einfluss hatten die Reservespieler bisher auf den Ausgang der Spiele? Zwischen Harmlosigkeit und zwölf Joker-Torbeteiligungen. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Besser abschneiden als in der letzten Saison. Das war das große Ziel der Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern vor der Spielzeit, an dem sich die Mannschaft nun messen lassen muss. Mit 19 Punkten aus zehn Spielen steht der FCK aktuell auf Platz 5 und ist damit voll im Soll. Doch trotz des guten Saisonstarts gibt es reichlich Diskussionen rund um den Kader der Roten Teufel. Denn während die Stammformation alles in allem gute Leistungen zeigt, wussten die Joker von Torsten Lieberknecht nur selten zu überzeugen. Zwar konnten die Einwechselspieler das Heimspiel gegen Darmstadt mit drei Treffern maßgeblich beeinflussen, in den vergangenen Partien hatten sie jedoch meist keinen positiven Impact auf das Spielgeschehen. Dies wirft die Frage auf, ob der Kader die Qualität hat, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Vom goldenen Händchen zur Wechsel-Flaute Ein kurzer Rückblick auf den 4. Spieltag: Die Roten Teufel empfangen die bis dahin ungeschlagenen Lilien. Lange Zeit taten sich die Gastgeber enorm schwer, doch dann bewies Torsten Lieberknecht sein berühmt-berüchtigtes „goldenes Händchen“ und sorgte mit den Einwechslungen von Skyttä (1 Tor), Alidou (1 Tor, 1 Vorlage), Robinson (1 Vorlage) und Raschl (1 Tor) dafür, dass die Mannschaft das Spiel noch drehte. Im Anschluss waren Fans und Verantwortliche voll des Lobes über die überragende Leistung der Einwechselspieler. Diese Begeisterung währte jedoch nicht lange. In den Wochen danach offenbarten die Wechsel der Lautrer zu oft einen spürbaren Qualitätsabfall. Die jüngsten Auftritte gegen Karlsruhe, Nürnberg und Fürth sind die besten Beispiele dafür. Im Derby sahen die eingewechselten Kleinhansl und Wekesser beim zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer des KSC äußerst schlecht aus. Gegen Nürnberg verfiel das Offensivspiel der Roten Teufel spätestens nach dem Doppelwechsel Abiama und Tachie für Ritter und Skyttä in völlige Harmlosigkeit. Auch im Pokalspiel in Fürth blieben alle Joker weitgehend blass. Wenige Lichtblicke erkennbar Bei aller berechtigten Kritik an der zweiten Reihe des FCK gibt es auch positive Beispiele. Leon Robinson etwa nutzte den Ausfall von Jisoo Kim, um sich mit starken Leistungen und einer außerordentlich starken Zweikampfführung (18 gewonnene Zweikämpfe gegen Nürnberg, bundesliga.de) für weitere Einsätze in der Startelf zu empfehlen. Auch Afeez Aremu hinterließ gegen Nürnberg nach langer Pause als Startelfspieler in Abwesenheit von Fabian Kunze einen ordentlichen Eindruck im defensiven Mittelfeld. Mit einer seiner zahlreichen Balleroberungen hatte er maßgeblichen Anteil am Führungstreffer der Pfälzer. Und selbst in den jüngsten Wochen hatten Lieberknechts Wechsel mitunter eine positive Wirkung – so etwa in Karlsruhe, wo Daniel Hanslik zwei Treffer vorbereitete und Marlon Ritter in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte. Laut transfermarkt.de liegt der FCK mit zwölf Joker-Torbeteiligungen sogar ligaweit an der Spitze. // Möchtest du dazu beitragen, dass Treffpunkt Betze weiterhin unabhängig und werbefrei bleibt? Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Überzogene Kritik oder berechtigte Sorge? Angesichts dieser Statistik wirkt es paradox, der zweiten Reihe ihre Qualität abzusprechen. Wer die Spiele jedoch verfolgt, merkt schnell, dass manche Einwechselspieler zu selten den nötigen frischen Schwung reinbringen. In manchen Fällen tragen sie sogar zu kapitalen Böcken bei, wie zuletzt Jan Elvedi, der den Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen Nürnberg verursacht hat. Einige der verfügbaren Kaderspieler standen bereits auf dem Abstellgleis und haben den FCK kurzzeitig verlassen, um anderswo Spielpraxis zu sammeln. Ein Blick auf die individuellen Statistiken der Spieler belegt, dass sie nach ihrer Einwechslung kaum ins Spiel integriert waren, nur wenige Ballaktionen hatten und kaum Zweikämpfe führten – oder schlicht zu wenig Spielzeit hatten, um sich erkennbar einzubringen. Allerdings muss man den Kaderplanern auch zugutehalten, dass durch die lange Ausfallzeit von Kenny Redondo und das möglicherweise folgenschwere Missverständnis um Mahir Emreli zwei potenzielle Startelfkandidaten oder zumindest gute Einwechseloptionen fehlen. Qualitätsproblem oder nicht? Die Frage, ob der FCK tatsächlich ein Qualitätsproblem hat, lässt sich derzeit nur bedingt beantworten: Die Stammelf liefert bislang meist gute Leistungen und auch taktisch hat Torsten Lieberknecht die Mannschaft stabilisiert. In der Breite offenbart der Kader jedoch Lücken, insbesondere dann, wenn frische Kräfte benötigt werden, um Spiele zu entscheiden oder für Ruhe zu sorgen. Noch ist das kein strukturelles Problem, aber ein klarer Fingerzeig. Denn in einer Liga, in der fast jedes Spiel eng ist und der Tabellenplatz keine Hinweise auf das Leistungspotenzial einer Mannschaft gibt, können genau diese Einwechselspieler den Unterschied zwischen Mittelmaß und Aufstiegskampf ausmachen. Wenn die Joker bis zur Winterpause nicht konstanter werden, müssen die Verantwortlichen zwangsläufig prüfen, ob die Qualität des Kaders wirklich ausreicht, um die eigenen Ziele zu erreichen. Mit gezielten Verstärkungen könnte der FCK im Winter die fehlende Balance zwischen erster und zweiter Reihe korrigieren und damit die Basis schaffen, um das Saisonziel zu erreichen. Und wer weiß, vielleicht sogar, um ganz oben mitzuspielen. Quelle: Treffpunkt Betze
11. Spieltag: Zwei Fragezeichen, eine mögliche Rückkehr

Am Sonntag trifft der FCK auf Fortuna Düsseldorf. Es ist das erste Wiedersehen mit Markus Anfang. Personell können die Lautrer aller Voraussicht nach weiterhin nicht aus dem Vollen schöpfen. Am 11. Spieltag der 2. Bundesliga reist der 1. FC Kaiserslautern zu Fortuna Düsseldorf und möchte mit einem Sieg im Rheinland den Anschluss an die Spitzenplätze halten. Nach nur einer Niederlage aus den letzten sieben Spielen liegt die Mannschaft von Torsten Lieberknecht in Schlagdistanz zu den direkten Aufstiegsplätzen. In der Merkur Spiel-Arena wartet jedoch eine traditionell schwere Aufgabe auf sie. **Betze-News direkt aufs Smartphone?** Erhalte alle Neuigkeiten per Push-Nachricht über unseren Whatsapp-Kanal Allein in den letzten beiden Auswärtspartien in Düsseldorf fielen 14 Treffer. Das war für neutrale Beobachter zwar unterhaltsam, hat den Protagonisten aber sicher das eine oder andere graue Haar mehr beschert. Besonders pikant ist die Tatsache, dass FCK-Coach Torsten Lieberknecht auf seinen unmittelbaren Vorgänger Markus Anfang trifft. Anfang hatte vor wenigen Wochen Daniel Thioune an der Seitenlinie der Fortuna ersetzt. Für den Lautrer Übungsleiter ist diese Situation allerdings nicht außergewöhnlich. Jeder hat seine Art, Fußball spielen zu wollen „Ich sehe darin keine große Besonderheit“, stellt Lieberknecht im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz fest und sieht auch keinen Vorteil darin, dass viele seiner Spieler den Düsseldorfer Coach und dessen Herangehensweise gut kennen. „Mit dem Trainerwechsel wurden bei den Fortunen natürlich einige Dinge verändert, aber jeder von uns hat seine eigene Art, Fußball spielen zu wollen und wir werden versuchen, unsere Mannschaft entsprechend gut vorzubereiten“, erwartet der FCK-Trainer einen taktisch gut eingestellten Gegner, den es zu bespielen gilt. „Die Fortuna hat einen Kader, der es erlaubt, dass man aus Vereinssicht um den Aufstieg mitspielen möchte. Sie verfügen über eine sehr variable Mannschaft mit hoher individueller Qualität und haben mit Spielern wie Tim Breithaupt oder Cedric Itten Akteure in ihren Reihen, die Erstligaqualität haben“, sieht Lieberknecht unabhängig von Besonderheiten am Rande einen starken Gegner auf sein Team zukommen. Können manche Dinge besser lösen „Nach dem Spiel gegen Nürnberg hatten wir nur eine kurze Regenerationszeit, was ich tatsächlich als kleinen Nachteil empfunden habe. Die Zeit vor dem Spiel in Düsseldorf ist nun aber ausreichend, sodass wir keine besondere Belastungssteuerung mehr betreiben mussten und uns wie gewohnt auf den Gegner vorbereiten konnten“, blickt Lieberknecht auf die Herausforderungen der englischen Woche zurück. „In unserem Spiel können wir manche Dinge besser lösen und gerade bei unseren Offensivaktionen die Kontersituationen präziser zu Ende spielen. Aber wir sind ligaweit die Mannschaft mit den zweitmeisten Toren, was zeigt, dass wir es nicht so schlecht machen“, zeigt er sich vor der Dienstreise ins Rheinland trotz manchmal überschaubar ausgespielter Angriffsbemühungen seiner Mannschaft zudem zuversichtlich. Kim und Prtajin fraglich, Emreli zurück Neben den Rekonvaleszenten Simon Asta und Kenny Redondo muss Lieberknecht in Düsseldorf möglicherweise auch weiterhin auf Ivan Prtajin und Jisoo Kim verzichten. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, will man das Abschlusstraining noch abwarten. Der zuletzt erkrankte Mahir Emreli ist wieder gesund und stellt zumindest eine Option für den Kader dar. Das Spiel in der Merkur Spiel-Arena wird am Sonntag um 13:30 Uhr angepfiffen. Die Roten Teufel können dabei auf die Unterstützung von mindestens 7.001 FCK-Fans zählen, die die Reise nach Nordrhein-Westfalen antreten werden. Quelle: Treffpunkt Betze